Trading: Emotionen und Trading. Wie geht man damit um?

Emotionen geben mir Feedback, dass etwas nicht stimmt …
Das Thema Tradingpsychologie hat in den letzten Jahren ein wenig mehr Aufmerksamkeit gewonnen. Gerade Anfänger messen diesem Thema mehr Aufmerksamkeit bei und es gibt endlich mehr Literatur auf dem deutschen Markt. Jedoch bezweifle ich, dass das Thema vollends verstanden wird. Viele Bücher beschäftigen sich eher mit Behavioral Finance als mit Psychologie und Trading. Sicherlich ist es wichtig, auch das Verhalten von Marktteilnehmern zu verstehen und hieraus seine Schlüsse zu ziehen, aber einen direkt umsetzbaren Vorteil ergibt sich m.E. hieraus nicht. Es trägt nur mehr zum Verständnis des Marktes bei.

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Ich beschäftige mich nun seit mehr als 3 Jahren (wenig im Vergleich mit anderen!) mit Trading und technischer Analyse und mache gute Fortschritte. Gerade in den letzten anderthalb Jahren ist auch das Thema Tradingpsychologie stärker in meinen Fokus gerückt, sowie das Thema Psychologie des Erfolgs. Meiner Meinung nach kommt der Erfolg, auch beim Trading von innen heraus. Das System ist eher Nebensache. Nun mögen einige Leser zurückschrecken, aber das ist meine Erfahrung. So lange man ein System mit positiven Erwartungswert hat und dieses System zur eigenen Persönlichkeit passt, ist es egal, ob man lieber Ausbrüche handelt oder gleitende Durchschnitte. Der Vorteil gegenüber anderen Tradern und herausragender Erfolg entsteht in er Persönlichkeit des Traders. Schaut man sich die Profile verschiedener Trendfolge Trader an, haben sie an sich fast alle dieselbe Technik. Doch unterscheiden sich ihre Kapitalkurven voneinander. Woran liegt das? Einige Trader sind erfolgreicher, weil sie sich z.B. in bestimmten Phasen mehr zurückhalten oder aggressiver werden. Sie haben verstanden die Zeichen des Marktes zu deuten und dann entsprechend sich zurückzuhalten oder sich stärker in den Märkten zu engagieren. Natürlich ist dieser Teil auch Teil eines Tradingsystems und kann auch in Regeln ausgerückt werden, aber es ist auch die Psyche des Traders, der diese Regeln aufstellt und befolgt!

Lassen sich Emotionen überhaupt vollkommen vom Trading lösen und ist das sinnvoll? Es heißt immer der Trader soll emotionslos sein und wie eine Maschine Trades ausführen. Das Thema Automatisierung ist hoch im Kurs. Aber auch hier kann ein Trader Emotionen in das Trading bringen. Sei es, weil er Signale nicht umsetzt oder sogar ein vollautomatisches Trading aussetzt. Ich bin mittlerweile sogar eher der Meinung, dass Emotionen einen Platz im Trading haben. Sie sind menschlich und lassen sich kaum „abschalten“. Es muss viel eher das Ziel sein, Emotionen zu kontrollieren und als interne Feedbackschleife zu nutzen.

Wie ich Emotionen als Feedbackschleife nutze …

Ich selber bin nicht frei von Emotionen. Über die Zeit gelingt es mir immer besser sie zu kontrollieren und zu nutzen mich selber zu unter Kontrolle zu behalten.

  1. Ich beobachte mich ständig selber. Mein Handelssystem setzt mir ein detailliertes Werk aus Regeln, die beschreiben, wie ich mich im Markt bewege. Sie schränken mich ein und geben mir auch Freiheit. Diese Regeln helfen jedoch nur, wenn ich in der Lage bin, sie zu befolgen. Aus diesem Grund beobachte ich mein Verhalten und meine Gedanken ständig und schreibe diese auch in mein Trading-Tagebuch. Am Ende der Woche mache ich hieraus eine Zusammenfassung. So weiß ich immer, was mich beschäftigt. Über die Zeit zeigen sich Felder, die meine Probleme widerspiegeln, für die ich Lösungen finden muss.
  2. Emotionen geben mir Feedback. Steigen die Märkte und ich bin nicht investiert? Finden meine Screener keine aussichtsreichen Kandidaten? Bei solchen Situationen merke ich oft, dass ich nervös werde. Ich habe Angst etwas zu verpassen. Das ist ein Signal! Ich nehme dieses Signal aktiv wahr und merke, dass dort etwas nicht stimmt. Sofort beruhige ich mich und lenke meine Gedanken darauf, dass ich noch ausreichend Tradingkandidaten finden werden, wenn die Märkte einen stabilen Trend ausbilden.

Der obere zweite Punkt zeigt, warum es vielleicht doch wichtig ist, Emotionen zu kennen und nicht auszublenden. Sie sind ein Signalgeber, dass etwas nicht stimmt. Es besteht Handlungsbedarf, wenn man emotional wird. Blendet man diese Komponente aus und versucht diese zu ignorieren, kann das katastrophale Folgen haben. Dann ist man seinen Emotionen ausgeliefert. Ich denke auch, dass dies ebenfalls für vollautomatisierte Systeme gilt. Selbst wenn der Trader nur die Signale des Systems umsetzen muss oder das System einfach nur in Betrieb halten muss, ist es herausfordernd, dies auch in einem Drawdown zu tuen oder in Zeiten wo das System große Buchgewinne aufbaut. Zudem ist Langeweile ein nicht zu unterschätzender Faktor beim Trading, auch bei Vollautomatisierung.

Kontrolle der Emotionen muss aber nicht zwangsläufig immer heißen, ruhig und gelassen zu sein. Paul Tudor Jones z.B. zeigte sich beim Aufbau von Positionen eher emotional und schrie seine Orders ins Telefon. Ob er das heute noch macht, weiß ich nicht. Er nutzt seine Energie, um schnell zu sein und aggressiv sein Ziel zu erreichen. So lange dies in einem kontrollieren Rahmen geschieht, kann es durchaus hilfreich sein. Besser als seine Persönlichkeit zu unterdrücken.

Trading: Märkte brechen nach oben aus …

Auch wenn ein Ausbruch vorliegt: Ruhe und einen klaren Kopf bewahren!
Einige europäische Märkte erreichen neue Hochs und sogar Allzeithochs (u.a. der DAX, s. obiger Chart). Vielleicht ist dies eine Trendfortsetzung der mittelfristigen Aufwärtstrends in den Aktienmärkten? Vielleicht aber auch nicht? Es ist nicht möglich dies vorherzusehen. Das einzige, was ich mit Gewissheit sagen kann ist: Der Markt schloss höher als gestern und befindet sich auf einem neuen Hoch.

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Die Zukunft zu prognostizieren und zu raten, wo der Index in einigen Monaten steht ist nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Wer kann das schon? Das einzige was ich tun kann ist folgendes:

Was tun, wenn die Märkte ausbrechen?

  1. Ruhe bewahren! Ein Ausbruch auf ein neues Hoch/Tief ist schön und gut, aber das kann morgen schon wieder ganz anders aussehen …
  2. Die Märkte weiter beobachten und nach Einstiegschancen in Trendrichtung suchen (Der Markt ist der Wind, den ich fürs Surfen nutze!).
  3. Wenn keine gute Gelegenheit kommt: Was soll’s – weiter warten. Wenn die Märkte in einen Trend übergehen, wird es noch genug Gelegenheiten geben, an Bord zu gehen. Trend dauern oft Wochen oder Monate!
  4. Nicht alles auf eine Karte setzen. Langsam an die Märkte herangehen und in die Märkte „hinein skalieren“. Erst einmal testen, was die Märkte hergeben und dann langsam das Risiko weiter ausbauen und neue Positionen hinzufügen. Wenn zu viel Risiko im Spiel ist und die Märkte morgen die Richtung wechseln, steht man ansonsten auf der Verliererseite.

Es ist sicherlich nicht einfach zuzuschauen, wenn die Märkte auf neue Hochs ausbrechen und man selber evtl. noch nicht von der neuen Bewegung profitiert. Das geht mir oft auch so und ich arbeite immer wieder daran, hier die nötige Distanz zu wahren. Aber eines muss man sich selber sagen: Trend dauern oft länger als man denkt! Man wird noch genügend Zeit haben hiervon zu profitieren und Positionen aufzubauen. Wer nun Panik bekommt und ein zu hohes Risiko eingeht, wird möglicherweise viel verlieren, wenn die Märkte doch nicht in einen Trend übergehen. Wenn es dieses mal gut geht, heißt dies noch lange nicht, dass es beim nächsten Mal klappt. Also: Ruhe und Konzentration! Lieber einen sehr guten Trade unter den richtigen Marktbedingungen eingehen, als zwei mittelmäßige 😉

Trading: Wie glaubst du funktionieren Märkte?

Die eigene Philosophie ist Grundlage für das Trading-System …
Jedem Trading-System liegt eine eigene Philosophie zugrunde, wie der Erschaffer des Systems glaubt, wie Märkte funktionieren. Bei mir selber mache ich die Erfahrung, dass diese Philosophie dazu beträgt, wie man mit dem eigenen System interagiert, welche Erwartungen man daran hat und wie man dieses System steuert. Die eigene Philosophie beantwortet die Fragen, vom Einstieg bis zum Exit, zum Money-Management und auch zur eigenen Psychologie. Es ist die Grundlage des eigenen Handelns an den Märkten.

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Es gibt hierfür, so denke ich, keine allgemeine Lösung. Es ist ein Weg, den man selber gehen muss. Er resultiert aus Beobachtungen, aus Tests und mündet in einem auf sich selber zugeschnittenen System.

Hier ein paar Beispiele:

Beispiele für Trading-Philosophien

Natürlich benötigt jeder Trader eine Bewegung des Preises, da ansonsten keine Gewinne entstehen können. Aber trotzdem gibt es verschiedene Sichtweisen auf die Märkte:

  • Trader A: Märkte bewegen sich in Trends! Aus Beobachtungen kann ich schließen, dass Märkte sich in Trends bewegen. Dies ist in der Vergangenheit zu beobachten und ich kann davon ausgehen, dass dies auch in Zukunft sein wird. Ein Trend besteht aus höheren Hochs/Tiefs bzw. tieferen Hochs/Tiefs. Nun muss ich ein System erschaffen, was es mir erlaubt, von den Trends zu profitieren …
  • Trader B: Märkte bewegen sich in Swings! Ein Trend besteht immer aus zwei Abschnitten: Bewegung und Reaktion. Dieses ist in jeder Zeiteinheit zu beobachten und lässt sich über lange, lange Zeit zurückverfolgen. Es gibt starke Bewegungen und schwächere Bewegungen. Dieses Bewegungen kommen an verschiedenen Stellen vor: Ausbruch, Unterstützungen, Widerstände … Das gute an Bewegungen ist: Sie kommen auch in Seitwärtsphasen der Märkte vor! Nun muss ich ein System erschaffen, was es mir erlaubt, die Bewegungen einzufangen …
  • Trader C: Märkte bewegen sich mit den Konjunkturzyklen! Natürlich bewegen sich die Märkte auf und ab … Aber die Grundlage ist immer die reale Wirtschaft! Es lässt sich ein Zusammenhang zwischen dem Zyklus der Wirtschaft und den Aktienmärkten erkennen. Das bestätigt sich auch in der Vergangenheit. Nun muss ich ein System erschaffen, was es mir erlaubt, von dieser Verbindung zu profitieren …

Ich möchte keine Philosophie als besser oder schlechter darstellen. Ich habe meine eigene! So lange es möglich ist, mit diesen Grundlagen ein System zu erschaffen, was einen positiven Erwartungswert hat und sich über lange Zeit bewährt, kann man in diese Richtung denken. Die eigene Philosophie ist nicht das Trading-System, sondern nur die Grundlage, auf der das System erschaffen wird. Die Werkzeuge des System (Entry, Exit, Stop-Loss, etc.) sind getrennt hiervon zu betrachten. Bei mir habe ich nur die Erfahrung gemacht, dass es hilft eine Philosophie zu haben, wie Märkte funktionieren. Es motiviert und hilft einem über verschiedene Phasen hinweg. Man verinnerlicht diese und es ist wie ein Leuchtfeuer, das einem den Weg weist.

Foto: ch.weidinger

Gedanken: Worin unterscheiden sich Preise? Sind Hauspreise anders als Aktienpreise?

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Das heiße Wetter heute lädt nicht gerade zum Nachdenken ein … Wenn die Sonne schon so auf den Kopf scheint, sollte er nicht auch noch vor Gedanken rauchen 😉 Aber manches lässt sich leider nicht abstellen.

Seit einigen Tagen denke ich über den Vergleich von Hauspreisen zu Aktienpreisen nach. Allgemein werden, so meine Erfahrung, Hauspreise als gegeben hingenommen. Der normale Bürger akzeptiert, dass Häuserpreise steigen und fallen. Natürlich denken die Menschen, dass Häuserpreise hoch oder tief sind, aber denken sie jemals daran, dass sie zu hoch sind? Bei Aktien ist die gängige Meinung anders: Der Kurs ist zu hoch, die Aktie ist zu teuer; der Kurs ist zu tief, die Aktie ist billig! Angeblich ziehen die meisten Menschen ihre Meinung zu einer Aktie aus der Analyse der Fundamentalwerte des Unternehmens.

Was ist bei Häusern der Fundamentalwert? Das lässt sich schnell analysieren: Steine, Holz, Zement, Erde usw. Das sind die einzigen objektiven Werte, die man feststellen kann. Der Wert des Grundstücks ist wiederum subjektiv. In der Regel verfallen Häuser über die Zeit, da sie verwittern (wenn nichts nachgebessert wird). Also müssten Häuser, nach ihren fundamental Daten beurteilt, über die Zeit immer billiger werden. Nur ist das oft nicht der Fall. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Ist die Lage und Typ des Hauses gefragt, steigen die Preise bzw. fallen, wenn genau der Typ Häuser nicht gefragt ist. D.h. der Wert des Hauses bezieht sich nicht auf die dahinter liegenden realen Werte, sondern auf den aktuellen Wert, den Käufer und Verkäufer beimessen.

Warum sollte das bei Aktien anders sein? Warum denken viele, dass genau dieses Verhalten bei Unternehmen anders ist und sein sollte? Viele Investoren versuchen mit großen Rechenkünsten herauszufinden, was ein Unternehmen wert ist, wert sein müsste und wert sein wird. Doch eigentlich ist es wie bei Häusern. Die Firma wird durch Angebot und Nachfrage bewertet und nicht nach den „inneren“ realen Werten. Natürlich kann man argumentieren, dass Firmen ja wachsen und auch ständige „renoviert“ werden, aber auch diese Tatsache scheint nur untergeordnet zur Preisbildung beizutragen. Der Markt kann dies durch Angebot und Nachfrage wiederum total anders bewerten. Allgemein wird dies jedoch bei Aktien nicht akzeptiert.

Die Frage ist, was wir hieraus für Schlüsse ziehen. Wenn Preise also nichts mit dem inneren oder realen Wert zu tun haben, warum sollte man versuchen den inneren Wert dann überhaupt zu bestimmen? Die Transaktion die zwischen Käufer und Verkäufer zustande kommt, ist ja bereits Ausdruck einer Bewertung beider. Das heißt: Preis ist die einzig wichtige Information.

Mehr zum Thema könnt ihr auch diesem Blog-Post entnehmen: It’s all in the price …

Handelssysteme die wirklich funktionieren von Thomas Stridsman

Handelssysteme die wirklich funktionieren von Thomas Stridsman

Handelssysteme die wirklich funktionieren war meine Urlaubslektüre im letzten Frühjahr. Schwere Kost? Ich habe es mir zu eigen gemacht, immer die Bücher mit in den Urlaub mitzunehmen, die man im Alltag nicht lesen möchte. Man kann diesen im Urlaub weniger entfliehen. Da lag es nun vor mir … Wenn man das Buch „Handelssysteme die wirklich funktionieren“ durchblättert, findet man Seiten voll mit Codes aus Excel und nur wenige Seiten mit TradeStation Code. Der Autor nutzt letztere zur Programmierung von Handelssystemen und Excel zur detaillierten Auswertung … Mehr lesen

„I hated every minute of training, but I said, ‚Don’t quit. Suffer now and live the rest of your life as a champion“ von Muhammad Ali

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Wie war oder? Nicht aufgeben – dranbleiben. Es ist nicht leicht gut zu sein und es ist noch viel schwerer der Beste zu werden! Wer aufgibt, hat bereits verloren …

Ich habe tolle Sport-Zitate im Blog von Dr. Steenbarger entdeckt. Es gibt leider nicht viele gute Blogs, die ich lese, daher muss ich immer wieder die selben Quellen nutzen.

Weitere Zitate: http://traderfeed.blogspot.de/2014/05/inspirational-quotes-to-start-trading.html

Trading: Erste Gehversuche mit AmiBroker …

Die Programmiersprache erfordert ein Umdenken und man muss einiges neu lernen …
Die regnerische Zeit gestern Abend und heute Nachmittag habe ich genutzt, um mich ein wenig mit AmiBroker zu beschäftigen. ProRealtime ist immer noch mein erstes Tool für den täglichen Einsatz, aber hiermit ist leider kein vernünftiges Backtesting eines Portfolio möglich. Um dieses Problem zu lösen, gibt es eine Reihe von Tools, z.B. NinjaTrader, WealthLab, TradeStation … Außer NinjaTrader sind die weiteren Tools relativ teuer. Ich suche ein Tool, welches ich in Ruhe ausprobieren kann und nicht am Anfang gleich Geld verschlingt 😉

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Über AmiBroker habe ich bis jetzt viel gutes gehört und gelesen und die Programmiersprache AFL gefiel mit auch auf den ersten Blick. Also Software installiert, mich durch die Menus geklickt und gleich mal mit dem Programmieren durchgestartet …

Die Software sieht auf den ersten Blick einfach aus, ist aber sehr komplex und unterscheidet sich massiv in der Bedienung von z.B. ProRealtime. Dies liegt vor allem daran, dass das Tool keinen angeschlossenen Daten-Feed hat. Dies kannte ich bereits von NinjaTrader. Man muss also Symbole anlegen (oder importieren) und danach die Symbole mit den Daten, von z.B. Yahoo, befüllen. Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Datenfeeds. Bis jetzt habe ich allerdings erst einige Aktien importiert und Yahoo als Datenquelle genutzt.

Charting ist natürlich auch möglich, aber hiermit habe ich mich nicht beschäftigt. ProRealtime ist im Charting für mich vollkommen ausreichend und technische Analyse betreibe ich so gut wie gar nicht mehr. Aber die Chart-Tools machten einen guten Eindruck. Nur die Bedienung des Zooms ist ein wenig gewöhnungsbedürftig (kein Mausrad? . Keine senkrechte Skalierungsanpassung?)

Das Management von den verschiedenen Fenstern und die Bedeutung der Fenster ist relativ einfach und nach ein wenig herumgeklicke hat man dies auch durchdrungen. Die Software ist also nach wenigen Minuten Einarbeitung nutzbar und man kann schnell weitere Möglichkeiten entdecken.

Beim Programmieren hat es aber schon eine Weile gedauert, bis ich einen einfachen Indikator, wie den Donchian Kanal programmiert hatte. Die Programmiersprache ist sehr unterschiedlich zu ProRealtime und um einiges komplexer. Einige Beispielprogrammierungen und die Referenz haben mir dennoch geholfen einen Donchian Kanal fertig zu programmieren und zum Laufen zu bringen. Aber es fiel mir nicht leicht, sich in die Art, wie man auf vergangene Daten zurückgreife, hineinzudenken. Die Programmiersprache ist halt nicht für den einfachen Einsatz extra für Trading entworfen, sondern der Kern geht zurück auf richtige Programmierung von Programmen. Daher muss man hier Umdenken und vieles neu lernen … Aber meine ersten Gehversuche habe ich gemacht, auch wenn ich an der ein oder anderen Stelle gescheitert bin. Ich glaube aber, dass ich diese Knoten auch bald lösen kann …

Fazit: Auf den ersten Blick gefällt mir AmiBroker ganz gut. Sobald ich einige Meter weiter laufen kann und mal ein erstes, simples Handelssystem programmiert habe, werde ich für das Backtesting etc. berichten.

Foto: AmiBroker

Trading: Trader sind Risikomanager! Was bedeutet das eigentlich?

Das Entscheidende ist: Wie viele Schiffe schicke ich bei welchem Wetter raus?
Diesen Vergleich liest man viel: Trader sind Risikomanager. Doch gerade als Trading-Anfänger kann man mit diesem Vergleich nur wenig anfangen. Jedenfalls mir ging es so … Das Wichtigste beim Trading ist es, das Risiko im Blick zu haben und die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs des eigenen Handelssystem einzuschätzen. Es ist nicht möglich zu wissen, ob der nächste Trade ein Erfolg wird oder nicht. Genauso wenig ist es möglich zu wissen, wie hoch der Gewinn sein wird, aber wir wissen durchaus wie hoch der Verlust im Normalfall ist. Zudem müssen wir als Trader wissen, wann unser eingesetztes System die höchste Chance hat zu gewinnen und somit mehr Gewinn als Verlust zu produzieren.

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Die beiden Risiken, die man ständig im Blick haben muss:

  • Marktrisiko: Hiermit meine ich das Risiko, dass der Markt nicht zum eingesetzten Handelssystem passt und somit der Erwartungswert in der entsprechenden Marktumgebung schlecht ist. Beispiel: Ein Trendfolgesystem funktioniert am besten in Märkten, die einen Trend aufweisen. Bewegen sich die Aktienmärkte (z.B. gemessen am S&P 500) seitwärts, ist es ratsam keine Trends in Einzelaktien zu handeln. Die Wahrscheinlichkeit Gewinntrades zu erzielen, ist reduziert.
  • Geldrisiko: Dies ist der Betrag, den ich verlieren kann. Hier gibt es mehrere Ebenen: Gesamtrisiko über alle offenen Positionen, Risiko der Einzelposition, Positionsgröße und Verlust bei einem Gap. Beispiel: 5% Gesamtrisiko über alle Positionen, da ich 5 Positionen mit je einem Prozent offenen Risiko habe; ich kann im Normalfall 5% meines Kapitals verlieren. Einzelrisiko: Ich habe eine Position auf eine Aktie eröffnet, der Abstand zwischen Einstieg und Stop-Loss beträgt berechnet 1% meines Kapitals. Daher habe ich ein Prozent Einzelrisiko. Zudem gilt auch das Risiko im Worst-Case eines Gaps zu berücksichtigen. Wenn z.B. eine Aktienposition 50% meines Kapitals ausmacht (Stückzahl * Einstiegspreis) und diese Aktie morgen mit einem 50% Gap eröffnet, wie viel kann ich dann verlieren? 50% Kapital * 50% = 0,5*0,5 = 0,25 = 25%! Das hieße ich verliere 25% von meinem Kapital. Das ist ein riesiger Betrag, den man erst einmal aufholen muss.

Diese Risiken müssen aktiv überwacht und gesteuert werden. Das Gemeine ist nur, dass alles dynamisch ist und die Risiken sich untereinander bedingen. Eine zentrale Fragen ist nämlich: Wie hoch soll mein Geldrisiko bei welchem Marktrisiko sein? Das ist das Einzige, worauf ich Einfluss habe!

Ich habe einige Tage nachgedacht, wie ich das ganze näher bringen kann … Ein Diagramm? Ein Video oder Schaubild? Da fiel mir eine Analogie ein, die ich letztens gehört habe, ich glaube sie stammt von dem Gründer von Sunrise Capital. Er hatte Trading mit Wellen und dem Meer verglichen und das möchte ich hier aufnehmen …

Stell dir vor du hast ein Aquarium mit Schiffen … 

Stell dir vor, du bist Schiff-Manager und deine Aufgabe ist es, Schiffchen ins Wasser zu lassen und diese mit den Wellen treiben zu lassen. Dafür hast du ein großes Aquarium, einige Schiffchen (beladen mit Gold) und das Wasser bewegt sich in Wellen. Das Ziel ist es, dass nicht zu viele Schiffe sinken, damit du deinen Job behalten kannst und nicht gefeuert wirst …

  • Zuerst musst du den Wellengang im Meer (Markt) feststellen und prüfen. Ist der Wellengang leicht? Vielleicht zu leicht und nichts bewegt sich? Ist er rau oder herrscht gar ein Sturm? Ist er ruhig und antreibend? Die zentrale Frage lautet: Wie verhalten sich die Schiffe beim aktuellen Wellengang? Werden viele untergehen oder schwimmen sie ruhig, aber zielstrebend vor sich hin?
  • Nachdem du nun weißt, was für ein Seegang herrscht, musst du entscheiden, wie viele Schiffe (Trades) du zu Wasser lassen kannst. Du musst jedes Mal damit rechnen, dass alle gleichzeitig untergehen können. Wie stehen die Überlebenschancen der Schiffe beim aktuellen Seegang? Ist die See rau und aufbrausend, schicke ich vielleicht gar keine Schiffe raus. Das Risiko ist zu hoch … Ist die See leicht und nichts bewegt sich, kann ich zwar ein paar Schiffe rausschicken, aber es wird nicht viel bringen. Vielleicht gehen sogar einige unter, wenn der nächste Sturm aufzieht … Ist die See ruhig, aber die Wellen treiben gut, kann ich viele Schiffe rausschicken. Das Klima wäre ideal …

Entscheidend bei dem Spiel ist, dass jedes Schiff beim Untergang nur den selben Verlust bringt. Es wäre also töricht ein Schiff mit viel Gold und eins mit weniger Gold zu beladen … Wenn das Schiff mit dem vielen Gold sinkt, wäre der Verlust sehr groß. Das selbe gilt für die Schiffsgröße. Diese sollte sich nicht zu stark unterscheiden, damit beim Untergang noch ein wenig zu retten ist (Schiffsplanken, Metall, Segel, ein wenig Gold …).

Es gibt natürlich noch mehr Techniken, die Schiffe zu managen und bei einem Wetterwechsel zu reagieren und ggf. ein wenig Gold von den Schiffen zu holen, bevor sie untergehen oder auch permanent, die Goldbestände zu reduzieren, bis die Schiffe kein Risiko beim Untergang mehr haben.

Ich hoffe, dass das Beispiel verständlich war und bei dem einen oder anderen geholfen hat, Risikomanagement zu verstehen. Es hilft, sich dies bildlich vorzustellen und sich seiner Rolle bewusst zu sein. Man steht außerhalb des Aquariums (außerhalb des Marktes und des Trading-Systems) und die eigene Aufgabe ist es zu entscheiden, wie viele Schiffe man bei welchem Wetter rausschickt. Man hat keinen Einfluss auf den Seegang, man hat keinen Einfluss darauf, wie lange die Schiffe treiben. Den einzigen Einfluss, den man hat ist: Wie groß sind die Schiffe, wie viel Gold haben sie (noch) geladen und wie viele Schiffe schicke ich gleichzeitig raus … Dies lässt sich natürlich in feste Regel für ein Trading-System überführen.

Foto:  finnclassphotos

© Copyright 2015 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger

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