Trading-System: Welche Vorteile bietet eine Automatisierung wirklich?

Ein Trader sollte in der Lage sein zu traden. Automatisierung muss einen Zweck erfüllten und nicht Probleme unterdrücken.
Diesen Traum hatte wahrscheinlich schon jeder Trader: Eine Strategie mit hohem Erwartungswert automatisiert in einer kleinen Zeiteinheit 24h, 7 Tage die Woche handeln lassen. Eine „Gelddruckmaschine“ also … Ist dies überhaupt möglich?

Werbung

Es wird immer wieder gesagt, dass Automatisierung die Emotionen aus dem Trading nimmt und man sich nicht um das Trading kümmern muss. Klingt auf den ersten Blick natürlich recht gut. Welcher Trader will denn schon emotional handeln und den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringen? Draußen in der Sonne ist es doch viel schöner. Doch das ist nur eine Seite des automatisierten Tradings. In einem Interview habe ich noch mal einige Gedanken aufgeschnappt, die ich hier verarbeiten möchte.

Themen, über die man beim automatisierten Handeln nachdenken sollte

Ich selber habe noch nie eine Strategie zu 100% automatisiert, dass gebe ich hier offen zu. Dennoch habe ich mir einige Gedanken gemacht, mich mit anderen Tradern ausgetauscht und auch viel darüber gelesen/gehört.

  • Man nimmt dem Trading keineswegs die Emotionen, man verlagert sie nur: Ein Programmierer drückt sein Trading in Codezeilen aus. Hier werden genauso eigene psychologische Merkmale einprogrammiert, wie beim diskretionären Trading. Vor allem die nachträgliche Code-Veränderung aufgrund der eigenen Reaktionen auf das Trading stellen eine große Gefahr dar.
  • Ist man wirklich der Typ dafür? Menschen vertrauen Maschinen nicht sofort und es gibt Menschen die ihnen gar nicht vertrauen. Ist man wirklich der Typ dafür, Trading-Entscheidungen einer Maschine zu überlassen und die Kontrolle voll aus der Hand zu geben? Kann man damit Bestleistung erreichen?
  • Programme sind nur so gut wie ihre Programmierer: Ein Programm ist nicht allwissend und nur so gut, wie man es programmiert hat. Was ein Programmierer nicht weiß oder noch nicht analysiert hat, kann nicht in den Code einfließen. Selbstüberschätzung oder Überschätzung der Automatisierung sind eine Gefahr.
  • Automatisierung muss einen Zweck erfüllen und nicht Probleme unterdrücken: Ein Trader darf nicht automatisieren, nur um nicht Traden zu müssen. Er sollte in der Lage sein das System auch fehlerfrei ohne Automatisierung zu handeln (wie ein Pilot auch ein Flugzeug fliegen kann). Wer nicht traden kann oder will, der sollte auch nicht automatisieren. Die eigenen Probleme im Trading werden irgendwann auch bei der Automatisierung wieder durch kommen.
  • Auch automatisiertes Trading ist ein harter Job: In der Sonne liegen und das Programm für sich arbeiten lassen kann man trotzdem nicht. Systeme wollen überwacht, gepflegt, ausgewertet und verbessert werden. Wer einmal ein Rechenzentrumsbetrieb gesehen hat, der weiß, warum dort so viele Menschen arbeiten.
  • Backtesting ist ein großes Wissensgebiet: Genauso wie diskretionäre Tradingstrategien ein großes Wissensgebiet sind, ist es der automatisierte Handel auch. Gerade das Thema Backtesting ist nicht leicht zu durchdringen und man muss viel neues Lernen, um wirklich erfolgreich Backtests zu absolvieren. Ansonsten läuft man Gefahr, dass man sich selber täuscht.
  • Hohe Kosten für qualitative Software und vor allem Daten: Kosten sind zwar kein gutes Argument, um etwas erfolgsversprechendes nicht zu tun, aber gerade bei der Entwicklung der Automatisierung kommen große Kosten auf einen zu. Software muss gekauft werden, ein Datenfeed mit qualitativen Daten (!) muss beschafft werden und evtl. benötigt man historische Spezialdaten, um einen guten Backtest zu absolvieren.
  • Menschen können zwischen den Zeilen lesen, Maschinen nicht: Dies ist sicherlich ein zweigleisiges Schwert, aber der Mensch kann aus Erfahrungen lernen und intuitiv handeln. Die Maschine kann dies zumindest heute noch nicht und es ist fragwürdig wie gut dieses in zukünftig sein wird. Genauso wie ein Pilot ein schwieriges Landemanöver übernimmt, kann ein Trader viel besser auf veränderte Bedingungen reagieren. Ein automatisiertes Programm kann nur das exakt ausführen, wofür es programmiert ist. Eine Bedingung ist entweder wahr oder falsch, ein bisschen wahr oder falsch gibt es nicht.

Es gibt natürlich viele weitere Argument für oder dagegen. Ich finde vor allem einen Punkt interessant: „Automatisierung muss einen Zweck erfüllen und nicht Probleme unterdrücken“. Hierüber hatte ich auch bis heute nicht nachgedacht.  Wenn man nicht in der Lage ist, eine Strategie auch manuell auszuführen und Entscheidungen zu treffen, wird man früher oder später diese Probleme in die automatisierte Strategie bringen. Es fängt wahrscheinlich damit an, dass man sich mit Strategie unwohl fühlt, sie verändert und damit sabotiert.

Jeder Trader hat anfänglich den Traum, viel Geld in kurzer Zeit zu verdienen und die für wenig Geld erhältlichen Super EAs glänzen mit großartigen Zahlen. Doch ein einfacher Gedanke entlarvt dieses falsche Versprechen der tausend Prozent jährlich: Wenn es so einfach wäre, dann wären wir schon alle enorm reich …

 

Trading: Spannende Einblicke in Sunrise Capital. Interview mit Jason Gerlach.

Werbung

Heute poste ich zwei spannende Interviews mit Jason Gerlach von Sunrise Capital. Sunrise Capital war ursprünglich ein reiner Trendfolger CTA, der sich jedoch in den letzten Jahren weiterentwickelt hat und nun viele verschiedene nicht korrelierende Strategien einsetzt.

Es gibt bereits mehrere Interviews mit ihm, u.a. im Podcast von Michael Covel. Jedoch sind diese neuen Interviews mit ihm anders. Er gibt bei „Top Traders Unplugged“ fast zwei Stunden detaillierten Einblick in die Welt von Sunrise Capital und seine verschiedenen Strategien. Man darf jedoch nicht denken, dass man als „Privat“-Trader dieselben Strategien einsetzen kann. Alleine im Bereich Trendfolge setzt Sunrise über 50 verschiedene Strategien ein und dies ist nur eine Kategorie. Aber dennoch kann man hier einiges lernen und mitnehmen. Gerade das Management einer solchen Firma und die Verteilung des Kapitals auf die verschiedenen Strategien finde ich spannend.

Hier könnt ihr die beiden Interviews hören:

 

Trading: „12 Principles that Lead To My Long Term Trading Profitability“ – Steve Burns

Werbung

Diesen Artikel muss ich einfach posten. Er zeigt so einfach und gut zugleich, was man sieht, wenn man mit einer Erfahrung von 20 Jahren zurückschaut. Man muss sich dies immer wieder in den Kopf rufen: Trading ist nichts, was man an einem Wochenende, einer Woche, Monat oder Jahr lernen kann. Es dauert Jahre bis man im Trading erfolgreich ist. Man kann es immer nur wieder sagen: Wirst du ein Profi-Sportler über Nacht? Oder ein Rechtsanwalt? Nein! Man muss zuerst einen Schulabschluss machen, studieren, sich im Beruf beweisen usw. Nach vielleicht 20 Jahren hat man das Niveau erreicht, dass man ein sehr guter Anwalt geworden ist. Das Wichtigste dabei ist, dass der Weg dorthin Spaß macht und man auch die Pausen und Rückschläge im Nachhinein genießt.

Auch, wenn z.B. Paul Tudor Jones bereits mit 32 Jahren Millionen verwaltet und verdient hatte, hatte er bereits einige Jahre an der Börse hinter sich. Er ist auch kein „geborener“ Star, sondern ein gemachter. Er begann als Clerk und konnte somit einige Jahre direkt auf dem Parkett verbringen, bevor der als eigenständiger Trader arbeitete. Diese Lehrzeit muss man ebenfalls mit einbeziehen, wenn man auf einen erfolgreichen Trader schaut.

Hier ist der Artikel von Steve: http://newtraderu.com/2014/10/14/ten-priniciples-that-lead-to-my-long-term-trading-profitbaility/

 

Trading-System: Wie wichtig ist das Trading-Setup?

Das Setup ist nicht das Entscheidende für den Erfolg einer Trading-Strategie.
Als ich begann mich mit Trading zu beschäftigen, habe ich einem Setup nach dem nächsten hinterhergejagt. Ich habe viele Bücher mit Setups gewälzt und die Frage nach dem perfekten Einstieg hat mich lange beschäftigt. Auch heute ertappe ich mich oft dabei, meine Einstiegskriterien zu hinterfragen und mit anderen Parametern zu backtesten. Es erscheint nur zu logisch, dass der Einstieg in einen Trade maßgeblich den Gewinn bestimmt, oder? Im der realen Wirtschaft hört man doch so oft: Im Einkauf liegt der Gewinn. Auch, wenn man Charts betrachtet, sieht man so oft den „perfekten“ Einstieg im Nachhinein. Eine E-Mail Diskussion mit einem Leser hat mir noch mal gezeigt, wie leicht man die Bestandteile eines Trading-Systems missverstehen kann.

Werbung

Was versteht man unter einem Trading-Setup? Ich verstehe darunter ein Regelwerk, welches bestimmt, wann ich einen Trade als potentiellen Tradingkandidaten betrachte. Es sind verschiedene quantitative, aber möglicherweise auch qualitative Regeln. Ein Beispiel:

  • Eine Aktie steht kurz vor einem neuen 20 Tage Hoch,
  • der EMA 5 liegt über dem EMA 20,
  • der langfristige Trend im Wochenchart weißt ein höheres Tief auf,
  • es gibt keine Fehlausbrüche zur Oberseite,
  • einen vorherigen Fehlausbruch zur Unterseite und
  • der S&P 500 befindet sich über seinem EMA 200.

Dieses Setup, welches nur als Beispiel dient und unvollständig ist, enthält sowohl quantitative (neues 20 Tage Hoch, EMA 5>EMA 20, S&P 500>EMA 200) als auch qualitative Kriterien (höheres Tief im Wochenchart, keine Fehlausbrüche zur Oberseite, Fehlausbruch zur Unterseite). Während quantitative Kriterien messbar sind und somit für einen Screener eingesetzt werden können, sind qualitative Kriterien subjektiv und müssen vom Trader selber visuell bestätigt werden. Hierin kann ein Vorteil als auch ein Nachteil liegen.

Am Ende entscheidet das Risiko- und Money-Management, ob mit einem System Geld verdient wird oder nicht

Es ist jedoch auch wichtig zu verstehen, dass ein Trading-Setup nur ein kleiner Teil eines Trading-Systems ist und leider ein sehr unwichtiger. Mehrere bekannte Tests, darunter auch einer von Tom Basso, haben bewiesen, dass selbst mit willkürlichen Einstiegen Geld verdient werden kann (s. z.B. http://www.automated-trading-system.com/trend-following-monkey-style/). Am Ende entscheidet nämlich das Risiko- und Money-Management, ob mit einem System Geld verdient wird oder nicht. Hierzu einige Beispiele:

  1. Was nützt einem ein Setup mit 90% Trefferquote, wenn man bei einem Trade alles verliert, weil man keinen Stop-Loss benutzt?
  2. Was nützt einem ein Setup mit 90% Trefferquote, wenn man alle gesammelten Profite wieder zurückgeben muss, weil man keine oder eine nicht passende Exit Strategie hat?
  3. Was nützt einem ein Setup mit 90% Trefferquote, wenn man nicht in der Lage ist, das Setup rechtzeitig zu einwandfrei zu identifizieren?
  4. Was nützt einem ein Setup mit 90% Trefferquote, wenn man nicht in der Lage ist, das System korrekt mit allen psychologischen Schwierigkeiten auszuführen?
  5. Was nützt einem ein Setup mit 90% Trefferquote, wenn man zu kleine oder zu große Positionen handelt und keine Gewinne erreicht oder nach wenigen Verlusten bankrott ist? Auch bei 90% Trefferquote ist eine Anzahl von mehreren Verlusten in Folge möglich. Es kommt nur auf die Stichprobengröße an. Je länger die Zeit läuft, desto wahrscheinlicher ist solch eine Situation.

Diese Liste könnte man noch weiterführen. Am Ende sind andere Dinge außerhalb des Setups bestimmend, ob man Geld verdient oder nicht. Wer erst einmal ein stabiles, robustes System gefunden hat und es ohne Probleme traden kann, der kann über Money-Management seine Ziele erreichen. Das Setup spielt dann nur noch eine untergeordnete Rolle. Warum sonst traden die erfolgreichsten Trader der Welt so simple Setups wie neue Hochs/Tiefs oder Kreuzen von gleitenden Durchschnitten?

 

Trading: Interview mit Mark Minervini

Werbung

Von Mark Minervini habe ich im Blog bereits einiges gepostet. Er ist Autor des Buches „Trade like a Stock Market Wizzard“ und ein sehr erfolgreicher Trader.

Im Interview mit Michael Covel erzählt er von seinem Trading und Werdegang. Ich finde solche Interview immer sehr wertvoll, weil man nicht oft die Gelegenheit erhält, von solch einem erfahrenen Trader etwas zu lernen.

Im Interview spricht Mark Minervini auch über Paul Tudor Jones und ein Satz ist mir im Gedächtnis geblieben. Minervini sagte, dass er bei Paul Tudor Jones so faszinierend findet, dass er sich selber den bekannten Satz „Loosers average loosers“ groß an seine Wand pinnen musste. Das hat ihm das Gefühl gegeben, dass selbst die erfolgreichsten Trader sich selber an solch simple Dinge erinnern müssen …

Hier könnt ihr das Interview ebenfalls hören:

 

Trading: Risiko im Auge behalten …

Die Zukunft ist ungewiss, der nächste Trade ist ungewiss … Das einzige, was ich kontrollieren kann, ist mein Risiko!
Ich habe schon viel im Blog zum Thema Risiko und Risikomanagement geschrieben. Ich bin ich der Meinung, dass man nicht genug zu dem Thema schreiben kann. Um dieses Thema kreisen sich mehr Gedanken von mir als zu allem anderen. Warum?

  1. Weil Risikomanagement mein Überleben als Trader sichert und
  2. weil es so schwer umsetzbar ist …
Werbung

Viele große Trader haben immer wieder betont, wie wichtig das Management von Risiken ist. Das Jahr 2014 zeigt es sehr gut. Wer Anfang 2014 noch gute Hoffnungen hatte, dass sich der Trend von 2013 fortsetzt, wurde eines besseren belehrt. Die Märkte laufen seitwärts und einen breiten Trend im Aktienmarkt kann man aktuell nicht finden. In diesen Zeiten sind große Gewinner rar und die Wahrscheinlichkeit einen großen Gewinner an Land zu ziehen sind sehr gering. Im Gegenteil: Sobald die Märkte sich bewegen und den Anzeichen eines Trends zeigen, fallen sie zurück und man erlebt einen ausgestoppten Trade nach dem nächsten. Doch damit muss man als Trendfolger leben.

Ob technische oder fundamentale Analyse: Wer behauptet die Zukunft sehen zu können, erzählt nicht die Wahrheit.

Es ist unmöglich vorherzusehen, welcher Trade der nächste große Gewinner ist. Ob technische oder fundamentale Analyse: Wer behauptet die Zukunft sehen zu können, erzählt nicht die Wahrheit. Niemand kann in die Zukunft blicken und das Einzige, was wir mit Sicherheit wissen ist, dass die Märkte sich bewegen werden. Doch wann und wie stark, ist nicht vorhersehbar. Aus diesem Grunde beruht Trading auf Wahrscheinlichkeiten. Die zentrale Frage lautet also: Wie wahrscheinlich ist es, unter den gegebenen Umständen, einen erfolgreichen Trade aus der Masse der Trades herauszuziehen? Backtesting und Erfahrungen können Aufschluss darüber ergeben. Nur, wenn alle Wahrscheinlichkeiten in die eigene Richtung spielen, sollte man Trades eingehen. Und selbst dann ist noch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass man trotzdem in der kurzen Zeit keinen erfolgreichen Trade erwischt, denn die Betrachtungszeiträume für eine ausreichende Stichprobe für die Ermittlung der Wahrscheinlichkeit ist um ein vielfaches Größer als die aktuell betrachtete Periode. Damit sei gesagt, dass es keinen Grund zur Annahme gibt, dass man bei einer Trefferquote von 50% auch die nächsten 30 Trades mit 15 Gewinnern und 15 Verlierern abschließt. Dies kann man wahrscheinlich nur über die nächsten 200 oder mehr Trades sagen.

Was ist also die Konsequenz, wenn man nichts über die Zukunft weiß und auch nicht weiß, wie die nächsten 10 Trades ausgehen werden? Das Einzige, was wir kontrollieren können ist, wie viel wir bereit sind zu verlieren. Ich versuche die Märkte immer so zu sehen: Es gibt eine Preisbewegung in einem Aktienmarkt. Meine Hypothese ist, dass sich der Preistrend fortsetzen wird. Also schiebe ich ein wenig Geld in Form von Aktientrades mit einem sehr guten CRV-Setup in den Markt und teste meine Hypothese. Stellt sich die Hypothese als richtig heraus, werde ich wahrscheinlich Geld verdienen. Ist sie falsch, verliere ich meinen Einsatz und muss auf die nächste Situation warten. Entscheidend für mich ist, wie viel ich bereit bin zu verlieren, wenn meine Hypothese falsch ist.

Die Märkte können morgen schon etwas ganz anderes machen als heute.

Warum ist das Umsetzen einer Risikomanagement-Strategie so schwer? Weil es gegen die menschlichen Emotionen geht. Die Gier nach etwas ist stärker als die Angst zu einem Verlust. Wenn beispielsweise die Situation aktuell nur ein Risiko von einem Verlust von maximal 3 Trades erlaubt und man geht 5 Trades ein, macht man einen Fehler. Man hat gegen seine Regeln verstoßen. Was uns dazu verleiten lässt, sind Emotionen wie z.B. “ … dieser Trade wird ein Gewinner“ oder „… die Märkte werden sich schon so entwickeln“. Doch diese positiven Annahmen sind ein Trugschluss. Es gibt nichts unsicheres als die Zukunft und da zukünftige Preise in der Zukunft liegen, sind diese ungewiss. Die Märkte können morgen schon etwas ganz anderes machen als heute.

Es gibt ein gutes Zitat von einem bekannten Trader, ich glaube es war Paul Tudor Jones, der einmal sagte, dass er jeden Tag annehme, dass alle seine Positionen falsch sind. Diesen Fokus zu haben und auch sind seinem Kopf zu verankern ist wirklich schwer, aber machbar! Man muss sich immer wieder vergewissern, dass es bei einer Trefferquote von z.B. 40% wahrscheinlicher ist, dass der nächste Trade ein Verlierer ist, als ein Gewinner

 

Donchian Kanal Indikator - 10 Vorteile und Nachteile

Donchian Kanal Indikator: 10 Vor- und Nachteile

Leser dieses Blogs wissen, dass ich sehr gerne den Donchian Kanal nutze und ihn auch für mein Trading verwende. Der Donchian Kanal (oder auch Donchian Channel) wurde von Richard Donchian erfunden, der wirklich Pionierarbeit auf dem Gebiet der technischen Analyse geleistet hat.

Der Indikator wird von vielen Tradern eingesetzt, da er einige Vorteile bietet, die sich sonst bei anderen Indikatoren nicht finden lassen. Der Donchian Kanal gehört in die Kategorie der Band-Indikatoren. Diese bestehen immer aus zwei Begrenzungen, in denen sich der Kurs hin und her bewegt. Ähnliche Indikatoren wie der Donchian Kanal … Mehr lesen

Trading-System: Wie viel Cent kann ich pro eingesetztem Euro verdienen?

Diese Formel ist die Grundlage für jedes Business …
Trading ist wie jedes Business vom Streben nach Gewinn getrieben. Bei Unternehmungen, die ein Risiko besitzen, möchte man für dieses Risiko entlohnt werden. Der Lohn ist die Rendite, auch Gewinn genannt.

Werbung

Jedem Business liegt eine Strategie zugrunde, die sich am Ende an einem Erwartungswert messen lässt. Also: Wie viel Cent kann ich pro eingesetztem Euro verdienen? Beim Trading lässt sich dieser Betrag sehr einfach aus den bekannten Komponenten Trefferquote und durchschnittlichem Gewinn berechnen. An ihm kann man ablesen, ob eine Strategie erfolgreich ist oder nicht. Doch auch hier kann man sich zu schnell täuschen lassen.

Vor der Bewertung einer Strategie sollte man verifizieren, ob die vorliegenden Daten ausreichend und qualitativ sind. Sind alle Trade im Rahmen dieser, fest definierten, Strategie gemacht worden? Ist eine ausreichend große Stichprobe vorhanden (z.B. 100 oder mehr Trades)?

Berechnung des Erwartungswerts einer Strategie

Hat man eine ausreichende und qualitative Stichprobe, kann man den Erwartungswert mit folgender Formel berechnen:

E = (Prozentualer Anteil Gewinner*Durchschnittlichen Gewinn in R)-(Prozentualer Anteil Verlierer*Durchschnittlichen Verlust in R)

Beispiel: Nehmen wir an, wir haben eine Trefferquote von 35% bei einem durchschnittlichen Gewinn von 2,5R. Der Anteil der Verlierer beträgt somit 65%, bei einem durchschnittlichen Verlust von 0,5R. Warum ist der durchschnittliche Verlust kleiner als 1R? Wir gehen einfach davon aus, dass der Trader seine Verlierer radikal abstößt und somit klein hält.

In diesem Fall wäre der Erwartungswert der Strategie: E =0,55 = (0,35*2,5)-(0,65*0,5). Dies bedeutet, dass ich pro eingesetzter Risikoeinheit 1R einen Gewinn von 0,55R erziele. Man kann dieses natürlich auch in Geld ausdrücken. Vereinfacht kann man sagen, dass man 0,55 Cent pro eingesetztem Euro verdient. Die Strategie besitzt also einen positiven Wert.

Ein anderes Beispiel: Nehmen wir an, dass wir eine Trefferquote von 65% bei einem durchschnittlichen Gewinn von 1,1R haben. Der Anteil der Verlierer beträgt somit 35%, bei einem durchschnittlichen Verlust von 0,8R. Bei dieser Strategie nehmen wir an, dass die höhere Trefferquote von einem weiter entferntem Stop-Loss stammt. Der Erwartungswert dieser Strategie wäre: E = 0,435 = (0,65*1,1)-(0,35*0,8).

Wie man der obigen Formel entnehmen kann, ist die Trefferquote nur ein Teil. Die einzelnen Komponenten beeinflussen sich entsprechen, so dass ein höherer Gewinn/niedrigerer Verlust auch eine niedrigere Trefferquote verträgt.

Der Erwartungswert kann auch Rückmeldung über das eigenen Trading geben, ob es gut läuft oder eher schlecht. Es ist eine Kennzahl, die einem eine Rückmeldung gibt, ob die Strategie funktioniert oder nicht. Wenn man diese Kennzahl betrachtet und sie negativ ausfällt, muss man an seinem System arbeiten und es ggf. modifizieren, damit es wieder in den positiven Bereich kommt.

Jeder sollte verstehen, dass diese Formel die Grundlage eines erfolgreichen Business ist. Aber eines sei noch gesagt: Es ist einfach ein System mit positivem Erwartungswert zu entwickeln. Es jedoch auch so zu traden, dass der positive Erwartungswert erhalten bleibt, ist umso schwieriger.

 

Trading: „22 Things I learned From the Paul Tudor Jones Interview ‚The Trader'“

Werbung

Die Dokumentation „The Trader“ (verfügbar in meinem Youtube Kanal) ist meine absolute Lieblingsdokumentation über Trading. Sie hat mich bereits mehrmals sehr hilfreiche Dinge gelehrt.

Die Dokumentation „The Trader“ handelt von Paul Tudor Jones und zeigt ihn in jungen Jahren. Paul Tudor Jones ist einer der erfolgreichsten Trader in der Geschichte des Tradings. Es ist nur sehr wenig über seinen konkreten Handelsstil bekannt. Aus der Dokumentation und dem Interview in Magier der Märkte kann man ein wenig mehr erfahren, aber leider nicht genug. Dennoch bietet die Dokumentation einen grandiosen Einblick in sein Leben und sein Trading.

Auf Newtraderu.com hat Steve Burns einen Artikel veröffentlicht, in dem er 22 Dinge, die er aus der Dokumentation gelernt hat, zusammenfasst: http://newtraderu.com/2013/05/16/twenty-things-i-learned-from-paul-tudor-jones-interview-the-trader/

 

© Copyright 2018 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger
* Diese Seite enthält Affiliate-Links. Hierdurch unterstützt du meine Arbeit!