Ziele sollten prozessorientiert sein

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Hier im Blog habe ich zum Thema Ziele im Trading bereits einige Artikel geschrieben. Sollte man sich monetäre Ziele setzen? Ziele in Verbindung mit der Persönlichkeit oder Entwicklung? Prozessziele?

Für mich steht diese Frage klar in Verbindung mit der Frage, was man im Trading erreichen möchte und was die Basis für das zu erreichende ist. Der monetäre Verdienst im Trading ist letztendlich nur der Output eines gut beherrschten Prozesses. Über Einflussgrößen wie Risiko- und Money-Management kann man den Trading-Prozess stärker oder weniger monetarisieren. Doch dies gelingt nur, wenn man den Prozess beherrscht, der dafür nötig ist. Somit liegt es nahe, dass man sich Prozessziele setzen sollte und nicht monetäre.

Gerade bei der Trendfolge liegt ja die Annahme zu Grunde, dass man die Gewinne nicht einschränken darf. Somit sind eigentlich monetäre Ziele in Verbindung mit Trendfolge irreführend und setzen den Trader zusätzlich unter Druck.

Trader Steve hat sich ebenfalls mit dem Thema Ziele auseinandergesetzt und einen sehr interessanten Artikel hierzu verfasst. Hier könnt ihr den Artikel lesen: Make your goals process related.

Wer sind die Turtle Trader und was machen sie heute?

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Die Turtles sind eine der spannendsten Geschichten im Trading- oder Trendfolge-Umfeld überhaupt. Es ist schon fast filmreif, wie die Gruppe um Richard Dennis gesucht, gefunden und erfolgreich wurde. Im Blog von Attain Capital kann man nun einen großartigen Artikel hierzu lesen.

Im Artikel wurde geschaut, was die Turtles heute machen, wie erfolgreich sie sind und was ein Durchschnitt der Turtle Performance ergeben würde. Eines lässt sich mit Bestimmtheit sagen: Sie sind nach wie vor erfolgreich, jeder für sich und haben einen sehr großen Beitrag für System-Trading und Trendfolge geleitet.

Hier könnt ihr den Artikel lesen: RICHARD DENNIS, BILL ECKHARDT, AND THE TURTLE TRADERS

Schau mal auf das, was du nicht tust

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Wenn wir Aufzählungen über positive Eigenschaften oder Handlungsweisen machen, konzentrieren wir uns meist auf das, was wir tun. Seltener ist es auf das zu schauen, was wir nicht tun. Doch oft sind es genau diese Dinge, die einen von der Masse unterscheiden und auf die man sich konzentrieren sollte. Sie geben einem einen Vorteil und Position gegenüber der Masse, die bekanntlich, oft (oder immer) falsch liegt.

Gerade für Trader ist es wichtig, sich von der Masse loszulösen und einen eigenen Weg zu gehen. Die Masse verliert an der Börse kurz- und langfristig. Statistiken zeigen immer wieder, dass 90-95% der Kunden von Brokern Geld verlieren. Die  meisten überleben nicht mal die ersten Monate, geschweige denn 12 Monate. Dies ist der Grund, warum man anders denken muss.

Die erfolgreichen Trader an der Börse machen etwas anders. Sei es die Konzentration auf den Preis und die Ignoranz von Gerüchten, Tipps und fundamentalen Daten oder die Konzentration auf das Risikomanagement anstatt auf die Gewinne, sie unterscheiden sich allesamt deutlich von der Masse.

Auch psychologisch unterscheiden sich erfolgreiche Trader von der Masse der Börsenteilnehmer. Wenn sie es nicht bereits vor der Börsenkarriere gelernt haben, lernen sie es währenddessen, aber sie gehen anders mit z.B. Rückschlägen, Erfolg und sich selbst um. Ein erfolgreicher Trader denkt wie ein Unternehmer. Er lässt sich nicht entmutigen, nur weil ein Geschäftsjahr schlecht gelaufen ist. Sie prüfen ihre Strategie, passen sie evtl. an und machen weiter. Sie wissen, dass sie auch nur das beeinflussen können, was sie beeinflussen können.

Anders als die Masse zu denken, zu fühlen und zu agieren macht auch innovative und erfolgreiche Unternehmen aus. Alle wachsenden und revolutionierenden Unternehmen haben eines gemeinsam: Think and act different. Da dies Prinzip seit Jahrhunderten gilt, muss es so auch im Trading gelten. Wer nicht aus der Masse hervorsticht, hat keinen Vorteil und verdient somit auch nur das, was die Masse verdient.

Wir können nicht alles beeinflussen

Man muss unterscheiden: Was kann ich beeinfluss und was nicht. Letzteres sollte man ignorieren …
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Trader und Börseninteressierte beschäftigen sich gerne mit Dingen, die man nicht beeinflussen kann. In diesem Gebiet scheint eine fast magische Anziehungskraft zu liegen. Die Beschäftigung mit der Interpretation vergangener oder zukünftiger Ereignisse, sowie anderen Marktteilnehmern ist ein täuschend spannendes Feld. Dabei muss man sich innerlich damit abfinden, dass man sich nicht mit Dingen beschäftigt, die nicht im eigenen Einflussbereich liegen. Es ist Zeitverschwendung und zugleich frustrierend.

Zu den Dingen, die ich als Trader beeinflussen kann, zählt alles, was von mir aus geht und eine Auswirkung auf mein Trading hat, z.B. die Begrenzung des Risikos durch einen Stop-Loss, Gewinnmitnahme, Durchführung des eigenen Plans nach festen Regeln, Kalkulation des Trades usw. Dies sind alles Dinge, die ich mit meinem Handeln und Gedanken kontrollieren kann.

Im Gegensatz dazu stehen verschiedene Dinge, die ich nicht beeinflussen oder kontrollieren kann, z.B. den Ausgang eines Trades, die Redaktion des Marktes auf ein Ereignis, die nächste Kursbewegung, die vergangene Kursbewegung, Strategien eines anderen Marktteilnehmers u.v.m.

Wenn man sich ständig mit Dingen beschäftigt, die außerhalb des eigenen Kontrollbereichs liegen, läuft man Gefahr, dass man sich auf ein falsches Ziel fokussiert und zugleich seine eigene Gemütsverfassung unbewusst schädigt. Dinge, die außerhalb des eigenen Handlungsspielraum liegen, können unmöglich von einem selbst beeinflusst werden. Dies zeigt schon die Ausdrucksweise „außerhalb“. Man kann sich dieses bildlich im Kopf vorstellen.

Es ist nicht leicht dieses Verhalten zu lernen und die beiden Bereiche scharf von einander zu trennen und den einen völlig zu ignorieren. Man stellt sich damit gegen die Masse der Börsenteilnehmer, die sich genau mit dem beschäftigen, was sie nicht beeinflussen können. Doch als Trader möchte man nicht zu der Masse gehören, denn die Masse verliert, sondern genau zur Gegenseite. Man muss dieses Verhalten täglich üben und innerlich im Denken verankern. Ich bin überzeugt davon, dass dieses der Ausführung der eigenen Strategie und dem Erfolg dienlich ist.

12 Trader berichten, was sie gerne am Beginn ihrer Karriere gewusst hätten

Einige Erfahrungen muss man erst selbst machen, um daraus zu lernen …
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Die Trading-Website Tradeciety hat einen spannenden Artikel veröffentlich: „The One Thing You Wish You Had Known Starting Your Trading Career – Interview with 12 Traders„. In dem Artikel werden 12 aktive und bekannte Trader interviewt, was für sie das eine Ding ist, was sie gerne am Beginn der Trading-Karriere gewusst hätten.

Ich glaube, dass sich diese Frage jeder Trader stellt, wenn er erst ein paar Jahre dabei ist. Was würde ich heute anders machen? Was hätte ich damals gerne gewusst und was würde ich neuen Tradern mit auf den Weg geben? Doch leider ist diese Fragestellung ein zweigleisiges Schwert. Der Trader muss bestimmte Erfahrungen selber machen, um diese Erfahrung mit einem Gefühl zu verbinden und daraus zu lernen. Wie man an der Karriere von fast allen Tradern sieht, haben sie oft die gleichen Fehler gemacht, aber es gab keinen übergreifenden Lerneffekt. Woran liegt das?

Die Trader hatten auch schon vor Jahrzehnten Austausch miteinander, bevor es Facebook & Co. gab. Doch trotzdem haben sie die gleichen Fehler gemacht und daraus gelernt. Somit liegt der Schluss nahe, dass der angehende Trader diese Fehler benötigt, um weiterzukommen. Erstens, weil er am Anfang noch nicht einsieht, dass ihm das Wissen von erfahrenen Tradern weiterhilft und sich auf deren Rat verlassen kann; zweitens, weil die eigene Erfahrung viel mehr Gewicht hat und den Trader weiterbringt. Wie es schon so oft heißt: Die Erfahrung muss man erst selbst machen, bevor man daraus lernt …

Auch ich habe eine Liste an Punkten, die ich heute anders angehen würde. Doch ich bezweifle, dass ich denselben Lernerfolg hätte, wenn ich diese Punkte gewusst hätte. Vielleicht hätte sich mein Lernen und mein Trading dann in eine ganz andere Richtung entwickelt. Der wichtigste Punkt, den ich heute anders machen würde, ist, sich auf ein System zu konzentrieren und mit diesem Erfahrungen zu sammeln und es handeln zu lernen. Auch diese gemachte Erfahrung findet sich in vielen Biografien von Tradern.

Das falsche Verständnis des Begriffs „Verlust“

Vorbelegte Begriffe aus der restlichen Welt in die Trading Welt zu überführen, kann den Trader emotional belasten …
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Ein Trader denkt zu oft in den Begriffen Gewinn und Verlust. Dabei nimmt man immer für das Trading dieselbe Bedeutung für die beiden Wörter an, wie in der restlichen Welt. Die Begriffe Gewinn und Verlust legen gedanklich immer zugrunde, dass etwas externes etwas hinzufügt oder wegnimmt. Etwas zu verlieren ist immer negativ besetzt, etwas zu gewinnen positiv. Dabei wird implizit angenommen, dass wir etwas durch externe Umstände verlieren (z.B. ein Verlust durch einen Dieb oder etwas fällt herunter und zerbricht) und gewinnen (z.B. ein Gewinn in einem Preisausschreiben oder ein Gewinn einer neuen Freundschaft).

Im Trading ist die gewöhnliche Bedeutung jedoch hinderlich. Zuerst such man den Ursprung nicht beim Trader selbst (z.B. bei externen Umständen, wie dem Markt oder kriminellen Börsenprofis) und zweitens sind die Begriffe bereits positiv/negativ vorbelegt, im Trading jedoch ist der Gewinn oder Verlust ein erwartetes Resultat des Trading-Systems und nicht der Handlung eines Traders. Somit wäre die ideale Vorbelegung „neutral“.

Da gerade Verluste den Trader schmerzen, muss man sich ein anderes Wort dafür einfallen lassen, welches eine positive Vorbelegung hat und keine Beziehung zu einer Bedeutung im restlichen Leben. Spricht man statt Verlust von Risikobegrenzung, fühlt es sich bereits anders an. Denn eigentlich ist es genau das und nicht das Wegnehmen von Geld. Im Endeffekt ist es ja der Wunsch des Traders, einen „Verlust“ hinzunehmen, um das restliche Kapital zu schützen.

Gibt es einen Markt für Manager?

Auf Spiegel Online stieß ich auf einen interessanten Artikel: „Mindestlohn für alle Angestellten: US-Firmenchef verzichtet auf Millionengehalt“. In diesem ging es um ein US-Unternehmen, welches einen eigenen Mindestlohn für seine Angestellten einführt. Zudem verzichtet der Firmenchef auf sein übliches Gehalt und setzt sich ebenfalls auf die Mindestlohn-Liste, so lange, bis das Unternehmen wieder […] Mehr lesen

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