Die Macht der Disziplin: Wie wir unseren Willen trainieren können von Roy Baumeister und John Tierney

Die Macht der Disziplin: Wie wir unseren Willen trainieren können von Roy Baumeister und John Tierney

Dies ist das zweite Buch meiner Sommer-Leseliste, was ich bereits gelesen habe. Es ist aber auch nur ein dünnes Buch und lässt sich schnell und flüssig lesen. Gekauft habe ich es, um mehr über das Thema Disziplin zu erfahren und vor allem, wie man sie trainieren kann.

Ich würde mich heute schon als disziplinierten Menschen beschreiben, aber mehr geht immer. Das Buch enthält sehr viele Beispiele […] Mehr lesen

Erwartungen und Träume

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Von Seth Godin habe ich hier im Blog noch keinen Artikel gepostet. Sein Blog ist aber sehr empfehlenswert, auch wenn er nur entfernt etwas mit Trading zu tun hat. Heute schrieb Seth Godin einen Artikel über Erwartungen und Träume.

Godin schreibt:

Ask a hundred students at Harvard Business School if they expect to be up for a good job when they graduate, and all of them will say „yes.“
Ask a bright ten-year old girl if she expects to have a chance at a career as a mathematician, and the odds are she’s already been brainwashed into saying „no.“
Expectations aren’t guarantees, but expectations give us the chance to act as if, to trade now for later, to invest in hard work and productive dreaming on our way to making an impact.

Ist das nicht ein schönes Bild der heutigen Einschätzung von Studenten und Kindern? Was hindert ein Kind daran eine Karriere als Mathematiker (oder Trader) zu absolvieren, wenn nicht wir uns selbst? Die Gesellschaft gibt Wege vor, in dem sie Meinungen über Wege hat und nur das als „gut“ zulässt, was allgemein anerkannt ist. So funktioniert Auslese und so entstehen Gesellschaften, die über gemeinsame Werte und Meinungen zusammenhalten. Ob sie nun falsch sind oder nicht.

Natürlich kann jeder jeden Beruf erlernen, wenn er nur will. Doch, wenn ich es vorher bereits ausschließe, werde ich nie diesen Weg gehen. Wie Godin schreibt, sind Erwartungen keine Garantien, dass etwas klappt, genauso wenig wie Träume, aber eine Erwartung oder ein Traum leitet und motiviert uns. Wo wären wir heute, wenn Menschen wie Steve Jobs, Ed Seykota, Elon Musk oder tausende andere Menschen früh aufgegeben hätten, nur weil sie denken ihre Erwartungen nicht zu erreichen?

Das gilt auch für Trader. Natürlich wird man nicht über Nacht oder über ein Wochenende ein Trader. Aber erst einmal den Wunsch, Leidenschaft und die Erwartung zu haben, ist ein Anfang. Wie Godin oben schreibt: “ … expectations give us the chance to act as if, to trade now for later, to invest in hard work and productive dreaming on our way to making an impact.“

Hier könnt ihr den ganzen Artikel lesen: The tragedy of small expectations (and the trap of false dreams)

Blasen und Rallye am Aktienmarkt

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Wandel und Unstetigkeit ist das grundlegende Element der Wirtschaft und der Märkte. Damit etwas Neues entstehen kann, muss etwas anderes verschwinden. Das ist in der Evolution so und auch in den Märkten. Ein Trend wird von einem anderen abgelöst; ein Beruf kommt, der andere geht; ein Wirtschaftszweig boomt, der andere stirbt. So ist der Kreislauf der „kreativen Zerstörung“. Woher soll den neues Wachstum kommen, wenn das alte zeitgleich erhalten werden soll? Geld wird umverteilt und nicht endlos erschaffen.

Rallyes am Aktienmarkt folgen genau diesem Prinzip. Hoffnung und Träume werden von einer Branche in die nächste verschoben oder von einem Sektor zum nächsten. Träume können Platzen, doch das Geld muss irgendwo hin, also entstehen neue Träume und Hoffnungen beginnen zu sprießen. Trendfolger machen sich genau dieses Prinzip zum Nutzen. Doch eines kann niemand vorausahnen: Was ist der nächste Sektor mit einer Rallye und Zuströmen von Geld? Hier kann man nur raten oder wetten … Und da wären wir beim Trading.

Trendfolger raten aber nicht, sie folgen der Wahrscheinlichkeit und machen sich keine Gedanken darüber, was der nächste große Trend sein könnte. Sie verteilen ihre Wetten im Markt und wissen, dass sie über einen langen Zeitraum eine bestimmte Wahrscheinlichkeit haben, einen großen, neuen Trend zu erwischen. Eine Rallye kann den Profit für ein oder mehrere Jahre ausmachen. Eines wissen aber Trendfolger: Der nächste Trend kommt bestimmt.

Im Blog von Ivanhoff Capital bin ich auf einen tollen Artikel zu diesem Thema gestoßen: About Booms, Bubbles and Busts. Wie immer gut geschrieben und absolut lesenswert!

Bildung ist heute kostenlos!

Ich schreibe heute mal zu einem Thema, was nur indirekt mit Trading zu tun hat, aber mich schon länger beschäftigt. Es gibt heute mehr Bildung und verfügbares Wissen, als wir uns je vorstellen können. Das Internet ist der größte Schatz, den wir bergen können und er steht jedem kostenlos zur Verfügung. Wer sich heute nicht weiterbildet, dem ist auch nicht mehr zu helfen …

Während man vor vielleicht hundert Jahren noch Ausreden vorbringen konnte, dass Literatur schwer zu beschaffen sei oder fehlte, ist sie heute […] Mehr lesen

Checklist-Strategie: Wie Sie die Dinge in den Griff bekommen von Atul Gawande

Checklist Strategie: Wie Sie die Dinge in den Griff bekommen von Atul Gawande

Dieses Buch ist ein Bestseller, vor allem im englischsprachigen Raum und eigentlich unter dem Titel „The Checklist Manifesto“ bekannt. Es befindet sich auf meiner Sommer-Leseliste und ich habe es in 4 Tagen durchgelesen.

Das Buch ist wirklich spannend geschrieben, auch wenn es sich vor allem um medizinische Inhalte dreht. Man kann es jedoch gut lesen und lernt auch so einiges über Chirurgie. Doch das ist nicht der Kern des Buches. Es geht um Checklisten … Mehr lesen

Wann nimmt man am Markt teil und wann nicht?

Wann nimmt man am Markt teil und wann nicht?

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Jesse Livermore ist einer der erfolgreichsten Trader, der je gelebt hat, aber auch einer der umstrittensten. Jedoch sind die Bücher von und über ihn jedem zu empfehlen. Sie enthalten eine große Bandbreite an Weisheiten über die Märkte und das Trading. Es sind vielzitierte Werke.

Ein Trader muss und kann nicht die ganze Zeit an den Märkten teilnehmen. Dies ist ein großer Vorteil der privaten Trader. Das Geld, was man selber verwaltet ist überschaubar und lässt sich schnell in den Märkten unterbringen. Zudem stehen wir nicht unter dem Druck handeln zu müssen, um gesetzliche Auflagen oder Kundenwünsche zu erfüllen. Neben der Long- und Short-Position, ist Cash genauso eine Position.

Es fällt den meisten Tradern, auch mir, immer wieder schwer, es zu akzeptieren, dass Pausen genauso zum Trading gehören wie das Handeln. Es ist lediglich das Bild eines Traders in unserem Kopf, was uns bremst. Das Bild zeigt nämlich eine Person, die aktiv ist und nicht passiv. Doch das Bild ist falsch! Warum sollte ich meine Strategie in Zeiten anwenden, wenn ich weiß, dass die Chancen schlecht stehen, dass sie funktioniert? Im Trading geht es darum seinem Prozess zu folgen und nicht Emotionen oder Aktionismus.

Jesse Livemore hat recht, wenn er sagt, dass man nicht die ganze Zeit am Markt teilnehmen soll oder kann. Sei es aus Selbstschutz nach einer guten Phase oder aus Schutz vor stärkeren Kapitalrückgängen, die Teilnahme am Markt sollte nur dann erfolgen, wenn man als Trader emotional und strategisch dazu in der Lage ist. Also dann, wenn man seinen Plan ohne Fehler durch Emotionen ausführen kann und wenn die Strategie zur Situation passt. Denn auch das Handeln einer Strategie, die nicht zum Markt passt, ist „too tough on the emotions“.

Diesmal ist wirklich alles anders … Von Marko Momentum

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Marko, dir muss es überhaupt nicht leid tun, wenn du andere kritisierst! Jeder, der mit Kritik umgehen kann, kann an ihr wachsen und wird sie dankend annehmen. Dies sei gleich am Anfang gesagt.

Im Blog von Marko Momentum bin ich auf einen Artikel gestoßen, der sich kritisch mit den Propheten des „Diesmal ist wirklich alles anders“ auseinandersetzt. Menschen lieben Prognosen und Zukunftsaussichten, dabei spielt es keine Rolle, wie hoch die Chance der Verwirklichung ist. Hier stoßen wir auch wieder auf das Experten-Problem. Ein selbsternannter oder aus seiner Position heraus darstellender Experte steht einer Menschenmasse gegenüber, die Nicht-Experten sind. Wahre Experten durchschauen selbsternannte oder Positions-Experten, während die nicht wissende Masse dieses kritische Bewusstsein noch nicht besitzt.

Was ist eigentlich ein Experte? Es ist eine Person, die als sachkundig gilt, als Wissender auf einem Gebiet, manchmal auch jemand mit speziellen Fähigkeiten. Alles dieses setzt nicht voraus, dass er das auch wirklich praktisch und gewinnbringend einsetzt! Auch jemand mit speziellen Fähigkeiten muss noch lange nicht in der Lage sein, diese auch gewinnbringend zu nutzen. Es kann sogar hinderlich sein, spezielle Experten-Fähigkeiten zu besitzen (s. z.B. Autismus). Doch nach meiner Vorstellung verknüpft ein wahrer Experte immer Wissen mit Handeln. Wie soll er sonst wissen, dass sein Wissen was nützt? Ausnahmen von dieser Regel gibt es nur wenige.

Also: Was ist ein Aktienexperte, der eine Analyse über die Zukunft trifft, von der er nicht mal weiß, ob diese eintritt und sicherlich auch nicht nach seiner eigenen Prognose handelt? Nicht mehr und nicht weniger als ein Wahrsager oder vielleicht sogar Scharlatan.

Nun gut, es gibt auch erfolgreiche Trader, die eine Prognose treffen über einen zukünftigen Zustand und darauf eine Wetter eingehen. Doch das letztere, die Wette, unterscheidet die beiden Gebiete Trading und Analysten. Der eine steht mit Risiko zu seiner Prognose, der andere nicht.

Nun muss man auch als Trader sich eigentlich von dem Wort Prognose verabschieden, denn als Trader prognostiziert man nicht, man nutzt die Wahrscheinlichkeit. Ein Trader sagt nicht, dass in 3 Monaten eine Aktie einen bestimmten Preis erreicht und das, weil die Firma gute Gewinne vorlegt und der CEO wechseln wird; ein Trader weiß, dass bestimmte Faktoren (fundamental oder technisch) eine Wahrscheinlichkeit, abgeleitet durch das wiederholte auftreten in der Vergangenheit, haben, die eine Reaktion erzeugen (z.B. dass eine Aktie in einem bestehenden Trend weiter in die Richtung läuft oder das steigende Unternehmensgewinne oftmals zu steigendenden Kursen führen).

Somit gehe ich sogar weiter als Marko in seinem Artikel und stelle das Prognostizieren noch stärker zur Debatte. Ist es überhaupt für Investmententscheidungen geeignet oder ist es einfach nur eine Tätigkeit, die Abnehmer findet? Analysten verkaufen Analysen. Und wenn diese sogar noch im Auftrag einer Bank Analysen im Fernsehen präsentieren, dann steckt wahrscheinlich mehr die PR-Abteilung und Eigeninteresse dahinter als die Freude an der Börse, Trading und Analyse.

Hier könnt ihr den Artikel lesen: Diesmal ist wirklich alles anders

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