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4 Stop-Loss-Techniken

4 Stop-Loss Techniken, die man kennen sollte

Viele Trader kombinieren mehrere Stop-Loss-Techniken miteinander, um das Kapital bestmöglich von mehreren Seiten zu schützen. Denn es gilt: Wer kein Kapital mehr hat, der kann auch nicht mehr handeln!
Trader müssen sich vor zu großen Kaptial-Verlusten schützen. Das Kapital, welches man zum Trading verwendet, muss gehütet werden, wie ein Schatz. Ohne Kapital kann man keine Trades mehr platzieren, man ist dann sozusagen raus aus dem Spiel. Das Kapital eines Traders ist vergleichbar mit dem Eigenkapital eines Unternehmens. Ist dieses aufgezerrt, ist das Unternehmen bankrott. Genau aus diesem Grund schützt man das eigene Kapital so gut es geht.

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Eine Schutzmaßnahme für das Kapital ist der Stop-Loss.

Was ist ein Stop-Loss?

Als Anfänger im Bereich Trading darf man sich nicht scheuen diese Frage zu stellen. Auch wenn die „Profis“ diesen Begriff genauestens kennen und täglich anwenden, ist es gerade für Angänger wichtig, zu verstehen, was ein Stop-Loss ist.

Im Grunde beschreibt der Stop-Loss nichts anderes einen Zusatz für eine Order an der Börse. Es ist eine sog. STOP-Order, bei dem der Makler/Broker den Auftrag erhält, diese Order sofort am Markt auszuführen, wenn ein bestimmtes Preislevel erreicht ist. Eine STOP-Order kann sowohl für Kauf als auch für Verkauf gesetzt werden. Somit gibt es in Wirklichkeit keine Stop-Loss-Order, sondern nur eine Verkaufsorder mit dem Zusatz STOP.

Ein Trader, der sich gegen zu große Verluste schützen möchte, platziert nun, nachdem er in den Markt eingestiegen ist, einen Auftrag in die Gegenrichtung und sichert somit die bestehende Position ab. Hierzu ein Beispiel: Ist ein Trader bei einer Aktie bei 10 EUR eingestiegen und möchte sein maximales Risiko auf 2 EUR begrenzen, dann kann er eine Stop-Loss-Order bei 8 EUR platzieren. Der Broker wird dann seine Order bestens im Markt platzieren, wenn der Verkaufs-Preis 8 EUR erreicht bzw. unterschritten hat. Man kann diesen Vorgang natürlich noch detaillierter betrachten, aber für den Anfang reicht dies.

Mit einer Stop-Loss-Order kann man sich also gegen zu große Verluste schützen. Jedoch muss man ergänzen, dass der Kurs, den man bei dem Auftrag hinterlegt, nicht zwangsläufig der Kurs ist, zu dem man ausgeführt wird. Es können Kurslücken (sog. Gaps) auftreten, so dass man dann zum nächsten Kurs ausgeführt wird. Dies muss man in Kauf nehmen, um sich vor weiteren Verlusten zu schützen.

4 Stop-Loss Techniken

Es gibt verschiedene Stop-Loss-Techniken, die man kennen sollte und die man in sein Trading integrieren kann. Oftmals setzen Trader mehrere Stop-Loss-Techniken ein, die sich ergänzen oder die man in verschiedenen Stufen einsetzt.

1. Initialer Stop-Loss

Initialer Stop-Loss
Nach einem Rückfall wird der initiale Stop-Loss ausgelöst und das Kapital vor weiterem Verlust geschützt.

Dies ist der am meisten eingesetzte Stop-Loss. Hat ein Trader eine Position eröffnet, wird mit einem initialen Stop-Loss der mögliche Verlust direkt nach dem Einstieg begrenzt. Dies kann man entweder automatisch mit einer verknüpften Order (z.B. Kauf-Order und Stop-Loss-Order, die miteinander verbunden werden) machen oder manuell eine zweite Order nach dem Einstieg platzieren. Wenn es geht, sollte man jedoch die automatische Methode wählen, denn viele Trader überwachen ihre Positionen nicht pausenlos. Bei der automatischen Platzierung stellt man sicher, dass auf jeden Fall eine Order platziert wird.

2. Ausbruchs-Stop-Loss

Ausbruchs-Stop-Loss
Nach dem erfolglosen Ausbruch wird die Position schnell aufgelöst, um weitere Verluste zu verhindern.

Dies ist eine interessante Technik, die ich Trader Steve gelernt habe. Sie ist sicherlich nichts für jeden Trader, aber hilft, die durchschnittlichen Verluste drastisch zu senken. Ein Trader, der eine Ausbruchsstrategie handelt, geht davon aus, dass der Trade sich nach dem Ausbruch sofort in die erwartete Richtung bewegt. Tut er das nicht und fällt zurück unter das Ausbruchslevel, ist der Trade nicht aufgegangen und somit ungültig.

Bei dem Ausbruchs-Stop-Loss platziert man nun seinen Stop-Loss knapp unterhalb der Ausbruchskante. Fällt der Trade zurück unter die Ausbruchskante, wird die Position sofort aufgelöst. Am besten ist es, wenn man diese Art des Stop-Loss mit dem initialen Stop-Loss verknüpft. D.h. man platziert zuerst, direkt nach dem Einstieg in den Markt, eine initiale Stop-Loss-Order, die man nach einer gewissen Zeit direkt unter die Ausbruchskante nachzieht. Somit lässt man dem Trade ein wenig Spielraum, engt ihn aber dann schnell ein.

3. Trailing-Stopp-Loss

Trailing Stop-Loss
Verkauf der Position, nach dem der Preis den SuperTrend Indikator verletzt hat. Gewinne werden gesichert und weitere Verluste, durch die Rückgabe offener Gewinne, verhindert.

Auch diese Art der Verlustbegrenzung wird von vielen Tradern eingesetzt. Als Trailing-Stop-Loss versteht man eine Stop-Loss-Order, die bei steigenden Preisen hinter dem Preis hergezogen wird (bei Short-Trades natürlich umgekehrt). Der Trader geht dabei davon aus, dass er nicht wissen kann, wann der Preis-Trend endet und lässt sozusagen den Markt bestimmen, wann er den Trade beenden soll.

Man setzt verschiedenste Techniken ein, z.B. einen Trailing-Stopp-Loss anhand der Volatilität (z.B. Average True Range), einem festen Abstand, nahe eines gleitenden Durchschnitts oder anhand eines Indikators (z.B. der Supertrend Indikator oder Parabolic SAR). Auch Techniken bezogen auf die Anzahl der Kursbalken werden eingesetzt, z.B. ein 3-Tages-Trailing-Stop. Hierbei platziert man die Stop-Loss-Order kann unterhalb des Tiefs vor drei Tagen.

Der Trailing-Stop-Loss eignet sich hervorragend, um Gewinne so lange laufen zu lassen, wie es geht. Die Wahl der Parameter eines Trailing-Stops hängen von der eigenen Risiko-Toleranz und dem verwendeten Trading-System ab. Den Trailing-Stop kann man natürlich auch mit anderen Stop-Loss-Techniken kombinieren.

4. Zeit-Stopp-Loss

Zeit Stop-Loss
Der Trade wird nach zwei Monaten aufgelöst, da weder der initiale Stop-Loss ausgelöst wurde, noch der Trade sich in die geplante Richtung bewegt hat.

Diese Stop-Technik wurde von Paul Tudor Jones in Magier der Märkte erwähnt. Die Grundannahme ist, dass ein erfolgreicher Trade sofort in die richtige Richtung verläuft. Trader, die bereits länger am Markt aktiv sind, kennen dieses Verhalten gut. Wenn nun also ein Trade sich mehrere Tage nicht in die richtige Richtung bewegt, aber auch nicht den initialen Stop-Loss auslöst, löst man den Trade nach einer gewissen Zeit auf. Ein Beispiel: Der Einstieg in einen Trade lag bei 10 EUR. Wenn der Trade nach 3 Tage immer noch bei 9,55 EUR verläuft, aber den initialen Stop-Loss noch nicht ausgelöst hat, wird die Position aufgelöst. Mit dieser Technik verhindert man auch, dass Kapital in unrentablen Trades gebunden ist.

Wie schon oben erwähnt, setzen erfolgreiche Trader oft mehrere Stop-Loss-Techniken ein, die sie miteinander kombinieren. Somit versucht man das Risiko in einem Trade von mehreren Seiten aus einzugrenzen.

Es gibt noch einen weiteren Order-Zusatz, den man im Zusammenhang mit einem Stop-Loss öfter sieht: Die sog. Stop-Limit-Order. Hierbei handelt es sich um einen speziellen Order-Typ, bei dem der Makler nach erreichen des Stop-Levels eine Limit-Order platziert anstatt einer Market-Order. Die Market-Order wird sofort zum bestmöglichen Kurs ausgeführt, während bei der Limit-Order die Order erst ausgeführt wird, wenn ein bestimmtes Level erreicht ist. Hierzu ein kurzes Beispiel: Ein Trader möchte gerne bei einem Ausbruch über die 10 EUR kaufen, jedoch maximal zu einem Preis von 10,05 EUR. Er platziert eine Stop-Order bei einem Preis von 10 EUR, die mit einem Limit von 10,05 EUR versehen ist. Stop-Limit-Orders sollte jedoch niemals als Verlustbegrenzung eingesetzt werden. Eine Verlustbegrenzung soll, wie schon der Name sagt, Verluste begrenzen (um jeden Preis!). Eine Limit-Order wird jedoch möglicherweise überhaupt nicht ausgeführt und kann somit keine Verluste begrenzen.

Mentaler vs. harter Stop-Loss

Zwangsläufig gerät jeder Trader irgendwann an dieses Thema: Soll ich die Stop-Loss-Order sofort im Markt platzieren oder die entsprechenden Kursmarken im Kopf (oder auf Papier) notieren und selber die Order platzieren, sobald die Kursmarke erreicht ist?

Hierzu kann man eigentlich nur folgendes sagen: Die wenigsten Trader sind in der Lage mit einem mentalen Stop-Loss zu arbeiten. Wenn ein Trader mit einem Verlust konfrontiert wird, ist er in der Regel in einer hochemotionalen Situation eingefangen. Jeder Trader reagiert hier unterschiedlich, jedoch wird man besser fahren, wenn man seine Stop-Loss-Order direkt im Markt platziert und somit bereits einen Teil seines Plans in die Wirklichkeit umgesetzt hat. Natürlich schützt es nicht davor, dass man im Nachhinein die Stop-Loss-Order verändert, aber man kann lernen hier diszipliniert vorzugehen. Bei einem mentalen Stop-Loss ist dies eine wesentlich größere Herausforderung.


Spannende und empfehlenswerte Bücher zum Thema

Hier ein paar empfehlenswerte Bücher zu diesem Thema. Es gibt leider keine Bücher zum Thema Stop-Loss, daher muss ma sich bei der Literatur zum Thema Trading-Systeme und Risikomanagement bedienen.

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