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2 Gegebenheiten, die du als Trader akzeptieren musst

Wer möchte nicht weniger Stress und mehr Ruhe beim Trading empfinden? Den Stress machen wir uns selber, in dem wir nicht akzeptieren, was ist und war.
Jeder, der Trading erlernen möchte, stellt nach einer Weile fest, dass Trading sehr viel Einsatz und Energie fordert. Im Artikel Was ich nie über Trading gedacht hätte …, der auch gerade im aktuellen TRADERS‘ Magazin erschienen ist, beschreibe ich, dass ich nie gedacht hätte, dass Trading so viel Geduld erfordert. Die oft lange andauernden Zeiten, in denen man nichts tun kann, können schon an den Kräften eines Traders zerren. Dies ist die Zeit, in der man sich mit anderen Aufgaben beschäftigen muss und sollte. Mit der Zeit lernt man, dieses einfach zu akzeptieren und sich weitere Beschäftigungen zur Ablenkung zu suchen.

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Ich bin überzeugt davon, dass erfolgreiches Trading sich aus dem Inneren eines Traders entwickelt. Dies geistige Haltung spielt eine große Rolle und ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Dies zeigen auch die Interviews mit erfolgreichen Tradern (z.B. in Magier der Märkte). Doch, was ist die Basis dieser Grundeinstellung?

Zwei entscheidende Wahrheiten …

Eine Trading-Karriere ist, oberflächlich gesehen, auch nicht anders als eine andere berufliche Karriere. Als Anfänger ist man noch auf ganz andere Dinge konzentriert als später im Profi-Alltag. Auch die Einstellung wandelt sich über die Zeit und man kommt bald dahinter, worauf man sich fokussieren sollte und worauf nicht. Als Trader muss man zwei Wahrheiten akzeptieren und sein handeln hieran ausrichten sollten:

  1. Akzeptiere, dass du Vergangenheit und Zukunft nicht beeinflussen kannst. Es zählt nur das Hier und Jetzt. Vielleicht muss man sogar noch radikaler an die Sache herangehen und sogar sagen, dass Vergangenheit und Zukunft keine Rolle spielen. Doch dieses lässt sich nicht damit vereinbaren, dass man als Trader die Vergangenheit benutzt, um seine Muster zu finden. Doch eines ist Fakt: Die vergangenen Kurse sind festgeschrieben und die zukünftigen Kurse sind nicht verfügbar.
  2. Akzeptiere, dass alles vergänglich ist. Die Bewegung von Kursen, das Erscheinen von Mustern, der eigene Vorteil im Trading. Alle diese Dinge können verschwinden. Die Märkte wandeln sich täglich und dies muss man akzeptieren.

Wer diese beiden Denkweisen verinnerlicht, der wird weniger Stress beim Trading empfinden und sich hiermit auch einen Vorteil erarbeiten. Hierzu nun mehr …

Zukunft

Vergangenheit und Zukunft beeinflussen uns mehr als nötig

Es gibt Menschen, die leben in der Vergangenheit und Menschen, die leben in der Zukunft. Jeder, der sich öfter als notwenig zurückbesinnt und an vergangene, gute Zeiten denkt, der verankert sich selber in einer vergangenen Erinnerung. Doch die Rückbesinnung hat Nachteile:

  • Vergangene Erinnerungen beeinflussen unbewusst das Handeln in der Gegenwart. Jeder Trader kennt dies: Eine Position, die nicht so verlaufen ist, wie man es sich erhofft hat, beschäftigt einen weiter. Oftmals kommt es dann zu Fehlern im Trading.
  • Gedanken, Verhalten und Werte aus der Vergangenheit können hinderlich sein. Oft unbewusst sind Werte und Verhaltensmuster in unsere Gehirne eingebrannt. Ein Trader, der vor Jahren gelernt hat, dass man montags keine Trades platzieren sollte, der wird ein solches Verhalten immer leben, bis man es durchbricht. Doch man kann solche vergangenen Muster und Gedanken aktiv ändern.

Gerade in einer so unstetigen Welt wie der Börse, die ständig im Wandel ist, muss sich der Trader in seinem Tun an das jetzige Geschehen anpassen und das vergangene vergessen. Der Trader muss auch in der Lage sein, nach einer Serie von Gewinnen oder Verlusten, die nächste Entscheidung zu treffen und zwar ohne, dass die vorherigen Entscheidungen eine große Rolle spielen. Das fällt Menschen allgemein schwer, da jeder denkt, dass er Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen möchte. Doch das, was einmal war und geschehen ist, ist vor dem jetzigen Zeitpunkt. Es kann nicht mehr beeinflusst werden. Man muss es akzeptieren. Man kann daraus lernen und sein jetziges Handeln dadurch verbessern, aber die ewige Grübelei über die Vergangenheit ist ohne Sinn.

Noch in einer schärferen Form verhält es sich mit der Zukunft. Die Zukunft war noch nicht da und somit kann man nichts aus ihr lernen! Das einzige, was man mit den Gedanken um die Zukunft anstellen kann, sind Simulationen eines Verhaltens oder Denkens. Ob das so hilfreich ist?

  • Gedanken um die Zukunft machen uns Angst. Die meisten Gedanken, die sich um die Zukunft drehen sind negativ. Jeder Trader kennt dies: Wird der nächste Trade ein großer Gewinner? Morgen wird der Trade ausgestoppt, das weiß ich jetzt schon. Solche Gedanken sind nicht hilfreich.
  • Falsche Träume sind frustrierend. Jeder Anfänger im Trading-Geschäft wird nach einiger Zeit Ernüchterung empfinden. An der Börse wird man nicht so schnell reich, wie man dachte. Der Gedanke an zukünftigen Reichtum, der nicht eintritt, ist frustrierend und führ zu Fehlentscheidungen.

Eine Trading-Entscheidung muss im Hier und Jetzt getroffen werden. Eine Kursentwicklung kann nicht vorhergesehen werden. Jeder Trader kann sich mit Sicherheit an eine Situation erinnern, in der er die tollsten Vorstellungen eines Trade-Verlaufs hatte, der sich dann als falsch herausstellte. Diese Art von Zukunftssimulationen sind hinderlich für erfolgreiches Trading. Sie setzen einen Trader unter Stress und sorgen für Enttäuschungen. Idealerweise sollte man keine Erwartungen haben. Dies ist jedoch sehr schwierig durchzuhalten.

Vergänglichkeit

Alles im Trading ist vergänglich

Man muss sich ständig vor Augen führen, wie vergänglich auch das Geschehen an der Börse ist:

  • Der Kurs, der vor einem Tick angezeigt wurde, ist bereits vergangen.
  • Eine Nachricht, die vor wenigen Sekunden eingetroffen ist, ist Vergangenheit und nicht mehr relevant.
  • Die Trading-Strategie, die vor einiger Zeit noch gut funktioniert hat, funktioniert heute nicht mehr.
  • Firmen kommen und verschwinden wieder von der Börse.
  • Der Trader-Kollege, der gestern noch da war, ist heute nicht mehr da.
  • Der Lieblingsindikator ist morgen schon nicht mehr angesagt … 

Wie im Leben, so is auch im Trading alles vergänglich. Als Trader muss man dies akzeptieren.

Trader, die sich zu sehr mit Situationen beschäftigen, die sie nicht beeinflussen können oder bei denen sie sich wünschen, dass sie noch da wären, hängen in der Vergangenheit fest und behindern sich selber. Man hat dieses sehr gut im Film „Endstation Parkett“ gesehen. Dieser Film drehte sich um die Umstellung des Parketthandels auf den elektronischen Handeln. Mit dieser Umstellung hatten viele Trader Schwierigkeiten.

Auch sieht man regelmäßig die Fehler, dass Trader bei Gewinntrades ihre Stopps versetzen und somit Gewinne wieder verschwinden. Der Trader akzeptiert es in solch einer Situation nicht, dass eine Kursbewegung vergänglich ist. Sie kann von einem Augenblick auf den nächsten enden, ohne dass der Trader selbst Einfluss darauf hat! Nur, wer das akzeptiert, kann einem Trend folgen, bis sein System ihm signalisiert, dass der Trade aufgelöst werden muss.

Wer eine enge Trading-Nische gefunden hat und in dieser handelt, der muss damit rechnen, dass diese Nische vergänglich sein kann. Nur Prinzipien, die grundlegend sind (z.B. Trends in den Märkten), haben länger (oder dauerhaft) Bestand. Wer auf Korrelationen oder spezielle Spreads zwischen Werten setzt, der wird früher oder später feststellen, dass diese verschwinden. Es ist nur eine Frage der Zeit … Wer weiß, vielleicht ist ja auch das allgemeine Trendverhalten der Märkte vergänglich. Ein Trader, der nicht akzeptiert, dass seine enge Nische vergänglich ist, der wird große Verluste einfahren, wenn er nicht aufhört zu traden.

Stress und Relax

Akzeptanz ist der erste Schritt

Berücksichtigt ein Trader diese beiden Denkansätze und verinnerlich diese tief, kann unser Gehirn das Erlernte in Taten umsetzen. Es ist einfach wunderbar, dass wir lernen können und unser Gehirn unbewusst das Erlernte in unseren alltäglichen Taten anwendet. Was sind die Vorteile, wenn man das Gegebene akzeptiert?

  1. Weniger Stress: Akzeptiert man die Dinge so, wie sie sind und sich verhalten, fallen Entscheidungen leichter und man empfindet weniger Stress.
  2. Freie, geistige Kapazitäten: Das Gehirn ist der größte Energieverbraucher. Wer seine Energie darin „verschwendet“, über die Vergangenheit und Zukunft nachzudenken, der hat weniger Kapazitäten um sich um die aktuelle Problemstellung zu kümmern.
  3. Konzentration: Weniger nachdenken heißt auch sich mehr zu konzentrieren. Man kann die Konzentration auf das lenken, was wichtig ist: Die Entscheidung im Hier und Jetzt.

Diese Akzeptanz ist nur ein erster Schritt hin zu einem stressfreieren und ruhigerem Trading.


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Es gibt sehr viel Literatur zu diesem Thema, welches weit über Trading hinausreicht. Genau aus diesem Grund liste ich hier Literatur aus anderen Gebieten auf. Sie öffnen einem die Augen und machen Lust auf mehr!

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Foto: Pixabay

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