Werbung
"Beim Dax erwarte ich eine fast 20-prozentige Steigerung in den nächsten 18 Monaten." - David Folkerts-Landau, Deutsche Bank

„Beim Dax erwarte ich eine fast 20-prozentige Steigerung in den nächsten 18 Monaten.“ – David Folkerts-Landau, Deutsche Bank

Man muss Unsicherheit akzeptieren und eine Methode finden, wie man mit Unsicherheit umgeht …
Die Schlagzeilen der Artikel in Zeitungen und Online-Portalen in diesen Tagen sind amüsant. Selbst bei Journalisten, deren Artikel ich gerne gelesen habe, muss ich mich fragen, ob sie nicht nach der ein oder anderen Top-Platzierung aus sind, wenn sie auf einmal reißerische Schlagzeilen präsentieren. Man liest „Der Kapitalismus ist tot“, „Das System funktioniert nicht mehr“, „Der Kapitalismus enttäuscht seine Jünger“, „Der Börsen-Crash entspricht nicht den fundamentalen Bewertungen“ usw. Was soll das aussagen?

Werbung

Funktioniert der Kapitalismus wirklich nicht mehr? Die Frage kann ich nicht beantworten, aber von einem Zusammenbruch spüre ich jedenfalls nichts. Es mag Zeiten geben, in denen Unternehmen weniger investieren und lieber Gewinne an die Aktionäre ausschütten. Unternehmen folgen nicht der Logik, wie es die Politik oder Ökonomen gerne hätten, sondern sie folgen ihrer eigenen Logik. Die Ökonomen sind eigentlich nur Beobachter und passen ihre Theorien der Wirtschaft an, sie laufen nicht der Wirtschaft voraus.

Der Mann scheint eine Glaskugel zu besitzen und ein großes Studium der Hellseherei absolviert zu haben.

Der Kapitalismus enttäuscht seine Jünger“ war eine Headline auf Spiegel-Online von Henrik Müller (ein Journalist, den ich ab und zu gerne lese). Ich will gar nicht auf den Artikel eingehen, sondern nur auf die Headline. Die Headline drück ein „Die“ und „Wir“ aus: „Die Jünger“, die Anhänger des Kapitalismus und „Wir“, die anderen auf der anderen Seite. Ist es so? Nein. Der Kapitalismus ist etwas, was das Volk selbst erwählt hat und mit all ihrem Tun und Handeln unterstützt, ja sogar begrüßt. Kritik und Optimierungen sind wünschenswert. Doch es ist falsch, dass man so tut, als sei Kapitalismus etwas für eine kleine Elite von Menschen und der Rest leide darunter. Es gab noch nie so viel Wohlstand und Fortschritt auf dieser Welt, wie heute. Das so etwas auch Kosten produziert, muss und wird in Kauf genommen werden.

Neben diesen negativen Schlagzeilen, die sich sicherlich besser verkaufen lassen als neutrale oder positive, gibt es noch die Schlagzeilen, die tun, als sei nichts passiert. So sagte der Volkswirt der deutschen Bank David Folkers-Landau im Artikel „Die Märkte geraten außer Kontrolle: „Beim Dax erwarte ich eine fast 20-prozentige Steigerung in den nächsten 18 Monaten.“ und „Für langfristig orientierte Investoren, die sich nicht um das tägliche Auf und Ab kümmern, ist das gerade eine extrem gute Zeit, um einzusteigen.“ Der Mann scheint eine Glaskugel zu besitzen und ein großes Studium der Hellseherei absolviert zu haben. Woher nimmt er diese Gewissheit? Warum sollten die Märkte nicht noch weiter fallen? Es liegt doch im Bereich des Möglichen. Wer hätte mit dieser Abwärtsbewegung bei Öl gerechnet? Das Problem ist: Der Volkswirt mit seinen Theorien und Resultaten aus seinen Modellen, kann es sich nicht vorstellen, dass die Märkte weiter nachgeben könnten. Der Glaube in Modelle, die in der Vergangenheit bei jedem Markt-Crash bereits versagt haben, ist zu stark.

Nicht die Fundamentaldaten werden ge- oder verkauft, sondern Wertpapiere.

Folkers-Landau schiebt die starke Abwärtsbewegung an den Märkten auf fehlende Liquidität, die durch die strengere Bankenregulierung nicht mehr da sei, um eine Verkaufswelle aufzufangen. Das vielleicht die Käufer einfach nicht kaufen wollen, kommt wohl für ihn nicht in Frage. Auch haben sich ja die Fundamentaldaten nicht geändert, somit sei dieses nicht die Grundlage. Das mag sein, dennoch zeigten die Marktteilnehmer diese Reaktion, Fundamentaldaten hin oder her. Nicht die Fundamentaldaten werden ge- oder verkauft, sondern Wertpapiere.

Die Einstellung des Deutschen Bank Volkswirts ist die typische Einstellung antizipativen Marktteilnehmers. Er hat eine feste Meinung über die Zukunft von etwas und lebt somit in dieser Zukunftswelt. Das Problem ist nur, dass die Zukunft nunmal in der Zukunft liegt und nicht vorausgesagt werden kann. Eine Meinung ist subjektiv und der Markt, mit all seinen Teilnehmern ist wesentlich stärker als die Meinung eines einzelnen. Menschen, zumeist in solchen Positionen, wollen nicht akzeptieren, dass ihre Meinung kein Gewicht hat. Solch ein statisches Denken führt große Unternehmen in Krisen hinein.

Doch ich möchte keinesfalls damit sagen, dass sich die Meinung von Herrn Folkers-Landau nicht als richtig herausstellen kann. Natürlich kann es zu einem Aufschwung im DAX von 20 Prozent in 18 Monaten kommen. Dieses liegt ja ebenfalls in der Zukunft und ist somit nicht vorhersehbar. Das Einzige, was gegen die Unsicherheit hilft, ist, die Unsicherheit zu akzeptieren und einen Ansatz zu entwickeln, der mit Unsicherheit umgehen kann. Ein reaktiver Ansatz mit einen entsprechenden Risikomanagement, wenn man doch falsch liegt.

Foto: Josh McGinn

© Copyright 2015 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger

GEFÄLLT DIR DIESER ARTIKEL?
Dann jetzt anmelden und kostenlos neueste Artikel per E-Mail erhalten!
    Was dich erwartet:
  • Denkanstöße für dein Trading
  • Mehr Wissen zum Thema Trading-Systeme
  • Risiko- und Moneymanagement Beiträge
  • Buchempfehlungen & Trading-Videos
  • Erfolg, Motivation und Selbstverbesserung
* natürlich gebe ich deine E-Mail niemals an Dritte weiter!
GEFÄLLT DIR DIESER ARTIKEL?
Bekomme zukünftig alle Neuigkeiten über meine Facebook Seite:
GEFÄLLT DIR DIESER BLOG?
Dann jetzt anmelden und kostenlos neueste Artikel per E-Mail erhalten!
    Was dich erwartet:
  • Denkanstöße für dein Trading
  • Mehr Wissen zum Thema Trading-Systeme
  • Risiko- und Moneymanagement Beiträge
  • Buchempfehlungen & Trading-Videos
  • Erfolg, Motivation und Selbstverbesserung
* natürlich gebe ich deine E-Mail niemals an Dritte weiter!