Risikomanagement: „Privatinsolvenz durch Franken-Freigabe“

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In meinem Facebook Stream bin ich über einen SPIEGEL Artikel gestolpert. Ich war zuerst nicht sicher ob ich diesen poste, da populäre Presse oft Artikel schreibt, die Trader in ein falsches Licht stellen, da sie nicht wissen, worüber sie eigentlich schreiben. Aber dieser Artikel zeigt, dass viele Menschen, die an den Märkten handeln nicht wissen, worauf sie sich einlassen. Broker klären zwar auf, aber ein Anfänger versteht oft die Hintergründe nicht. Man muss sich immer wieder das Geschäftsziel eines Brokers ins Gedächtnis rufen. Viele Broker verdienen nicht viel mehr Geld, wenn ein Trader erfolgreich ist, sondern wenn er viel Kommission (Gebühren) erzeugt. Dies ist auch der Hauptgrund, warum Broker so gerne mit schnellem Handel (oder sog. Scalping/Daytrading) werben und somit auch selber hohe Risiken eingehen, wie die Insolvenz einiger Broker beim EUR/CHF-Crash gezeigt hat.

Ein Trader muss das Risiko im Auge haben und vor den Gewinn stellen. Wie der Truthahn-Effekt zeigt, kann es eine zeitlang gut gehen, aber dann kommt der Tag, an dem geschlachtet wird. Aufgrund der großen Positionsgrößen im Forex-Markt steht man einem großen Risiko gegenüber. Dies kann man entsprechend absichern oder einfach den Trade auslassen, wenn er nicht den eigenen Risikoparametern entspricht (s. Trading: Ruin über Nacht! Positionsgröße als Risiko). Wer aber kein umfassendes Risiko-Management betreibt, der wird am Ende „geschlachtet“.

Hier könnt ihr den SPIEGEL Artikel nachlesen: Privatinsolvenz durch Franken-Freigabe: 2800 Euro Einsatz, 280.000 Euro Verlust

 

Trading: „The Three Skills of Top Trading“

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Im Blog von Steve Burns bin ich auf den Artikel aufmerksam geworden: „The Three Skills of Top Trading„. Er rezensiert das gleichnamige Buch von Hank Pruden, listet aber auch 10 Aufgaben von Top-Tradern auf. Diese sind ähnlich den Feldern, für die ich mich interessiere und ständig an ihnen arbeite:

The Ten Tasks of Top Traders: 

  1. Daily self analysisSuccessful trading is 40% risk control and 60% self-control.
  2. Daily mental rehearsalPractice being disciplined in your mind before you trade daily.
  3. Developing a low risk ideaTrade with the odds on your side with a defined risk.
  4. StalkingWait for the entry. Utilize patience and don’t pull the trigger to soon.
  5. ActionTake the entry when the signal is hit. Do not freeze up. Be definitive.
  6. MonitoringKeep an eye on what is happening with your position.
  7. AbortBe ready to cut your losses, when you are wrong and hit your stop loss.
  8. Take profits: Use trailing stop or profit target when one is hit. Allow the market to take you out.
  9. Daily briefingThink through your trading & what you did right/wrong based on your trading plan.
  10. Periodic reviewIs your trading working? Do adjustments need to be made?

(Entnommen aus The Three Skills of Top Trading von Steve Burns)

 

Trading: „10 Ways to control risk“

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Über Risiko und Risikomanagement habe ich im Blog bereits viel geschrieben. Trader Steve fasst die 10 wichtigsten Punkte noch einmal zusammen.

Hier könnt ihr den Artikel lesen: 10 Ways to control risk

 

Asymmetrische Trades

Trading: Groß gewinnen, klein verlieren. Asymmetrische Trades.

Asymmetrische Trades sind der Kern der Trendfolge!
Es ist dieser Grundsatz, die im Titel des Artikels zu lesen ist, die mich in Richtung Trendfolge trieb. Vor allem, nach dem ich das Buch „Trend Following“ von Michael Covel gelesen hatte, war ich überzeugter den je von dieser Idee. Asymmetrische Wetten oder auch asymmetrische Trades sind der Kern von Trendfolge-Trading: Gewinne groß und verliere klein.

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Paul Tudor Jones geht keinen Trade ein, wenn er nicht mindestens das Potential eines 5:1 CRV hat. Was bedeutet dies? Jede Wette/Trade, die er abschließt, muss mindestens das Potential haben, das 5-fache seines Wett-Einsatzes als Gewinn zu ermöglichen. Dies bedeutet natürlich nicht, dass jeder Gewinn-Trade immer 5R bringt, aber über eine lange Serie an Trades wird dieses als Durchschnitt erreicht. Dies hat den charmanten Vorteil, dass man nicht so so oft gewinnen muss (nur in 20% der Fälle), da die Gewinne die Verluste um ein vielfaches übersteigen. Auf der anderen Seite bedeutet dies, dass man sehr oft verliert und dies kann sich auf die Psyche des Traders auswirken.

Asymmetrische Trades sind Trades, die eine „Schiefe“ zwischen dem potentiellen Verlust und dem potentiellen Gewinn aufweisen.

Asymmetrische Trades sind Trades, die eine „Schiefe“ zwischen dem potentiellen Verlust und dem potentiellen Gewinn aufweisen. Beispielsweise wäre es ein asymmetrischer Trade, wenn ich 100 EUR riskiere um 500 EUR zu gewinnen. Also ich setze einen kleinen Betrag, um einen vielfach größeren Betrag zu gewinnen. Ein symmetrischer Trade ist genau das Gegenteil: Ich setzte 100 EUR, um 100 EUR zu gewinnen. Das Problem hierbei ist nur, dass ich dem Risiko ausgesetzt bin, dass ich falsch liege. Dieses Risiko möchte ich normalerweise durch ein höheren Gewinn kompensieren. Dies ist einleuchtend, aber es gibt auch Strategien, die mit negativen asymmetrischen Wetten Geld verdienen. In diesem Fall würde ich z.B. 100 EUR einsetzen, um 75 EUR zu gewinnen. Auf den ersten Blick leuchtet dies nicht ein, aber am Ende ist das Verhältnis von Verlust zu Gewinn immer im Verhältnis mit der Trefferquote zu sehen (s. dieser Artikel). Ob das eine oder andere System „besser“ oder „schlechter“ ist, möchte ich in diesem Artikel nicht bewerten. Ich habe jedoch meine Präferenz …

Wie kann man den potentiellen Gewinn ermessen? Es gibt viele Trader, die fixe Kursziele verwenden. Hier lässt sich sehr einfach der potentielle Gewinn anhand des Gewinnziels im Verhältnis zum riskierten Betrag ermitteln. Aber wie verträgt sich diese Idee mit Trendfolge? Bei der Trendfolge kennt man kein Kursziel, weil man dem Preis so lange folgt, bis ein Gegensignal vorliegt und der Preis umkehrt. Rein theoretisch beträgt bei der Trendfolge somit das CRV 1:unendlich (bei Long-Trades; bei Short-Trades immer 1:100, deshalb sind diese theoretisch nicht so attraktiv). In der Praxis erreicht man dies aber wohl kaum. Jedoch lassen sich bei der Trendfolge auch hier lukrative von weniger lukrativen Trades unterscheiden.

Ich beispielsweise setze die Average-True-Range als Indikator zur Festlegung meines initialen Stops ein und kalkuliere hierüber die Positionsgröße. Je geringer die ATR ist, desto größer ist meine Positionsgröße und desto größer mein potentieller Gewinn. Da ich Breakouts handele, die gleichzeitig eine sehr geringe Volatilität aufweisen, ist diese CRV-Optimierung bereits in meine Setups eingearbeitet. Daneben betreibe ich ein rigoroses Risikomanagement und erreiche hierdurch einen deutlich niedrigeren Durchschnittsverlust, was wiederum dem CRV zu Gute kommt. Auf diese Weise lassen sich im Trading-System CRVs von >5R erreichen.

Ich kann sehr oft hintereinander mit meinen Trades falsch liegen, ein einziger Trade macht alle kleinen Verluste wieder wett.

Ich sehe den großen Vorteil von asymmetrischen Trades und Trendfolge darin, dass ich meinen Gewinn nicht begrenze. Ich kann sehr oft hintereinander mit meinen Trades falsch liegen, ein einziger Trade macht alle kleinen Verluste wieder wett. Wer auf andere Tradingsysteme mit höheren Trefferquoten setzt, die sich natürlich besser anfühlen, muss diese Trefferquote über einen langen Zeitraum halten können. Geringe Abweichungen können das System schnell unprofitabel machen. Ich möchte darauf nicht angewiesen sein. Dafür nehme ich dann den größeren Schmerz der Trendfolge in Kauf.

Foto: Julia Manzerova

 

Trading: „3 Things To Learn From Yesterday’s Market Shock“

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Tradeciety veröffentlichte kurz nach dem EUR/CHF-Absturz einen Artikel über mögliche Konsequenzen für Trader. Auch ich habe im Blog immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig das Risikomanagement ist. Gerade die Positionsgröße spielt bei unvorhersehbaren Ereignissen eine wichtige Rolle. Ich persönlich versuche bei Aktien-Trades immer einzukalkulieren, was passiert, wenn eine Aktie über Nacht ein 50% Gap ausweist. Wie viel Verluste habe ich dann zu beklagen? Man muss immer davon ausgehen, dass einem der größte Verlust noch bevorsteht …

Hier könnt ihr den Artikel nachlesen: 3 Things To Learn From Yesterday’s Market Shock

 

Man kann dem Markt nichts aufzwingen

Trading: Man kann dem Markt nichts aufzwingen

Der Markt liefert einem nicht in jeder Situation die beste Qualität an Setups. Oft sollte man ihm lieber fernbleiben und auf bessere Zeiten warten …
Es gibt unter Tradern den bekannten Spruch, dass man nur das nehmen kann, was der Markt einem gibt. Gemeint ist hiermit, dass man dem Markt nichts aufzwingen, sondern nur die Signale annehmen und wahrnehmen kann, die der Markt einem präsentiert.

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Auf der Welt gibt es keinen Trader, der einen Markt auf Dauer beherrschen und in seine Richtung bewegen kann. Dies wäre auch nicht gerade vorteilhaft. Der Markt ist einfach nur da und bewegt sich ununterbrochen, egal, welche Aktionen man selbst ausführt oder Meinung zum Geschehen hat. Die einzige Chance ist, dass man sein Verhalten, Aktionen und Strategie an die Märkte anpasst.

Je nach Marktsituation präsentieren sich unterschiedlich viele Setups und in verschiedener Qualität.

Die Märkte sind dauerhaft in Bewegung. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass mit den einzelnen Bewegungen und Phasen, in denen sich die Märkte befinden, auch die Qualität der Setups zunehmen/abnehmen. Je nach Marktsituation (volatil, trendig, aufwärts, abwärts) präsentieren sich unterschiedlich viele Setups und in verschiedener Qualität. Diese Anzahl und Qualität der Setups sind Ausdruck des Marktverhaltens und eine Information, die man wahrnehmen sollte.

Jedes Mal, wenn die Märkte sich in einer Situation befinden, die nicht die Vorteile des eigenen Tradings widerspiegeln, ist man versucht trotzdem zu handeln. In dieser Situation nimmt man dann Setups in minderer Qualität war und wundert sich dann über den Ausgang. Es hilft jedoch nichts, wenn der Markt einem nur mindere Qualität gibt, kann man keine hohen Profite erwarten. Man muss so lange warten, bis die Setup-Qualität und -Quantität wieder zunimmt. Auch wenn dies bedeutet, dass man tage- oder wochenlang nicht an den Märkten handelt. Man muss nur einigen erfahrenen Tradern zuschauen und lernt schnell, dass diese sehr oft dem Markt fernbleiben.

Ich nutze Checklisten für meine Setups, auf denen alle Punkte detailliert erfüllt sein müssen.

Was kann einem hier helfen? Ich nutze Checklisten für meine Setups, auf denen alle Punkte detailliert erfüllt sein müssen. Es gibt nur sehr selten eine Ausnahme. Auch die Ausnahmefälle sind klar definiert. Daneben hilft es, die Anzahl der möglichen Kandidaten festzustellen. Mit einem Aktien-Screener geht dieses einfach, da die Anzahl an Kandidaten pro Scan-Vorgang angezeigt wird. Jeder Trader wird jedoch auch eine Art „Intuition“ für die Situation entwickeln. Mit der Zeit lernt man, wann die Qualität der Setups zunimmt oder abnimmt. Ein weiterer Indikator ist z.B. die Anzahl an fehlerhaften Trades: Wie viele Trades scheitern gleichzeitig und wie verhalten sich die Setups nach dem Ausbruch?

Es ist nicht möglich, dass man zu jeder Zeit traden kann. Selbst, wenn man mehrere unabhängige Strategien handelt, wird man dem Markt nicht seine Setups aufzwingen können. Der Markt tut, was er tun muss. Als Trader kann man teilnehmen oder nicht. Das interessiert den Markt nicht. Es ist lediglich wichtig, dass man weis, wann es sich lohnt Geld zu riskieren und wann nicht.

Foto: Wikipedia

 

2015

Trading: 2015 kann kommen!

Ich freue mich schon auf 2015! Ich habe einige Arbeitsfelder und auch im Blog wird es sicherlich spannend.
Dies ist nun mein letzter Blogbeitrag für dieses Jahr! Über die Feiertage werde ich es ruhiger angehen lassen und mir eine zweiwöchige Pause gönnen. Ab 5.1.2015 wird es dann hier im Blog weitergehen.

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Doch was nehme ich mir im neuen Jahr vor? Ich bin nicht zufrieden damit, wie es dieses Jahr gelaufen ist. Ich habe zwar viel hinzugelernt und darauf bin ich stolz, aber ich habe auch Fehler gemacht. Diese möchte ich im nächsten Jahr nicht wiederholen und härter an mir arbeiten.

Meine Top 5 Arbeitsfelder für nächstes Jahr

Wie ihr gleich sehen werdet, hängen alle 5 Themen hauptsächlich mit Psychologie zusammen. Die Einstellung des Traders entscheidet über den Erfolg, nicht die Details der Strategie! Ziele sollten den SMART-Kriterien entsprechen.

  • Mehr Disziplin bei der Auswahl meiner Trading-Kandidaten („Qualität vor Quantität“): Dieses Ziel bin ich auch bereits 2013 angegangen und habe gute Fortschritte gemacht. Aber hier kann ich definitiv noch mehr herausholen. Hierfür werde ich meine Kriterienliste noch schärfen und meinen Prozess zur Auswahl so anpassen, dass er noch schärfer greift.
    Beispiel SMART Ziele: Bis zum 31.12.2015 weisen 95% meiner Trades eine 100% Übereinstimmung mit meinen Setup-Kriterien nach dem Schließen eines Trades auf. So kann ich meine Profitabilität und mein Selbstwertgefühl steigern. Dies kontrolliere ich wöchentlich.
    S = Ich nehme nur Trades war, die 100% meinen Kriterien entsprechen. Keine Ausnahme! M = Anzahl Kandidaten, die nach Schließen des Trades nicht mit der Kriterienliste übereinstimmten <5% bis 31.12.2015. Wöchentliche Kontrolle. A = Ich kann so meine Profitabilität steigern und mein Selbstwertgefühl. R = Eine 5% Fehlerquote ist herausfordernd, aber realistisch. T = 31.12.2015.
  • Radikales Risikomanagement: Dies habe ich 2013 auch durchgeführt, wird aber weiterhin auch mein Ziel für 2015 sein. Trades werden, wenn sie nicht im Profit sind, innerhalb von 24h geschlossen. Das gleiche gilt, wenn ein Ausbruch fehlschlägt. Somit soll mein durchschnittlicher Verlust weiterhin <0,4R bleiben. Daneben werde ich meine Maximalwerte im Risikomanagement noch etwas senken und auch die Anzahl der Trades pro Woche anpassen. Mein Ziel ist es, dass ich nur noch die besten Trades wahrnehme und behalte.
  • Trading Chancen ergreifen: Wenn sich eine gute Chance bietet, muss man sie ergreifen. Oft brechen Aktien bereits vor einer großen Marktbewegung aus. Hierauf will ich 2015 stärker achten. Zudem schaue ich mich mehr in weiteren Märkten (z.B. Rohstoffe, Forex) um und lasse meine Kandidaten länger auf der Watchlist. Somit will ich sicherstellen, dass mir weniger gute Trading-Kandidaten durchrutschen.
  • Mehr Ruhe und Gelassenheit: Wenn man unter Druck gerät, soll man einen Schritt zurückgehen. Das will ich 2015 mehr machen. Wenn ich einige Verluste in Reihe habe, mache ich Pause. Ich will mehr in Cash gehen und zuschauen, wenn die Märkte keine Trends bieten. Einfach noch ruhiger und gelassener werden. Unter Druck kann man keine guten Entscheidungen treffen, sondern nur, wenn man im Fluss und Einklang mit Märkten und Setups ist. Wer kenn nicht dieses gute Gefühl, wenn man im Fluss ist und alles klappt?

Neben den obigen 5 habe ich noch ein oder zwei weitere Felder auf denen ich mich verbessern möchte. Wundert ihr euch, dass „Gewinne laufen lassen“ nicht dazu gehört? Damit habe ich ehrlich gesagt noch nie ein Problem gehabt. Meine Probleme liegen eher im Overtrading und in der Disziplin und Geduld. Hierin will ich 2015 bedeutende Fortschritte machen. Und jeder sollte sich auch dafür belohnen, wenn er seine Ziele erreicht hat!

Wie geht es 2015 im Blog weiter? Der Blog hat gute Fortschritte gemacht, was Leserzahl, Fans und E-Mail Abonnenten angeht. Gerade letzteres ist noch mal ordentlich gestiegen. Vielen Dank dafür. Im nächsten Jahr werde ich versuchen noch mehr zu den Themen Trading-Setups und -Systeme zu schreiben, sowie ein paar Videos zu machen. Die Zeit geht leider immer sehr schnell rum und ist kostbar. Aber ich freue mich weiterhin, dass meine Artikel so fleißig gelesen werde.

Ich wünsche allen ein paar besinnliche und ruhige Tage und einen guten Rutsch!

Beste Grüße,

euer Julian

 

 

Foto: animatedheaven

 

Trading: „Magic of Compounding Returns“ – Steve Burns

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Steve Burns beschreibt in seinem Artikel „Magic of Compounding Returns“ einen der faszinierendsten Phänomene, wenn man mit Geld arbeitet: Den Zinseszins. Auch ich bin fasziniert davon, dass sich Geld bei Wiederanlage der Gewinne von selber vermehrt und somit z.B. eine Verdoppelung schneller erreicht wird. Ich bin der Meinung, dass es die größte Waffe eines Traders ist und zugleich ein gutes Beispiel ist, warum Verluste so klein wie möglich gehalten werden müssen. Je höher die Verluste sind, desto schwieriger wird es, diese wieder aufzuholen und vom Zinseszinseffekt zu profitieren.

Hier könnt ihr den Artikel lesen: Magic of Compounding Return

 

Bankrott über Nacht

Trading: Ruin über Nacht! Positionsgröße als Risiko.

Ein einziges Ereignis kann ausreichen, um das Trading-Konto zu ruinieren!
Es gibt einige Wege eine Positionsgröße zu berechnen und sein Risiko im Vorfeld zu kalkulieren. Sehr beliebt ist die Fix-Prozent-Methode, wo ein fixer Prozentsatz (z.B. 1%) des Kapitals als maximales Risiko genommen wird. Die Formel hierzu lautet: Stückzahl = Risiko in EUR/(Einstieg-Ausstieg). Mit dieser Formel erhält man die zu handelnde Stückzahl bei einem fixen Risiko, z.B. 1% von 250.000 EUR = 250 EUR.

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Doch nutzt man diese Stückzahl ohne sich die wirkliche Positionsgröße anzuschauen, übersieht man einen weiteren Risikofaktor. Gerade, wenn man Handel auf Margin (z.B. über CFDs) betreibt, stehen einem hohe Summen zur Verfügung und es ist kein Problem sein Kapital mit dem Faktor 5 oder höher zu hebeln. Das Problem ist jedoch, dass man Gefahr läuft extrem große Positionen einzugehen, die bei einem Gap ein hohes Risiko haben.

Risiko Margin-Handel: Positionsgröße

Gerade vor ein paar Tagen habe ich eine Position auf eine US Aktie kalkuliert und ich konnte meinen Augen kauf trauen, als ich die Positionsgröße im Verhältnis zum Kapital gesehen haben.

Für die Kalkulation der Positionsgröße nutze ich die Average True Range, was mir erlaubt, die Volatilität des Basiswerts miteinzubeziehen. Folgende Daten ergaben sich bei der Kalkulation (Beispielwerte):

  • Kontogröße 25.000
  • Einstieg bei 35,03; 2fache Average True Range als Stop-Loss = 0,41. D.h. mein Stop-Loss wäre ca. 1,1% entfernt.
  • Bei einem Risiko von 1% könnte ich also 609 Stück handeln. Formel: 609 Stück = 250/0,41.
  • 609 Stück entsprechen einer Positionsgröße von 21.333,27! Dies sind 85% meines Kapitals.
  • Bei einer Margin von 20% müsste ich jedoch nur 4266,65 als Sicherheit hinterlegen.
  • Bei einem Risiko von 2% des Kapitals, also 500, wären dies sogar 170%!

Risikoorientierte Trader können sich bereits denken, worauf ich mit meiner obigen Rechnung hinauswill.

Nehmen wir an, dass es über die Firma überraschende Nachrichten über Nacht gibt, z.B. einen Betrugsskandal oder eine Nichtzulassung eines neuen Pharma-Produktes und die Aktie bricht um 5%, 10% oder 50% ein. Hieraus würden sich folgende Schäden für das Kapital ergeben, wenn wir 1% Risiko annehmen:

  • 5% Gap Down = 4,3% Verlust des Kapitals. Dies entspricht 4R, was noch verkaftbar wäre.
  • 10% Gap Down = 8,5% Verlust des Kapitals. Die entspricht 8R!
  • 50% Gap Down = 42,67% Verlust des Kapitals. Dies entspricht 43R und führt an den Rand des Ruins!

Bei einem Einsatz von 2% des Kapitals verdoppeln sich die Verluste und bei einem 50% Gap Down führt dies bereits sofort in den Ruin.

Nun könnte man sagen, dass solch ein Ereignis einen persönlich selten trifft. Das stimmt vielleicht über einen kürzeren Zeitraum. Jedoch wird man, je länger man tradet, irgendwann an diesen Punkt gelangen. Solche Verluste sind schmerzhaft und können über Nacht in den Ruin führen. Dabei reicht ein einziges Ereignis aus.

Gerade bei Short-Trades können sogar noch größere Verluste entstehen, dass hier Aktien unbegrenzt gegen einen ansteigen können. Wer beispielsweise ein Gap-Up in einem Short-Trade von 150%, aufgrund einer Firmenübernahme erlebt, schuldet seinem Broker sogar noch Geld nach solch einem Trade.

Natürlich gibt es Möglichkeiten sich dagegen zu schützen:

  • Nutzung eines garantierten Stop-Loss, der von einigen Broker angeboten wird.
  • Nutzung von Zertifikaten mit einem eingebauten Stop-Loss Mechanismus (sog. Knock-Out Zertifikate).
  • Handel von Forex oder Indizes, die 24h am Tag gehandelt werden.
  • Schließung der Positionen vor anstehenden wichtigen Nachrichten (z.B. Quartalsergebnissen).
  • Oder einfach eine maximale Positionsgröße, z.B. 25%.

Jeder Trader mag mit diesem Problem anders umgehen und andere Mechanismen zur Risikobegrenzung haben. Ich persönlich bevorzuge eine Kombination aus mehreren, z.B. maximale Positionsgröße, Beachtung von wichtigen Terminen und noch weitere Kriterien. Am Ende ist es mir wichtig, dass mich nicht ein einziger Trade, der über Nacht um 50% einbricht, aus der Bahn wirft und mir die Möglichkeit zum Traden nimmt. Wer sich mit der Geschichte des Tradings und der Börse beschäftigt versteht, dass irgendwann ein außergewöhnliches Ereignis kommen wird. Darauf will ich so gut es geht vorbereitet sein.

Foto: Simon Cunningham

 

© Copyright 2015 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger

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