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Charts lesen lernen – Die rechte Seite im Chart verstehen

Charts lesen lernen: Man sollte mehr Zeit in das Studium der rechten Charthälfte investieren, um seine Gewinne zu maximieren.
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Viele Trader verwenden einen Großteil ihrer Zeit darauf die Vergangenheit im Chart zu studieren. Es werden Trendlinien eingezeichnet, Widerstände und Unterstützungen markiert und der Indikatorverlauf studiert. Doch muss man wirklich so viel Zeit hierauf verwenden? Es ist schließlich die Vergangenheit. Bewegungen, die bereits stattgefunden haben und sich nie wieder verändern werden. Es sei denn, jemand manipuliert die Daten.

Natürlich muss man Zeit investieren, die Vergangenheit in den Charts zu „lesen“, denn sie geben wichtige Anhaltspunkte für einen möglichen Verlauf in der Zukunft. Nur darf man nicht vergessen, dass der mögliche zukünftige Verlauf eine Annahme ist und niemals in exakt der Form sich in Wirklichkeit verwandelt. Deshalb sollte man nur die Zeit in die Rückschau investieren, die notwendig ist und keinen Funken mehr. Wer beispielsweise im Tageschart handelt und seine Trades durchschnittlich in 5-10 Tagen abwickelt, muss sich nicht damit beschäftigen, warum der Preis von einem Preisniveau, welches 20% unter dem heutigen liegt, am 5. Januar abgeprallt ist. Das ist für den Zeitraum, in dem man seinen Trade abwickeln möchte, völlig irrelevant. Auch muss man nicht den Monats- oder 15 Minutenchart betrachten. Das sind Bewegungen, die wenig Auswirkung auf den geplanten Trade haben.

Charts lesen lernen: Vorgehen für einen kurzfristigen Swingtrade (5-10 Tage):

  1. Liegt ein Setup laut dem ProRealtime Screene (Aktienscanner) vor, sollte man zuerst in den höheren Chart (z.B. Wochenchart) wechseln. (ca. 2 Sekunden)
  2. Welche Wochenchartkerze liegt vor und wie waren sehen die letzten 5-15 Kerzen aus? (ca. 5 Sekunden)
  3. Ein kurzer Blick, wie weit der Preis vom nächstgrößeren Widerstand im Wochenchart entfernt ist. Dieses Niveau wird eingezeichnet. (ca. 30-60 Sekunden)
  4. Ein weiterer Blick auf evtl. Trendkanäle im Wochenchart. Diese werden eingezeichnet. (ca. 30-60 Sekunden)
  5. Ein kurzer Blick auf die Indikatoren im Wochenchart. Diese haben für mich aber kaum Bedeutung. (ca. 5 Sekunden)
  6. Nun wechsele man in den Tageschart (ca. 2 Sekunden)
  7. Dann schaut man sich genauer den Verlauf der letzen 10-20 Tage an und prüft, wie sich der Preis im Rahmen der Erwartungen des Setups verhalten hat. (ca. 60-90 Sekunden).

Somit hat man sich ca. 139-229 Sekunden (ca. 2 Minuten bis 3,5 Minuten) mit der Vergangenheit beschäftigt. Dies sollte man jedoch nur machen, wenn das Setup überhaupt in Frage kommt. Die meisten Setups im Aktienscanner sortiert man meisten schon bei der ersten Betrachtung im Tageschart aus.

Ab nun beginnt die Planung in der Zukunft: Welchen Preisverlauf erwartet man bei dem Setup? Wo muss ein Stop-Loss platziert werden?

Die Bewegung in der Zukunft stellt für mich das Wichtigere dar. Schließlich muss man jeden Tag, an dem der Trade läuft, Entscheidungen treffen und somit das Risiko für den einzelnen Trade managen.

Anbei ein fiktives Beispiel. Ein Trader möchte einen kurzen Swingtrade auf die Aktie der Deutschen Post eingehen. Ein Setup, in diesem Fall ein Ausbruch aus einem Dreieck, liegt vor und er möchte die Ausbruchsbewegung nach oben, also long, handeln.

Charts lesen lernen: Deutsche Post Aktie.
Charts lesen lernen: Deutsche Post Aktie im Tageschart mit Dreieck.

Die Vergangenheitsanalyse ist bereits abgeschlossen und nun konzentriert man sich auf den erwarteten Verlauf in der Zukunft. Wenn alles gut geht und der Trade so verläuft, wie es erwartet wird, müsste er in etwa so verlaufen:

Charts lesen lernen: Breakout
Charts lesen lernen: Deutsche Post mit erwartetem Ausbruch.

Die große Frage lautet nun, wo platziere ich meinen Stop-Loss für solch einen kurzen Swingtrade? Unter dem letzten Verlaufstief, was gefühlt richtig wäre? Damit wäre man sozusagen sicher und könnte auch einige Schwankungen mitmachen, ohne ausgestoppt zu werden. Aber halt … Passt dies zu dem erwarteten Verlauf? Aus den vergangenen Trades für dieses Setup kann man herleiten, dass, wenn der Trade aufgeht und funktioniert, die Aktie mit höherem Volumen und einer starken Bewegung sich in die favorisierte Richtung bewegt. Man weiß also, dass alle nur mittelmäßigen oder gar schlechten Trades für dieses Setup gleich nach dem Ausbruch in eine Seitwärts- oder Abwärtsphase kippten. Also muss man doch seinen Stop-Loss sehr eng setzen, damit man nur investiert ist, wenn das Setup nach Plan verläuft. 

Charts lesen lernen: Stop-Loss.
Charts lesen lernen: Deutsche Post mit eingezeichnetem Stop-Loss.

Schauen wir uns nun zwei mögliche alternative Verläufe an, falls dieser Trade zu den Verlusttrades gehört (Wahrscheinlichkeit von 50-60%).

Was mache ich mit diesem Trade in einer Seitwärtsphase, die wenig volatil verläuft? Man muss sich jetzt sofort den idealen Verlauf vor Augen halten. Dies wäre ein erfolgreicher Trade gewesen. Nun verläuft der Trade aber seitwärts und somit nicht nach den Erwartungen. Hier gibt es nun zwei Optionen:

  1. Den Trade nach ein paar Tagen schließen oder
  2. Stop-Loss eng anziehen und evtl. ausgestoppt werden.

Nun kann man sich fragen, warum man den Trade nicht einfach weiterlaufen lässt? Die Chancen stehen schließlich 50/50, dass dieser Trade im Verlust oder im Gewinn endet. Das Problem liegt darin, dass dieser Trade Kapital bindet, welches nicht effektiv eingesetzt ist. Es wäre Verschwendung darauf zu warten, dass der Trade doch noch in die favorisierte Richtung läuft. Es macht mehr Sinn, den Trade möglich schnell zu beenden und das Geld woanders zu investieren. Wäre es ein Trade geworden, der nach Plan verläuft, wäre dieser sofort im Gewinn gewesen und hätte gute Chancen gehabt, einen großen Gewinn abzuwerfen. Diese Chancen sind nun geschrumpft.

Schauen wir uns den weiteren Verlauf an. Man zieht also den Stop-Loss nach und begrenzt damit weiter die Verluste. Der Trade wird innerhalb der Seitwärtszone ausgestoppt. Danach erholt sich die Aktie wieder. Na, würdest du dich nun ärgern? Man würde sich wahrscheinlich weniger ärgern, weil man diese nächste Bewegung nicht mehr sieht. Die Scanner hätten diese nicht mehr erfasst und damit wäre der weitere Verlauf unsichtbar. Aber immerhin: Es bleibt vielleicht nur ein Verlust von 0,7R statt 1R. Der Verlust ist minimiert und es ist wieder freies Kapital für einen besseren Trade der 40-50% der Trades, die Gewinne von 3-6R abwerfen, verfügbar. Außerdem hindert es ja niemand, falls ein neues Setup in der Aktie auftaucht, wieder eine Position zu eröffnen.

Charts lesen lernen: Nachgezogener Stop-Loss.
Charts lesen lernen: Deutsche Post mit Stop-Loss.

Schauen wir uns nun an, wie der Trade weiterverlaufen sein könnte. Wenn ich den erwarteten Verlauf von oben ins Gedächtnis rufe, ist man schon weit davon entfernt. Anstatt, dass der Trade schnell nach oben verläuft, ohne große Volatilität, verläuft er Seitwärts mit großer Volatilität. Nun schleppt man sich mit diesem Trade voran und möchte doch eigentlich gerne etwas anderes: Nämlich, dass er nach den Erwartungen verläuft.

Stell dir nun vor, dass der Trade nach dem neuen, kurzfristigen Hoch (Swing-High) wieder zurückgekommen wäre und hätte den vorherigen Stop-Loss gerissen. Hier hätte man einen Verlust von 1R realisiert und das Kapital wäre noch länger gebunden. Vielleicht hätte man dadurch eine andere tolle Chance nicht wahrnehmen können. Wenn man sogar den „gefühlsmäßig richtigen“ Stop-Loss gewählt hätte, hätte man noch mehr Zeit zugebracht. Eine schreckliche Vorstellung

Charts lesen lernen: Verlusttrade
Charts lesen lernen: Deutsche Post als Verlusttrade.

Charts lesen lernen: Erkenne, wann es Zeit ist, den Trade zu beenden.

Ich will deutlich machen, wie wichtig es ist, sich mehr mit der rechten, also zukünftigen Seite des Charts, zu beschäftigen. Es ist wichtig zu erkennen, wann ein Setup nicht mehr ideal verläuft und es an der Zeit ist, den Trade zu schließen. Die Erfahrung zeigt, dass es nur die idealen Verläufe sind, die große Gewinne bringen. Die Trades, die von Anfang an in den Gewinn laufen und sich ganz nach unserer Erwartung verhalten. Wenn ich einmal weiß, wie der ideale Verlauf ist, kann ich mich darauf konzentrieren, das Maximum aus diesen Trades heraus zu holen.

Ein kleines einfaches Beispiel:

  • Gewinne und Verluste mit einem Trademanagement, welches nicht konsequent auf die Trades mit idealen Verläufen ausgerichtet ist: +0,3R, -1R, -1R, +1,3R, -1R, +0,5R, -1R, -0,4R, +6R, -1R = +2,7R bei 4 Gewinnern und 6 Verlierer.
  • Gewinne und Verlust mit der Konzentration das Maximum aus den idealen Trades herauszuholen: -0,1R, -0,7R, -1R, +1,7R, -0,8R, -0,1R, -1R, +0,3R, +5,5R, -0,8R = 3,1R bei 3 Gewinnern und 7 Verlierer.

Was ist innerhalb der fiktiven Reihen passiert? Bei der zweiten Reihe sind die Verluste einfach kleiner, da die Stop-Loss aggressiver nachgezogen wurden und nur die Trades, die wirklich ideal verliefen, laufen gelassen wurden. Somit werden Gewinne maximiert.

Dies ist natürlich nur ein sehr simples Beispiel und sicherlich wäre dies in einer Vielzahl anderer Berechnungen anders, aber es verdeutlicht wie wichtig es ist, sich auf die Gewinner zu konzentrieren und daran zu arbeiten, diese auszubauen. Dazu gibt es eine Vielzahl von Methoden. Hat man erst einmal eine Strategie entworfen, die nachhaltige gute Renditen ermöglicht, kann man das Risiko erhöhen und somit das Kapital noch stärker maximieren.


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© Copyright 2015 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger

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