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Ergänzung zum Artikel „Trading: Warum wir im Trading Regeln benötigen …“

Wir können das schnelle Gehirn auch im Trading nutzen. Doch es ist nicht in der Lage in Wahrscheinlichkeiten über einen langen Zeitraum zu denken.
Im letzten Artikel habe ich über den Unterschied des schnellen zum langsamen Gehirn geschrieben. Ich bin der Meinung, dass man feste Regeln beim Trading benötigt, damit man aktiv das langsamere Gehirn anspricht.

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Ich möchte noch etwas zum letzten Artikel ergänzen, denn der Artikel klang so, als benötige man das schnelle Gehirn nicht zum Trading. Dem ist aber nicht ganz so …

Beispielsweise wüsste das schnelle Gehirn sofort, dass man bei Feuer weglaufen soll. Das wissen wir instinktiv.

Das schnelle Gehirn ist wirklich schnell. Es kann Informationen in einem Bruchteil einer Sekunde verarbeiten und Rückschlüsse ziehen. Das ist für den Menschen wichtig gewesen, um evolutionär zu überleben. Genau aus diesem Grund ist das schnelle Gehirn darauf trainiert, Gefahren zu erkennen, Menschen zu unterscheiden und grobe Entscheidungen zu treffen. Beispielsweise wüsste das schnelle Gehirn sofort, dass man bei Feuer weglaufen soll. Das wissen wir instinktiv.

Doch das schnelle Gehirn kann nicht zwischen der Bedrohung eines Feuers und einem Tradingverlust unterscheiden. Eine Reihe von Verlusten im Trading fühlt sich wie eine Bedrohung des eigenen Lebens an. Das schnelle Gehirn lernt auch sehr schnell hinzu, da Emotionen als Verstärker wirken. Dies führt zu Selbstsabotage im Trading.

Das schnelle Gehirn kann nicht in Wahrscheinlichkeiten über einen langen Zeitraum denken.

Nimmt ein man ein Trendfolgesystem mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 40%, bedeutet dies, dass man statistisch sehr oft in Folge verlieren kann. Das schnelle Gehirn lernt schnell, dass ein Tradingmuster mehrmals ins Folge nicht funktioniert hat und empfindet diese Situation als bedrohlich. Das ist der Grund, warum wir uns selbst betrügen. Das schnelle Gehirn kann nicht in Wahrscheinlichkeiten über einen langen Zeitraum denken. Das Muster, welches vielleicht 10 mal in Folge nicht funktioniert hat, funktioniert gut in einer Reihe von vielleicht 500 oder 1000 Trades.

Genau dies können wir auch im Trading nutzen: Zur Mustererkennung.

Für andere Dinge, wie z.B. einen Ball fangen, Bedrohungen des Lebens, Gesichter in einer Menschenmenge erkennen, funktioniert das schnelle Gehirn sehr gut. Genau dies können wir auch im Trading nutzen: Zur Mustererkennung. Ich bin durchaus in der Lage, mir täglich hunderte Charts innerhalb weniger Minuten durchzuschauen und hieraus eine Liste von Tradingkandidaten zu generieren. Das schnelle Gehirn hilft mir hierbei. Doch ich bin erst in der Lage die Muster und Wahrscheinlichkeit der Marktsituation richtig zu beurteilen, wenn ich das langsame Gehirn hinzunehme.

Es gibt auch Menschen, die außerordentliche Fähigkeiten besitzen, sogenannte Savants. Bei diesen Menschen funktioniert das Gehirn oft ein Stück anders als bei den restlichen Menschen, wodurch sie geniale Fähigkeiten besitzen, doch bei anderen Aufgaben Probleme haben. Ihr Gehirn kann oft Regionen intensiver oder anders nutzen. Es ist durchaus möglich mit dem Teil des Gehirns, der für dies Gesichtserkennung zuständig ist, Mathematikaufgaben zu lösen. Doch wie gesagt, diese Fähigkeit bleibt der Masse versperrt.

Ich bin der Überzeugung, dass man die Zusammenhänge im Gehirn verstehen muss, um erfolgreiche Methoden zu entwerfen.

Das langsame Gehirn kann berechnen. Es ist in der Lage Rechnungen und Gleichungen zu beantworten und hieraus Rückschlüsse zu ziehen, was rational richtiger wäre. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir auch die rationale Lösung umsetzen. Dies hängt davon ab, ob sich das schnelle Gehirn durchsetzt. Aber dennoch sind wir in der Lage mit unserem langsamen Gehirn Einfluss auf das schnelle Gehirn auszuüben, in dem man es überzeugt. Sei es durch Argumente oder Methoden. Beispielsweise nutze ich Checklisten in meinem Tradingtagebuch zur Bewertung der Marksituation und auch zur Beurteilung einzelner Trades. Genauso habe ich für jeden Trade einen vorher kalkulierten Plan und feste Regeln für Entry, Exit und Trademanagement.

Über das Thema könnte man stundenlang weiter schreiben. Ich bin der Überzeugung, dass man die Zusammenhänge im Gehirn verstehen muss, um erfolgreiche Methoden zu entwerfen. Das Verständnis des schnellen und langsamen Gehirns sind ein erster Schritt in die Richtung.

 

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