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Gedanken: Was machen wir mit unseren Sorgenkindern?

Die Krise ist noch lange nicht vorbei. Weder in den südlichen, noch in den nördlichen Ländern ist die Krise bewältigt oder wir haben große Fortschritte gemacht. Zwar geht es den nördlichen Ländern im Vergleich besser, jedoch kommende die Probleme noch auf sie zu. Vor allem die lahmende Wirtschaft und die schwere Aufgabe der Schuldentilgung der eigenen und der der Partner werden zukünftig uns weiterhin beschäftigen. Da helfen auch die Hilfestellungen der EZB nichts. Diese große Bad-Bank ist schließlich Eigentum der Staaten und somit müssten auch die nordischen Staaten bei einem Schuldenschnitt der südlichen aktiv werden. Lösungen für die Krise gibt es sicherlich und diese sind ökonomisch betrachtet auch richtig, aber manchmal muss auch der Ökonom zugeben, dass die politischen Konsequenzen zu groß werden. Der Ausschluss eines Landes aus dem Euro lässt sich immer leicht sagen und auch begründen, aber wäre dem Land und den Menschen damit geholfen? Jahrelanges Misswirtschaften der Politiker und die Entziehung der Verantwortung der Gläubiger darf nicht zu lasten des Volkes gehen. Auch dies ist wiederum einfach zu sagen, da schließlich das Volk auch eine Schuld trifft. Jahrelang haben sie sich nicht um die Politik und die Probleme des Landes gekümmert. Dieses Problem haben wir auch in Deutschland. Aber es sind schließlich nicht Schulden einer Politiker-Kaste in Berlin oder Athen, sondern es sind Schulden des Volkes die uns belasten. Gerade in Südeuropa hat die Bevölkerung jahrelang davon profitiert durch z.B. überhöhte Löhen und Renten. Eine Bevölkerung einer Volkswirtschaft darf nur soviel verdienen wie sie auch produziert. Passen diese beiden Seiten nicht mehr zusammen, führt dies über kurz oder lang in die Krise. Denn dieses Gap zwischen eigentlicher und gelebter Realität muss durch Kredite überbrückt werden. Dies bekommt nun die Bevölkerung auch hart zu spüren.

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Doch wie soll man weiter vorgehen? Es ist unwahrscheinlich, dass die Schuldenberge jemals zurückgezahlt werden. Die Last und die Summe ist einfach zu groß und es ist zu verlockend die Schulden nach einer Zeit einfach an die nächste Regierung weiterzugeben. Inflation wird in Zukunft wahrscheinlich aufgrund der schwachen Wirtschaft einfach nicht zu haben sein. Im Gegenteil, es läuft eher auf einen Rückgang der Wirtschaft und damit der Preise hinaus. Zerfall des Euros? Es wäre einfach zu teuer und würde die Länder in eine schwerere Krise fallen lassen. Gerade Deutschland wäre hart getroffen und es würde Millionen von Arbeitsplätzen kosten. Schuldenschnitt? Dies wäre sicherlich eine der besten Konsequenzen, aber schwer durchzusetzen. Die Gläubiger wollen sich nicht zwangsenteignen lassen. Dabei sind sie aber in der Verantwortung. Sie haben schließlich dieses Risiko übernommen und sich auch teilweise dagegen versichert. Doch ein Schuldenschnitt würde sofort ein weiteres Problem erzeugen: Bankenkrise Teil 2. Viele Finanzdienstleister und Banken haben noch Bestände, wenn auch nur geringe, an Schuldtiteln aus den südlichen Ländern. Somit hätten wir Bilanzlücken bei den Banken zu füllen. Zudem bleibt da noch das Problem mit der EZB. Um diese gigantische Bilanzlücke, die bei einem Schuldenschnitt entstehen würde, zu schließen, müsste der Steuerzahler ran und Deutschland müsste dafür neue Schulden aufnehmen. Es würde also eine Umverteilung über EZB von den reicheren zu den ärmeren Ländern stattfinden. Auch würden alle Länder das Vertrauen an den Kapitalmärkten absolut verlieren und keine Kredite mehr bekommen. Dann müssten die anderen Staaten wieder einspringen und Kreidte gewähren. Man sieht also was für ein Teufelskreis dies ist. In einer ähnlichen Situation befinden wir uns bereits, jedoch noch nicht offiziell. Am Schluss bleiben die reicheren Länder Europas sowieso wieder auf den Schulden der ärmeren sitzen, egal bei welcher Methode zur Lösung.

Doch genau dies ist es, was wahrscheinlich unvermeidbar ist und von der Politik offen angegangen werden sollte. Die Politiker müssten diese langfristigen Konsequenzen offen kommunizieren und dem Volk vermitteln. Das Volk weiß, bis auf einige Ausnahmen, wie wichtig Europa und der Verbund für Deutschland ist. Die Kanzlerin hat dies immer wieder offen gesagt und auch Umfragen zeigen dies. Wir müssen anfangen uns mit der Realität auseinanderzusetzen und offen über die Konsequenzen der Krise zu sprechen. Auch könnte durch eine direkte Kommunikation gegenüber dem Volk ein Schuldenschnitt durchgerungen werden und die Gläubiger endlich zur Rechenschaft gezogen werden. Ebenfalls würden dann die Aktionäre der Gläubiger aufwachen und vielleicht ihre Institutionen auf deren Risiko- und Anlagemanagement hin überprüfen.

Ich persönlich halte die aktuelle Lage in den südlichen Ländern für sehr gefährlich für unseren Zusammenhalt in Europa. Die Menschen verarmen zunehmend und aus Armut wird Wut geboren. Wenn der Mensch in eine aussichtslose Lage gerät und seine Grundbedürfnisse nicht mehr befriedigen kann, wird er viel dafür tuen. Die letzten Wahlen in Griechenland haben es gezeigt: Die Verführung von Demagogen wird angenommen. Rechtsradikale und Linksradikale werden stärker, während freiheitliche und demokratische Parteien schwächer werden. Und dies wird nur der Anfang sein. Je mehr die Lage in den Ländern den Bach runter geht, desto mehr Potential ist für die Freiheitsverachter übrig. Genau deshalb sollte es auch in unseren Interesse sein, den Menschen zu helfen. In unserem Falle wird dies mehr durch Schuldentilgung und Beratung als durch Essenspakete geschehen, aber es wird notwendig sein und Europa stärken. Denn wir müssen immer daran denken, was Europa im Kerngedanken ist: Freiheit, Frieden und Wohlstand. Diese drei Grundprinzipien drohen zu kippen, wenn das Verhältnis zu unterschiedlich in den Ländern ist. Da kann man noch so viel ökonomisch begründen oder argumentieren. Letztendlich ist es allen freiheitlichen demokratischen Kräften gemein, dass diese Grundprinzipien unser Bestreben sind. Ich hoffe, dass die Politik dies auch wieder wahrnimmt und offen auf das Volk zugeht und dies ihnen vermittelt.

Foto: George Laoutaris by CC BY-ND 2.0

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