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Gleitende Durchschnitte - Trendfolge-Indikatoren

Gleitende Durchschnitte – Beliebteste Trendfolge-Indikatoren – Teil 1

Im Teil 1 geht es um gleitende Durchschnitte. Sie sind beliebt, einfach und vielseitig. Im Artikel erfährst du, wie man sie anwendet, welche die beliebtesten Werte sind und wie Trading-Signale generiert werden …
Mit diesem Artikel startet eine neue Serie im TRADING BLOG zum Thema „beliebteste Trendfolge-Indikatoren“. Insgesamt werden 5 Indikatoren vorgestellt.

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Im Blog habe ich bereits einiges über gleitende Durchschnitte geschrieben. Sie sind eine der beliebtesten Indikatoren, weil sie einfach zu verstehen sind und viele Anwendungen ermöglichen. Die beiden beliebtesten Einsatzmöglichkeiten sind:

  • Feststellen, ob ein Trend vorliegt.
  • Trading-Signale generieren.

Im Bereich der Trendfolge haben gleitende Durchschnitte eine lange Vergangenheit. Sie waren sehr einfach zu berechnen, als es noch keine Computer gab und Charts von Hand gezeichnet wurden. Als die Computer Einzug in das Trading erhielten, wurden immer komplexere Berechnungen möglich. So gibt es heute unzählige Arten von gleitenden Durchschnitten. Die beliebtesten sind jedoch:

  • Einfacher gleitender Durchschnitt (SMA): Hier wird jeder Datenpunkt gleich gewichtet. Dieser gleitende Durchschnitt reagiert nur langsam auf Veränderungen. Gerade bei den Werten 50 und 200 wird er jedoch häufig eingesetzt.
  • Exponentiell gleitender Durchschnitt (EMA): Dieser gleitende Durchschnitt hat einen großen Vorteil. Durch die hohe Gewichtung der letzten Datenpunkte reagiert er sehr schnell auf Veränderung. Er liegt sozusagen nahe am Preis. Diese Art von gleitenden Durchschnitten wird vor allem für kürzere Werte eingesetzt, z.B. 5, 10, 20. Aber auch 50 und 200 finden viele Anwender.
  • Gewichteter gleitender Durchschnitt (WMA): Die gewichtete Variante ist eine Mischung aus den beiden ersten. Die Gewichtung steigt bei dieser Variante nicht exponentiell, sondern linear an. Die letzten Kursdaten erhalten ein höheres Gewicht. Der gewichtete gleitende Durchschnitt liegt sehr nah am Kurs.
Unterschiedliche gleitende Durchschnitte: EMA, WMA, SMA.
Im Bild sieht man die verschiedenen gleitenden Durchschnitte: Gewichteter gleitender Durchschnitt (WMA), exponentiell gleitender Durchschnitt (EMA) und einfacher gleitender Durchschnitt (SMA).

Neben diesen obigen 3 Varianten gibt es noch unzählige weitere. Sie sind oft nur Weiterentwicklungen, vor allem in der Glättung der Kurse.

Man kann jedoch nicht sagen, dass die eine Variante besser ist als die andere. Es hängt stark vom Einsatzzweck und Glauben ab. Dennoch lässt sich feststellen, dass der exponentiell gleitende Durchschnitt Vorteile bietet, da er die letzten Kursdaten am höchsten gewichtet.

Gleitende Durchschnitte zur Trendbestimmung

Viele Trader setzen gleitende Durchschnitte zur Bestimmung eines Trends ein. Es ist sehr simpel und auch für Anfänger leicht zu verstehen:

  • Liegt der Preis oberhalb des gleitenden Durchschnitts, liegt ein Aufwärtstrend vor.
  • Liegt der Preis unterhalb des gleitenden Durchschnitts, liegt ein Abwärtstrend vor.

Doch diese Betrachtung führt auch zu vielen Fehlannahmen. Was passiert, wenn der Preis seitwärts läuft, aber trotzdem oberhalb des gleitenden Durchschnitts liegt? Dies ist noch kein Signal für einen Trend!

Trendbestimmung und Steigung gleitender Durchschnitte.
Liegt der Preis unterhalb des gleitenden Durchschnitts, liegt ein Abwärtstrend vor. Liegt er oberhalb, so liegt ein Aufwärtstrend vor. Die Steigung des gleitenden Durchschnitts zeigt das Momentum der Preisbewegung.

Die Steigung eines gleitenden Durchschnitts ist wichtig

Aus dem oben genannten Grund ist es wichtig, auf die Steigung des gleitenden Durchschnitts zu achten. Gleitende Durchschnitte steigen, wenn auch der Preis über die definierte Periode steigt. Somit kann davon ausgegangen werden, dass ein Trend vorliegt, wenn der gleitende Durchschnitt ansteigt. Ich halte dies sogar für das ausschlaggebendste Kriterium. Zur Not hilft auch ein Blick auf den Chart.

Was sind die beliebtesten Werte für die Trendbestimmung?

Jeder Trader sollte natürlich seine eigenen Werte haben, die zu seinem Trading-System passen. Dennoch erfreuen sich einige Werte hoher Beliebtheit und werden von vielen Tradern genutzt. Oftmals kann man schon meinen, dass es an selbsterfüllender Prophezeiung grenzt. Die beliebtesten Werte sind:

  • 20 für kurzfristige Trends
  • 50 für mittelfristige Trends
  • 200 für langfristige Trends.

Bestätigung durch Kreuzen gleitender Durchschnitte

Um nicht jedes Kreuzes des Preises mit einem gleitenden Durchschnitts als Trends zu stehen, haben sich weitere Filter bewährt. Einige Trader nutzen Chart-Muster zur Bestätigung, z.B. ein höheres Tief/Hoch. Aber auch das Hinzufügen eines oder mehrerer gleitender Durchschnitte hat sich bewährt. Dieses hat den Vorteil, dass die Steigung eines gleitenden Durchschnitts miteinbezogen wird.

Oftmals sieht man Trader, die Kombinationen von 10/20, 20/50, 50/100, 50/200 nutzen. Es gibt auch Trader, die gleich mehrere gleitende Durchschnitte einsetzen, z.B. 10/20/50 oder 20/50/100/200. Dies gibt natürlich mehr Sicherheit und hat den großen Vorteil, dass das Momentum eines Trends ersichtlich wird.

Kreuzen gleitender Durchschnitte und Momentum.
Die Kreuzungen der gleitenden Durchschnitte bestätigen den Trend besser. Mit mehreren Durchschnitten sieht man zudem das Momentum gut.

Trading-Signale mit gleitenden Durchschnitten

Der Vorteil der Signalgenerierung mit gleitenden Durchschnitten ist, dass sie ein klares Signal geben. Es gibt keine Interpretation. Entweder liegt ein Signal vor oder nicht. Die am häufigsten genutzten Varianten der Trading-Signalgenerierung mit gleitenden Durchschnitten sind:

  • Preis kreuzt gleitenden Durchschnitt: Hierbei ist der Preis entweder höher oder tiefer dem gleitenden Durchschnitt und gibt somit ein Long oder Short-Signal.
  • Gleitender Durchschnitt kreuzt gleitenden Durchschnitt: In dieser Variante kreuzt ein kürzerer gleitender Durchschnitt einen längeren. Ebenfalls sind Long- und Short-Signale möglich.
  • Preisrücksetzer auf gleitenden Durchschnitt: Hierbei wird die Situation ausgenutzt, dass viele Trader Positionen in der nähe von gleitenden Durchschnitten aufbauen. Ein Preisrücksetzer endet oft an einem gleitenden Durchschnitt. Liegt ein kräftiger langfristiger, Trend vor, wird dieser oft nach einem kurzen Rücksetzer wieder fortgesetzt.
Trading-Signale durch gleitende Durchschnitte erzeugt.
Sowohl das kreuzen als auch ein Rücksetzer können bei gleitenden Durchschnitten zu Trading-Signalen führen.

So einfach diese beiden Varianten klingen, sie werden von den größten Tradern, CTAs und Hedge-Funds der Welt eingesetzt. Ein Fond oder CTA, der mehrere Millionen oder Millarden verwaltet, nutzt oft verschiedenste Kombinationen der Signale und hat somit oft mehrere hundert Trading-Systeme im Einsatz.

Wie bei allen Trendfolge-Systemem haben auch die oben genannten Signale Probleme in Seitwärtsphasen. Hier werden oft andere Indikatoren hinzugefügt, um die Signale in Seitwärtsphasen zu unterdrücken. Wenn man das richtige Mindset hat, kann das kreuzen von zwei gleitenden Durchschnitten ein kraftvolles Signal darstellen. Gerade in mittel- und langfristigen Trading-Systemen haben sie sich bewährt.

Fazit

Man kann in diesem Artikel nicht alle Anwendungsgebiete gleitender Durchschnitt darlegen. Neben den obigen Gebieten, werden gleitende Durchschnitte auch bei anderen Indikatoren, Aktienscannern bzw. Screenern und als Stop-Loss eingesetzt.

Als Trader sollte man sich auf jeden Fall intensiv mit gleitenden Durchschnitten beschäftigen. Sie geben einem wertvolle Informationen und lassen sich gut in andere Trading-Systeme integrieren, um bestehende Probleme zu lösen. Auch sind sie eine wertvolle Hilfe für die Erstellung von neuen Trading-Systemen.

Verpasse nicht den Teil 2 der Serie. Er wird dem beliebten MACD Indikator gewidmet.


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Fotos: Pixabay

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