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Hoffnung im Trading vernebelt die Sinne

Im Trading gibt es zwei Arten der Hoffnung: Vor und während einem Trade …
Das Wort „hoffen“ kommt laut Wikipedia aus dem Mittelniederdeutschen von dem Wort „hopen“ und kann mit hüpfen oder zappeln wiedergeben werden. Es gibt daneben noch andere Herkunftsvermutungen, aber der angegebene Ursprung von Wikipedia beschreibt den gefühlten Zustand doch sehr gut.

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Im Trading gibt es zwei Arten von Hoffnung: Die vor einem Trade und die während eines Trades. Beide sind sehr gefährlich, da die Hoffnung oft stärker ist als die Vernunft. Hoffnung lässt uns Regeln umgehen, brechen oder sogar blind werden. Wenn wir hoffen, dann haben wir einen möglichen positiven Zustand vor Augen, ohne zu wissen, ob dieser überhaupt eintrifft. Es ist sozusagen eine positive Spekulation, bei der man das Risiko ausblendet.

Der Trader blendet die Realität aus und konzentriert sich auf etwas, was noch nicht eingetreten ist.

Die Hoffnung vor dem Trade lässt einen an den großen Gewinn glauben. Man hat die Erwartung, dass der Trade, den man gerade eingeht, der eine große Gewinner ist und man bekommt Angst, ihn zu verpassen. Dies verleitet einen dazu, Trades einzugehen, die nicht regelkonform sind oder nicht dem eigenen Risikomanagement entsprechen.

Ist man bereits in einem Trade, der sich im Minus befindet und hofft, dass der Trade dreht und doch für einen positiv verläuft, dann ist es die Hoffnung während eines Trades. Diese ist genauso problematisch, weil das eigene Verhalten nicht zu dem in den Regeln definierten passt. Der Trader blendet die Realität aus und konzentriert sich auf etwas, was noch nicht eingetreten ist. Er ist nicht mehr auf das hier und jetzt konzentriert, sondern auf einen fiktiven Zukunftszustand und wir wissen alle: Die Zukunft vorherzusehen ist unmöglich. Ein Trader muss im hier und jetzt leben und handeln.

Dazu muss man natürlich die Überzeugung und die Disziplin aufbringen.

Wie kann man diese beiden Herausforderungen meistern? Ich persönlich finde die erste Herausforderung schwieriger als die zweite. Dies mag vielleicht an meiner Persönlichkeit liegen, doch mit dem Risikomanagement einer Position hatte ich noch nie Probleme. Es ist sehr einfach aus einer Position auszusteigen: Man schließt sie einfach an der definierten Stelle. Dies geschieht automatisch durch einen Stop-Loss-Auftrag, den man einmal einstellt und nicht mehr verändert. Dazu muss man natürlich die Überzeugung und die Disziplin aufbringen.

Die erste Herausforderung, die Hoffnung vor einem Trade, fällt mir schwerer anzugehen. Warum das so ist, habe ich noch nicht voll ergründet. Mag es Gier sein, die Lust zu Gewinnen oder die Angst etwas zu verpassen, diese Ängste und Begierden können auch kombiniert auftreten. Was hilft hier? Sicherlich hilft hier eine Checkliste, die man vor jedem Trade anwendet. Doch man muss vor allem an seiner eigenen Trading-Auffassung arbeiten. Man muss es akzeptieren, Trades zu verpassen und langfristig zu denken; man muss Trading als ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten und nicht des Ausgangs des einzelnen Trades begreifen. Dann muss man den Mut und die Charakterzüge haben, diesen Plan und die eigene Überzeugung durchzuziehen, sei die aktuell gesehene Trading-Chance auch noch zu verlocken (in dem Moment). Daneben benötigt man auch präzise Regeln, was einen gültigen Trade ausmacht. Doch auch hier liegt eine Schwierigkeit: Beschreibt man die Regeln zu detailliert, läuft man Gefahr, dass man zu wenig Trades annimmt; beschreibt man sie zu grob, dann gehen zu viele schlechte Trades durch. Hier ist sicherlich der Mittelweg, der auf Erfahrung und Tests basiert, richtig.

Wie fühlt man sich in den beiden Momenten: Vor einem Trade und während eines Trades, wenn man Hoffnung spürt? Nervös, zappelig und unruhig? Das kann schon ein Warnzeichen sein, dass etwas nicht stimmt. Wenn man fühlt, dass man eigentlich etwas anderes tun sollte, als man gerade macht, hat man einen ersten Schritt gemacht. Man nimmt die Situation wahr. Nun muss es einem nur noch gelingen, dass man richtig handelt: Ohne Hoffnung, unvoreingenommen, ruhig und bestimmt. Manchmal muss man nur ein Detail in seinem täglichen Tradingprozess verändern, damit man auch diese Herausforderung meistert.

© Copyright 2018 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger
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