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Meinung: Kurzfristige Aktionen der Politik bringen kurzfristige Reaktionen an den Märkten!

Wer glaubt, dass man mit kurzfristigen Manipulationen der Märkte langfristige Erfolge feiern kann, der irrt sich gewaltig. Zur Zeit wird in den Medien spekuliert, ob die EZB wieder Anleihen der Krisenstaaten kauft. Diesmal wahrscheinlich im großen Stil. Welche Begründung sie sich dafür einfallen lässt, ist noch nicht klar. Evtl. wird es wieder auf Probleme im Geldkreislauf geschoben. Die EZB ist die letzte Chance, die Zinsen wieder (kurzfristig) für die Krisenstaaten zu drücken. Die Staatskassen der Geberländer sind bereits leer und ein neues Rettungspaket lässt sich nicht schnell genug organisieren. Der Druck aus dem Inland der Geberländer ist dafür zu hoch. Der ESM ist noch nicht einsatzbereit. Krisenmanagementprobleme … So etwas kennt man ja in Deutschland z.B. vom neuem Berliner Flughafen. Aber werden die Mediengerüchte auch durch Taten bestätigt? Wird die EZB wirklich wieder aktiv? Oder handelt es sich nur um gezielt gestreute Gerüchte durch subjektiv gedeutete Aussagen von Draghi? Eine Wirkung an den Märkten hat es gezeigt. Die Zinsen sinken, die Börsen fangen an, dieses Gerücht einzupreisen. Aber es handelt sich lediglich um kurzfristige Reaktion auf ein Gerücht einer kurzfristigen Aktion der EZB. Das Hauptproblem ist doch, dass es massiv Verkäufer von Anleihen der Krisenstaaten gibt und keine Käufer. Grundsätzlich hat sich doch nichts im Markt geändert. Im Gegenteil: Die Situation in den Krisenstaaten verschlechtert sich sogar noch. Wer glaubt denn da wirklich, dass die EZB eine Wende hervorrufen kann? Die Verkäufer werden sich bedanken und bei höheren Anleihenkursen weiter verkaufen und die EZB-Bad-Bank wird noch stärker belastet. Irgendwann wird auch die EZB aufgeben müssen und die Verkäufer werden sich durchsetzen. Schließlich handelt es sich nicht um kleine Spekulanten, sondern um Banken und Versicherungen, die zum Schutz ihrer Anleger und Aktionäre die Anleihen der Krisenstaaten verkaufen. Sie machen also genau das richtig – nur nicht was die Politik will. Die EZB wäre da ein willkommener Käufer für Titel in einem Markt, die niemand haben will! Also wer glaubt, dass es sich bei den geplanten EZB Käufen wirklich um gute Taten handelt, wird spätestens in wenigen Wochen merken, dass die Reaktion nur kurzfristig war. Die Aktienmärkte werden es auch zeigen. Beim nächsten aufstöhnen der Krisenländern dürfte auch den Großanlegern der Kragen platzen und Aktien werden wieder verkauft (trotz Anlagenotstand zur Renditengenerierung).

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Ebenfalls eine kurzfristige Aktion ist das Leerverkaufsverbot in Spanien und Italien. Spanien geht sogar soweit das komplette Aktienprogramm als Leerverkauf zu verbieten. Was bring’s? Wahrscheinlich nix. Verkauft werden wird trotzdem. Die Reaktion der aktuell short positionierten Anleger, die ihre Positionen zurückzukaufen, bringt aktuell eine kleine Kaufwelle. Doch der Kater danach wird umso schlimmer, da noch mehr Investoren die Titel verkaufen werden. Die Preise sind höher und da lohnt es sich umso mehr, die Schrott-Titel endlich loszuwerden. Zudem zeigt das Leerverkaufsverbot den Märkten, dass die Situation in den Ländern anscheinend schlimmer ist, als gedacht. Denn solche Maßnahmen werden normalerweise nur ergriffen, wenn etwas schlimmes bevorsteht bzw. die Situation bereits als katastrophal einzustufen ist. Die Politiker können aber mit den kurzgedachten Maßnahmen die waren Probleme für wenige Tage verschleiern. Letztendlich werden die Märkte recht behalten und auch die zur Zeit vom Leerverkaufsverbot betroffenen Titel werden weiter verkauft werden. Denn schließlich wollen dort genug Käufer ihre Positionen noch abstoßen!

Kurzfristige Aktionen bringen kurzfristige Reaktionen. Das ist so und das war bereits so. Dies Verhalten der Politik spiegelt sich in den nervösen Kursen wieder. Wenn die Politik dann die Märkte enttäuscht oder zu lange hinhält und nicht liefert, werden die Anleger enttäuscht reagieren und wieder verkaufen. Leider ist die Reaktion dann meist auch heftiger.
Für mich ist dies kein Problem. Wenn die Märkte sich für eine Richtung entscheiden, handele ich diese. Egal ob long oder short oder beides zugleich. Der Markt zeigt schließlich über die Preise, was zur Zeit gekauft/verkauft wird und dies ist die einzige Orientierung. Klar wird es in solch politisch dominierten Zeiten etwas wilder, aber es unterliegt jedem selber wie er sein Handelssystem darauf ausrichtet. Risiko runterfahren oder die Zeit einfach nutzen, evtl. sogar fernbleiben. Dies hängt vom individuellen System ab. Wichtig ist nur, sich nicht von Prognosen leiten zu lassen. Wer weiß, ob morgen jemand einen endgültigen Rettungsplan vorstellt oder Spanien pleite geht? Niemand! Doch die Marktteilnehmer werden reagieren und das ist was zählt. Dies ist auch mein Leitmotiv: Ich kann nicht wissen, was morgen ist. Ich weiß nur, was heute (oder vor x Minuten/Stunden) war. Wenn ein Preis steigt, hat dies einen Grund, den ich nicht kenne. Ich weiß nur, dass der Preis gestiegen ist und wie viel gekauft wurde. Das sind die einzigen Informationen, die ich benötige um eine Handelsentscheidung zu treffen. Alle Interpretation des politischen Geschehens mache ich aus dem Interesse am Geschehen an sich.

Foto: Davide „Dodo“ OlivaCC BY-SA 2.0

© Copyright 2015 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger

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