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Meinung: Negativer Einlagezins und das Gemaule der Sparer

Man muss sein Schicksal selber in die Hand nehmen!
Die Rettung naht, die EZB tut was, Draghi wird alles retten … Die EZB holt alles aus sich heraus, um die niedrige Inflation zu bekämpfen und deflationären Tendenzen entgegenzuwirken. Ich möchte diese Strategie nicht kommentieren. Sie ist mir ehrlich gesagt egal. Ich persönlich nehme mein finanzielles Schicksal selber in die Hand und schenke der EZB, Banken oder Politiker kein großes Vertrauen in Wirtschaftsfragen. Da mich aber das Thema generell interessiert, denke ich über mögliche Szenarien nach. Diese Gedanken haben keinen Einfluss auf meine Trading, sondern sind reines Interesse an Wirtschaft & Co. Jeder, der die Aktionen der EZB begrüßt sollte sich drei kritische Fragen stellen:

  1. Welche Mittel bleibt der EZB in Zukunft noch, um die Wirtschaft weiter am Leben zu halten?
  2. Was passiert, wenn Draghi und Co. beschließen, dass es Zeit ist, der Realität ins Auge zu sehen?
  3. Was passiert, wenn dem kranken Patient die Droge entzogen wird?
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Diese Gedankenspiele sind gut um einen kritischen Umgang mit diesen Herrschaften zu pflegen, aber sie können keine Grundlage für ein Spekulationsgeschäft sein. Weder Buy&Hold noch Contrarian.

Was mir persönlich ein wenig auf den Wecker geht ist das große Maulen der doch so armen Sparer. Natürlich ist es richtig, dass man kein Geld mehr auf seine Spareinlagen erhält und es ist sicherlich nicht korrekt, dass wenige Herren der EZB diese Zügel in der Hand haben. Aber bitte jeder sollte sich fragen: Warum bin ich nicht in der Lage vom meinem Sparbuch wegzuschauen?

Spätestens die Finanzkrise hat doch gezeigt, dass selbst Banken und damit Sparkonten keine sichere Geldanlage sind. Die Rettung zuletzt sind wir selber, denn mit unseren Steuergeldern retten wir die Banken und damit auch am Ende unsere eigenen Sparguthaben!

Es gibt auch andere Sparformen, die zwar nicht so bequem sind und blindes Vertrauen in Banken voraussetzen, aber dennoch Rendite abwerfen. Ich möchte mich hier nicht auf eine Form festlegen und eine Empfehlung aussprechen, aber neben Staats-/Unternehmensanleihen und Zertifikaten gibt es auch professionelle Kapitalverwalter. Gestern gerade schrieb ich einen Artikel zum Thema CTA/Hedge-Funds. Es stellt sich natürlich die Frage, ob meine Oma in einen CTA investieren sollte und ob sie das versteht. Wahrscheinlich nicht. Aber hier ist es sicherlich schon ein wenig zu spät. Interesse an Finanzen und Eigenverantwortung in dieser Frage müssen früh beginnen.

Politiker versuchen aktuell mit populistischen Gehabe aus den negativen Zinsen einen Vorteil zu ziehen. Das Thema kommt bei der Bevölkerung gut an. Anstatt das die Politiker Aufklärung betreiben, malen sie geistige Bilder, die jeder sehen möchte: Die bösen Finanz-Teufel! Selbst die EZB bleibt nicht verschont. Die Rufe nach einer politischen Lenkung der EZB werden lauter.

Aber auch der Europa-Spitzenkandidat Martin Schultz hat dieses Thema in seinem Wahlkampf genutzt. Er forderte sogar, dass Banken freiwillig mehr Zinsen zahlen und so der Bevölkerung etwas zurückgeben sollten. Einen größeren Blödsinn hatte ich bis dahin noch nicht gehört. Banken sollen freiwillig Verluste machen? Da einige Banken sogar uns Steuerzahlern gehören, sollten wir das größte Interesse haben, dass die Banken möglichst wenig für ihr Kapital ausgeben – also niedrige Zinsen zahlen. Es ist nur vernünftig, wenn Banken sich günstiger Geld bei der EZB in großen Massen leihen können, als bei den Sparern auf täglich verfügbaren Guthaben. Wahrscheinlich würde sogar dem Bankmanager, der dies nicht tut, in einem späteren Gerichtsverfahren, nach der Pleite einer Bank, „Handel nicht im Interesse des Unternehmens“ vorgeworfen.

Ein Wort noch zum Thema „Aktionäre sollten auf die Dividende verzichten und stattdessen die Dividende in besser Zinsen für Sparer stecken“. Zu allererst muss man wieder festhalten: Die verstaatlichten Banken zahlen ja Dividend an uns Steuerzahler … Aber davon abgesehen: Die Eigentümer einer Bank können mit ihrem Geld machen, was sie möchten. Banken sind in Privatbesitz und die Aufgabe einer Firma ist es Gewinne zu produzieren, um damit neue Produkte und Dienstleistungen zu finanzieren, die wiederum Gewinne abwerfen und uns Menschen zu Gute kommen. Es ist nicht Aufgabe privater Unternehmen, Sozialverein zu spielen. Die Eigentümer (also die Aktionäre) einer Bank könnten sich nur eine Frage stellen: Ist es sinnvoll, dass mein Unternehmen freiwillig höhere Zinsen zahlt, da es dann ein attraktiveres Produkt anbietet und somit neue Kunden gewinnt? Wenn die Frage mit „Ja“ beantwortet werden kann und die Kalkulation auch einen Gewinn für das Unternehmen ergibt, kann ein Unternehmen auch freiwillig höhere Zinsen zahlen. Der gesenkte Leitzins macht dieses Szenario allerdings unwahrscheinlicher …

Als Fazit bleibt nur eines übrig: Nehme dein Schicksal selber in die Hand. Man kann nicht Vorausahnen, wie sich die Wirtschaft in Zukunft verhält. Wer weiß, vielleicht werden die nächsten 10 Jahre genauso verlaufen oder es wird sogar schlimmer. Vielleicht wird aber auch alles besser … Es ist wichtig zu wissen, dass man auf die Gegebenheiten reagieren kann und sich aktiv mit den eigenen Finanzen auseinandersetzt. Trading ist ein Weg dahin.

Foto: European Parliament

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