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Messgröße im Trading - Das R-Konzept

5 Messgrößen beim Trading im Vergleich. Erfahre jetzt, warum das R-Konzept die beste Messgröße ist.

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Track-Records und Equity-Kurven sind immer spannend. Sie sind schließlich die Messgröße im Trading. Es gibt Trader, die gehen veröffentlichen ihre Ergebnisse und Trader, die halten sich lieber bedeckt. Beides ist völlig in Ordnung. Man sollte nur so viel Transparenz zeigen, wie einem selber gefällt.

Ist dir schon mal aufgefallen, dass Trader unterschiedliche Messgrößen für ihren Erfolg nutzen? Die bekanntesten, auf die man regelmäßig trifft sind:

  • Pips: Wie viele Pips hat ein Trader pro Monat/Woche oder Tag erwirtschaftet? Es ist die Messgröße im Forex-Markt.
  • Punkte: Diese wird vor allem bei Indizes benutzt. Ein Trader misst, wie viele Punkte eines Indizes er wirtschaftet hat.
  • Prozent: Um viel Prozent ist ein gehandeltes Wertpapier (Aktie, Zertifikat, Future) gestiegen oder gefallen?
  • Tick: Wie viele Bewegungseinheit hat ein Trader mitgenommen?
  • R: Wie viele Risikoeinheiten hat ein Trader erwirtschaftet?

Die oberen Messgrößen haben alle ihre Vor- und Nachteile. Doch gerade die ersten vier Größen vernachlässigen das Risiko beim Trading vollkommen. Die Ergebnisse dadurch sehen immer besser aus, als sie in Wirklichkeit sind. Warum das so ist und warum R die einzig interessante Größe ist, zeige ich dir weiter unten.

Pips: Die Kenngröße der Forex-Trader. Sind 1000 Pips pro Monat gut?

Die kleinste Bewegungen im Währungsmarkt nennen man Pip. Das steht für Percentage in Point oder auch Price Interest Point. Hiermit ist die Bewegung der 4. Stelle hinter dem Komma gemeint. Beim japanischen Yen ist die 2. Stelle hinter dem Komma gemeint.

Trader im Forex-Markt vergleichen sich immer in Pips. Doch das sagt alleine nichts aus. Was ist gemeint, wenn ein Trader 1000 Pips pro Monat erwirtschaftet? Nur, dass er ein scheinbar positives Ergebnis erwirtschaftet hat. Doch es sagt nichts darüber aus, wie hoch der tatsächliche monetäre Gewinn ist.

Ein Pip eines Währungspaares entspricht nicht immer der gleichen Menge an Geld. Jedes Währungspaar hat einen anderen Pip-Wert. So kann es z.B. sein, dass ein Trader im EUR/USD bei einem Gewinn von 50 Pips viel Geld verdient, während er bei 250 Pips in USD/ZAR nur sehr wenig Geld verdient.

Zudem sagt „1000 Pips“ nichts darüber aus, wie viel Risiko er dafür eingesetzt hat. Während er bei einem Trade z.B. das 2-fache seines Risikos erwirtschaftet hat, hat er bei einem anderen Trade nur das 0,5-fache erwirtschaftet.

Wenn du also einen Track-Record eines Forex-Traders siehst, frage ihn nach dem Ergebnis in R. Hiermit kann man eine bessere Aussage über den Erfolg treffen. Aber auch R ist keine perfekte Größe.

Punkte: Was sagen 200 DAX Punkte aus?

Auch hier kannst du nur feststellen, dass der Trader scheinbar ein positives Ergebnis erwirtschaftet hat. Vorausgesetzt, er hat immer dieselben Trading-Instrumente (z.B. CFD oder Future) genutzt. Hat er abweichende Trading-Instrumente genutzt, hat die Aussage „200 DAX Punkte“ keinen Wert. Warum? Weil der Punktwert bei einem Future-Kontrakt ein anderer ist als bei einem CFD.

Wenn du einen Trader siehst, der 200 DAX Punkte erwirtschaftet hat und dies mit einem Future-Kontakt von 25 EUR pro Punkt, kannst du davon ausgehen, dass er 5000 EUR verdient hat. Hat der Trader einen CFD mit einem Punktwert von 1 EUR genutzt, sind dies nur 200 EUR. Du siehst also, dass es einen Unterschied macht.

Ganz anders sieht es aus, wenn der Trader unterschiedliche Trading-Instrumente benutzt. Hier kann es sein, dass 200 DAX Punkte sogar ein negatives, monetäres Ergebnis bringen. Hat er beispielsweise 500 Punkte mit einem Punktwert von 1 EUR verdient und 300 Punkte Verlust mit einem Punktwert von 25 EUR gemacht, wäre dies ein negatives Ergebnis von -7000 EUR. Auch sagt die Größe Punkte nichts über das eingesetzt Risiko aus.

Prozent: Mein Depot liegt 13.000% vorne! Was ist damit gemeint?

Prozent ist eine Größe, die vor allem eins tun soll: Beeindrucken! Gerade Trader, die Hebelprodukte handeln oder Aktien, verwenden Prozent, um andere Trader oder potentielle Kunden zu beeindrucken. Die Aussage ist aber so gut wie wertlos.

Ein Trader, der Hebelprodukte (z.B. Knock-Outs oder Optionen) handelt, die einen sehr geringen Abstand zur Knock-Out-Barriere haben, sammelt schnell viele Prozente zusammen. Hier ein Knock-Out auf Silber, hier eins auf Platin und alle schon 75% im Plus! Das kann man öfter lesen, doch die entscheidende Frage ist: Wie groß ist die Position?

Wenn du ein Zertifikat, wie z.B. ein Knock-Out kaufst, ist deine Positionsgröße meist sehr gering. Vielleicht kaufst du eine Position im Wert von 200 EUR. Hier sind 75% Gewinn gerade mal 150 EUR. Klingt erst eimal viel. Rechnet man den Hebeleffekt heraus, beträgt der Gewinn aber vielleicht nur noch 5%.

Auch ein Aktientrader, der Penny-Stocks handelt oder Micro-Caps, kann schnell mit Prozent Eindruck machen. Eine Aktie, die über 10 Tage 1000% zulegt, sieht beeindruckend aus. Doch dies erzeugt erst richtig Gewinn, wenn die Position entsprechend groß ist. Trader, die erfahren sind und ein gutes Risikomanagement betreiben, haben auch bei einer Aktie mit 1000% nur eine sehr kleine Position.

Du siehst also: Prozent ist keine Größe, die verlässlich ist. Es kommt darauf an, wie groß die Position ist und was man für ein Risiko eingegangen ist.

Tick: Sind 300 Ticks viel oder wenig?

Ticks ist nichts anderes als eine andere Größe für die Bewegung eines Trading-Instruments. Im Prinzip ist sie völlig identisch mit Punkt oder Pips. Ticks werden mehr im Rohstoffsektor genutzt. Auch hier gibt es keinerlei Vergleichbarkeit. Ein Tick in einem Kakao-Kontrakt hat eine ganz andere Größe als bei einer Staatsanleihe oder einem Index.

Wenn du nun einen Trader beobachtest, der bei Twitter schreibt, er habe 300 Ticks verdient, solltest du zuerst „Womit?“ fragen. Dann kannst du schauen, ob er wirklich Geld damit verdient hat oder nicht. Wie oben schon bei Punkte geschrieben, kann eine Mischung von unterschiedlichen Trading-Instrumenten auch negative Ergebnisse hervorbringen.

Während der Future auf Weizen einen Tickwert von $12,5 besitzt, ist es bei T-Bond $31,25. Doch auch diese Werte sind nicht vergleichbar. Weizen bewegt sich mit 0,25 Punkt pro Tick, während der T-Bond 0,03125 Punkte pro Tick bewegt (1/32 pro Punkt). Du siehst also auch hier, dass man unter 300 Ticks alles Mögliche verstehen kann.

R: 5,5R pro Monat. Die beste Aussage, die du bekommen kannst.

Nun kommen wir zu einer Messgröße, die tatsächlich eine Aussage über die Profitabilität erlaubt. Einer der Großen Spezialisten für das R-Konzept ist Dr. Van Tharp. Doch was ist ein R?

Das R steht für Risikoeinheiten. Es bietet dir den großen Vorteil, dass es alle gehandelten Trading-Instrumente gleich schaltet und vergleichbar macht. Hierüber kannst du das Risiko in allen deinen Trades steuern und gleich halten.

Gewöhnlich verwendet ein Trader einen fixen Prozentsatz seines Kapitals als Risikoeinheit, z.B. 1%. Das heißt, dass eine Risikoeinheit bei einem Kapital von 10000 EUR gleich 100 EUR ist. Egal, welches Trading-Instrument der Trader einsetzt, sein geplantes Risiko im Verlustfall ist immer 100 EUR. Dies bedeutet auch, dass er Trading-Instrumente nicht handeln kann, die ein größeres Risiko als 100 EUR erzeugen (z.B. bestimmte Future-Kontrakte mit sehr hohem Tickwert).

Wenn du nun einen Trader beobachtest, der bei einem Aktien- und einem Future-Trade insgesamt 5,5R erwirtschaftet hat, kannst du einen Vergleich anstellen. In beiden Trading-Geschäften können unterschiedliche Tick-, Punkt oder Prozent-Werte vorliegen, R ist immer gleich. Wenn du nun für 1R 100 EUR annimmst, sind 5,5R = 550 EUR. Wird für 1R 5000 EUR verwendet, sind 5,5R = 27500 EUR.

Jeder Trader, der seine Gewinne und Verluste in R angibt, hat nicht das Ziel nach außen Eindruck zu machen. Ansonsten würde er andere Größen wählen, die einen besseren Eindruck machen.

Die Messgröße R ist nicht perfekt, doch das Beste, was man hat.

Leider hat die Verwendung von R auch Nachteile. Es gibt viele Trader, die den Wert einer Risikoeinheit variieren. Mal nehmen sie 1% ihres Kapitals, mal 0,5% oder sogar 2%. In diesem Fall ist es schwierig zu bemessen, wie viel Geld tatsächlich hinter z.B. 2,5R steht. Doch das ist im Zweifel nicht so wichtig. Man kann einfach seinen eigenen R-Wert einsetzen.

Ein weiterer Nachteil von R ist, dass es nicht zwingend eine Aussage über den monetären Gewinn/Verlust zulässt. Variiert ein Trader stark den monetären Wert einer Risikoeinheit, können +2,5R auch ein negatives Ergebnis bedeuten. Hat ein Trader z.B. einen Trade mit 3,5R abgeschlossen, könnte das bei 100 EUR pro R 350 EUR sein. Hat er nun bei einem anderen Trade pro R 500 EUR eingesetzt und 1R Verlust gemacht, bleibt als Ergebnis +2,5R übrig. Doch der monetäre Verlust sind -150 EUR.

Dennoch bin ich der Meinung, dass das R-Konzept das beste Messgrößen-Konzept für einen Vergleich ist. Hier sind einige Gründe dafür:

  • Vergleichbarkeit bei verschiedenen Trading-Instrumenten.
  • Das Risiko bei einem Trade wird miteinbezogen.
  • Du kannst deinen eigenen R-Wert einsetzen, um einen theoretischen Gewinn zu berechnen.

Fazit: Wie misst du deinen Trading-Erfolg?

Es gibt sicherlich keine perfekte Messgröße im Trading. Jede hat ihre Vor- und Nachteile. Doch R ist immer noch das Beste, was man zur Verfügung hat. Ich habe selber schon unzählige Track-Records von Tradern gesehen, die nach außen gut aussagen. Doch, wenn man sie in einem anderen Licht betrachtet hat, waren die Ergebnisse nicht mehr so toll.

Vielleicht ist dir schon als aufmerksamer Leser aufgefallen, dass eine Messgröße oben fehlt. Der Geldbetrag. Am Ende steht hinter jedem Trade ein Geldbetrag. Egal, ob dieser positiv oder negativ ist. Doch die meisten Trader geben diese Größe nirgendwo an. Es ist auch nachvollziehbar, dass niemand bei Facebook oder Twitter postet: „Ich habe gerade 25000 EUR verloren“. Zudem ist Geld nicht die entscheidende Größe, auf die man schauen sollte. 25000 EUR viel bei einem Trading-Konto, welches 50000 EUR groß ist. Hat man ein Konto mit 10 Mio. EUR, sind 25000 EUR nicht so viel. Auch hier sagt R mehr aus, denn es stellt den Gewinn dem Risiko gegenüber.


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