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RSI Indikator für Chartanalyse

RSI-Indikator – Beliebteste Trendfolge-Indikatoren – Teil 4

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In diesem Artikel stelle ich euch den RSI-Indikator vor. Vielleicht hast du schon die vorherigen Artikel der Serie „Die beliebtesten Trendfolge-Indikatoren“ gelesen. Im ersten Teil ging es um gleitende Durchschnitte, im zweiten Teil um den MACD Indikator und im dritten Teil um den Keltner Kanal.

RSI-Indikator: Der geniale Erfinder Welles Wilder

Der Erfinder des RSI-Indikators ist Welles Wilder, der weitere viele bekannte Trading-Indikatoren entwickelt hat: U.a. Average True Range, DMI, PSAR, ADX. Er hat RSI-Indikator 1978 entwickeln und in seinem bekannten Buch „New Concepts in technical Trading Systems*“ vorgestellt. Wer einmal sehen möchte, wie Trader in den Anfängen der Computerzeit vorgegangen sind, sollte sich dieses Buch zulegen!

Die Abkürzung RSI steht für „Relative Strength Index„, was wiederum mit „Relative Stärke Index“ übersetzt werden kann. Doch der RSI-Indikator hat mit dem bekannten Konzept der relative Stärke wenig gemeinsam. Bei diesem Konzept werden verschiedene Aktien mit ihrem Index vergleichen und festgestellt, welche stärker oder schwächer als der Index performt. Doch der RSI wird für etwas anderes verwendet.

Der RSI-Indikator zählt zu den Momentum-Indikatoren und Oszillatoren. Ein Momentum-Indikator zeigt dir an, wie schnell sich ein Wert bewegt. Damit kannst du die Beschleunigung beobachten. Der klassische Momentum-Indikator ist in so gut wie jeder Trading-Software enthalten. Ein Oszillator pendelt zwischen zwei vorgegebenen Werten. Ein weiterer bekannter Vertreter bei den Oszillatoren ist die Stochastik.

Welles Wilder RSI Indikator
Original Plot eines Charts für Silber und des RSI-Indikators. So wurden früher Charts angefertigt. Oft wurden diese sogar per Hand gezeichnet. Original Abbildung aus dem Buch von Welles Wilder.

Im Grunde kannst du mit dem RSI feststellen, wie stark sich ein Titel verhält. Dabei werden Perioden mit Kursverlusten mit Perioden mit Kursgewinnen verglichen. So erhält man die „innere“ Stärke einer Aktie, Indizes, Rohstoff oder Währung. Dieser Indikator kann auf jeden Titel angewandt werden.

Wenn du bereits einmal den klassischen Momentum-Indikator verwendet hast, wirst du schnell feststellen, dass dieser einige Schwächen hat. Wilder hat mit dem RSI-Indikator versucht, diese auszugleichen. Zum einen verwendet Wilder eine Glättung, so dass einzelne Ausschläge den Wert des Indikators nicht zu stark beeinflussen. Daneben siehst du eine feste Skala (0-100). Somit sind Titel untereinander vergleichbar.

Natürlich hat auch der Relative Stärke Indikator (RSI) seine Schwächen. Dennoch ist dies eine gute Weiterentwicklung des Momentum-Konzepts.

In der Regel pendelt der Indikator nicht zwischen 0 und 100, sondern eher zwischen 10 und 90. Für die Standardeinstellung verwendete Welles Wilder 14 Perioden. Andere Trader nutzen aber auch kürzere Zeiträume, z.B. 3-8 oder sehr lange wie z.B. 38 Perioden.

Der Relative Strength Indikator wird von sehr vielen Tradern bei der technischen Analyse eingesetzt. Er ist universell einsetzbar, was ihn sehr beliebt macht. Man findet ihn in so gut wie jeder kostenlosen Software für Chartanalyse.

Die Formel des RSI

Die Berechnung des RSI-Indikators ist sehr einfach. Im Buch von Welles Wilder sieht man noch Berechnungen und Tabellen, die von Hand durchgeführt und eingetragen wurde. Heute erledigt dies dein Computer in einem Bruchteil einer Sekunde.

Zur Berechnung musst du zuerst zwei Summen bilden:

  • Tage mit gestiegenem Schlusskurs: Hierin werden alle Kursveränderungen an Tagen mit gestiegenem Schlusskurs summiert. Wenn z.B. der Schlusskurs heute bei 51 liegt und gestern bei 50, so wird die Summe um 1 ergänzt.
  • Tage mit gefallenem Schlusskurs: Hierin werden alle Kursveränderungen an Tagen mit gefallenem Schlusskurs summiert. Liegt der Kurs heute bei 49 und gestern bei 50, so wird 1 zur Summe hinzugefügt.

Im nächsten Schritt werden von beiden Summen Durchschnitte gebildet und anschließend durch die Periode (z.B. 14) geteilt. Also man teilt den (14er) Durchschnitt der Tage mit gestiegenem Schlusskurs durch den (14er) Durchschnitt der Tage mit gefallenem Schlusskurs. Hieraus erhält man die relative Stärke (RS).

Den Wert der ermittelten relativen Stärke wird nun in folgende Formel eingesetzt: RSI = 100 – (100/1+RS). So erhält man einen relativen Wert, der zwischen 0 und 100 schwankt.

Beim RSI-Indikator kommt gewöhnlich ein einfacher gleitender Durchschnitt zum Einsatz. In einer abgewandelten Form kannst du auch einen RSI mit exponentiellem gleitenden Durchschnitt finden. Hierbei werden einfach die letzten Kurse höher gewichtet. Der Indikator ist dadurch ein wenig schneller.

Die Grenzbereiche beim RSI-Indikator: Überkauft und überverkauft

RSI Indikator: Überkauft und überverkauft Zonen
Beim RSI-Indikator gelten Werte oberhalb von 70 als überkauft; Werte unterhalb von 30 als überverkauft. Wie man sieht, kann sich der Wert länger in diesen Zonen aufhalten. Hinterher erkennt man wesentlich deutlicher die Signale.

Wahrscheinlich kennst du den RSI-Indikator wegen der Nutzung zur Bestimmung überkaufter und überverkaufter Bereiche. Befindet sich der Wert in einer dieser Zonen, gelten die Kursbewegungen als überdehnt. Eine Korrektur ist möglich. Wilder betonte in seinen Buch vor allem, dass der RSI die Bodenbildung/Top-Bildung bereits vor dem Preis macht. Die bekannte und allgemeine Interpretation ist wie folgt:

  • Werte <30 gelten als überverkauft. Dies bedeutet, dass der Titel stark im Preis gefallen ist. In diesem Bereich kann ein Drehen des Preises wahrscheinlich sein. Es ist jedoch kein Muss! Lass dich nicht täuschen: Der Wert des RSI kann lange <30 sein, wenn sich der Titel in einem Abwärtstrend befindet.
  • Werte >70 gelten als überkauft. Du wirst es öfter erleben, dass der RSI-Indikator während einer starken Preisbeschleunigung die 70er Marke erreicht. Dies sagt zuerst nur aus, dass der Preis stark angestiegen ist. Auch hier ist es kein Muss, dass der Preis wieder dreht. Während eines starken Aufwärtstrends kann der RSI lange in der Überkauftphase verweilen.

Du solltest die Bereiche auch nicht als klare Grenze sehen. Mach dir immer klar, dass dies nicht die Sicht der Marktteilnehmer ist, sonder eine Darstellung in einem Indikator. In stärkeren Bullen- oder Bärenmärkten macht es Sinn, die Werte auf 20 bzw. 80 zu legen. Es geht schließlich nicht darum, dass diese Marken immer erreicht werden. Am Ende möchtest du klare Signale erhalten und nur wenig interpretieren. Hier solltest du austesten, was am besten passt.

RSI-Indikator in einem starken Trend
Bei starken Trends kann die Nutzung von 20/80 als Grenzwerte Sinn machen. Doch sei dir immer bewusst, dass der RSI lange Zeit im Grenzbereich verweilen kann.

Die Verwendung zum Feststellen von Kursextremen funktioniert am besten in Seitwärtsmärkten. In trendigen Märkten kommt es sehr häufig zu Fehlsignalen, wie es bei Oszillatoren üblich ist. Hier helfen weitere Filter, um brauchbare Signale zu erhalten (z.B. Charttechnik oder Divergenz zu einem ähnlichen Indikator).

Es ist wichtig, dass du weißt, dass ein RSI-Wert oberhalb von 70 noch kein Verkaufssignal ist. Dasselbe gilt für Werte unterhalb von 30. Der Indikator kann sehr lange ober-/unterhalb dieser Marken verweilen. Aus diesem Grund solltest du ihn nur in Kombination mit z.B. der Charttechnik oder anderen technischen Signalen verwenden! Welles Wilder geht in seinem Buch nur kaum auf die Bedeutung als Überkauft-/Überverkauft-Oszillator ein. Ihm selber sind die Divergenzen viel wichtiger.

Die oft vernachlässigte Mittellinie beim RSI
RSI Indikator zur Bestimmung des Trends
Der RSI-Indikator lässt sich auch für Trendfolge verwenden. Werte oberhalb von 50 gelten als bullisch, Werte unterhalb von 50 als bärisch. Im Bild sieht man den RSI mit einer Einstellung von 38 Perioden. Zudem sieht man gut, wie das Momentum abflacht, der Preis aber noch weiter steigt.

Viele Trader schenken der Mittellinie des RSI-Indikators zu wenig Beachtung. Du kannst sie einfach in den Indikator beim Wert 50 einzeichnen. Genau auch hier findet der RSI seine Anwendung für die Trendfolge. Bei der Mittellinie kannst du folgende Signale erkennen:

  • Werte >50 = bullischer Trend: Wenn der RSI sich über 50 einpendelt, haben die Bullen den Titel übernommen. Ein Kreuzen der Mittellinie von unten nach oben kann als Kaufsignal und als Trendwechsel gewertet werden. Es bedeutet, dass es mehrheitlich einen höheren Kursschluss gibt.
  • Werte <50 = bärischer Trend: Der RSI-Indikator bietet dir die Möglichkeit festzustellen, ob ein Titel an den meisten Tagen negativ schließt. Ist das der Fall, handelt es sich um einen negativen Trend. Das Kreuzen der Mittellinie von oben nach unten kannst du als Signal werden.

Es gibt sicherlich einfachere Indikatoren, um einen Trend festzustellen. Auch kannst du oft beobachten, dass der RSI um die Mittellinie pendelt. Doch gerade bei längerfristigen Einstellungen bietet der RSI mit seiner Mittellinie brauchbare Signale. Gerade wenn du ein Trendfolger bist, kann das Kreuzen der Mittellinie als Kauf- oder Verkaufssignal interessant sein.

RSI Divergenzen und Konvergezen

Sehr beliebt ist die Verwendung des RSI-Indikators zur Analyse von Divergenzen und Konvergenzen. Vielleicht hast du darüber bereits im Artikel zum MACD-Indikator gelesen. Wenn du feststellst, dass Kurs und Indikator von einander abweichen, bezeichnet man dies als Divergenz. Verlaufen diese beiden in dieselbe Richtung bestätigen sich, handelt es sich um eine Konvergenz.

RSI bärische Divergenz
Bärische Divergenz im RSI-Indikator. Der Preis zieht weiter an, während der RSI fällt. Dies ist ein Zeichen für eine Top-Bildung und ein Nachlassen des Momentums.
RSI bullische Divergenz
Bullische Divergenz bei der Aktie von Zillow. Der RSI zieht wieder an, während der Preis fällt. Dies ist ein Zeichen für eine mögliche Bodenbildung. Divergenzen sind jedoch im Nachhinein besser erkennbar als vorher.

Wilder hat in seinem Buch die Divergenzen als besonders hervorgehoben. Er bezeichnete diese als „Failure Swings„. Er schrieb hierzu: „Failure Swings above 70 or below 30 on the RSI scale are strong indications of market reversals.“ Genau hierum geht es in der Divergenz-Analyse. Du kannst hiermit feststellen, ob das Momentum (die Beschleunigung) nachlässt. Gerade, wenn die Beschleunigung nachlässt, kann es schnell zu einem Trendwechsel kommen. Viele Trader nutzen diese Technik für das Swing Trading.

Folgende Muster kannst du in der Divergenz Analyse finden:

  • Wert >70 und fallend, während Preis steigt: Wenn der Preis des Titels steigt und neue Hochs macht, der Wert des RSI aber bereits fällt, kannst du eine bärische Divergenz beobachten. Hiermit signalisiert der Indikator dir, dass das Momentum nachlässt. Es kann zu einer Korrektur kommen. Du sollest jedoch umbedingt eine Bestätigung abwarten. Hier kann es helfen Chart- oder Candlestickformationen zu nutzen.
  • Wert <30 und steigend, während Preis fällt: Wenn du solch eine Situation im Chart findest, kann eine Wende bevorstehen. Der RSI-Indikator signalisiert, dass der Preis nicht mehr so schnell fällt, wie vorher. Aber auch hier solltest du vorsichtig sein. Eine Divergenz ist noch kein Grund zum Handeln. Es sollte immer eine Bestätigung durch den Preis geben.

Konvergenzen sind genau das Gegenteil einer Divergenz. Hier kannst du beobachten, dass RSI und Preis gemeinsam steigen und fallen. So lange dies der Fall ist, ist alles in Ordnung. Das Momentum hält sozusagen. Die Konvergenz-Analyse ist jedoch nicht so beliebt wie die Divergenz-Analyse. Das hängt damit zusammen, dass eine Bestätigung nicht umbedingt nötig ist. Hierfür gibt es bessere Indikatoren. Du kannst die Konvergenzanalyse jedoch gut im Zusammenhang mit der Charttechnik im RSI nutzen. Gebrochene Widerstandslinien oder Unterstützungen können Bestätigung liefern oder sogar die Preisrichtung anzeigen.

Chartformationen und Trends

RSI und Charttechnik
Charttechnik im RSI-Indikator. Der Indikator zeigt verschiedene Muster an, z.B. Dreiecke, Unterstützungen, Trendlinien und -Kanäle. Diese lassen sich zur Signalgenerierung nutzen. Aber Vorsicht: Oftmals sind die Signale erst hinterher erkennbar oder sehr subjektiv.

Wenn du dir den RSI einmal genauer anschaust, wirst du feststellen, dass es hier dieselben Chartformationen und Trends gibt, wie beim Preis. Das ist normal, da der Relative Strength Index auf dem Preis basiert. Der Vorteil ist, dass du die Chartmuster genauso nutzen kannst, wie beim Preis auch. Ein Bruch einer Unterstützung kann ein Verkaufssignal liefern, während ein Aufsetzen auf eine Trendlinie eine Einstiegsmöglichkeit bieten kann. Aber auch hier muss dir bewusst sein, dass nur das Signal im RSI nicht ausreicht. Du solltest immer auf eine Bestätigung durch einen anderen Indikator oder den Preis warten.

Folgende Formationen kannst du im RSI-Indikator beobachten:

  • Trendlinien: Diese kannst du einfach in den Indikator einzeichnen. Dabei verbindest du einfach die Hoch- bzw. Tiefpunkte miteinander. Das Aufsetzen auf die Trendlinie kann einen günstigen Einstiegs- bzw. Ausstiegspunkt anzeigen. Zudem kann es eine Bestätigung liefern, wenn der Preis ebenfalls an die Trendlinie stößt. Auch Kauf- und Verkaufssignale kannst du nutzen, wenn der RSI durch eine Trendlinie bricht.
  • Trendkanäle: Du kannst manchmal beobachten, dass sich der Wert des RSI innerhalb einer engen Spanne bewegt. Dies ist möglich, wenn der Preis aufwärts, abwärts oder seitwärts läuft. Ein Ausbruch aus diesem Bereich kann als Signal für den Kauf/Verkauf verwendet werden. Auch zur Bestätigung kannst du das Signal verwenden.
  • Widerstand/Unterstützung: Oftmals siehst du mehrere Punkte im RSI-Indikator, die immer wieder dasselbe Niveau erreichen. So bilden sich Unterstützungs- und Widerstandslinien. Diese kannst du nutzen. Beim Bruch bieten sie ein Verkaufs-/Kaufsignal. Zudem kannst du sie zur Bestätigung von Signalen im Preis nutzen.
  • Kopf-Schulter, Dreiecke, Flaggen, Wimpel usw.: Diese Formationen kennst du aus der klassischen Chartanalyse. Du findest sie auch im RSI. Ein Ausbruch aus dieser Formation kann als Kauf- bzw. Verkaufssignal gewertet werden.

Manchmal kommt es vor, dass der RSI Muster ausbildet, die du im Chart nicht sehen kannst oder diese unsauber sind. Dies ist ein Vorteil des Indikators, wie auch Wilder betont, den du nutzen kannst.

Kaufsignale und Verkaufssignale beim RSI-Indikator

RSI Kaufsignale und Verkaufssignale
Kaufsignale und Verkaufssignale beim Verlassen der Extremzonen. Wie man sieht gibt es häufig Fehlsignale, wenn der Wert in einem Trend ist. Ein gleitender Durchschnitt kann eine interessante Alternative zur festen Mittellinie darstellen.

Du kannst den RSI-Indikator in vielfältiger Weise verwenden: Divergenzen erkennen, Trends feststellen, Wendepunkte erkennen und Kauf- oder Verkaufssignale erhalten. Grundsätzlich solltest du jedoch beachten, dass ein Kauf- oder Verkaufssignal niemals aus nur einem Indikator oder Merkmal bestehen sollte. Indikatoren führen oft zu Fehlsignalen und sind daher nur Teil eines Trading-Systems. Zudem gibt es so viele Indikatoren, die ähnliche Signale liefern.

Der RSI bietet einige direkte Kauf- oder Verkaufssignale, die du mit Charttechnik oder weiteren Indikatoren kombinieren kannst:

  • Kreuzen der Extrembereiche (70/30): Hält der Wert des Indikators sich länger oberhalb von 70 auf und fällt zurück, kann das als Verkaufssignal gewertet werden. Dasselbe gilt, wenn der Indikator sich länger unterhalb von 30 aufhält und zurück über 30 steigt. Er verlässt hier die Extrembereiche. Dies kannst du als Kauf- oder Verkaufssignal nutzen. Du solltest jedoch prüfen, ob nicht lieber die Kombination 60/40 oder 90/10 Sinn macht. Bei ausgeprägten Trends kommt es sonst zu vielen Fehlsignalen.
  • Kreuzen der Mitellinie (50): Wie du oben schon gelesen hast, eignet sich die Mittellinie als Trading-Signal. Kreuz der Wert des Indikators die Mittellinie von unten, kannst du dies als Kaufsignal nutzen. Die Kreuzung von oben kannst du als Verkaufssignal werten. Gerade bei längerfristigen Einstellungen ergeben sich gute Signale.
  • Chartformationen: Oben hast du bereits die Formationen des RSI kennengelernt. Diese ergeben natürlich auch Kauf- oder Verkaufssginale, z.B. beim Bruch einer Widerstandslinie.
  • Gleitende Durchschnitte und andere Indikatoren: Einige Trader kombinieren den RSI mit weiteren Indikatoren. Ein gleitender Durchschnitt kann z.B. die Mittellinie ersetzen und somit flexibler machen. Auch gibt es RSI-Indikatoren, die die Bollinger Bänder auf den RSI anwenden. Hier ergeben sich natürlich auch Kauf- und Verkaufssignale, die man nutzen kann.
RSI-Indikator und Bollinger Band
Der RSI-Indikator zusammen mit einem Bollinger Band. Die Signale könnten für ein automatisches Trading-System interessant sein. Dennoch sollte man sich nicht täuschen lassen. In anderen Charts kommt es zu vielen Fehlsignalen. Ein Test ist sehr wichtig!

Divergenzen und Konvergenzen ergeben keine direkten Kauf- oder Verkaufssignale. Sie geben lediglich darüber Auskunft, ob das Momentum in einem Titel nachlässt oder gleich bleibt. Hier bekommst du nur Kauf- oder Verkaufssignale, wenn du dies mit weiterer technischer Analyse kombinierst.

Einsatz in Trading-Systemen

Jetzt hast du sehr viel über den RSI gelernt. Natürlich lässt sich der RSI gut in ein Trading-System integrieren. Hierbei gibt es grundsätzlich zwei Vorgehensweisen:

  • Diskretionäre Trading-Systeme: Hier triffst du als Trader die Entscheidungen. Hierzu zählen auch systematische Trading-Systeme, die einen individuellen Entscheidungsspielraum haben. Der RSI-Indikator wird hier hauptsächlich genutzt, um gute Trading-Chancen zu finden. Gerade die Divergenz-Analyse ist hier sehr beliebt. Als Trader kannst du den RSI auch in einem Aktien Screener nutzen, um gute Trading-Chancen zu finden. Du kannst z.B. nach Aktien oder anderen Werten suchen, die sich in den Extremzonen (70/30) befinden. Oder du nutzt das Kreuzen der Mittellinie.
  • Automatische Trading-Systeme: Diese nutzen vor allem die oben genannten Signale, um direkte Kauf- oder Verkaufsentscheidungen zu treffen. Es ist jedoch auch ohne Probleme denkbar den RSI in einem automatischen Trading-System zur Trendfeststellung einzusetzen. Hier sucht man nach Titeln, die sich oberhalb/unterhalb der Mittellinie befinden.

Den RSI wirst du in vielen Trading-Systemen finden. Einige Trader nutzen sehr kurze Einstellungen (z.B. 3 oder 8), andere wiederum längerfristige (z.B. 14 oder 38). Letztendlich ist es wichtig, dass der Indikator in dein Trading-System passt. Solltest du bereits weitere Momentum-Indikatoren einsetzen, solltest du dich fragen, ob du einen weglassen kannst. Alle sind sich sehr ähnlich und man braucht nicht dieselben Indikatoren in einem Handelssystem.

Welles Wilder - Relative Strength Index Berechnung
Berechnung des RSI-Indikators von Hand. Original Abbildung aus dem Buch von Welles Wilder.

Fazit zum RSI-Indikator

Ich selber nutze den RSI in keinem Trading-System. Das sagt aber nichts über ihn aus. Ich finde ihn sehr spannend und habe auch schon viel mit diesem Indikator experimentiert. Mich fasziniert, wie vielfältig er anwendbar ist. Zudem beobachte ich mehrere Trader, die diesen Indikator zu Analyse von Divergenzen erfolgreich einsetzen. Hier scheint mir auch ein echter Mehrwert zu liegen.

Einen weiteren Mehrwert sehe ich in der Anwendung als Trendfolge-Indikator beim Schneiden der Mittellinie. Hier ergeben sich gute Signale, denen man lange folgen kann. Der große Vorteil ist, dass dieser Indikator das Momentum bemisst. Somit generiert er frühzeitig Ausstiegssignale.

Du solltest ein wenig mit dem RSI-Indikator experimentieren und schauen, welche Mehrwerte er dir liefern kann. Auch ist das Buch von Welles Wilder „New Concepts in technical Trading Systems*“ interessant. Gerade, wenn du dich ein wenig für Trading und die Historie von Trading interessierst, solltest du dir dieses Buch zulegen.


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