25 Lehren von Jesse Livermore

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Jesse Livermore ist einer der größten Trader aller Zeiten, mit vielen Höhen und Tiefen. Bücher über ihn und seine Zitate sind immer wieder lehrreich und seit fast 100 Jahren immer noch gültig! Im Blog TradingwithRayner hat der Autor nun 25 Lehren von ihm übersichtlich zusammengestellt: 25 Powerful Trading Lessons From Jesse Livermore

Wann nimmt man am Markt teil und wann nicht?

Wann nimmt man am Markt teil und wann nicht?

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Jesse Livermore ist einer der erfolgreichsten Trader, der je gelebt hat, aber auch einer der umstrittensten. Jedoch sind die Bücher von und über ihn jedem zu empfehlen. Sie enthalten eine große Bandbreite an Weisheiten über die Märkte und das Trading. Es sind vielzitierte Werke.

Ein Trader muss und kann nicht die ganze Zeit an den Märkten teilnehmen. Dies ist ein großer Vorteil der privaten Trader. Das Geld, was man selber verwaltet ist überschaubar und lässt sich schnell in den Märkten unterbringen. Zudem stehen wir nicht unter dem Druck handeln zu müssen, um gesetzliche Auflagen oder Kundenwünsche zu erfüllen. Neben der Long- und Short-Position, ist Cash genauso eine Position.

Es fällt den meisten Tradern, auch mir, immer wieder schwer, es zu akzeptieren, dass Pausen genauso zum Trading gehören wie das Handeln. Es ist lediglich das Bild eines Traders in unserem Kopf, was uns bremst. Das Bild zeigt nämlich eine Person, die aktiv ist und nicht passiv. Doch das Bild ist falsch! Warum sollte ich meine Strategie in Zeiten anwenden, wenn ich weiß, dass die Chancen schlecht stehen, dass sie funktioniert? Im Trading geht es darum seinem Prozess zu folgen und nicht Emotionen oder Aktionismus.

Jesse Livemore hat recht, wenn er sagt, dass man nicht die ganze Zeit am Markt teilnehmen soll oder kann. Sei es aus Selbstschutz nach einer guten Phase oder aus Schutz vor stärkeren Kapitalrückgängen, die Teilnahme am Markt sollte nur dann erfolgen, wenn man als Trader emotional und strategisch dazu in der Lage ist. Also dann, wenn man seinen Plan ohne Fehler durch Emotionen ausführen kann und wenn die Strategie zur Situation passt. Denn auch das Handeln einer Strategie, die nicht zum Markt passt, ist „too tough on the emotions“.

Auf der Suche nach der richtigen Aktie … Stock Picking?

Oft wird man als Trader nach einem Tipp gefragt: „Gibt mir mal’n Tipp … Was ist denn zur Zeit angesagt?“ oder „Gibt es nicht Aktien, die immer steigen?“ Tipps gebe ich nie, genauso wenig, wie es Aktien gibt, die immer steigen. Letztere mag es momentan geben, aber ob sie auch noch in Zukunft immer weiter steigen?

Stock Picking beschreibt das gezielte Finden von einzelnen Aktien, die den Markt outperformen sollen oder zu einem Portfolio […] Mehr lesen

Tradingpsychologie: Märkte kann man nicht vollends verstehen

Ob ich ein Super-Börsen-Experte bin, spielt für das Geldverdienen keine Rolle. Das Ergebnis zählt, nicht das Wissen.
Oft sagt man so einfach: Du musst die Märkte verstehen, fühlen oder nachvollziehen können. Dies ist natürlich nur Umgangssprache und jeder versteht, was der andere einem sagen will. Doch nimmt man mal den Kern auseinander, kommt man schnell zu dem Schluss: Die Märkte können nicht vollends verstanden werden.

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Ein Markt besteht aus tausenden von einzelnen Transaktionen zwischen zwei Parteien, die Dinge austauschen. Derjenige, der etwas haben möchte, sieht einen höheren Nutzen in dem Ding, was er kauft, als derjenige, der es verkauft. Dabei spielt es keine Rolle was das Tauschobjekt ist. Um einen Markt vollends verstehen zu können, muss man also alle Transaktionen analysieren und nachvollziehen. Dies ist jedoch in einen so großen und schnellen Markt, wie den Börsen, unmöglich. Genau aus diesem Grunde werden Vereinfachungen getroffen.

Ein Trading-System ist nämlich nichts anderes als Vereinfachung.

Ein Trading-System ist nämlich nichts anderes als Vereinfachung. Es werden diverse Regeln aufgestellt, um Muster aufzuspüren und zu handeln, die regelmäßig im Markt auftreten und von denen sich profitieren lässt. Je mehr Regeln ein System besitzt, desto enger sind die Muster gefasst, auf die man es absieht. Je weiter die Regeln, desto ungenauer werden die Muster erfasst. Auf der selben Skala bewegt sich dann auch die Anfälligkeit für Marktveränderungen. Je enger das Muster, desto anfälliger; je ungenauer das Muster, desto robuster. Dies schließt jedoch nicht den möglichen Profit mit ein.

Ein bekannter Trader sagt einmal, dass man die Märkte eigentlich nicht verstehen, sondern Geld verdienen will. Es ist dieselbe Fragestellung zwischen einem „Nerd“ und seinem Gegenteil: Der Nerd ist nur an der Sache an sich interessiert, während sein Gegenteil das Ergebnis im Blick hat.

Womit ich letztendlich als Trader Geld verdiene, spielt keine Rolle.

Dennoch muss man natürlich die zugrunde liegenden Kräfte und Gesetzmäßigkeiten der Märkte verstehen, sonst lässt sich kein Trading-System entwickeln. Die Frage lautet nur: Wie viel? Ich merke regelmäßig, dass ich mich auf das Ergebnis konzentrieren muss, nämlich das Geldverdienen und nicht auf die Sache an sich. Womit ich letztendlich als Trader Geld verdiene, spielt keine Rolle. Da hilft es mir auch in keiner Weise weiter, ob ich Markt-Experte bin oder nicht.

 

Ecopetrol Trend

Trendfolge: Trends zu verpassen tut weh

Man erhält vom Markt regelmäßig Feedback von dem man Lernen kann.
Dieses Jahr ist gefühlt eines der schwierigsten Jahre meiner 4 Jahre als Trader. Woran liegt das und geht es nur mir so? Ich denke es liegt an zwei Herausforderungen: 1. Die meisten Märkten haben eine erhöhte Volatilität und laufen seitwärts, 2. Ich habe die großen Trends links liegen lassen.

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Dies ist eine kritische Selbstanalyse, man muss ehrlich zu sich sein und daraus lernen. Dieses Jahr gab es große Trends im USD, Gold, Silber und Öl. Von allen drei Trends habe ich nicht profitiert, da ich einige Fehler gemacht habe, woraus ich lernen kann:

  1. Einige Märkte habe ich nicht aktiv verfolgt, da ich mich mehr auf Aktien konzentriert habe. Beispielsweise habe ich den USD und andere Währungen nicht aktiv auf meiner Watchlist verfolgt. Dies habe ich nun geändert. Ich verfolge nun sowohl die großen Majors, einen USD-Index-ETF und habe Screener für Währungen eingerichtet.
  2. Gold und Silber, vor allem Aktien habe ich aktiv verfolgt, jedoch keinen guten Einstieg erlangt. Dies hat zwei Gründe: 1. teilweise bewegten sich die Preise so schnell, dass kein guter CRV möglich war; 2. Ich habe darauf gewartet eine entsprechende Bestätigung vom Markt zu bekommen. Doch diese kam erst zeitverzögert. Somit verpasste ich den Trend.
  3. Bei Öl muss ich im Nachhinein feststellen, dass ich einfach nicht „Abdrücken“ konnte. Ich habe einige der großen Trendaktien (z.B. Ecopetrol, Transocean) aktiv verfolgt, jedoch nicht im richtigen Augenblick gehandelt. Hier machte sich ebenfalls der Fehler aus Punkt 2 bemerkbar. Eine Bestätigung vom Markt kam erst zeitverzögert.

Neben diesen drei Haupttrends gab es natürlich noch weitere Trends, z.B. Kohle-Aktien oder Biotech.

Aus meiner Sicht habe ich sehr defensiv gehandelt, was gut ist, da ich in einer Seitwärtsphase der Märkte eher Zurückhaltung übe. Dennoch hätte man von diesen Trends profitieren können, da sie sich immer auf Sektoren bezogen, die sich vom Marktgeschehen an den Aktienmärkten abgekoppelt haben oder sind. Ich bin jedoch nicht bereit unter schlechten Bedingungen einen Trade einzugehen. Wenn der Trend fortgeschritten ist oder das CRV schlecht, muss man nicht eine Position eingehen, sondern warten.

Ich bin nicht konsequent dem Preis gefolgt.

Das größte Problem ist jedoch psychologisch: Ich bin nicht konsequent dem Preis gefolgt. Trading ist manchmal unbequem und herausfordernd. Doch Mut wird am Ende auch belohnt. Sehr starke oder sehr schwache Aktien brechen oft vor einer generellen Marktbewegung aus. Sie sind die „führenden“ Aktien auf ihrem Gebiet und in ihrer Richtung (long/short). Verhält ein ganzer Sektor sich schwach oder stark und bricht vor dem Markt aus, ist etwas großen im Entstehen. Man kann nicht wissen, was es ist, aber es passiert etwas. In solch einer Situation muss man eigentlich nur auf den Preis achten und zugreifen. Weißt sich das Signal als falsch heraus, kassiert man einen kleinen Verlust. Stellt sich das Signal als richtig heraus, kann man große Gewinne einfahren, wenn auch der Rest des Marktes die Situation entdeckt.

Ich und mein Modell haben hinzugelernt und können dies in Zukunft berücksichtigen.

Wie passen diese Gedanken zur preis- und regelbasierten Trendfolge zusammen? Solche Gedanken bilden die Grundlage für ein Tradingmodell. Wenn ich beobachte und bestätigen kann, dass bestimmte Trends vor den allgemeinem Markttrends einsetzen oder sich davon abkoppeln, kann ich dieses in mein Modell und mein Mindset einbeziehen. Ich und mein Modell haben hinzugelernt und können dies in Zukunft berücksichtigen. Bei Trading hat man schließlich nie ausgelernt.

 

Trendfolge: 5 Dinge, die ich als Trendfolger akzeptieren muss …

Trading ist eine Kombination aus Mindset und Technik. Das Mindset bildet die Grundlage für das Trading.
Das schöne am Trading ist, dass es keine allgemein gültige Wahrheit gibt, wie Trading funktioniert. Jeder, der die verschiedenen Interviews mit erfolgreichen Tradern in „Magier der Märkte“ gelesen hat, weiss, dass es verschiedene Trading-Stile gibt, die alle funktionieren. Trading ist eher eine Kombination aus Mindset und Technik, die miteinander eine Einheit werden. Am Ende beherrscht der Trader genau dieses Handwerk perfekt.

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Auch im Bereich der Trendfolger gibt es viele Unterschiedlichkeiten: Zeiteinheit, eingesetzte Tools, vollautomatisch/disktretionär usw. Doch innerhalb der Trendfolger-Gruppe finden sich Gemeinsamkeiten im Mindset, welche ihnen helfen, ihr Trading ausführen und erfolgreich zu machen.

5 Dinge, die ich als Trendfolger akzeptieren muss …

Neben diesen 5 gibt es noch viele weitere. Dies ist lediglich ein Anfang.

  1. Preisbewegungen verlaufen in Trends: Preistrends gibt es, seitdem gehandelt wird. Da Menschen nicht perfekt sind, werden Informationen in den Märkten nur langsam oder sogar irrational verarbeitet. Diese Anpassungen der Preise über einen langen Zeitraum bilden die Grundlage für Trends. Trends kommen zwar seltener vor, jedoch sind die Bewegungen um eines größer als Seitwärtsbewegungen. Hiervon lässt sich profitieren. Das Problem: Man kann nicht wissen, ob ein neuer Trend beginnt und nachhaltig ist.
  2. Die Zukunft ist nicht vorhersehbar: Dies ist sicherlich die wichtigste Grundlage und beinhaltet viele Aspekte der Trendfolge. Ich kann nicht wissen, wie sich morgen der Kurs einer Aktie entwickeln wird, da er auf Transaktionen beruht, die noch nicht stattgefunden haben. Aus diesem Grund kann ich auch keine Preisziele festlegen oder mich auf fundamentale Daten stützen. Beides würde bedeutet, dass ich weiß, wie sich der Preis, aufgrund einer Information, in der Zukunft entwickeln wird. Dies ist jedoch nicht möglich. Zudem ist es nicht möglich zu wissen, wann ein Trend nachhaltig dreht.
  3. Gewinne müssen Verluste übersteigen: Ein Trendfolgeansatz hat in der Regel eine geringe Trefferquote. Dies kommt daher, dass Signale ständig wahrgenommen werden müssen, da man davon ausgeht, dass nun ein signifikanter Trend einsetzt. Stellt sich das Signal als falsch heraus, werden geringe Verluste verbucht und es beim nächsten Signal erneut versucht. Dies geschieht so lange, bis tatsächlich ein Signal sich als richtig herausstellt und ein signifikanter Trend beginnt. Der Gewinn dieses einen Trends gleicht alle kleinen Verluste aus. Aus diesem Grund müssen die Verluste so gering wie möglich gehalten werden, da ansonsten der Rückgang des Kapitals zu groß ist, um von den wenigen Gewinnern ausgeglichen zu werden. Die Gewinner müssen jedoch so lange wie möglich laufen gelassen werden, um genug Gewinn anzusammeln, um die kleinen Verluste auszugleichen.
  4. Die meiste Zeit in einem Drawdown: Wie bereits unter 3. erklärt, haben Trendfolgesysteme oft eine geringe Trefferquote. Dies ist jedoch nebensächlich, solange der Erwartungswert positiv ist. Doch psychologisch hat dies große Konsequenzen. Der Trader hat das Gefühl eigentlich nur zu verlieren. Wenn jedoch ein großer Trend erwischt wird, ist das Gefühl umso schöner. Mit diesen Verluststrecken umzugehen und die Risiken hieraus zu managen ist die Herausforderung in der Trendfolge.
  5. Lange an der Seite stehen: Trendfolger können nur handeln, wenn die Märkte in einem Trend sind. Eine Schwierigkeit ist, dass in trendlosen Phasen oft nur weniger oder gar keine Signale gegeben werden. Je nach dem, ob man auch die Short-Seite handelt, kann man sogar oft ein ganzes Jahr keinen Trade durchführen, weil sich die Märkte in einem Abwärtstrend befinden. Wer beispielsweise auf dem Tageschart nach Signalen sucht, kann manchmal wochenlang an der Seite stehen, bis ein handelbares Signal entsteht. Dies kann einen Trader psychologisch herausfordern, da hier die Angst entsteht, etwas zu verpassen. Dies ist jedoch ein Trugschluss. Man verpasst höchstens ein paar Fehlsignale.

Ich könnte noch viele weitere Stichpunkte aufführen, jedoch muss ich persönlich sagen, dass diese 5 Punkte für mich die wichtigsten sind. Gerade die letzten beiden Punkte bringen immer wieder eine Herausforderung für mich in das Trading. Am Ende muss man einen Weg finden, mit ihnen umzugehen oder die Probleme lösen.

Jeder muss für sich selber entscheiden, ob Trendfolge die beste Methode für einen ist. Auch ich habe Probleme mit der ein oder anderen Seite der Trendfolge, doch ich mache ständig Fortschritte und finde Lösungen für die Probleme. So schneidere ich meine persönliche Trendfolge-Methodik, die zu mir passt und mit der ich leben kann.

 

Trading: „Quantifying the quality of a setup“ – Jake Yeager

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Auch ich habe mich in der Vergangenheit damit beschäftigt, Setups quantitativ mit einem Scoring zu bewerten. Im Artikel „Quantifying the quality of a setup“ beschreibt Jake Yeager sein Modell dieser Quantifizierung. Das Ziel ist es, die besten Trades herauszupicken, die eine möglichst hohe Punktzahl aufweisen. Das Problem ist jedoch, dass man dies erst einmal mit Backtests belegen muss. Ansonsten bring einem ein quantitatives Modell auch nichts. Ich bin mittlerweile wieder von einer festen Bewertung mit einem Score abgerückt, da sich Setups und Preisverläufe einfach sehr unterschiedlich Verhalten und ich hierin kein gewinnbringendes Modell gesehen habe. Vielleicht hat dies aber auch mit meinen Kriterien zu tun. Dennoch führe ich eine genau Checkliste bei jedem Trade über die Kriterien und diese hilft mir entsprechende Entscheidungen zu treffen.

Hier könnt ihr den Artikel lesen: Quantifying the quality of a setup

 

Trading: Ruin über Nacht! Positionsgröße als Risiko.

Ein einziges Ereignis kann ausreichen, um das Trading-Konto zu ruinieren!
Es gibt einige Wege eine Positionsgröße zu berechnen und sein Risiko im Vorfeld zu kalkulieren. Sehr beliebt ist die Fix-Prozent-Methode, wo ein fixer Prozentsatz (z.B. 1%) des Kapitals als maximales Risiko genommen wird. Die Formel hierzu lautet: Stückzahl = Risiko in EUR/(Einstieg-Ausstieg). Mit dieser Formel erhält man die zu handelnde Stückzahl bei einem fixen Risiko, z.B. 1% von 250.000 EUR = 250 EUR.

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Doch nutzt man diese Stückzahl ohne sich die wirkliche Positionsgröße anzuschauen, übersieht man einen weiteren Risikofaktor. Gerade, wenn man Handel auf Margin (z.B. über CFDs) betreibt, stehen einem hohe Summen zur Verfügung und es ist kein Problem sein Kapital mit dem Faktor 5 oder höher zu hebeln. Das Problem ist jedoch, dass man Gefahr läuft extrem große Positionen einzugehen, die bei einem Gap ein hohes Risiko haben.

Risiko Margin-Handel: Positionsgröße

Gerade vor ein paar Tagen habe ich eine Position auf eine US Aktie kalkuliert und ich konnte meinen Augen kauf trauen, als ich die Positionsgröße im Verhältnis zum Kapital gesehen haben.

Für die Kalkulation der Positionsgröße nutze ich die Average True Range, was mir erlaubt, die Volatilität des Basiswerts miteinzubeziehen. Folgende Daten ergaben sich bei der Kalkulation (Beispielwerte):

  • Kontogröße 25.000
  • Einstieg bei 35,03; 2fache Average True Range als Stop-Loss = 0,41. D.h. mein Stop-Loss wäre ca. 1,1% entfernt.
  • Bei einem Risiko von 1% könnte ich also 609 Stück handeln. Formel: 609 Stück = 250/0,41.
  • 609 Stück entsprechen einer Positionsgröße von 21.333,27! Dies sind 85% meines Kapitals.
  • Bei einer Margin von 20% müsste ich jedoch nur 4266,65 als Sicherheit hinterlegen.
  • Bei einem Risiko von 2% des Kapitals, also 500, wären dies sogar 170%!

Risikoorientierte Trader können sich bereits denken, worauf ich mit meiner obigen Rechnung hinauswill.

Nehmen wir an, dass es über die Firma überraschende Nachrichten über Nacht gibt, z.B. einen Betrugsskandal oder eine Nichtzulassung eines neuen Pharma-Produktes und die Aktie bricht um 5%, 10% oder 50% ein. Hieraus würden sich folgende Schäden für das Kapital ergeben, wenn wir 1% Risiko annehmen:

  • 5% Gap Down = 4,3% Verlust des Kapitals. Dies entspricht 4R, was noch verkaftbar wäre.
  • 10% Gap Down = 8,5% Verlust des Kapitals. Die entspricht 8R!
  • 50% Gap Down = 42,67% Verlust des Kapitals. Dies entspricht 43R und führt an den Rand des Ruins!

Bei einem Einsatz von 2% des Kapitals verdoppeln sich die Verluste und bei einem 50% Gap Down führt dies bereits sofort in den Ruin.

Nun könnte man sagen, dass solch ein Ereignis einen persönlich selten trifft. Das stimmt vielleicht über einen kürzeren Zeitraum. Jedoch wird man, je länger man tradet, irgendwann an diesen Punkt gelangen. Solche Verluste sind schmerzhaft und können über Nacht in den Ruin führen. Dabei reicht ein einziges Ereignis aus.

Gerade bei Short-Trades können sogar noch größere Verluste entstehen, dass hier Aktien unbegrenzt gegen einen ansteigen können. Wer beispielsweise ein Gap-Up in einem Short-Trade von 150%, aufgrund einer Firmenübernahme erlebt, schuldet seinem Broker sogar noch Geld nach solch einem Trade.

Natürlich gibt es Möglichkeiten sich dagegen zu schützen:

  • Nutzung eines garantierten Stop-Loss, der von einigen Broker angeboten wird.
  • Nutzung von Zertifikaten mit einem eingebauten Stop-Loss Mechanismus (sog. Knock-Out Zertifikate).
  • Handel von Forex oder Indizes, die 24h am Tag gehandelt werden.
  • Schließung der Positionen vor anstehenden wichtigen Nachrichten (z.B. Quartalsergebnissen).
  • Oder einfach eine maximale Positionsgröße, z.B. 25%.

Jeder Trader mag mit diesem Problem anders umgehen und andere Mechanismen zur Risikobegrenzung haben. Ich persönlich bevorzuge eine Kombination aus mehreren, z.B. maximale Positionsgröße, Beachtung von wichtigen Terminen und noch weitere Kriterien. Am Ende ist es mir wichtig, dass mich nicht ein einziger Trade, der über Nacht um 50% einbricht, aus der Bahn wirft und mir die Möglichkeit zum Traden nimmt. Wer sich mit der Geschichte des Tradings und der Börse beschäftigt versteht, dass irgendwann ein außergewöhnliches Ereignis kommen wird. Darauf will ich so gut es geht vorbereitet sein.

 

SDAX im Tageschart

Trading: Small Caps deutlich schwächer. DAX und SDAX im Vergleich.

Breite Indizes und Small Indizes zeigen sich deutlich schwächer als die Large Cap Indizes. Wer Nebenwerte handelt, sollte also immer den gesamten Markt im Auge behalten und nicht nur auf die Large Cap Indizes schauen.
Die Märkte sind 2014 ein wirklich schwieriger Ort, um als Trendfolger erfolgreiche Trades zu machen. Sicherlich ist es vom Zeithorizont und Tradingsystem abhängig, längerfristige Trendfolger können kurzfristige Schwankungen anders vertragen als kurzfristige Trendfolger, aber es fehlt einfach ein deutlicher Trend in den breiten Aktienmärkten. 2013 war dies anders …

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Gut beobachten kann man dies, wenn man Small Cap Indizes mit Large Cap Indizes vergleicht. Während sich die Indizes der höher kapitalisierten Werte, wie DAX, Dow, S&P 500, gut hielten, geben die breiteren Indizes der kleineren Werte deutlich nach oder bewegen sich stark seitwärts. Jeder sollte mal einen Blick auf Russell 2000, FTSE Aim oder SDAX werfen. Da ich persönlich auch viele Nebenwerte handele, gestaltet sich das Trading hier schwieriger.

Lt. Finviz.com befinden sich nur 28,2% alle Aktien über ihrem 50er gleitenden Durchschnitt.

Oft trügt das Bild in den engeren Indizes, die weniger Aktien enthalten, weil diese nur von wenigen Aktien mit hohem Anteil am Index getrieben werden. Beim Dow Jones oder NASDAQ kann man durchaus den Eindruck erhalten, dass die Märkte stark aufwärts gerichtet sind. Dabei fällt die Mehrheit der US Aktien: Lt. Finviz.com befinden sich nur 28,2% alle Aktien über ihrem 50er gleitenden Durchschnitt. Dies zeigt die kurzfristige Markttendenz gut.

In den oben abgebildeten Charts sieht man den SDAX und DAX. Der SDAX ist der Index, der die 50 Nebenwerte abbildet, während der DAX 30 stark kapitalisierte Unternehmen abbildet. Neben den Fehlausbrüche, die beide Charts zeigen, zeigt sich deutlich, dass der SDAX schwächer ist. Er hat sogar ein signifikantes tieferes Hoch ausgebildet, was einen Abwärtstrend andeutet. Auch das letzte Verlaufstief wurde gebrochen. Zudem weisen die Abwärtsbewegungen ein starkes Momentum auf. Die monatelange Range seit Anfang 2014 erinnert sehr stark an eine Top-Bildung. Ob jedoch der Ausbruch aus der Range nach oben oder unten stattfinden, kann man nicht sagen, so lange es nicht passiert ist. Das starke Abwärtsmomentum der letzten Wochen zeigt jedoch, dass viele Marktteilnehmer vor allem kleine Werte verkaufen.

Weisen die Märkte keinen klaren Trend auf, gibt es für einen Trendfolger eigentlich nur eins: Zuschauen.

Ich will hier nicht eine Prognose abgeben, was passieren wird. Die Beobachtungen sind reine Fakten, die sich aus dem Chart ablesen lassen. Weisen die Märkte keinen klaren Trend auf, gibt es für einen Trendfolger eigentlich nur eins: Zuschauen. Doch diese Position einzunehmen, ist nicht immer einfach – Stichwort: Overtrading.

Einen lesenswerten Artikel zum Thema Small Caps/Large Caps findet ihr auch bei Trader Steve im Blog: http://www.thetrendfollower.com/2014/09/further-disconnect.html

 

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