Trading: $HCP Long Trade. Schneller Fehlausbruch.

Die Mehrheit bei Trendfolge-Trades sind Verluste. Wichtig ist hierbei seine Verluste gering zu halten.
Heute poste ich mal wieder einen echten Trade. Normalerweise tue ich dies eher selten, da ich lieber aus meinen Erfahrungen meiner Tradingentwicklung berichte als von den immer wieder gleich aussehenden Trades.

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Doch den Trade auf $HCP finde ich ein gelungenes Beispiel für viele Trades, die ein Trendfolger handelt. Bei mir sind weit mehr als die Hälfte aller Trades Verluste. Doch diese sind sehr gering (Durchschnittsverlust bei Verlusstrades momentan 0,45R). Handelt man Aktien als Trendolger ist man bei kurzfristiger Trendfolge abhängiger von den kurzfristigen Gesamtmarktbedinungen. Diese richtig einzuschätzen und hieraus Rückschlüsse auf das Risikomanagement und die eigenen Trades zu ziehen, ist eines meiner größten Arbeitsfelder. Es ist der „qualitative Teil des Tradings“, wie Nick Radge sagt.

Die Firma, die hinter dem Kürzel $HCP steckt, spielt keine Rolle.

Die Firma, die hinter dem Kürzel $HCP steckt, spielt keine Rolle. Für mich zählen hier nur: Die Marktbedingungen, das Setup und ein paar Risikoparameter (z.B. aktuelle Portfoliozusammensetzung, nächste Veröffentlichungen vom Unternehmen).

Der Trade auf $HCP

  • Stil: Trendfolge mit Donchian Chanal.
  • Setup: Ausbruch auf neues 20 Tage Hoch aus einer mehrwöchigen Range, sehr geringe Volatilität.
  • Intialer Stop: 2fache Average True Range.
  • Trailingstop: 10 Tage Donchian Kanal.
  • Marktbedingungen: Neutral bis long. US Märkte sind long, wobei der Russel 2000 als breiter Markt eher übergeordnet neutral ist. Märkte wiesen am 28.8 eher rückläufige Kurse auf, waren aber grundsätzlich in einer Aufwärtsbewegung.

Wochenchart

  • Starke Korrektur von HCP über 4 Monate.
  • Bodenbildung mit Doppelboden im Wochenchart.
  • Ausbruch über den Doppelboden und anschließender Test.
  • Mehrwöchige Konsolidierung.

Ich suche gezielt nach solchen Muster. Während einer starken Korrektur werden die aktuellen Besitzer der $HCP Aktien, die verkaufen wollen, aus ihren Positionen gedrückt und die Aktien gehen in neue Hände über. Die neuen Besitzer denken anders über $HCP. Die „Uhr“ wird sozusagen zurückgesetzt und mit der Meinung der Besitzer ändert sich auch der Kurs der Aktie.

Tageschart

  • Die Range aus dem Wochenchart über 3,5 Monate ist deutlich sichtbar und abgegrenzt.
  • Es gibt mehrere Fehlausbrüche aus dem Donchian Kanal nach unten. Diese kleinen Korrektur verjagen die Verkäufer aus der Aktie.
  • Die Aufwärtsbewegungen innerhalb der Range und auch vor der Rangebildung zeigen Momentum in der Aktie. Sie sind konstant und ohne große Rücksetzer oder Unsicherheiten.

Der Trade

  • Einstieg findet über dem kleinen Fehlausbruch bei $43 + Spread = $43,02 statt.
  • Der initiale Stop wird bei der zweifachen Average True Range gesetzt. Die ist am 27.8. bei $0,46, d.h. der SL wird bei $43,02-(2*$0,46) = $42,1 gesetzt. Die Positionsgröße wird anhand des initialen Stops berechnet. Riskiert werden 1% vom Kapital, z.B. bei $10.000 = $100. Von diesen $100 werden die Gebühren abgezogen, z.B. $10 = $90. Im Regelfall verlieren wird somit maximal $90, wenn der Trade nicht funktioniert.
    Positionsgröße = $90/(2*$0.46) = 97 Stück. D.h. wird können 97 Aktien handeln, wenn der Stop-Loss bei der zweifachen Average True Range liegt. Die Positionsgröße in USD beträgt dann $4172,94, was wiederum ca. 42% des gesamten Kapitals sind. Hier sollte man sich die Frage stellen, ob das evtl. zu viel ist. Die Gefahr von Gaps sollte berücksichtigt werden.
  • Bereits am ersten Tag läuft die Position ins den Gewinn, was ein gutes Zeichen ist. Nach 24h kann der Stop-Loss unter die Ausbruchskante nachgezogen werden. Sollte der Trade in die Range zurückfallen, ist das Setup nicht mehr gültig und der Trade wird sofort geschlossen. Ich will nur Positionen handeln, die sofort von Anfang an ein gewünschtes Verhalten zeigen. Meine Aufzeichnungen ergeben, dass sich alle Gewinner so verhalten.
  • Die nächsten Tage zeigt sich die Position stark und läuft weiter in den Gewinn.
  • Am 10.9. fällt die Position unter die Ausbruchslinie und wird sofort ausgestoppt.
  • Der Verlust beträgt $30,07, was ca. 0,3R ist. Also ein sehr guter Trade und geringer Verlust.

Für mich spielt es keine Rolle, warum der Trade nicht funktioniert hat. Es ist nur einer von vielen Trades und er hat einfach nicht funktioniert. So lange ich mich an meine Regeln halte und nichts übersehen habe, ist es ein guter Trade. Er ist sogar deshalb sehr gut, weil ich den Verlust auf 0,3R begrenzen konnte.

Doch in diesem Moment habe ich nach meiner Meinung her genau das Richtige getan: Den Verlust zu begrenzen.

Natürlich kann es sein, dass der Wert wieder dreht und zurück über die Ausbruchslinie zurückläuft. Sollte dies passieren, kann ich mir immer noch überlegen, ob ich neu einsteige. Doch in diesem Moment habe ich nach meiner Meinung her genau das Richtige getan: Den Verlust zu begrenzen. Hier muss ich anders denken: Das Setup ist nicht mehr gültig, meine Idee hat sich als falsch herausgestellt. Zudem möchte ich meinen durchschnittlichen Verlust gering halten, somit begrenze ich ihn konsequent.

Trades dieser Art gibt es viele und können auch hintereinander auftreten. Treten mehrere Verlusttrades hintereinander auf, stimmen evtl. die Marktbedingungen nicht und man sollte sich vom Markt fernhalten und abwarten.

 

Trendfolge: Was muss eine Aktie tun, um sich zu verdoppeln?

Das grundlegende Prinzip der Trendfolge ist: Steigende und fallende Preise. Was muss also eine Aktie tun, um sich zu verdoppeln? Würdest du eine Aktie auf Allzeithoch kaufen?
Trading spielt oft gegen das Verhalten und die Denkweisen, die wir gelernt haben und für richtig halten. Speziell die Trading-Strategie der Trendfolge enthält viele Elemente, die gegen die menschliche Natur verstoßen. Dies macht Trendfolge so schwierig.

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Konfrontiert man Trader oder Börseninteressierten mit der Frage „Was muss eine Aktie tun, um sich zu verdoppeln?“, werden die meisten wahrscheinlich relativ schnell antworten: „Sie muss steigen!“ Zeigt man den Personen jedoch den Chart einer Aktie, die auf einem Allzeithoch steht, werden sie schnell sagen: „Die Aktie ist zu teuer. Ich würde kaufen, wenn sie gefallen ist.“

Wir wollen schlauer als alle anderen sein und etwas zu einem niedrigen Preis erhalten.

Genau dieses Verhalten ist widersprüchlich, aber menschlich. Wir wollen schlauer als alle anderen sein und etwas zu einem niedrigen Preis erhalten. Viele, gerade unerfahrene, Marktteilnehmer kaufen bei fallenden Kursen. Sie sagen sich: „Die Aktie kann nicht tiefer fallen.“ Doch genau hier kann man die Frage umdrehen: „Was muss eine Aktie tun, um sich zu halbieren?“ Richtig, sie muss fallen.

Aus diesem beiden Aussagen, lassen sich Strategien ableiten. Wenn wir Aktien wollen, die sich verdoppeln, dürfen wir nur bei steigenden Kursen kaufen. Suchen wir nach Aktien, die fallen, müssen wir nach fallenden Kursen Ausschau halten.

Die Trendfolge hat sich zum Ziel gesetzt, einem Trend so lange zu folgen, bis er endet.

Dies ist recht simple und beschreibt im Kern, worum es bei der Trendfolge geht. Hinzu kommt, dass man diese Frage immer wieder bei einem neuen Preislevel stellen kann: Bei 10, 20, 30, 50 usw. Damit eine Aktie von 10 auf 20 steigen kann, was eine Verdoppelung ist, muss sie steigen. Den Anstieg zwischen 10 und 20 nennt man Trend. Die Trendfolge hat sich zum Ziel gesetzt, einem Trend so lange zu folgen, bis er endet. Wann endet ein Trend? Wenn der Kurs fällt.

Die Definition des Beginns oder des Endes eines Trends legt der Trader für sich individuell in seiner Strategie fest. Jedoch haben alle Trendfolge-Strategien eines gemeinsam: Sie folgen steigenden und/oder fallenden Preisen. Dies ist genau der Grund, warum Trendfolge-Strategien Aktien wie Apple, Tesla, Priceline, Google usw. im Depot haben/hatten. Ein Trendfolge-Trader versucht nicht bei fallenden Kursen zuzugreifen und zu sich zu sagen: „Ab hier wird der Kurs wieder steigen“. Genau im Gegenteil. Eine Trendfolge-Strategie wird dann aktiv, wenn der Preis wieder steigt.

Wer kauft schon gerne etwas, was sich auf dem höchsten Preis aller Zeiten befindet?

Doch Trendfolge geht gegen das, was wir als richtig oder sinnvoll erachten. Eine Trendfolge-Strategie kauft nicht bei niedrigen Preisen, sondern bei hohen. Einstiege wie Ausbrüche auf mehrmonatige Höchstkurse oder sogar Allzeithochs sind geeignete Einstiege. Wer kauft schon gerne etwas, was sich auf dem höchsten Preis aller Zeiten befindet?

Doch man kann bereits Gelerntes ändern und neues lernen. Dies zeigen die Beispiele erfolgreicher Trendfolge-Meister die es seit 100 Jahren gibt und weltweit aktiv sind. Sie erwirtschaften seit Jahrzehnten große Renditen unter geringem Risiko und verwalten Milliarden.

Trendfolge-Strategien funktionieren, wie andere Strategien auch, nicht immer und nicht in jeder Marktumgebung.

Doch man darf sich nichts vormachen. Trendfolge-Strategien funktionieren, wie andere Strategien auch, nicht immer und nicht in jeder Marktumgebung. Wendet man eine Trendfolge-Strategie auf Aktien an, benötigt man einen allgemeinen Trend im Aktienmarkt, da viele Aktien gemeinsam steigen oder fallen. Bei einem diversifizierten Trendfolge-Portfolio, wie es z.B. CTAs mit Futures einsetzen, kann es ebenfalls vorkommen, dass sich alle Märkte trendlos bewegen. Doch die Chance ist hierbei geringer.

Jede Strategie und Denkweise benötigt eine Grundlage, die sich im Markt beobachten und bestätigen lässt. Es muss ein universelles Prinzip bestehen, was die eigene Strategie bestätigt und was sich im Markt beobachten lässt. Bei Trendfolge ist dies: Steigen und fallende Preise. Das Gute ist: Preise müssen sich bewegen, sie können sich nicht auf Dauer nicht bewegen.

 

Tradingpsychologie: Kapitalkurve als Bild im Kopf

Innere Bilder und Vorstellungen beeinflussen unser Handeln. Abweichungen von diesen Bildern empfinden wir als Fehler und frustrieren uns.
Jeder von uns hat verschiedene Bilder im Kopf: Wie sieht ein Trader aus, was macht er, wie verhält er sich? (s. Artikel „Das innere Bild von einem Traders„). Was ist ein perfekter Trade und wie läuft er ab? Wie sieht eine ideale Kapitalkurve aus?

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Diese Bilder und Vorstellungen leiten unser Handeln. Wir orientieren uns an ihnen und vergleichen diese ständig mit der Realität, um Abweichungen zu identifizieren. Hier liegt genau das Problem: Eine Abweichung vom Ideal wird als Fehler wahrgenommen. Genau aus diesem Grund ist es so wichtig, wie unsere Vorstellungen aussehen. Sie zu beeinflussen und zu verändern ist ein großes Stück Arbeit, da sie bereits in unserem Gehirn gespeichert und mit Emotionen belegt sind. Die Beschäftigung mit diesem Thema, welches in die Tradingpsychologie fällt, kann einen voran bringen.

2 Trader und Kapitalkurven als Beispiel

  • Trader A: Für ihn ist klar, dass Kapitalkurven linear ansteigen müssen. Rückschläge innerhalb der Kapitalkurve gibt es nicht. Er findet automatische Handelsprogramme anziehend, die solche Kapitalkurven ausweisen. Beim eigenen Handel läuft er in die ständige Frustration, dass seine Kapitalkurve nicht so aussieht. Er schaut am liebsten gar nicht mehr hin. Seine Kapitalkurve weist Rückschläge und flache Ebenen auf. Dadurch, dass er ein idealisiertes Bild einer Kapitalkurve im Kopf hat, fühlt er sich schlecht und dies wirkt sich auch auf seine Tradingperformance aus. Er geht bestimmte Trades nicht mehr ein und verletzt Regeln seines Systems.
  • Trader B: Sie hat schon lange die Vorstellung einer linear ansteigenden Kapitalkurve verworfen. „Wenn die Kapitalkurve so aussieht, stimmt etwas nicht! Jedes Tradingsystem verliert regelmäßig.“ ist ihre Meinung. Sie tradet ein eigenes Trading-System, welches regelmäßig Rückschläge in der Kapitalkurve aufweist. Sie weiß, dass die Rückschläger in der Kapitalkurve ein Indikator für eine nächste ansteigende Phase ist. Sie aktualisiert ihre Kapitalkurve jede Woche und schaut sich diese an. Sie hat ein Gespür für ihre eigene Kapitalkurve bekommen und prüft auch, wie sie zu einem gleitenden Durchschnitt liegt. Jedes Mal, wenn sie eine idealisierte Kapitalkurve sieht, weiß sie, dass es so etwas in der Realität nicht gibt.

Die beiden obigen Beispiel Trader haben jeder eine eigene Betrachtungsweise von Kapitalkurven und eine andere innere Vorstellung. Der Unterschied ist, dass Trader A in einer idealisierten Welt unterwegs ist, während Trader B bereits diese verworfen hat. Innere Bilder lassen sich nämlich verwerfen und neu malen.

Man muss akzeptieren, dass sich Kapitalkurven wie die Märkte verhalten: Sie steigen, fallen und bewegen sich seitwärts. Sie bilden so zu sagen einen eigenen Index. Die Anstiege und Abstiege werden durch das vom Trader eingegangene Risiko und die Performance der einzelnen Trades bestimmt. Alle Trades zusammengenommen bilden dann die Kapitalkurve. Also fast wie bei einem Index wie dem DAX. Es gibt sogar Trader, die die Kapitalkurven anderer Trader traden (sogenanntes Fonds-Trading).

Ich glaube, dies hilft mir, Verlustperioden zu akzeptieren und mich regelmäßig daran zu erinnern, dass diese jeder Trader hat.

Tradingpsychologie ist ein wichtiges Feld und jeder Trader sollte sich damit auseinandersetzen. Die Bilder, die man von etwas im Kopf hat, sind nur schwierig zu ändern, aber sie bestimmen unser Handeln. Die Vorstellung einer Kapitalkurve kann das eigene Handeln beeinflussen. Genau aus diesem Grund sehe ich z.B. Benchmarking (s. Artikel „Trading: Was denkst du über Benchmarking?„) als kritisch. Ich persönlich habe eine für mich gesunde Kapitalkurve im Kopf, wie im Artikel zum Thema Benchmarking zu sehen. Ich glaube, dies hilft mir, Verlustperioden zu akzeptieren und mich regelmäßig daran zu erinnern, dass diese jeder Trader hat.

 

Trading Blog: Top 20 aller Blog Artikel

Mein Trading Blog hat bereits 332 veröffentliche Artikel. Hier die Top 20 der meistgelesenen Beiträge …
Mittlerweile sind es bereits 332 Artikel, die ich in meinem Trading Blog seit Juni 2012 veröffentlicht habe. Natürlich sind auch andere Themen darunter, wie Politik, Finanzen oder Gedanken und Meinungen zu aktuellen Themen, die mich beschäftigt haben. Der Fokus meines Blogs verstärkt sich jedoch zunehmend auf einen reinen Trading Blog. Wer weiß, was die Zukunft bringen wird? Ich schreibe zu den Themen, die mich und meine Leser beschäftigen. Feedback ist immer wertvoll und willkommen.

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Die 20 meist gelesenen Trading Blog Artikel

17 Artikel beschäftigen sich mit dem Thema Trading, ein anderer Artikel mit einem Tradingpsychologie Buch und einer mit Greenpeace.

  1. Trading: Was mir die Märkte erzählen … Kurze Analyse diverser Aktienmärkte.
  2. Trading: Screener für Ausbruchskandidaten mit dem Donchian Kanal in ProRealtime
  3. Trading: Traden lernen ist harte inhaltliche Arbeit …
  4. Trading: 10 Dinge, die mich bis heute nicht weiter gebracht haben …
  5. Trading-Video: Trading Tagebuch mit EVERNOTE … Arbeite jeden Tag an dir!
  6. Trading: Indikator Donchian %d für ProRealtime
  7. Trading: Aktienscanner für 52 Wochen Hochs und anschließendem Pullback auf 50er EMA
  8. Trading: Volatilität als Grundlage für das Trading
  9. Trading: ProRealtime Code für RSL Indikator
  10. Trading: It’s all in the price … Warum der Preis die einzige Größe für mich ist
  11. Buch: Der disziplinierte Trader von Mark Douglas
  12. Trading: Mein Artikel aus dem TRADERS’ März mit Code zum downloaden
  13. Gedanken: Die glücklichen Gewinner! Wer überlebt und wer stirbt?
  14. Trading-Video: Donchian %d Indikator – Installation und Anwendung
  15. Trading: RSL Indikator in Pro-Realtime – RSI Levy
  16. Trading: Ausbrüche handeln! Was man über Breakouts wissen muss …
  17. Gedanken: Ein Trading-System ist mehr als die einzelnen Teile …
  18. Trading: “Simple money management wins over time” – Artikel aus dem Futures Magazin
  19. Trading: Wie erreicht man eine gleichbleibende Qualität im Trading?
  20. Meinung: Greenpeace und die Währungsgeschäfte

Einen Trading Blog zu schreiben ist nicht immer einfach. Man muss eine Mischung aus Artikeln erstellen, die sowohl dem Leser gefallen als auch einem selbst. Mein Trading Blog verfolgt nach wie vor das Ziel unabhängig zu sein und das Thema Trading den Lesern näher zu bringen. Dabei liegt der Fokus meines Blogs stark auf dem Thema Tradingpsychologie, Selbstentwicklung, Motivation und Erfolg. Dies passt zu meiner Meinung, dass Erfolg von innen heraus kommt.

Zukünftig wird es in meinem Trading Blog verstärkt auch Artikel zum Thema Tradingsysteme und Tradingmethoden geben, da dies auch stärker von Lesern gewünscht wird. Dies wird sich gut mit dem jetzigen Fokus verbinden lassen und hoffentlich meinen Trading Blog noch lesenswerter machen.

Beste Grüße,
Julian

 

Trading: Markt- und Aktienauswahl

Überschätzt man die eigenen Fähigkeiten der Aktienauswahl? Ist es sinnvoll, dass man ganze Märkte ausschließt, nur weil sie im Backtest nicht gut performten?
Ein Trader muss sich beim Erstellen seines Systems auch um die Marktauswahl kümmern. Welche Märkte trade ich? Beim Fokus auf den Aktienmarkt stellt sich dann auch die Frage, welche Aktien ich handele. Hierfür muss man Regeln haben, um Kandidaten mit einem guten Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) zu identifizieren.

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Wenn ich Bücher über Systementwicklung und Backtesting lese, fällt mir immer wieder auf, dass Autoren ihre Systeme mit Hilfe der Marktauswahl optimieren. Sie entwickeln einen Systemansatz und schauen im Nachhinein, in welchen Märkten das System am besten performt hat. Dann werden die Märkte, die nicht gut performt haben, aussortiert. Ich will diese Vorgehensweise kritisch beleuchten und hinterfragen.

Dies ist nicht eine Frage des Marktes oder der Aktie an sich, sondern wie das Tradingsystem darauf reagiert.

Schaut man sich einen Chart an, sieht man, dass sich innerhalb des Kursgeschehens Phasen mit stärkerer/schwächerer Volatilität abwechseln. Kurse steigen, fallen oder laufen seitwärts. Ich glaube auch daran, dass Märkte oder einzelne Aktien eigene Charaktereigenschaften besitzen, einige sind volatiler, andere verhalten sich ruhiger. Ist nun ein volatilerer Markt besser fürs Trading geeignet als ein ruhigerer? Dies ist nicht eine Frage des Marktes oder der Aktie an sich, sondern wie das Tradingsystem darauf reagiert. Ist es so robust, dass es mit Phasen stärkerer Volatilität umgehen kann?

Ich bin der Meinung, dass man einen Faktor unterschätzt, wenn man Märkte für sein Tradingsystem anhand von Backtests aussucht: Die Unwissenheit über die Zukunft. Hat ein Markt in den zwei getesteten Zeiträumen nicht gut performt, heißt es noch lange nicht, dass er dies nicht in Zukunft tun wird. Es gibt Märkte, die Monate oder Jahre nicht zum Tradingsystem passen und sich dann wandeln und wieder gut performen. Schließt man solch einen Markt aus, verpasst man wohlmöglich einen großartigen Tradingkandidat. Niemand kennt die Zukunft …

Die Lösung für dieses Problem liegt meines Erachtens in einem robusten Tradingsystem und einer kürzeren Betrachtung des Marktes.

Die Lösung für dieses Problem liegt meines Erachtens in einem robusten Tradingsystem und einer kürzeren Betrachtung des Marktes. Man sollte nicht Märkte generell ausschließen, sondern vielmehr immer wieder prüfen, ob der Markt sich zur Zeit für das Trading eignet. Ein Volatilitätsfilter wäre eine Lösung, die auch vielmals verwendet wird.

Zudem will ich noch einen Faktor beleuchten, der mir bei Backtests mit nicht-performenden Märkten auffällt. Es gibt auch Märkte, die in einem festen Basket an Märkten im Backtest keinerlei Sinn ergeben. Sie machen z.B. Verlust oder performen break-even. Doch sie tragen zu einer glatteren Kapitalkurve bei oder gleichen in generellen Verlustphasen Verluste aus. Aus diesem Grund sind solche Märkte ebenfalls interessant, um sie im Basket zu halten.

Ich persönlich überschätze immer wieder massiv die Auswahl von einzelnen Tradingkandidaten.

Ich persönlich überschätze immer wieder massiv die Auswahl von einzelnen Tradingkandidaten. Was macht Aktie A interessanter als Aktie B? Bevor man einen Trade eingeht, sieht der Kandidat noch schön und gut aus. Weniger Tage später merkt man, dass Aktie B als Tradingkandidat besser gewesen werden. Diese kurzfristige Betrachtung hilft jedoch nicht weiter. Besteht objektiv, gemessen durch die Setup-Kriterien, kein Unterschied zwischen Aktie A und B, macht es auch keinen Unterschied, welchen Kandidaten man handelt. Beim nächsten Mal, kann es nämlich genau andersherum sein: Da ist vielleicht Aktie B erfolgreicher als A. Den Unterschied, den ich mir zurecht reime, entsteht nur in meinem Kopf. Dem Markt ist dies egal und in dieser kurzen Betrachtung ist der Faktor Zufall hoch.

Die Zukunft kann man nicht hervorsehen. Dies ist für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse für das Trading. Sie im Kopf zu behalten und zu leben, ist nicht einfach. Nimmt man für das Trading Markt A oder B? Lieber doch Aktie B als A? Im Endeffekt ist dies nicht wichtig, solange man keinen Fehler bei der Setupauswahl macht. In einer langfristigen Perspektive zahlt sich der Vorteil im System aus. Ein Fehler wäre es, dass man meint, dass man Markt A generell nicht handelt, weil man hierin keine Gewinne erzielen konnte. Das kann morgen schon ganz anders sein.

 

Trading: Trader sind Risikomanager! Was bedeutet das eigentlich?

Das Entscheidende ist: Wie viele Schiffe schicke ich bei welchem Wetter raus?
Diesen Vergleich liest man viel: Trader sind Risikomanager. Doch gerade als Trading-Anfänger kann man mit diesem Vergleich nur wenig anfangen. Jedenfalls mir ging es so … Das Wichtigste beim Trading ist es, das Risiko im Blick zu haben und die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs des eigenen Handelssystem einzuschätzen. Es ist nicht möglich zu wissen, ob der nächste Trade ein Erfolg wird oder nicht. Genauso wenig ist es möglich zu wissen, wie hoch der Gewinn sein wird, aber wir wissen durchaus wie hoch der Verlust im Normalfall ist. Zudem müssen wir als Trader wissen, wann unser eingesetztes System die höchste Chance hat zu gewinnen und somit mehr Gewinn als Verlust zu produzieren.

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Die beiden Risiken, die man ständig im Blick haben muss:

  • Marktrisiko: Hiermit meine ich das Risiko, dass der Markt nicht zum eingesetzten Handelssystem passt und somit der Erwartungswert in der entsprechenden Marktumgebung schlecht ist. Beispiel: Ein Trendfolgesystem funktioniert am besten in Märkten, die einen Trend aufweisen. Bewegen sich die Aktienmärkte (z.B. gemessen am S&P 500) seitwärts, ist es ratsam keine Trends in Einzelaktien zu handeln. Die Wahrscheinlichkeit Gewinntrades zu erzielen, ist reduziert.
  • Geldrisiko: Dies ist der Betrag, den ich verlieren kann. Hier gibt es mehrere Ebenen: Gesamtrisiko über alle offenen Positionen, Risiko der Einzelposition, Positionsgröße und Verlust bei einem Gap. Beispiel: 5% Gesamtrisiko über alle Positionen, da ich 5 Positionen mit je einem Prozent offenen Risiko habe; ich kann im Normalfall 5% meines Kapitals verlieren. Einzelrisiko: Ich habe eine Position auf eine Aktie eröffnet, der Abstand zwischen Einstieg und Stop-Loss beträgt berechnet 1% meines Kapitals. Daher habe ich ein Prozent Einzelrisiko. Zudem gilt auch das Risiko im Worst-Case eines Gaps zu berücksichtigen. Wenn z.B. eine Aktienposition 50% meines Kapitals ausmacht (Stückzahl * Einstiegspreis) und diese Aktie morgen mit einem 50% Gap eröffnet, wie viel kann ich dann verlieren? 50% Kapital * 50% = 0,5*0,5 = 0,25 = 25%! Das hieße ich verliere 25% von meinem Kapital. Das ist ein riesiger Betrag, den man erst einmal aufholen muss.

Diese Risiken müssen aktiv überwacht und gesteuert werden. Das Gemeine ist nur, dass alles dynamisch ist und die Risiken sich untereinander bedingen. Eine zentrale Fragen ist nämlich: Wie hoch soll mein Geldrisiko bei welchem Marktrisiko sein? Das ist das Einzige, worauf ich Einfluss habe!

Ich habe einige Tage nachgedacht, wie ich das ganze näher bringen kann … Ein Diagramm? Ein Video oder Schaubild? Da fiel mir eine Analogie ein, die ich letztens gehört habe, ich glaube sie stammt von dem Gründer von Sunrise Capital. Er hatte Trading mit Wellen und dem Meer verglichen und das möchte ich hier aufnehmen …

Stell dir vor du hast ein Aquarium mit Schiffen … 

Stell dir vor, du bist Schiff-Manager und deine Aufgabe ist es, Schiffchen ins Wasser zu lassen und diese mit den Wellen treiben zu lassen. Dafür hast du ein großes Aquarium, einige Schiffchen (beladen mit Gold) und das Wasser bewegt sich in Wellen. Das Ziel ist es, dass nicht zu viele Schiffe sinken, damit du deinen Job behalten kannst und nicht gefeuert wirst …

  • Zuerst musst du den Wellengang im Meer (Markt) feststellen und prüfen. Ist der Wellengang leicht? Vielleicht zu leicht und nichts bewegt sich? Ist er rau oder herrscht gar ein Sturm? Ist er ruhig und antreibend? Die zentrale Frage lautet: Wie verhalten sich die Schiffe beim aktuellen Wellengang? Werden viele untergehen oder schwimmen sie ruhig, aber zielstrebend vor sich hin?
  • Nachdem du nun weißt, was für ein Seegang herrscht, musst du entscheiden, wie viele Schiffe (Trades) du zu Wasser lassen kannst. Du musst jedes Mal damit rechnen, dass alle gleichzeitig untergehen können. Wie stehen die Überlebenschancen der Schiffe beim aktuellen Seegang? Ist die See rau und aufbrausend, schicke ich vielleicht gar keine Schiffe raus. Das Risiko ist zu hoch … Ist die See leicht und nichts bewegt sich, kann ich zwar ein paar Schiffe rausschicken, aber es wird nicht viel bringen. Vielleicht gehen sogar einige unter, wenn der nächste Sturm aufzieht … Ist die See ruhig, aber die Wellen treiben gut, kann ich viele Schiffe rausschicken. Das Klima wäre ideal …

Entscheidend bei dem Spiel ist, dass jedes Schiff beim Untergang nur den selben Verlust bringt. Es wäre also töricht ein Schiff mit viel Gold und eins mit weniger Gold zu beladen … Wenn das Schiff mit dem vielen Gold sinkt, wäre der Verlust sehr groß. Das selbe gilt für die Schiffsgröße. Diese sollte sich nicht zu stark unterscheiden, damit beim Untergang noch ein wenig zu retten ist (Schiffsplanken, Metall, Segel, ein wenig Gold …).

Es gibt natürlich noch mehr Techniken, die Schiffe zu managen und bei einem Wetterwechsel zu reagieren und ggf. ein wenig Gold von den Schiffen zu holen, bevor sie untergehen oder auch permanent, die Goldbestände zu reduzieren, bis die Schiffe kein Risiko beim Untergang mehr haben.

Ich hoffe, dass das Beispiel verständlich war und bei dem einen oder anderen geholfen hat, Risikomanagement zu verstehen. Es hilft, sich dies bildlich vorzustellen und sich seiner Rolle bewusst zu sein. Man steht außerhalb des Aquariums (außerhalb des Marktes und des Trading-Systems) und die eigene Aufgabe ist es zu entscheiden, wie viele Schiffe man bei welchem Wetter rausschickt. Man hat keinen Einfluss auf den Seegang, man hat keinen Einfluss darauf, wie lange die Schiffe treiben. Den einzigen Einfluss, den man hat ist: Wie groß sind die Schiffe, wie viel Gold haben sie (noch) geladen und wie viele Schiffe schicke ich gleichzeitig raus … Dies lässt sich natürlich in feste Regel für ein Trading-System überführen.

Trading: Was mir die Märkte erzählen … Kurze Analyse diverser Aktienmärkte.

Ein Blick auf die Märkte genügt, um die Richtung zu sehen …
Die oberen Charts sind bewusst „clean“ gehalten. Ich habe keine Chart-Analyse mit Linien etc. vorgenommen und habe auch alle Indikatoren entfernt. Einfach nur der Preis und ein paar markante Markierungen. Vor einiger Zeit habe ich auch noch Charts vollgemalt und über die Zukunft gerätselt. Doch letztendlich hat mich das nie weitergebracht, sondern nur Stunden an Zeit gekostet …

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Der Preisverlauf erzählt bereits alles was man wissen muss: Ist der Preis eher steigend oder fallen? Laufen die Märkte seitwärts? Wo sind markante Punkte, woran ich erkenne, dass der Trend wechselt? Die Basis-Theorie hierzu ist: Steigende Hochpunkte und Tiefpunkte = Aufwärtstrend, fallende Hochpunkte und fallende Tiefpunkte = Abwärtstrend. Unklarer Verlauf = Seitwärts. Jedes Kind könnte dies erkennen … Und doch machen wir uns das Leben extrem schwer, in dem wir immer versuchen zu raten, was morgen ist und wie der Preis die nächsten Monate laufen wird. Wo wird er anhalten und wo umkehren? Doch diese Art von Denken bringt einen nicht weiter. Zukunft bleibt nunmal unvorhersehbar und daher bringt es auch sehr wenig sich damit zu beschäftigen. Das einzige was ich für meine Richtungsentscheidung benötige, ist eine klare Lage des Marktes: Aufwärts, abwärts oder seitwärts. Hieraus lege ich meine Haupthandelsrichtung fest, halte die Richtung in einer Tabelle über die meisten Märkte fest und halte mich bei einem unklaren Bild vom Markt fern. Es geht darum, nur bei einer klaren Situation zu handeln und die Wahrscheinlichkeit für positive Trades zu erhöhen.

Keep it simple … Wer nun denkt: Mit Einfachheit verdient man kein Geld, ist genau auf dem falschen Weg. Einfachheit bringt Robustheit und Zeitlosigkeit. Trendfolger sind seit Jahrzehnten erfolgreich an den Märkten und die Dow-Theorie fast 100 Jahre alt! Man muss sich auch mal in die Zeit zurückversetzen, wo es noch keine Computer gab und Charts von Hand gezeichnet wurden. Gab es damals keine erfolgreichen Trader? NATÜRLICH und sogar einige der besten überhaupt … Haben sich die Märkte seitdem groß geändert? NEIN. Damals hing ein Chart an der Wand, man ging ein paar Schritte zurück und konnte sofort erkennen, welche Niveaus einen Trendwechsel hervorrufen und welcher Trend aktuell herrschte.

Ich selber nutze allerdings zusätzlich noch den Donchian Kanal zur Analyse der Indizes. Hiermit kann ich selber sehr einfach sehen, ob ein Trend vorliegt und er ermöglicht mir klare Entscheidungen. Doch oft entferne ich diesen auf dem Chart und schaue noch stärker „clean“ auf das Chartbild und dann erkenne ich noch klarer, wenn eine Seitwärtszone vorliegt.


Spannende und empfehlenswerte Bücher zum Thema

Es gibt kein direktes Buch zum Thema Donchian Kanal. Daher kann ich hier nur allgemeine Bücher empfehlen, die ich für lesenswert halte.

Trend Following. Wie erfolgreiche Trader in Hausse und Baisse Millionen machen Trend Following. Wie erfolgreiche Trader in Hausse und Baisse Millionen machen
Meine Bewertung: starstarstarstarstar
von Michael Covel
"Für mich eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Ich lese es noch oft und es ist das fundamentale Werk zum Thema Trendfolge!"
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Technische Analyse der Finanzmärkte: Grundlagen, Strategien, Methoden, Anwendungen. Inkl. Workbook
Meine Bewertung: starstarstarstar
von John J. Murphy
"Ein großartiges Nachschlagewerk. Es werden sehr viele Indikatoren und Techniken erklärt. Ein absoluter Klassiker und Bestseller!"
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Handelssysteme die wirklich funktionieren: Erfolgreich automatisiert handeln
Meine Bewertung: starstarstarstar
von Thomas Stridsman
"Sehr viel zum Thema Backtesting. Wer wissen will, wie man erfolgreiche Trading-Systeme baut und testet, sollte sich dieses Buch genauer anschauen! Mehr für erfahrene Trader geeignet. Rezension gibt es hier im Blog."
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Trading: Was für mich eine gute Trading-Chance ausmacht …

Qualitative Kriterien sind eine Gefahr, aber auch eine Chance …
Täglich schaue ich mir hunderte von Aktien an, die in meinen Screenern auftauchen. Für diesen Prozess benötige ich insgesamt weniger als eine Stunde Arbeit, da sich die Muster, nach denen ich Suche, sich in meinem Kopf eingeprägt haben. Von diesen mehreren Hundert potentiellen Trading-Kandidaten bleiben am Ende meist nur 2 oder 3 Kandidaten übrig, die ich in die engere Wahl nehme. Wenn dann noch zusätzliche Bedingungen (z.B. keine wichtigen Veröffentlichungen in den nächsten Tagen, handelbar per CFD, nicht zu hoher Spread …) erfüllt sind, kann ich den Titel handeln. Ob wirklich ein Trade zustande kommt hängt dann noch von weiteren Faktoren ab: Allgemeine Verfassung der Märkte, aktuell erlaubtes Gesamt-Risiko über alle Trades und natürlich ob sich der Markt über das Niveau bewegt, wo ich einsteigen möchte.

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Dennoch achte ich vor allem bei Trading-Chancen auf einige Merkmale, die übergeordnet über dem Setup sind und allgemein für mich gelten. Diese habe ich unten einmal zusammengefasst.

Was für mich eine gute Trading-Chance ausmacht …

Es gibt einige Faktoren, die für mich sehr wichtig sind. Einige sind mithilfe von Indikatoren klar messbar, andere sind eher subjektiv und beruhen auf meiner Erfahrung aus vergangenen Trades.

  1. Ich muss innerhalb von kurzer Zeit sehen können, ob der Trade erfolgreich wird oder nicht.
    Eine gute Trading-Chance bietet ein klares Niveau an, welches im Chart sichtbar ist. Ist dieses Niveau nicht sofort erkennbar, lasse ich die Chance aus. Mein Ziel ist es, dass ich nach dem Einstieg sofort erkenne, ob der Trade erfolgreich wird oder nicht. Ich möchte mein Kapital nur dort riskieren, wo ich eine sofortige Antwort des Marktes erwarten kann.
  2. Sofortige Risikobegrenzung
    Ich nehme nur Gelegenheiten war, die es mir erlauben mein Risiko sofort, nach Anlaufen des Trades, auf ein Minimum zu reduzieren. Dazu benötige ich ein deutliches sichtbares Preisniveau im Chart, was nicht mehr gebrochen werden sollte. Wenn der Trade über mein Einstiegsniveau läuft, ziehe ich den Stop direkt nach und bin am besten innerhalb von max. 3 Tagen aus dem Risiko. Fällt der Trade zurück, akzeptiere ich den kleinen Verlust.
  3. Riesen Return erwarten
    Wenn ich schon mein Geld am Markt riskiere, möchte ich dafür maximal entlohnt werden. Dies bedeutet für mich, dass ich sehr geduldig auf sehr gute Gelegenheiten warten muss. Meine Position muss dann entsprechend groß sein, um ein sehr gutes CRV zu erwirtschaften. Ich meine allerdings „groß“ nicht im Sinne von viel Risiko. Das Geld-Risiko pro Trade bleibt immer auf dem demselben Niveau. Die Position erreicht nur dann eine entsprechende Größe, wenn der Abstand zum Stop gering ist.
  4. Geringer Abstand zum Stop
    Eigentlich ist dies das gleiche wie die oberen Punkte, aber ich möchte es noch mal gesondert herausstellen. Bei einer guten Trading-Chance ist der Stop im Verhältnis zum Einstieg gering. Das erlaubt mir die entsprechende Positionsgröße und damit einen hohen Return. Zudem erlaubt es mir bei einem nicht gut anlaufenden Trade eine schnelle Entscheidung, den Trade wieder zu schließen.
  5. Der Trade besitzt eine erhöhte Wahrscheinlichkeit
    Da ich Aktien handele, habe ich immer eine hohe Korrelation zum gesamten Aktienmarkt. Ich habe also entsprechend gute Chancen, wenn die Aktienmärkte insgesamt sich in einem Trend befinden. Bei meinen Trades achte ich immer darauf hauptsächlich in Richtung der Märkte zu handeln und somit die Chancen allgemein für einen Trade zu erhöhen.

Diese 5 Kriterien haben sich bei mir als Must-Haves herausgebildet und dienen mir sozusagen als qualitativer Filter. Insgesamt habe ich 11 qualitative Kriterien, die ich zusätzlich zu meinem technischen Kriterien erfüllt sehen möchte. Die Erfüllung dieser Kriterien unterliegen meiner subjektiven Interpretation. Dies kann auf der einen Seite eine Gefahr darstellen, wenn ich mich selber täusche, aber auch gleichzeitig eine gute Chance, hoch profitable Situationen zu erkennen und zu handeln, die sich nicht in mathematische Formeln gießen lassen.

Gedanken: Ein Trading-System ist mehr als die einzelnen Teile …

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Im Urlaub habe ich das Buch von Thomas Strindsman „Handelssysteme die wirklich funktionieren“ gelesen. Eine etwas ausführlichere Vorstellung wird es demnächst hier im Blog geben. Mein Ziel ist es, mich mehr mit mechanischen Trading-Systemen auseinander zu setzen und möglicherweise ein System zu entwickeln, welches mittelfristig in großen liquiden Märkten einsetzbar ist. Mich reizt dieses Thema einfach und ich schaue mir auch zur Zeit Backtesting-Software an, die ganze Portfolios (FX oder Futures) backtesten kann.

Zurück zum Thema dieses kleinen Status-Posts … Im Buch fand ich einen Gedanken spannend, der mir heute nicht aus dem Kopf geht: Ein Trading-System ist mehr als die einzelnen Teile … Ein Trading-System (egal ob Trendfolge, Swing Trading oder Day Trading) besteht aus verschiedenen Komponenten, die alle für sich einen Wert darstellen. Marktanalyse, Entry/Exit, Positionsmanagement, Money-Management, Risiko-Management; alles Komponenten, die allein für sich eigene Regeln besitzen. Doch für sich genommen sind diese Komponenten sinnlos. Ein Money-Management ohne ein Entry wäre nutzlos. Erst, wenn man diese Komponenten miteinander verbindet, ergeben sie einen Sinn und fangen an, Wert zu schaffen. Die Art der Verbindung und vor allem das Finetuning der Komponenten untereinander machen am Ende die wirkliche Wertschaffung aus. Wenn ein System dann funktioniert und fein aufeinander abgestimmt ist, arbeitet es fast von alleine. Das ist das Ziel und somit ist ein Trading-System mehr als die einzelnen Teile.

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