Trading: It’s all in the price … Warum der Preis die einzige Größe für mich ist

Ich kann nicht vorhersehen, was der nächste Top oder Flop wird …
Es gibt einige Methoden, wie man den Märkten grundlegend begegnen kann: Technische Analyse, fundamentale Analyse, Elliott-Wellen, Gann-Linien, Point and Figure u.v.m. Alle sind im Ursprung deshalb entwickelt worden, einen Vorsprung gegenüber anderen Marktteilnehmern zu erlangen und eine andere Sicht auf die Märkte zu erlangen. Ich möchte nicht sagen, dass diese Methoden falsch sind, denn es sind bisher Erfolge damit erzielt worden. Jeder muss seinen Weg und Philosophie finden, wie er/sie die Märkte betrachtet und hieraus einen erfolgreichen Handelsansatz ableiten. Letztendlich ist es die Sicht auf die Märkte, die Trader voneinander unterscheidet und nicht das „Werkzeug“ wie z.B. Indikatoren etc. Vereinfacht gesagt: Gäbe es keine unterschiedlichen Ansätze, gäbe es auch keine Gewinne.

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Für mich ist der Preis an sich die wichtigste Quelle für Entscheidungen. Ich selber nutze keine großen „Indikatorenwände“, die alleine nur eines tun: Preise zu verzerren und abgewandelt darzustellen. Indikatoren leiten sich aus den echten Preisen ab und sind deshalb nur eine andere Darstellung dieser. Die meisten sind sogar kaum zu gebrauchen, da sie den Preisen hinterherlaufen. Das einzige, wo ich Indikatoren (zur Messung der Volatilität) einsetze, um die Anzahl der Kandidaten zu reduzieren, sind meine Screener.

Warum der Preis für mich die einzig verlässliche Quelle ist:

  • Die vergangene Preisbewegung (z.B. die heutige Kerze) hat bereits stattgefunden und ist deshalb etwas „Wahres“. Ich kann nicht abschätzen, wie sich Preise zukünftig entwickeln. Woher will ich das wissen? Ich bin kein Hellseher und auch kann ich nicht Entscheidungen aller Marktteilnehmer vorhersehen und damit einen zukünftigen Preis oder ein Preisziel raten. Eine Aktie, die sich heute 3% bewegt hat, kann morgen schon wieder um 4% fallen. Ein Kursziel von 45 wird vielleicht nie erreicht, weil das Unternehmen morgen eine schlechte News bringt und alle Marktteilnehmer deshalb verkaufen. Eine Firma kann morgen ein neues Produkt auf den Markt bringen und die Aktie geht durch die Decke; weshalb dann bei 35 verkaufen?
  • Interpretation fundamentaler Daten unterliegen einer individuellen Sicht. Wie ein einzelner Marktteilnehmer fundamentale Daten bewertet, kann ich nicht wissen. Der eine interpretiert es negativ, der andere positiv. Der letztendliche Ausdruck der Interpretation ist eine Kauf-/Verkaufsentscheidung, die wiederum den Preis bewegt. Ich selber kann mit meiner Interpretation absolut daneben liegen. Würde ich mich auf diese verlassen, wäre ich im Nachteil. Verlasse ich mich hingegen auf den Preis, schließt dies bereits die gesamten Entscheidungen aller Marktteilnehmer mit ein. Es ist sozusagen die Gesamtaussage des Marktes.
  • Indikatoren hinken dem Markt meist hinterher. Viele Indikatoren (egal ob technisch oder fundamental) hinken dem Markt hinterher. Gleitende Durchschnitte sind geglättet, der MACD Indikator muss sich erst einmal bewegen, der RSI produziert Fehlsignale, die negative Anlegermeinung kann Ewigkeiten im negativen Terrain verharren … Helfen mir diese Indikatoren eine schnelle Entscheidung zu treffen? In der Regel nicht und sie sind auch interpretationsbedürftig. Gerade bei speziellen Techniken wie z.B. Elliott Wellen gibt es keine richtige oder falsche Meinung. Der Preis an sich ist ein klares Statement: Gibt es mehr Käufer oder mehr Verkäufer? Erreicht der Preis ein neues Hoch oder nicht?
  • Weniger Spielraum für Interpretationen. Sich auf ein oder zwei Kennziffern zu konzentrieren, reicht vollkommen aus. Umso mehr Kennziffern man in seine Entscheidung mit einbezieht, desto schwieriger wird es eine Meinung zu bilden. Wer sich hingegen auf den Preis verlässt, hat eine Kennziffer und somit nur wenig Interpretation.

In dem ich mich auf den Preis und die Bewegung des Preises konzentriere, eliminiere ich eine Menge von möglichen Fallen. Ich gehe nicht davon aus, dass ich schlauer bin als der Markt. Ich kann nicht wissen, wie sich der Kurs morgen, übermorgen oder in den nächsten drei Monaten entwickeln wird. Dazu müsste ich so viele verschiedene Kennziffern betrachten, dass ich am Ende keine Entscheidung mehr treffen könnte. Die Frage wäre auch, ob das überhaupt möglich ist. Sicherlich gibt es auch erfolgreiche fundamentale Trader, dass will ich nicht ausschließen, doch die Gefahr eines fundamentalen Traders ist immer dieselbe: Wenn der Preis fällt, sieht die fundamentale Situation oft noch schöner aus. Kaufen, wenn alle verkaufen? Das will ich nicht. Ich will das kaufen, was andere gerne haben wollen … Ich will die „neue Playstation“ für einen Einführungspreis kaufen und später zu einem regulären Preis weiterverkaufen, wenn er dabei ist wieder günstiger zu werden, weil der Markt allmählich gesättigt ist. Doch weiß ich im Vorhinein, ob die neue Playstation ein Top oder Flop wird? Wohl kaum … Zudem kann ich überhaupt gar nicht wissen, ob die Playstation oder die neue Wi der nächste Top/Flop wird. Genau deshalb ist es wichtig eine Größe zu kennen, die ausdrückt, ob etwas gefragt ist oder nicht. An der Börse ist dies der Preis …

Trading: Gedanken zu aggressivem Trading mit hohem Risiko und Gewinn

Gewinne können sich schnell verflüchtigen. Deshalb ist es wichtig auf den Verlust zu schauen.
Wikifolio und Trading-Contests sind dieser Tage wieder in aller Munde. Ob es die Trading Masters sind oder das neue Wikifolio, welches bereits 400% im Plus ist. Es geht immer nur um Rendite, Rendite und nochmals Rendite! Natürlich geht es an der Börse ums Geld verdienen und dies ist sicherlich auch das Ziel am Ende, aber gerade unerfahrene Anleger schauen bloß auf die Zahlen. Ich möchte keinen Trader mit meinen Worten auf die Füße treten oder in ein schlechtes Licht rücken. Es gibt viele gute und auch erfahrene Trader bei den Contests oder auch bei Wikifolio. Da ich selber kein öffentliches Wikifolio betreibe, darf ich sicherlich auch den Munde nicht zu voll nehmen, aber ich betreibe aus mehreren Gründen kein öffentliches Trading.

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Warum ich kein öffentliches Trading betreibe:

  • Zuallererst bin ich meiner Meinung noch nicht „gut“ genug zu sein, um die Verantwortung zu tragen, fremdes Kapital zu verwalten. Ich persönlich möchte erst einen gewissen Trackrecord aufbauen und mir selber Beweisen, dass mein Trading auch in verschiedensten Marktsituationen über lange Zeit funktioniert. Ein Backtest gibt mir hier nur begrenzt Vertrauen, denn meine psychologische Komponente kann er nicht abbilden.
  • Ich bin der festen Meinung, dass jeder Trader seine eigene Strategie benötigt, die zu einem passt. Daher halte ich nichts davon, einen Signaldienst o.ä. anzubieten. Die Follower würden dennoch am Ende verlieren. Nicht weil die Signale nicht gut wären, sondern weil sie vielleicht nicht die psychologische Einstellung haben und Signalen nicht folgen.
  • Mir ist Aufmerksamkeit nicht wichtig. Im Gegenteil: Je mehr Aufmerksamkeit man erhält, desto mehr setzt einen die Öffentlichkeit unter Druck. Ich will auch nicht in einem Konkurrenzdenken verfallen, die größten Gewinne zu produzieren. Das geht am Ende nach Hinten los.
  • Ich bin der Meinung, dass die meisten Investoren bei z.B. Wikifolio das Risiko im Produkt nicht erkennen und damit auch das öffentliche Bild des Tradings getrübt wird.

Es gibt sicherlich Menschen, die ein eigenes Wikifolio oder öffentliches Trading als Herausforderung verstehen und sogar Bestleistung bringen. Ich gehöre sicherlich nicht dazu.

Auffällig an der Renditeschlacht eines öffentlichen Accounts ist der oft hohe Verlust. Sortiert man die Wikifolios nach höchster Rendite seit Beginn, trifft man auf wundervolle Zahlen, die man sonst nur von EAs für Metatrader kennt. Doch der Unterschied hier ist, dass die Handelssysteme nicht an die Vergangenheit angepasst sind, sondern real gehandelt werden. Viele Wikifolios weisen einen maximalen Verlust >50% auf. Dies bedeutet, dass der größte Kapitalrückgang in der Vergangenheit bei mehr als 50% lag. Jetzt kann man meinen, dass es ja toll ist, denn schließlich weist das Wikifolio immer noch mehr als x-hundert Prozent Gewinn auf, aber hierbei vernachlässigt man zwei Komponenten.

Zwei Komponenten für die Betrachtung von maximalen Verlusten:

  1. Der schlimmste Verlust steht noch bevor: Der angegebene maximale Verlust bezieht sich immer auf die Vergangenheit. Dies bedeutet aber nicht, dass er in Zukunft nicht höher ausfallen kann. So kann z.B. der maximale Verlust vom Portfoliohoch in Zukunft 90% statt 50% betragen. Oder sogar einen Totalverlust. Wer 90% seines Kapitals verliert, muss 900% Rendite erzielen, um wieder auf break-even zu gelangen. Das geht nur mit hohen Einsätzen, die wiederum ein noch höheres Risiko bringen. Für mich ist die hieraus abgeleitete Lehre, konservativ vorzugehen und jederzeit mit dem schlimmsten zu rechnen. Es ist schließlich das Ziel im Spiel zu bleiben und nicht irgendwann zuzuschauen.
  2. Psychologisch muss man damit leben können: Es gibt Trader, die erstaunlich gefestigt mit großen Verlusten umgehen können. Verluste von 50% oder mehr? Kein Problem. Ein oder zwei Trades und die Verlust sind aufgeholt. Doch was die Kunst dahinter? Sehr, sehr wenig zu traden und eine sehr sehr hohe Trefferzahl zu haben. Dies setzt eine starke mentale Verfassung voraus, wie sie eigentlich nur „Magier der Märkte“ besitzen. Ansonsten wird man mit großem Risiko bankrott gehen. Wer nachts gut schlafen kann, wenn er 5 mal in Folge 10% des Kontos verloren hat, kann diese Art des Tradings betreiben. Die meisten dürften schlaflose Nächste haben oder eine merkwürdige Einstellung gegenüber ihrer Verantwortung gegenüber der Investoren.

Wer möchte, kann ein wenig mit dem Tool zur Berechnung des „Risk of Ruin“ (Risiko für Totalverlust) spielen. Es ist ein wenig schwierig zu bedienen, aber zeigt einem, wie schnell der Ruin erreicht werden kann. Man muss aber hier beachten, dass es sich dennoch um eine fiktive Betrachtung handelt. Selbst, wenn der „Risk of Ruin“ Wert am Ende nur 20% beträgt, schließt das einen Totalverlust nicht aus. Wie gesagt: Die Zukunft ist ungewiss.

Neben der Risiko-Betrachtung muss man auch die Performance ein wenig genauer verstehen. Zahlen wie z.B. +800% sehen für den Moment sehr gut aus. Nun muss man innehalten und einen Schritt zurücktreten: +800% bedeutet aber auch, dass sich die Kapitalkurve irgendwo oben befindet und man ein Portfolio erwischt hat, was für den Moment einen hohen Gewinn aufweist. Schließlich ist man über alle Portfolios hinweggegangen, die einen Totalverlust erlitten haben. Waren diese vielleicht noch vor wenigen Monaten auch bei +800%? Ein Portfolio, welches 70% von +800% verliert ist nur noch bei +240%. Das ist zwar auch immer noch erstaunlich hoch, aber die Schwankung ist riesig. Ein weiterer Verlust und man ist sehr schnell bei geringeren Beträgen. Also zeigen sich auch hier wieder die beiden obigen Komponenten.

Zwei Komponenten für die Betrachtung von Gewinnen:

  1. Verluste sind größer, wenn das Konto steigt: Der Zinseszinseffekt ist die größte Waffe des Traders. Aus diesem Grund ist es ja so wichtig, die Drawdowns gering zu halten. Eine einfache Rechnung belegt aber: 100 € * 800% = 800%. D.h. man benötigt 800% um sein Konto zu verachtfachen. Man benötigt aber nur 50% Verlust, um sein Konto auf eine Vervierfachung zu reduzieren. Dies zeigt, dass Drawdowns um jeden Preis zu vermeiden sind. Nun benötigt man nämlich 100% um wieder zurück auf die Verachtfachung zu kommen. Die Schwankung im Depot dürfte sehr groß sein und damit nimmt auch das Risiko des Totalverlustes zu. Denn: Der größte Verlust steht noch bevor.
  2. Verkraftet man psychologisch diese Schwankungen? Natürlich kann man die Beträge in Geld relativieren und das sollte man auch tun, aber irgendwann holt einen die Realität wieder ein. Wenn man sein Konto erst einmal von 150.000 € auf 75.000 € reduziert hat, dürfte man ziemlich angeschlagen sein. Kann man sich dann noch an sein System halten?

Ich bin der festen Meinung, dass es Trader gibt, die auch nach einem 96% Verlust das Geld wieder aus dem Markt herausholen und neue Höchststände erreicht. Hier muss man natürlich sehr genau prüfen, wie das gemacht wurde, aber es ist durchaus möglich. Viele schaffen das aber nicht mehr. Daher ist es wichtig den Gewinn immer nur als Moment zu begreifen und eher auf die Verlust zu schauen. Die Gewinne können sehr schnell schwinden, wenn man hohe Verluste hat.

Was will ich mit diesem Artikel ausdrücken? Ich möchte hier nur Gedanken platzieren. Es geht mir nicht darum, Contests, Trader oder Wikifolio anzugreifen. Im Gegenteil: Ich finde beispielsweise Wikifolio eine großartige Möglichkeit, Trading in die Öffentlichkeit zu rücken und Menschen die Möglichkeit zu geben an aktivem Trading zu verdienen. Es geht mir vielmehr darum aufzuzeigen, dass hohe Gewinne versteckte Risiken bergen, die nicht immer sofort offensichtlich sind. Leider ist es auch meistens so, dass die Trader, die beispielsweise immer 10% bei jedem Trade riskieren, das kleinste Konto handeln. Große Trader dagegen riskieren meist nur einen sehr geringen Teil … Reich ist halt noch niemand schnell und risikolos geworden. Ich möchte dafür werben, risikobewusst zu handeln und sich als Trader aus der Renditeschlacht herauszuhalten. Seinen eigenen Stil zu finden und über längere Zeit im Spiel zu bleiben ist wesentlich besser als zu versuchen schnell sein Konto nach oben zu „pimpen“. Die Frustration wird schlimmer, wenn man große Verlust einfährt und am Ende dem Trading fernbleibt. Sein Risiko erhöhen, kann man immer noch, wenn man sich und seinen Stil gefunden hat. Bei einem Risiko von 1% oder 2% des Kontos ist es ein langer Weg bis man ganz unten angekommen ist.

Bild: Unter der Verwendung von Wikifolio. Die Zahl ist frei erfunden. Sollte sie zufällig einem Wikifolio ähnelnd, ist dies nicht beabsichtig.

ProRealtime Screener Donchian Kanal

ProRealtime Screener Donchian Kanal für Ausbruchskandidaten

Dieser Artikel stellt eine Fortführung meines bereits vorgestellten „Donchian %d“ Indikators dar. Der Ansatz ist nicht neu und wird auch von anderen Indikatoren abgedeckt, doch ich finde ihn großartig zu verwenden, da er mir hilft Ausbruchskandidaten rechtzeitig zu finden.

Man muss nicht immer das Rad neu erfinden. Es gibt viele, großartige Entwickler, die bereits alle möglichen Indikatoren entworfen haben. Diese kann man weiterentwickeln und an seine Bedürfnisse anpassen. Letztendlich kann man selbst mit zufälligen Einsteigen Geld verdienen, so dass der Einstieg auch nicht das wichtigste an einem Trading-System darstellt … Mehr lesen

Trading: Ich packe meine Koffer … Trader im Urlaub!

Das Wichtigste ist, den Prozess auch im Urlaub exakt einzuhalten …
Jeder Trader steht vor einem kleinem Problem, wenn es in den Urlaub gehen soll. Viele lösen dies einfach dadurch, dass sie gar nicht fahren. Doch ob man dies immer auch mit der Familie vereinbaren kann? Als Daytrader hat man vielleicht einige Sorgen weniger als als Trader auf dem Tages- oder Wochenchart, denn man bekommt häufiger Signale und kann somit auch mal eine Auszeit verkraften. Verpasst man als Trendfolger eine gute Periode, muss man oft längere Zeit auf die nächste gute Chance oder eine entsprechende Marktumgebung warten. Genau aus diesem Grund ist Trading halt ein Fulltime 365 Tage Job. Wer keinen Trading-Partner, -assistent oder ein vollautomatisches System betreibt, muss das Trading mit in den Urlaub nehmen. Ich habe eine kleine Liste zusammengestellt, worauf man achten sollte.

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Wenn es in den Urlaub geht …

Je nach Dauer des Urlaubs muss man mehr oder weniger Zeit in die Vorbereitung stecken. Folgende Stichpunkte berücksichtige ich immer bei der Urlaubsplanung:

  1. Erwartungen des Partners/der Partnerin und Familie: Wer in einer längeren Partnerschaft lebt, wird mit diesem Punkt schnell zurechtkommen. Es ist wichtig dem Partner/der Partnerin klar zu machen, dass man auch im Urlaub Trading betreiben muss. Gegenseitige Erwartungen müssen geklärt werden, damit dies nicht zur Belastung für den Urlaub wird. Auch Kinder sollten es verstehen, Papa/Mama in dieser Zeit in Ruhe zu lassen. Klare Planung des Tages mit festen Zeiten können helfen …
  2. Reiseziel prüfen: Wer weit weg fährt, muss dringend den Zeitunterschied überprüfen und feststellen, ob ein normaler Tradingablauf von dort überhaupt möglich ist. Möglicherweise muss man andere Zielmärkte ins Auge nehmen oder notfalls auf das Urlaubsziel verzichten. Als Daytrader ist man flexibler und könnte sich ggf. den lokalen Bedingungen anpassen. Wer fremde Konten handelt, muss sicherlich hier noch genauer schauen, ob er Verpflichtungen gegenüber seinen Kunden hat oder sich den Urlaub genehmigen kann.
  3. Unterkunft genau prüfen: Aus meiner Erfahrung sind Ferienwohnungen/-häuser besser geeignet als Hotels. Hier man mehr Raum und oft auch einen Schreibtisch und einen funktionierenden Internetanschluss. Letzteres ist das Wichtigste für einen Trader. Eine schlechte Internetverbindung kostet viel Zeit und ist stressig, wenn man seinen Tradingablauf einhalten muss. Auch Hotels, die nur über W-Lan in der Lobby verfügen sind oft eine schlechte Wahl. Besser ist Internet auf dem Zimmer. Alternativ kann man natürlich auch in ein Internetcafe gehen, wenn wirklich nichts mehr geht. Das ist aber keine verlässliche Quelle für gutes sicheres Internet …
  4. Zeitablauf und Methode prüfen: Das Wichtigste beim Trading überhaupt ist die Einhaltung des Prozesses. Man wird sich merkbar beim Trading verschlechtern, wenn man den Prozess für den Urlaub größeren Veränderungen unterwirft! Das habe ich in einem früheren Urlaub gemerkt. Lässt man wesentliche Prozessschritte weg oder verkürzt diese, läuft man Gefahr auf einmal aus dem Gleichgewicht zu kommen. Das Einzige, was ich mir im Urlaub erlaube zu ändern ist, dass ich die Märkte aufteile: Europa abends, USA morgens. Ansonsten bleiben alle Prozesse gleich.
  5. Laptop fit machen und Software prüfen: Genau das ist mir diesen Urlaub passiert … Laptop und Software einen Abend vorher geprüft und nichts ging mehr. Laptop zu alt für die neueste Java Version, also kein Trading möglich. 18:45 zu Apple Store und eines neues Laptop gekauft, 19:00 war bereits Ladenschluss. Also Glück gehabt. Das wird mir nicht noch einmal passieren! Es war einfach schlechte Vorbereitung. Besser wäre: Laptop ein paar Abende vor dem Start des Urlaubs prüfen, aktualisieren und die benötigten Dateien (Tradingtagebuch, Journal, Tools …) installieren und auf Funktion prüfen. Dies sollte identisch mit den alltäglichen Tools sein. Keine Abweichung!
  6. Plan B entwickeln: Ein Plan B ist immer wichtig, denn schließlich stellt der Zugang zu Internet ein Risikofaktor da. Ich habe immer mein iPhone dabei, bei dem ich notfalls mehrere Tage Internet überbrücken könnte, auch wenn die Kosten sehr hoch sind. Es würde aber ausreichen, um anschließend einen Internetstick im Land zu günstigeren Konditionen zu kaufen. Was machen, wenn das Laptop kaputt geht? Man sollte eine absolute Notmöglichkeit haben, um Notfalls die Positionen schließen zu können. Ein Handy oder Tablet hilft weiter. Auch die Telefonnummer des Brokers hilft, um per Telefon eine Order zu erteilen.
  7. Weitere wichtige Tools: Zugangsdaten und Passwörter sollte man dabei haben, falls man sie doch einmal vergisst. Diese kann man sicher aufbewahren oder auch einer Kontaktperson übermitteln, die im Notfall angerufen werden kann. Das Passwort für Telefon-Brokerage gehört ebenfalls zur Reiseausstattung, wenn man kein Smartphone oder Tablet hat. Ich nehme zusätzlich noch mal alle meine Tools (Tradingtagebuch, Journal, etc.) auf einem USB-Stick mit, falls es Probleme mit dem Laptop gibt. Auch ein W-LAN Repeater kann sich bewähren, wenn das W-LAN in der Ferienwohnung nicht ausreichend ist. Dies will ich im nächsten Urlaub ausprobieren … Diesen Urlaub habe ich auch eine Maus mitgenommen, da dies bequemer ist als ein Trackpad.
  8. (Literatur: Hier muss man nach seinem eigenen Geschmack vorgehen. Wer seinem Kopf ein wenig Ruhe gönnen möchte, nimmt ein Buch mit, was mit Trading nichts zu tun hat; wer sich sich neue Gebieten einlesen möchte, kann dies ideal im Urlaub tun. Hier ist Zeit dafür. Ich nehme meistens ein Buch mit, welches ich schon immer lesen wollte, aber zu Hause keine Zeit oder Lust dazu hatte.)

Zusammenfassend stellen sich für mich zwei Schritte als wichtig heraus: 1. Vereinbarkeit mit der Partnerin/Partner und 2. Einhaltung des Prozesses. Diese beiden Punkte muss man meistern. Das geht natürlich nicht, wenn man im Urlaub täglich 4h oder mehr mit dem Trading verbringt … Wer allerdings so viel Zeit benötigt, sollte noch mal an seinem Prozess arbeiten. Ich weiß aus Erfahrung, dass im Urlaub das Trading leider immer ein wenig länger dauert, da man vielleicht eine schlechtere Verbindung hat oder einfach müder von den Aktivitäten am Tag ist, aber dies beschränkt sich auf maximal 0:30 Minuten bei mir. Ich versuche im Urlaub darauf zu achten, trotzdem früh aufzustehen und möglichst vor dem Frühstück bereits mit den US Märkten fertig zu seine. Die Partnerin/Partner kann z.B. weiter ausschlafen oder bereits einen Strandspaziergang unternehmen. Abends mache ich vor dem Abendessen die EU Märkte. Das dauert am Tag bei mir ca. 1,5-2h. Wie auch sonst immer ist Alkohol vor Tradingaktivitäten ein absolutes Tabu. Man fährt ja auch nicht angetrunken Auto … Erst, wenn die Märkt bearbeitet sind, kann man sich ein Bier gönnen. Wer allerdings Partyurlaub machen möchte, sollte das Trading lieber lassen … Mit einem Kater im Kopf lassen sich schwierig Entscheidungen treffen.

Da ich keine Kinder habe, kann ich hier leider keine Erfahrungen einbringen.

Vielleicht fallen euch noch andere Schritte ein, die ihr bei der Urlaubsvorbereitung unternehmt. Mich würde dies sehr interessieren!

Trading: Ausbrüche handeln! Was man über Breakouts wissen muss …

Geduld zahlt sich in einem guten CRV aus!
Einstiege in Trades sind zwar nicht das Entscheidende für den Trading-Erfolg, aber dennoch muss jeder ein Setup finden, welches zu einem persönlich passt. Warum persönlich? Ganz einfach: Man muss den Mut haben in der entsprechenden Situation zu handeln! Das schafft man nur, wenn man Vertrauen in das Setup hat und bereit ist, dass Risiko auf sich zu nehmen.

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Breakouts sind einfach zu beschreiben: Der Kurs schließt über/unter einem definierten Kursbereich. Das kann ein vorheriges Hoch/Tief sein oder z.B. eine Range. Eine Range ist eine Zone in der der Kurs über eine Zeit verweilt und somit seitwärts läuft.

Was man über Breakouts wissen muss …

  • Die meisten Breakouts schlagen fehl! Unterliege nicht der Illusion der schönen Beispiele. In der Regel werden die Ausbrüche nur in etwa 30-50% der Fälle Profit ab. Dies vor allem dann, wenn man ein Trendfolgendes Handelssystem anwendet.
  • Ausbrüche sind deutliche Zeichen. Es ist nicht relevant, warum eine Aktie oder Index ausbricht. Es ist nur relevant, dass sie ausbricht. Ein Ausbruch ist ein deutliches Zeichen, dass Marktteilnehmer bereit sind mehr/weniger zu zahlen.
  • Enge Ranges ziehen meist heftige Ausbrüche hinter sich her. Wer die Geduld hat auf gute Setups zu warten, wird am Ende belohnt werden. Ausbrüche aus sehr engen Ranges bieten meist heftige Kursveränderungen. Als enge Range bezeichnet man eine Seitwärtsbewegung, wo die Volatilität sehr stark abnimmt.
  • Nur das beste CRV traden! Auch hier zahlt sich Geduld aus. Man muss bei Breakouts auf gute Situationen warten, wo das CRV am höchsten ist und der Stopp eng gesetzt werden kann. Beispiele: Enge Ranges, mehrtägige Konsolidierungen oberhalb/unterhalb der Ausbruchskante, kurze Rücksetzer oberhalb/unterhalb der Ausbruchskante. Objektivität bietet hier z.B. der Average True Range Indikator.
  • Vorherige Planung ist entscheidend. Man muss sich rechtzeitig im Markt positionieren, damit man den Ausbruch nicht verpasst. Sobald der Wert einmal ausgebrochen ist, ist das CRV um einiges schlechter und man sollte den Trade streichen. Es ist gut sich vorher mit einer Stop-Order im Markt zu positionieren und auf den Ausbruch zu warten. Wenn er fehlschlägt, wartet man auf die nächste Chance.
  • Auch entgegengesetzt denken. Der vorherrschende Trend in z.B. einer Aktie ist nicht umbedingt so entscheidend, wenn man Ausbrüche handelt. Gerade Bodenbildungsformationen können sehr gute CRVs bringen. Man muss nur sein Risiko zu managen wissen.
  • Der Ausbruch kann in beide Richtungen gehen. Ein Ausbruch aus einer Range kann nach oben oder unten erfolgen. Das kann im Vorhinein kaum vorhergesehen werden. Schaut man sich den Kurs an und den „Druck“ innerhalb der Range, kann man ein Gefühl hierfür bekommen. Nimmt der Druck von unten oder oben zu?
  • Objektivität in das Trading bringen. Trendlinien per Hand zu zeichnen ist subjektiv und man läuft Gefahr sich einen Chart „schön zu malen“. Indikatoren wie z.B. Preisbänder (Bollinger Bänder, Keltner Channel oder Donchian Channel) bringen Objektivität in das Trading. Ein Ausbruch auf z.B. ein neues 20 Tage Hoch ist ein deutliches Signal. Andere Indikatoren wie z.B. die Bollinger Bandbreite geben Aufschluss über die Volatilität. Der Indikator lässt sich aus bestens auf den Donchian Channel berechnen.

Breakouts können sehr gute Gewinne bringen. Man muss nur Geduld und Disziplin haben. Gerade im Aktienbereich trifft man auf tausende Werte, die oft gut Chancen mit sich bringen. Wer zudem ein Trendfolgesystem auf Ausbrüche anwendet, stellt sicher, dass er das meiste des Profits einsammelt. Aber erneut der Hinweis: Ausbrüche schlagen oft fehlt und es kostet Kraft, dabei zu bleiben.

Vielleicht noch einmal ein paar Gedanken zum Thema Preis. Oft hört man von anderen Tradern, wie man einen bestimmten Wert handeln konnte, ohne etwas über ihn zu wissen. Es ist nicht relevant, welche Firma hinter eine Aktie steckt oder warum der Preis eine Range ausbildet. Das entscheidende für eine Kauf-/Verkaufsentscheidung ist der Preis. Jegliche Information und Gedanken zu fundamentalen Daten einer Firma und deren Auswirkungen auf den Preis sind subjektiv. Die Masse entscheidet am Ende, ob die Aktie gekauft wird oder nicht. Dies drückt sich in der Preisbewegung aus. Daher muss man auf den richtigen Zeitpunkt warten. Wer glaubt, dass er sich vor dem Ausbruch innerhalb der Range positionieren sollte, der wird eine böse Überraschung erleben. Meistens kommt es anders als man denkt 😉

Übrigens, auch wenn es nichts zur Sache tut: Der obige Chart ist der Future auf Lean Hogs (Mageres Schwein). Es ist völlig irrelevant, welcher Wert oder Zeiteinheit dies ist. Ausbrüche treten überall auf.


Spannende und empfehlenswerte Bücher zum Thema

Es gibt kein direktes Buch zum Thema Donchian Kanal. Daher kann ich hier nur allgemeine Bücher empfehlen, die ich für lesenswert halte.

Trend Following. Wie erfolgreiche Trader in Hausse und Baisse Millionen machen Trend Following. Wie erfolgreiche Trader in Hausse und Baisse Millionen machen
Meine Bewertung: starstarstarstarstar
von Michael Covel
"Für mich eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Ich lese es noch oft und es ist das fundamentale Werk zum Thema Trendfolge!"
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Technische Analyse der Finanzmärkte: Grundlagen, Strategien, Methoden, Anwendungen. Inkl. Workbook
Meine Bewertung: starstarstarstar
von John J. Murphy
"Ein großartiges Nachschlagewerk. Es werden sehr viele Indikatoren und Techniken erklärt. Ein absoluter Klassiker und Bestseller!"
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Handelssysteme die wirklich funktionieren: Erfolgreich automatisiert handeln
Meine Bewertung: starstarstarstar
von Thomas Stridsman
"Sehr viel zum Thema Backtesting. Wer wissen will, wie man erfolgreiche Trading-Systeme baut und testet, sollte sich dieses Buch genauer anschauen! Mehr für erfahrene Trader geeignet. Rezension gibt es hier im Blog."
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Trading: Sei geduldig, deine Chance wird kommen …

Es gibt für jeden Trading-Stil eine Zeit. Man muss nur geduldig warten …
Trading ist zweifelsohne einer der besten Wege sich selber kennenzulernen und sich selber zu formen. Jeder muss selbst herausfinden, was für ein Mensch er ist und welche Eigenschaften er besitzt. Ich habe einige Eigenschaften, an denen ich immer wieder hart arbeiten muss: Öfter zu große Gier (Resultat = zu großes Risiko), Ungeduld (Resultat = Zu viele Trades gleichzeitig), Angst etwas zu verpassten (Resultat = Trades, die ich eigentlich nicht will) … Jede dieser Eigenschaften sind hinderlich für den Erfolg. Doch es gibt Methoden und Wege wie man hiermit umgeht und „sich selber“ in den Griff bekommt.

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Bei meiner wöchentlichen Auswertung meines Trading-Tagebuchs stoße ich seit zwei Wochen immer wieder auf das Wort „Geduld“. Gerade in volatilen Zeiten kommt meine Eigenschaft „Angst etwas zu verpassen“ zum Vorschein. Die emotionale Seite meines Ichs sagt mir Tag für Tag, dass ich doch aktiv an den Märkten teilnehmen soll, um nicht etwas zu verpassen. Die vernunftbasierte Seite meines Ichs hindert mich daran. Warum strebt meine Vernunft dagegen? Weil meine Tools (wie die Markt-Matrix) und meine Erfahrung mir sagen, dass ich fernbleiben soll. Am Ende gewinnt meine Vernunft gegen die Emotion. Doch diese „Kriege“ der beiden Ichs sind anstrengend … Ich arbeite täglich hart an mir, dieses noch besser in den Griff zu bekommen.

Was hat der obige Absatz nun mit Geduld zu tun? Jeder bekommt am Markt seine Chance … Egal welchen Trading-Stil man nutzt, die Zeit, in der dieser Stil funktioniert, wird kommen. In volatilen Märkten werden Swing- und Daytrader ihr Geld verdienen. Wenn die Märkte sich dann in einen neuen Trend begeben, werden Trendfolger ihr Geld machen. Es ist nur sehr entscheidend, geduldig auf diese Zeit, die zu einen passt, zu warten. Wer ständig versucht in allen Zeiten Geld zu verdienen, wird nur sein Konto ruinieren. In einer stark volatilen Marktlage, wird man kein Geld mit Trendfolge in Aktien verdienen. Es gibt natürlich bestimmte Sektoren oder andere Märkte, die weiterhin in Trends verlaufen, aber wenn man nicht in diese wechseln will/kann, muss man vom Markt fern bleiben. Nur wer diese Geduld hat, wird Draw-Downs in den Griff bekommen. Dieser Teil gehört mit zum Risiko-Management.

Was passiert, wenn die Märkte nicht in einen neuen Trend wechseln? Dann muss man halt länger warten … Die Märkte können nicht dauerhaft in einer volatilen Seitwärtslage verbringen. Früher oder später werden sie in eine Richtung ausbrechen und ein neuer Trend beginnt. Dann kommt die Zeit der Trendfolger und die Gewinne werden umverteilt.

Trading: Mal pausieren. Cash ist auch eine Position …

Man sollte die Zeiten herauspicken, die am besten zum eigenen Handelsstil passen …
Als ich meinen letzten Artikel zum Thema Verlieren geschrieben habe, wollte ich auch das Thema „Cash ist auch eine Position“ in den Artikel mit aufnehmen. Schnell merkte ich jedoch, dass dies insgesamt zu viel wird und das ich hierfür einen eigenen Artikel schreiben muss.

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Das Statement, welches ich in der Headline verwende, ist nicht neu und stammt auch nicht von mir. Ich möchte nur verdeutlichen, wie wichtig das Thema ist. Es gibt viele Trader, die ständig aktiv im Markt sind. Wenn man z.B. einen festen Basket an Werten handelt, kommt es oft vor, dass man ständig Positionen im Markt hat und streng seinem Trading-System folgt. Je diskretionärer die Handelssysteme werden, desto mehr Entscheidungsspielraum hat man, auch fern vom Markt zu bleiben.

Um die Entscheidung zu treffen, braucht man klare Regeln, die einem die Markteinschätzung erlauben. In meinem Tradingtagebuch gibt es die Frage, ob die aktuelle Marktsituation Trades erlaubt oder nicht. Diese Frage ist streng mit Ja oder Nein zu beantworten. Ein Jein gibt es nicht. Wenn man sich ehrlich diese Frage stellt, kann es kein Jein geben. Was soll man denn mit der Antwort „Ja, der Markt erlaubt Trades, aber nur wenn …“? Ein Trader muss Entscheidungen treffen und nicht interpretieren … Und dies kann nur mit klaren Antworten gehen.

Wie ich den Markt einschätze …

Für mich hat sich eine Methode bewährt den Aktienmarkt einzuschätzen und zu bewerten. Diese ist für mich leitend und gehört fest in mein Risikomanagement-Konzept:

  1. Ich habe eine Markt-Matrix, die die wichtigsten europäischen und amerikanischen Aktienindizes in einer Tabelle auflistet. Diese repräsentieren für mich den Aktienmarkt. In dieser gibt es drei Spalten: Name des Indizes, Trend und Signal. Die Bewertung läuft folgendermaßen:
    • Bildet der Index einen Trend mit höheren Hochs und Tiefs oder bricht der aus einer Range aus (z.B. neues 20 Tagehoch, messbar mit einem Donchian Channel) liegt ein Trend vor. Hier kommt natürlich auch das Auge ein wenig ins Spiel. Wenn der Index über eine längere Zeit einen klaren Seitwärtstrend ausbildet, wandert der Status auf „Neutral“.
    • Ist der aktuelle Preis über die letzten Tage steigend, wird der Status (long oder short) entsprechend in der Spalte „Signal“ vermerkt. Liegt z.B. ein Fehlausbruch im Index vor oder die Situation ist unklar, da sich der Index in einer Seitwärtszone befindet, wandert der Status auf „Abwarten“. Somit kann es durchaus sein, dass ein Index vom Trend her long ist, aber auf „Abwarten“ steht.
  2. Ist die Mehrheit der Indizes z.B. long, suche ich vermehrt nach Long-Trades. Bei short muss es andersherum sein. Liegt ein neutrales Bild vor, sieht man innerhalb der Tabelle meistens die Einordnungen neutral, abwarten oder einige Märkte stehen auf long und andere auf short. Erst wenn die Mehrheit der Indizes in eine Richtung zeigt, suche ich aktiv nach Trades und richte entsprechend mein Risiko aus.
  3. Den großen Indizes wie S&P 500, Russel 2000 und Stoxx 600 kommt dabei eine höhere Gewichtung zu.

Aus diesem obigen Vorgehen ergibt sich auch meine Handlungsweise und mein Risiko, welches ich im Markt eingehen möchte. Sicherlich ist hier noch einiger Ermessensspielraum für den Trader und es handelt sich dabei nicht um ein starres System, aber es bietet ein systematisches Vorgehen. Ich arbeite weiterhin an der Verbesserung.

Aktuell zeigt sich in meiner Markt-Matrix ein gemischtes Bild und daher wähle ich den niedrigsten Risikograd und eröffne momentan keine neuen Positionen (sprich: Ich bin in der Position Cash). Ich weiß, dass diese Marktphasen für mein Trading sehr schädlich sind, da ich als Trendfolger nach Trends in den Märkten suche. Es gibt keinen klaren Trend auf meiner Zeiteinheit und neue Positionen enden meist mit einem Fehlausbruch und damit mit einem Verlust. Das schwierigste ist, sich selber an diese Vorgeben zu halten und nicht trotzdem dem Handlungszwang zu verfallen. Hier hilft z.B. die oben erwähnte Frage in einem Tradingtagebuch.

Cash ist eine Position und dies muss ich auch immer wieder bedenken und lernen. Schließlich hat jeder das Bild eines hyperaktiven Traders vor Augen, der am Computer klebt und wie wild in die Tastatur haut. Doch eigentlich sind es die Zeiten wo man vom Markt fernbleibt und dem Treiben zuschaut, die einen erfolgreich machen. Es sind genau die Platos in der Equity Kurve, die dann den nächsten Anstieg beginnen lassen. Am Ende muss man sich als Trader die Zeiten herauspicken, die einem die besten Chancen für seinen Handel bieten. Den Rest der Zeit kann man in Ruhe zuschauen und andere Dinge erledigen.

Trading: Verlieren ist Teil des Tradings!

Die Einstellung entscheidet, wie man mit Verlusten umgeht …
Eine wichtige Eigenschaft erfolgreicher Trader, die auch immer wieder in Interviews genannt wird, ist: Verlieren können und der daraus hervorgehende Umgang mit Verlusten. Auch ich bin ständig am Lernen, noch besser mit dem Verlieren umzugehen und hierüber erfolgreicher zu werden.

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Trader verlieren oft und häufig hintereinander. Da gerade Trendfolger nie wissen, welcher der nächste große Gewinner wird, müssen sie immer wieder in Markt gehen und schauen, wie sich eine Position entwickelt. Oft stellt sich schon nach kurzer Zeit heraus, dass dieser Trade ein Verlierer ist und einen Verlust produziert. Dabei sah das Setup doch vorher zu gut aus … Man kann die Zukunft nicht vorhersehen und an der Börse ist die Selbsteinbildung des „Zukunftsehens“ leider weit verbreitet. Doch bitte sag mal: Wie wird der morgige Kurs von Aktie xx sein? Mit Sicherheit werden alle daneben liegen …

Verlieren können ist eine Stärke eines Traders. Sich selber einzugestehen, oft falsch zu liegen und Verlierer nicht emotional aufzunehmen, sind unter anderem ein Schlüssel zum Erfolg. Verluste gehören dazu, da man nicht weiß, ob sich morgen der Preis einer Aktie so entwickelt, wie erwartet. Es ist die Methode, wie ich mit Verlusten umgehe, die bestimmt, ob ich erfolgreich bin oder nicht.

Das ist natürlich leichter geschrieben als umgesetzt und es bedarf sicherlich einige Zeit und Energie bis man mit Verlusten richtig umgehen kann. Wenn man in sein Tradingjournal schaut und z.B. 8 Verluste hintereinander sieht, kann man schon in Selbstzweifel verfallen. Dennoch gibt es Methoden, die man mit Verluste umgehen  und die pychologischen Hürden ein wenig umschiffen kann:

5 Methoden, um besser mit Verlusten umgehen zu lernen

Die unten beschriebenen Vorgehensweisen helfen mir, besser mit Verlusten und Verlustserien umzugehen:

  1. Erfolgreiches Money- und Risikomanagement mit festen Regeln
    Jeder Trader sollte wissen wie viel er in jedem Moment riskiert und ob er sich dieses Leisten kann. Verluste bringen einen nur unter Druck, wenn man es sich nicht leisten kann, das offene Risiko zu realisieren. Jeder Trade muss vorher kalkuliert werden und das Gesamtrisiko darf nicht zu hoch sein. Zudem sollte das Gesamtrisiko zum Markt passen. Ich teile das Gesamtrisiko in max. 1,5R, 3R und 5R ein. Je nach Marktsituation. Oft habe ich allerdings gar kein Risiko, da meine gesicherten Gewinne das Risiko übersteigen.
  2. Kleine Verluste schnell realisieren
    Alle Trades sind mit Stop-Loss Order abgesichert. Diese wird nach einer genau definierten Methode gesetzt, ohne Ausnahme! Meine Trades zeigen innerhalb der ersten Tage, ob sie Gewinner oder Verlierer sind. Mein Stop-Loss wird sehr eng an den Kurs herangezogen, sobald der Trade in die nicht gewünschte Richtung läuft. Wenn ein Trade aus einer Preis-Range ausbricht, wird der Stop-Loss kurz unterhalb dieser herangezogen. Somit sind meine Verluste klein. Erneut Einsteigen kann ich immer noch und auch eine größere Verlustserie ist für mich somit kein Problem. Zudem weiß ich aus Erfahrung, dass erfolgreiche Trades gar nicht mehr so weit zurückfallen und meinen Stop-Loss gefährden.
  3. Tradingjournal sofort aktualisieren
    Oft schiebt man das Tradingjournal vor sich her, weil man sich nicht eingesehen möchte, dass man einen Verlust realisiert hat. Erst, wenn man dies Schwarz auf Weiß vor sich sieht, fängt der Verlust an zu schmerzen. Genau diesem muss man entschlossen entgegen wirken. Sobald eine Position mit Verlust (oder Gewinn) ausgestoppt ist, wird sie in das Tradingjournal eingetragen. Nüchtern und ohne emotionale Bedeutung. Es ist wie Buchhaltung … Man trägt eine Zahl in ein Formular ein. Dies mache ich gleich zu Beginn meiner täglichen Routine, damit ich den Kopf wieder auf neue Chancen konzentrieren kann.
  4. Denke an Gewinner und nicht an Verlierer
    Natürlich ist es wichtig, sich mit den Verlierern auseinander zu setzen, das möchte ich nicht abstreiten. Hierüber lernt man, was im Markt funktioniert und was nicht. Sobald man jedoch sein System und Vorgehensweise gefunden hat, sehen Gewinner und Verlierer immer gleich aus … Ich persönlich konzentriere mich lieber auf Gewinner als Verlierer. Verlierer sind Teil des Tradings. Was ich jedoch schaffen muss sind zwei Dinge: Verlierer möglichst klein halten und Gewinner möglichst groß machen. Genau auf das letztere muss man sich konzentrieren und dafür Methoden entwickeln. Zudem gibt einem die Konzentration auf Gewinner noch einmal ein positives Gefühl, welches in Selbstvertrauen umschlägt.
  5. Nicht in Geld denken
    Geld zu verlieren stresst und fühlt sich bedrohlich an. Wenig Geld zu haben belastet die Psyche und wenn sich der Geldbetrag verringert, vermehrt sich der Stress und die Emotionale Neutralität lässt nach. Deshalb muss man sein Denken weg vom Geld bewegen. Trader denken nicht in Geld, sondern in einer abstrakten Einheit, dem Einsatz (R = Risiko-Multiple). Ich verliere nicht 100 oder 200 Euro, sondern ich verliere 1R. Natürlich ist mir bewusst, dass 1R diesem Betrag entspricht und ich verfolge meinen Kontostand auch weiterhin in Euro, jedoch schmerzt der Verlust von 1R nicht so wie der Verlust von 200 EUR. Mein Gehirn kann nicht sofort einen Vergleich ziehen, was 1R in der Gegenwart für einen realen Gegenwert hat (z.B. einen Kurzurlaub oder 2 Tage Arbeit). Dieses abstrakte Denken hilft, Verluste anders und weniger Emotional zu sehen.

Neben dieser 5 Methoden gibt es natürlich noch weitere und sie sind auch nicht der „Heilige Gral“. Vielleicht ist es bei dir anders als bei mir … Jeder muss seine eigene Methode finden und Erfahrungen machen. Es vergeht einige Zeit, bis man mit Verlusten richtig umgehen kann. Man muss Geduld haben und hart an sich arbeiten. Der Schlüssel dazu liegt unter anderem in der Arbeit an seiner Einstellung, damit man seine Psyche in die richtige Richtung bewegt. Am Ende wird man Verluste als das hinnehmen und vor allem emotional bewerten, was sie sind: Das Gegenteil von Gewinnern. Gewinner und Verlierer sind nur zwei Kategorien. Das die eine mehr Spaß macht, als die andere ist nur eine Kopfsache und dein Gehirn weißt ihr diese Emotion zu. Das hat natürlich auch Vorteile, die man nutzen kann: Gewinnen macht Spaß und wenn man sich hierauf konzentriert, kann man große Gewinner hervorbringen. Verlieren macht weniger Spaß und man kann sich darauf konzentrieren, kleine Gewinner hervorzubringen. Wenn man diese Einstellung gewonnen hat, ist man sicherlich auf dem richtigen Weg. Alles andere führt nur zur Zerstörung des eigenen Tradingkontos.

Trading: Pause in Amerika – S&P 500 mit neuem Tief

Wenn der Trend wechselt, gehe ich in Deckung!
Der Freitag bescherte den Börsen in Europa und USA zum Teil deutliche Verluste. Der S&P 500 zeigt ein Minus von >2% und ein neues Verlaufstief. Dies bedeutet, dass ein vorheriges Tief gebrochen wurde und somit der kurzfristige Trend erst einmal beendet ist. Für mich ist dies ein Zeichen sich erst einmal an den Rand zu stellen und die neue Situation abzuwarten. Nach wie vor ist der Aktienindex im Wochenchart mit long zu bewerten und somit eine Trendfortsetzung wahrscheinlich. Dennoch ist der Bruch im Tageschart ein deutliches Zeichen und muss wahrgenommen werden.

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Als Aktien-Trendfolger achte ich auf die Indizes, um meine Richtung für Trades festzulegen. Steigt der Index und befindet er sich in einem Trend, entweder long oder short, suche ich vermehrt nach Positionen in diese Richtung. Wechselt der Index seinen Trend oder verharrt seitwärts, gehe ich in Deckung und warte auf bessere Zeiten für mein Trading. In der obigen Situation gleich massiv Short-Positionen zu eröffnen wäre töricht und kann Verluste nach sich ziehen. Ich warte lieber ein wenig ab, bis sich ein neuer Trend etabliert hat.

An solchen Tagen kommt es im Depot zu Verkaufssignalen, die durch meine gesetzten Stopp-Marken sofort umgesetzt werden. In diesem Moment werden verschiedene Postionen, die mit Trailing-Stops versehen waren, verkauft und somit Gewinne/Verluste realisiert. Auch erst kurz laufende Positionen, die noch ein wenig Risiko besitzen, werden durch den automatischen Trailing-Stop verkauft. Lieber einen kleinen als einen großen Verlust realisieren. Wenn einige große Gewinner dabei sind, werden die kleinen Verluste mehr als ausgeglichen. Solche Tage zeigen die wahre Stärke des Trendfolgens: Wenige große Gewinner, viele kleine Verlierer und am Ende bleibt dennoch einiges übrig.

© Copyright 2018 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger
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