Trading: 10 Dinge, die mich bis heute nicht weiter gebracht haben …

… aber man muss sich klar machen, worum es beim Trading geht: Geld verdienen über einen langen Zeitraum.
Es gibt viele Mythen, die gerade Tradinganfänger immer wieder begegnen. Leider brennen sich einige dieser in den Köpfen fest und sind nur schwer wieder herauszubekommen. Das Problem beim Trading ist, dass das Gehirn jede Ablenkung willkommen heißt, da der andere Weg sehr schwierig und energieraubend ist. Das Gehirn liebt also Ablenkung, Vereinfachung und Schuldzuweisungen. Zudem gibt es viele Menschen, die z.B. technikbegeistert sind und genau deshalb schon eine Präferenz für diese Seite haben. Dies kann man zu einem Vorteil machen, aber man muss sich klar machen, worum es beim Trading geht: Geld verdienen über einen langen Zeitraum.

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Ab und zu kommt es sogar vor, dass ich Fragen von, so glaubte ich, erfahrenen Traders erhalte, die mich echt schockieren. Es ist sehr leicht nach außen gut auszusehen … Ich wiederhole auch immer wieder gerne im Blog: Nur weil ich einen Blog schreibe, bin ich noch lange kein Magier der Märkte. Seit 3 Jahren beschäftige ich mich intensiver mit Trading und technischer Analyse. Das ist eine kurze Zeit im Vergleich zu 20 oder mehr Jahren, die Magier der Märkte 1990 hatte!

10 Dinge, die mich beim Trading bis heute nicht weiter gebracht haben

Diese Dinge leite ich aus meiner eigenen Erfahrung ab. Vielleicht habt ihr andere gemacht?

  1. Die Broker Frage: Ich höre sie sehr oft … Welchen Broker nutzt du? Da ich kein Scalper bin und es mir nicht auf Schnelligkeit abkommt, ist diese Frage absolut unwichtig. Glaubst du, dass du besser handelst, wenn du Broker A statt B nutzt? Beide können eins: Orders ausführen, löschen etc. Da gibt es keinen Unterschied! Bei CFDs gibt es vielleicht geringe Unterschiede: Zur Verfügung stehende Instrumente, Market-Maker vs. DMA etc. Aber ganz ehrlich: Selbst dies hilft nicht dabei, besser zu traden … Ich habe schon viele Broker und Handelsinstrumente ausprobiert und keines hat mich wirklich voran gebracht.
  2. Die Chartsoftware Frage: Dies ist die zweitmeiste Frage. Welches Chartprogramm nutzt du? Auch hier glaube ich nicht, dass man irgendeinen Vorteil im Markt erlangen kann. Bitte ruft euch mal Jesse Livermore ins Gedächtnis: Er hat auf einem Blatt Papier getradet! Nicolas Darvas: Er ist um die Welt gereist und hat Papier genutzt! Viele CTAs nutzen nicht mal Charts, sondern lassen sich am Ende des Tages ein paar Zahlen ausdrucken … Was also macht einen Trader erfolgreich? Die Chartsoftware? Bestimmt nicht …
  3. Die Kosten Frage: Diese ist eng Verknüpft mit der Broker Frage. Broker A ist 10 Cent günstiger als Broker B! Wow! Dadurch spare ich Geld und kann besser traden … NEIN. Richtig, du sparst dadurch Geld; falsch, du kannst nicht besser traden. Geringere Kosten helfen mehr Profit zu machen. Wenn man trotzdem nur Verlust macht, liegt es aber meist nicht an den Kosten. Hat man ein profitables System entwickelt, kann man selbst noch gut traden, wenn die Kosten 25% des Risikos ausmachen. Mit geringeren Kosten wird man nur profitabler.
  4. Die Monitor Frage: Es amüsiert mich immer wieder zu lesen, wie Trader sich über die Anzahl und Halterungen ihrer Monitore austauschen. Wie viel Monitore hat Jesse Livermore gehabt? Gar keine. Wie viele Monitore hat George Soros? Einen? Wie viele Monitore hat David Harding und sein Team? Einen? Jeder, der über CTAs und erfolgreiche Trader liest, weiß, dass die meisten nur einen Monitor haben und in deren Büros eine absolut ruhige Atmosphäre herrscht. Die Frage, die sich jeder stellen sollte ist: Wenn ich nicht einen Markt traden kann, wie kann ich mich dann auf 5 gleichzeitig konzentrieren? Handwerker sind auch nicht besser, nur weil sie die teuersten Geräte nutzen anstatt die billigen vom Discounter.
  5. Die „Vom Trading leben“ Frage: Ich werde oft gefragt, ob ich nicht schon Millionär sei oder ich höre, dass es toll sei jemanden zu wissen, der vom Trading leben kann. Sorry, aber das kann ich (noch lange) nicht. Jeder, der einen Taschenrechner nutzen kann, kann sich ausrechnen wie viel Geld man benötigt, um vom Trading leben zu können. Wer glaubt, dass man 100% oder mehr pro Jahr über einen langen Zeitraum ohne Verlust erwirtschaften kann, liegt falsch. Selbst die Magier der Märkte schaffen dies nicht über lange Zeiträume. Wenn man konservative 20% pro Jahr annimmt, muss man schon in Richtung einer halben Million Trading Kapital besitzen. Ansonsten bleibt nur die Alternative: Seminare, Webinare, Signaldienste, Brokerwerbung usw. Das ist genauso ein Einkommen wie jedes andere, aber vom Trading lebt man eben nicht.
  6. Die Meinung anderer Trader: Sie interessiert mich nicht! Sie hat mich noch nie weitergebracht und sie wird es nicht. Jeder gibt gerne seinen Kommentar zu irgendetwas ab, um wichtig zu erscheinen. Doch diese Kommentare verwirren mehr als sie einen weiter bringen. Jeder Trader hat eine eigene Meinung, aber nur die eigene bringt einen weiter. Ansonsten kann man zu leicht die Verantwortung abgeben.
  7. Newsletter und Signaldienste: Ein großes zweigleisiges Schwert. Ich bezweifle nicht, dass es gute gibt und das einige davon einen weiterbringen können, aber die meisten tuen es nicht. Das Ziel ist Trading zu lernen, als ob man ein Handwerk oder eine Kunst erlernt. Wenn ich als Handwerkslehrling nur die Schrauben in vorgefertigte Löscher schieben muss, lerne ich nichts. Ich muss lernen, wie man die Bohrmaschine hält, den richtigen Bohrer auswählt, die richtige Schraube usw. Dies kann nur durch langfristiges Mentoring geschehen. Nicht durch einen Signaldienst.
  8. Facebook Gruppen: Ähnlich zu Newsletter und Signaldiensten. Ein Sammelbecken vieler Trader oder welche die meinen es zu sein. Ich bin der Meinung, dass man nicht alles gleichzeitig sein kann. Gruppenmoderator oder Trader – worauf konzentriert man sich? Jeder postet wie wild seine Trades, Entries, Exits und Erfolge. Misserfolge werden meist nicht gepostet. Ganz ehrlich: Bringt dies einen weiter? Beim Trading geht es darum, einen Prozess zu entwickeln, bei dem alle Trades gleich sind und der einen langfristig positiven Output erzeugt. Wie soll ein Facebook Leser dein System verstehen, wenn du nur Entries und Exits postest?
  9. Bücher über technische Analyse: Ja, es gibt auch Bücher über technische Analyse, die mich weiter gebracht haben. Gerade in der Anfangszeit meiner bisherigen drei Jahre 😉 Aber diese Bücher befassen sich mehr mit Systementwicklung als mit technischer Analyse. Ein paar Linien in einen Chart einzuzeichnen und einen Stopp-Loss festzulegen bringt leider noch kein gewinnbringendes System. Bücher über technische Analyse sind faszinierend und unterhaltsam, bringen einen aber nicht weiter. Sie können als Inspiration dienen, aber den „heiligen Gral“ habe ich dort bis heute nicht entdeckt.
  10. Der heilige Gral: Dieser darf in der Top-10 nicht fehlen. Wie oft habe ich danach gesucht und wie viele tausende Charts habe ich analysiert? Wie viele Indikatoren ausprobiert, geschrieben und wie viele Techniken studiert? Swing-Trading, Daytrading usw. Letztendlich ist doch am besten, was ewig währt und KISS folgt. Weniger ist mehr … Einfacher ist besser … Es gibt einen heiligen Gral im Trading, aber dieser liegt in dir selbst. Es gibt, wie überall anders auch, nicht die beste Methode. Es gibt nur harte Arbeit, ein tiefes Selbstverständnis und gnadenlose Liebe zu dem was man tut.

Während des Schreibens fallen mir sogar noch weitere Punkte ein, aber ich habe ja geschrieben, dass ich eine Top-10 mache und keine Top-12.

Wie gesagt, die oberen Punkte beruhen auf meiner persönlichen Erfahrung und Meinung. Daher kann es bei euch als Lesern abweichend sein. Mich würde es aber wirklich interessieren, ob ihr einen Vorteil aus der Anzahl eurer Monitore oder Meinungen anderer Trader zieht. Schreibt mit gerne oder hinterlasst einen Kommentar!


Spannende und empfehlenswerte Bücher zum Thema

Es gibt kein direktes Buch zum Thema Donchian Kanal. Daher kann ich hier nur allgemeine Bücher empfehlen, die ich für lesenswert halte.

Trend Following. Wie erfolgreiche Trader in Hausse und Baisse Millionen machen Trend Following. Wie erfolgreiche Trader in Hausse und Baisse Millionen machen
Meine Bewertung: starstarstarstarstar
von Michael Covel
"Für mich eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Ich lese es noch oft und es ist das fundamentale Werk zum Thema Trendfolge!"
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Magier der Märkte: Interviews mit Top-Tradern der Finanzwelt Magier der Märkte: Interviews mit Top-Tradern der Finanzwelt
Meine Bewertung: starstarstarstarstar
von Jack D. Schwager
"Das Buch gehört ebenfalls meinen Top-3 Trading-Büchern! Es beinhaltet viele spannender Interview mit den erfolgreichsten Tradern aller Zeiten."
Hier gibt einen ausführlicheren Artikel zum Buch Magier der Märkte.
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Clever Traden mit System Clever traden mit System: Erfolgreich an der Börse mit Money Management und Risikokontrolle
Meine Bewertung: starstarstarstarstar
von Van K. Tharp
"Das Buch gehört zu meinen Top-3 Trading Büchern! Es beinhaltet alles, was ein Einsteiger braucht und so manche Erkenntnis für Fortgeschrittene. Unter anderem geht es auch viel um das Thema Trading-Systeme und die Hintergründe."
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Trading: Interview mit Mike Bellafiore – Interessante Einsichten in eine Prop-Trading Firma …

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In der Folge 157 des Podcasts von Michael Covel wird Mike Bellafiore interviewt. Er ist Mitgründer von SMB Capital, einer amerikanischen Prop-Trading Firma. Die Firma bildet Trader aus, gibt ihnen Kapital und Tools und lässt sie für sich handeln. Zudem ist Bellafiore Autor mehrere Bücher.

Mit Trendfolge hat er nur indirekt zu tun, eher vielleicht seine Trader. Die Firma verfolgt durch ihre Trader viele verschiedene Handelsstile, darunter auch Intraday-Tradingstile.

Das interessante an dem Interview ist, dass es Einblicke in die Welt des Prop-Trading bietet. Es zeigt auch, wie sich die Firma gegründet und entwickelt hat, sowie in welche Schwierigkeiten sie geraten ist.

Das Motto von Bellafiore ist, dass jeder genau das finden muss, was er gerne tut und worin er gut ist. Nur dann hat er eine Chance darin exzellent zu werden.

Hier könnt ihr euch den Podcast anhören:

 

Gedanken: Ein Trading-System ist mehr als die einzelnen Teile …

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Im Urlaub habe ich das Buch von Thomas Strindsman „Handelssysteme die wirklich funktionieren“ gelesen. Eine etwas ausführlichere Vorstellung wird es demnächst hier im Blog geben. Mein Ziel ist es, mich mehr mit mechanischen Trading-Systemen auseinander zu setzen und möglicherweise ein System zu entwickeln, welches mittelfristig in großen liquiden Märkten einsetzbar ist. Mich reizt dieses Thema einfach und ich schaue mir auch zur Zeit Backtesting-Software an, die ganze Portfolios (FX oder Futures) backtesten kann.

Zurück zum Thema dieses kleinen Status-Posts … Im Buch fand ich einen Gedanken spannend, der mir heute nicht aus dem Kopf geht: Ein Trading-System ist mehr als die einzelnen Teile … Ein Trading-System (egal ob Trendfolge, Swing Trading oder Day Trading) besteht aus verschiedenen Komponenten, die alle für sich einen Wert darstellen. Marktanalyse, Entry/Exit, Positionsmanagement, Money-Management, Risiko-Management; alles Komponenten, die allein für sich eigene Regeln besitzen. Doch für sich genommen sind diese Komponenten sinnlos. Ein Money-Management ohne ein Entry wäre nutzlos. Erst, wenn man diese Komponenten miteinander verbindet, ergeben sie einen Sinn und fangen an, Wert zu schaffen. Die Art der Verbindung und vor allem das Finetuning der Komponenten untereinander machen am Ende die wirkliche Wertschaffung aus. Wenn ein System dann funktioniert und fein aufeinander abgestimmt ist, arbeitet es fast von alleine. Das ist das Ziel und somit ist ein Trading-System mehr als die einzelnen Teile.

Trading: Ich packe meine Koffer … Trader im Urlaub!

Das Wichtigste ist, den Prozess auch im Urlaub exakt einzuhalten …
Jeder Trader steht vor einem kleinem Problem, wenn es in den Urlaub gehen soll. Viele lösen dies einfach dadurch, dass sie gar nicht fahren. Doch ob man dies immer auch mit der Familie vereinbaren kann? Als Daytrader hat man vielleicht einige Sorgen weniger als als Trader auf dem Tages- oder Wochenchart, denn man bekommt häufiger Signale und kann somit auch mal eine Auszeit verkraften. Verpasst man als Trendfolger eine gute Periode, muss man oft längere Zeit auf die nächste gute Chance oder eine entsprechende Marktumgebung warten. Genau aus diesem Grund ist Trading halt ein Fulltime 365 Tage Job. Wer keinen Trading-Partner, -assistent oder ein vollautomatisches System betreibt, muss das Trading mit in den Urlaub nehmen. Ich habe eine kleine Liste zusammengestellt, worauf man achten sollte.

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Wenn es in den Urlaub geht …

Je nach Dauer des Urlaubs muss man mehr oder weniger Zeit in die Vorbereitung stecken. Folgende Stichpunkte berücksichtige ich immer bei der Urlaubsplanung:

  1. Erwartungen des Partners/der Partnerin und Familie: Wer in einer längeren Partnerschaft lebt, wird mit diesem Punkt schnell zurechtkommen. Es ist wichtig dem Partner/der Partnerin klar zu machen, dass man auch im Urlaub Trading betreiben muss. Gegenseitige Erwartungen müssen geklärt werden, damit dies nicht zur Belastung für den Urlaub wird. Auch Kinder sollten es verstehen, Papa/Mama in dieser Zeit in Ruhe zu lassen. Klare Planung des Tages mit festen Zeiten können helfen …
  2. Reiseziel prüfen: Wer weit weg fährt, muss dringend den Zeitunterschied überprüfen und feststellen, ob ein normaler Tradingablauf von dort überhaupt möglich ist. Möglicherweise muss man andere Zielmärkte ins Auge nehmen oder notfalls auf das Urlaubsziel verzichten. Als Daytrader ist man flexibler und könnte sich ggf. den lokalen Bedingungen anpassen. Wer fremde Konten handelt, muss sicherlich hier noch genauer schauen, ob er Verpflichtungen gegenüber seinen Kunden hat oder sich den Urlaub genehmigen kann.
  3. Unterkunft genau prüfen: Aus meiner Erfahrung sind Ferienwohnungen/-häuser besser geeignet als Hotels. Hier man mehr Raum und oft auch einen Schreibtisch und einen funktionierenden Internetanschluss. Letzteres ist das Wichtigste für einen Trader. Eine schlechte Internetverbindung kostet viel Zeit und ist stressig, wenn man seinen Tradingablauf einhalten muss. Auch Hotels, die nur über W-Lan in der Lobby verfügen sind oft eine schlechte Wahl. Besser ist Internet auf dem Zimmer. Alternativ kann man natürlich auch in ein Internetcafe gehen, wenn wirklich nichts mehr geht. Das ist aber keine verlässliche Quelle für gutes sicheres Internet …
  4. Zeitablauf und Methode prüfen: Das Wichtigste beim Trading überhaupt ist die Einhaltung des Prozesses. Man wird sich merkbar beim Trading verschlechtern, wenn man den Prozess für den Urlaub größeren Veränderungen unterwirft! Das habe ich in einem früheren Urlaub gemerkt. Lässt man wesentliche Prozessschritte weg oder verkürzt diese, läuft man Gefahr auf einmal aus dem Gleichgewicht zu kommen. Das Einzige, was ich mir im Urlaub erlaube zu ändern ist, dass ich die Märkte aufteile: Europa abends, USA morgens. Ansonsten bleiben alle Prozesse gleich.
  5. Laptop fit machen und Software prüfen: Genau das ist mir diesen Urlaub passiert … Laptop und Software einen Abend vorher geprüft und nichts ging mehr. Laptop zu alt für die neueste Java Version, also kein Trading möglich. 18:45 zu Apple Store und eines neues Laptop gekauft, 19:00 war bereits Ladenschluss. Also Glück gehabt. Das wird mir nicht noch einmal passieren! Es war einfach schlechte Vorbereitung. Besser wäre: Laptop ein paar Abende vor dem Start des Urlaubs prüfen, aktualisieren und die benötigten Dateien (Tradingtagebuch, Journal, Tools …) installieren und auf Funktion prüfen. Dies sollte identisch mit den alltäglichen Tools sein. Keine Abweichung!
  6. Plan B entwickeln: Ein Plan B ist immer wichtig, denn schließlich stellt der Zugang zu Internet ein Risikofaktor da. Ich habe immer mein iPhone dabei, bei dem ich notfalls mehrere Tage Internet überbrücken könnte, auch wenn die Kosten sehr hoch sind. Es würde aber ausreichen, um anschließend einen Internetstick im Land zu günstigeren Konditionen zu kaufen. Was machen, wenn das Laptop kaputt geht? Man sollte eine absolute Notmöglichkeit haben, um Notfalls die Positionen schließen zu können. Ein Handy oder Tablet hilft weiter. Auch die Telefonnummer des Brokers hilft, um per Telefon eine Order zu erteilen.
  7. Weitere wichtige Tools: Zugangsdaten und Passwörter sollte man dabei haben, falls man sie doch einmal vergisst. Diese kann man sicher aufbewahren oder auch einer Kontaktperson übermitteln, die im Notfall angerufen werden kann. Das Passwort für Telefon-Brokerage gehört ebenfalls zur Reiseausstattung, wenn man kein Smartphone oder Tablet hat. Ich nehme zusätzlich noch mal alle meine Tools (Tradingtagebuch, Journal, etc.) auf einem USB-Stick mit, falls es Probleme mit dem Laptop gibt. Auch ein W-LAN Repeater kann sich bewähren, wenn das W-LAN in der Ferienwohnung nicht ausreichend ist. Dies will ich im nächsten Urlaub ausprobieren … Diesen Urlaub habe ich auch eine Maus mitgenommen, da dies bequemer ist als ein Trackpad.
  8. (Literatur: Hier muss man nach seinem eigenen Geschmack vorgehen. Wer seinem Kopf ein wenig Ruhe gönnen möchte, nimmt ein Buch mit, was mit Trading nichts zu tun hat; wer sich sich neue Gebieten einlesen möchte, kann dies ideal im Urlaub tun. Hier ist Zeit dafür. Ich nehme meistens ein Buch mit, welches ich schon immer lesen wollte, aber zu Hause keine Zeit oder Lust dazu hatte.)

Zusammenfassend stellen sich für mich zwei Schritte als wichtig heraus: 1. Vereinbarkeit mit der Partnerin/Partner und 2. Einhaltung des Prozesses. Diese beiden Punkte muss man meistern. Das geht natürlich nicht, wenn man im Urlaub täglich 4h oder mehr mit dem Trading verbringt … Wer allerdings so viel Zeit benötigt, sollte noch mal an seinem Prozess arbeiten. Ich weiß aus Erfahrung, dass im Urlaub das Trading leider immer ein wenig länger dauert, da man vielleicht eine schlechtere Verbindung hat oder einfach müder von den Aktivitäten am Tag ist, aber dies beschränkt sich auf maximal 0:30 Minuten bei mir. Ich versuche im Urlaub darauf zu achten, trotzdem früh aufzustehen und möglichst vor dem Frühstück bereits mit den US Märkten fertig zu seine. Die Partnerin/Partner kann z.B. weiter ausschlafen oder bereits einen Strandspaziergang unternehmen. Abends mache ich vor dem Abendessen die EU Märkte. Das dauert am Tag bei mir ca. 1,5-2h. Wie auch sonst immer ist Alkohol vor Tradingaktivitäten ein absolutes Tabu. Man fährt ja auch nicht angetrunken Auto … Erst, wenn die Märkt bearbeitet sind, kann man sich ein Bier gönnen. Wer allerdings Partyurlaub machen möchte, sollte das Trading lieber lassen … Mit einem Kater im Kopf lassen sich schwierig Entscheidungen treffen.

Da ich keine Kinder habe, kann ich hier leider keine Erfahrungen einbringen.

Vielleicht fallen euch noch andere Schritte ein, die ihr bei der Urlaubsvorbereitung unternehmt. Mich würde dies sehr interessieren!

Trading: Solarworld – Ein Musterbeispiel des Tradings. Brandgefährlich, aber auch eine gute Chance.

Die letzten Wochen wurden Solarwerte stark gekauft. Einige Werte verdoppelt sich und stiegen massiv an. Man darf allerdings nicht vergessen, dass diese Werte über langfristige Zeit nur fallen und immer wieder massiv an Wert verlieren. Einige Aktien sind aufgrund des niedrigen Kursen nicht mehr wirklich handelbar.

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Das Beispiel Solarworld zeigt, wie gefährlich es sein kann, mit solchen Pennystocks zu handeln. Man darf nie vergessen, dass es fundamentale Gründe gibt, warum die Solar-Aktien so billig sind. Technische Analyse ist schließlich nur ein Werkzeug und keine Bewertung!

Im Beispiel Solarworld sieht man, wie jedes Unterschreiten der 1 EUR Marke gekauft wurde. Dies kann verschiedene Gründe haben, z.B. Gewinnmitnahmen bei Short-Positionen oder auch Investoren, die wieder an Solar-Aktien glauben. Am 11. Dezember gelangt der Rebreak über 1 EUR per Tagesschlusskurs unter hohem Volumen. Nach einer kurzen Konsolidierung kam es zu einer Rallye, die wahrscheinlich durch Auflösung von Short-Positionen vorangetrieben wurde. Dies ist aber nur eine Mutmaßung … Es trägt allerdings typische Muster. Das Volumen steigt stark an, da große Short-Positionen liquidiert werden. Am Ende kommt es zu einem Hanging-Man. Dies stellt die Spitze des Kursverlaufes da. Die Käufe werden so stark, dass sie große Gaps ins Orderbuch reißen. Auf einmal versiegen die Käufe und das Gap wird geschlossen. Zu dieser Zeit kann man sicher sein, dass die großen Käufer bereits alle gekauft haben. Meist aber nicht, um längerfristig in der Aktie zu verweilen, sondern nur, um Short-Positionen zu schließen. Nun kommen kleinere Händler in den Markt, die den Kurs erneut nach oben treiben, der Kurs schließt in der Nähe des Hochs. Es gibt nun aber keinerlei weitere Käufer mehr. Schließlich gibt es kein begründetes Interesse an der Aktie. Einige kurzfristige Trader nehmen Gewinne mit und fangen an zu Verkaufen, der Kurs fällt. Nach einem Rückgang versuchen es die Käufer erneut, es kommen wieder kleinere Trader in den Markt hinein. Das Volumen bleibt aus … Am 25.1. kommt eine Bad-News über Nacht und die restlichen Marktteilnehmer steigen massiv aus – die Aktie eröffnet ca. 40% tiefer. Wehe dem, der hier noch investiert ist. Leider sind dies meist unerfahrene und private Trader.

Einen weiteren Aspekt, den man hier nicht vergessen darf ist, dass viele auch nur darauf warten aus bestehenden Long-Positionen auf Solarworld auszusteigen. Dies kann man während eines Short-Squeezes natürlich super machen. Hohe Volumen an Aktienbestände wechseln den Besitzer.

Vier fiktive Beispiele von Handelsszenarien

Ich habe mal vier mögliche Sichten auf den Kursverlauf von Solarworld aufgestellt. Diese sind natürlich frei erfunden.

  • Ein Trader hat im Bereich um 1 EUR Solarworld gekauft und spekuliert auf einen Anstieg in Richtung 2 EUR. Es kommt großes Kaufinteresse und die Buchgewinne steigen. An jedem Tag, der in seine Richtung steigt, verkauft er Teile der Position an Trader, die ihre Short-Positionen eindecken müssen. Als der Kurs 1,8 EUR erreicht, ist die Position aufgelöst.
  • Ein großer Fond ist im Bereich um 10 EUR in Solarworld eingestiegen und sitzt auf Verlusten von 88%. Es gelang ihm bereits mehrfach Aktien zwischenzeitlich zu verkaufen. Während jeder Kursrallye verkauft er Teile der Position. So auch im Bereich 1-1,8 EUR. Er verkauft massiv Stücke an Trader, die ihre Short-Position auflösen müssen und an Trader, die auf einen kurzfristigen Anstieg spekulieren.
  • Ein Hedge-Fond ist stark short in Solarworld und es gelang ihm immer wieder bei jedem Bruch des letzten Tiefs die Short-Position auszubauen. Nun läuft der Wert seit 6 Monaten seitwärts und er beschließt die Position immer wieder abzubauen, um Gewinne zu sichern. Im Bereich um 1 EUR werden Teile zurückgekauft. Als der Wert schließlich über den 50er EMA steigt, wird die Reißleine gerissen und der Rest der Position zurückgekauft. Ähnliche Verhalten sind in den USA bei gleichen Aktien bereits beobachten worden und zwingen den Fond zum Handeln. Der Hedge-Fond kauft die Aktien von kurzfristigen Tradern, die ihre Gewinne sichern. Bei 1,88 EUR sind alle Käufe durchgeführt.
  • Insider, die bereits von der Bad-News wissen oder Gerüchte wahrnehmen, beginnen ihre Long-Positionen abzubauen und verkaufen massiv an die Trader, die ihre Short-Positionen auflösen. Sie freuen sich immer noch, als der Kurs nach 1,8 EUR bereits wieder fällt und kleinere Trader trotzdem kaufen. Zwei Tage vor der Bad-News ist die Long-Position abgebaut.

Wie schützt man sich?

Einen grundsätzlichen Schutz vor Kurslücken gibt es nicht. Sie treten auch bei Aktien auf, die hunderte von EUR kosten und wirken sich negativ oder positiv auf die Marktteilnehmer aus (je nach Handelsrichtung). Ich beobachte allerdings, dass Kurslücken bei Aktien geringer sind, bei denen auch ein begründetes Interesse besteht, diese zu kaufen. Das Kaufinteresse überwiegt hier meistens die schlechte Nachricht und größere Marktteilnehmer nutzen die Kurslücke zum Positionsausbau.

Es gibt aber Maßnahmen die man ergreifen kann:

  • Handele nicht gegen den Trend. Bei Solarworld ist der übergeordnete Trend im Tages- und Wochenchart stark negativ. Für Trader, die diese Maxime leben, würde hier nun die Short-Seite in Frage kommen. So auch für mich.
  • Handele angemessene Größen. Die Positionsgröße bei sehr spekulativen Trades gering halten. Wer bei solchen Trades zu viel Kapital bindet oder riskiert, kann enorm verlieren. Man könnte z.B. max. 0,5% seines Kapitals riskieren oder die Positionsgröße bei 5-10% des Kapitals deckeln.
  • Kenne die Gegenseite. Was ist das Interesse der Gegenseite und der weiteren Marktteilnehmer? Wie werden sie sich verhalten?
  • Handele gar nicht. Man sollte sich überlegen, ob man solche Aktien überhaupt handelt oder über Nacht hält. Es gibt fundamentale Gründe, warum die Aktie niemand haben möchte. Ich persönlich handele keine Aktien unterhalb von 1 EUR bzw. 3 EUR.
  • Nutze einen geeigneten Handelsstil. Daytrading könnte als Handelsstil besser passen. Entdeckt man solch eine Rallye und kann sich hier einklinken, verkauft man zum Handelsschluss einfach die Position wieder.
  • Behandele den Trade so, wie er ist: Kurzfristig. Arbeite mit einem kurzfristigen System (z.B. einem Swingtrading System) und ziehe den Stopp sehr eng an den Kurs heran. Verkaufe evtl. Teile der Position.
  • Erkenne den Markt. Ein Hanging Man unter hohem Volumen ist ein wichtiges Zeichen. Verkaufe Teile der Position und sichere den Rest unterhalb des Tagestiefs und des vorletzten Tagestief ab.
  • Nutze Handelsinstrumente mit eingebauten Schutz. Zum Beispiel Zertifikate mit engen Knock-Out. Hier kann man nicht mehr als den Preis des Zertifikates verlieren. Wenn das Knock-Out-Level richtig gewählt ist, schützt dies vor zu großen Verlusten. Auch ein garantierter Stopp-Loss bei CFDs, der von einigen Anbietern angeboten wird, kann helfen die Verluste zu begrenzen.

Wie man sieht, gibt es keinen kompletten Schutz gegen solche Kurslücken. Risikomanagement ist das einzige, was hier hilft. Schließlich ist dies einer der Hauptaufgaben eines Traders: Das Risiko zu verwalten und zu steuern.

DAX im Wochenchart

Trading: DAX mit Shooting-Star im Wochenchart

Ddas dürfte den Bullen überhaupt nicht schmecken! Die gesamte Bewegung nach oben wurde letztendlich am Ende der Woche wieder abverkauft. Ein sogenannter Shooting-Star (Candlestick pattern) hat sich im Wochenchart gebildet. Dieser symbolisiert, wenn das Tief unterschritten wird, fallende Kurse.
Eine letzte Hoffnung wäre, wenn der DAX sich innerhalb des Dochtes nach oben bewegt und somit Stärke zeigt. Dies könnte in Zusammenhang mit den treibenden stärkeren US-Indizes ein mögliches Szenario sein. Aber in Europa dominiert der Bär (jedensfalls im Wochenchart). Es sind ähnliche Muster in den weiteren europäischen Indizes zu finden!

Wer in Europa handelt möchte, muss flexibel bleiben und die Long sowie die Short Seite spielen können. Dazu bietet sich kurzfristiges Swingtrading an, da hier die Risiken möglichst schnell abgebaut werden und die Haltedauer sich nur auf wenige Tage beläuft. Dies lässt sich auch hervorragend mit Aktien machen bei denen eine relative Schwäche zum DAX besteht.
Also gilt in der nächsten Woche auch wieder: Märkte beobachten und kurzfristig handeln. Die Märkte sind politisch dominiert und Unsicherheit herrscht. Die wichtigste Marke für den DAX ist das letzte Verlaufstief bei ca. 6100 Punkte. Darunter ist Hopfen und Malz erst mal verloren.

Gold im Wochenchart

Trading: GOLD nun auf die Watchlist nehmen?

Die letzten Wochen im Gold waren nicht einfach. Der Preis läuft in einer engeren Range seitwärts. Gerade die kurzfristige Abwärtstrendlinie (rot gestrichelt) und der EMA 200 wird stark beachtet, hier prallte der Goldpreis immer wieder nach unten ab. Dies zeigt, dass noch Bären im Markt aktiv sind und versuchen die Kurse nach unten zu drücken. Der 50er gleitender Durchschnitt befindet sich momentan auch unterhalb des 200er gleitenden Durchschnittes, was den Bären einen leichten Vorteil einbringt.

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Lang- und mittelfristig ist die Situation auf der Longseite jedoch positiv. Gold befindet sich in einem starken Aufwärtstrend im Wochenchart, der momentan in einem Dreieck konsolidiert. Somit muss man nur Geduld haben bis sich die Marktteilnehmer für eine Seite entscheiden. Möglich wäre ein Ausbruch aus dem Dreieck auf der Long- oder auf der Shortseite, wobei mittelfristig dem Longszenario ein Vorteil eingeräumt werden muss.

Man sollte unbedingt einen Ausbruch auf der einen oder anderen Seite abwarten. Sich jetzt bereits festlegen kann, gerade auch in Anbetracht der morgigen EZB Sitzung, nach hinten los gehen!  Aber Gold gehört auf die Watchlist – bald könnte hier Dynamik aufkommen.

DAX Wochenschart 30/06/2012

Trading: DAX und DOWJONES nun zu neuen Hochs?

Die Indizes verabschiedeten sich mit großen Gewinnen in das Wochenende. Wie sind diese Gewinne zu deuten? Trendwende nach oben oder nur ein kurzfristiger Lichtblick? Vergleicht man den DAX mit dem DOWJONES wird jedem Trader und Anleger klar, dass der DOWJONES der Bulle von beiden ist. Hier ist noch die Welt in Ordnung und es liegt ein Aufwärtstrend vor. DAX und weitere Indizes aus Europa sind klare Bären. Das gilt für den DAX solange er noch innerhalb des übergeordneten Abwärtstrends (rote durchgezogene Linie) liegt. Allerdings bietet kurzfristig der starke Freitag eine Chance für steigende Kurse in den nächsten Tagen oder auch 1-3 Wochen. Sollte der DAX aus dem kurzfristigen Abwärtstrend (gestrichelte Linie) nach oben ausbrechen, können steigende Kurse möglich werden. Die Kerze im Wochenchart sieht zumindest gut aus und vor allem wurden die starken Kurse nicht abverkauft, wie bei den letzten beiden großen Aufwärtsgaps.

Mittelfristig bieten sich die US-Indizes immer noch besser für Long-Trades an. Gerade bestimmte Einzelwerte (auch aus NASDAQ100 oder SP500) kann man für alle möglichen Tradingstile (Swingtrading, Positionstrading oder Trendfolge) nutzen. Beim DAX und europäischen Indizes sollte man vorsichtiger mit mittelfristigen Longpositionen sein. Hier bietet sich es an kurzfristiger als Swingtrader (long und short) zu handeln. Grundsätzlich ist es egal, ob der DAX nun einige Wochen steigt oder fällt. Als Trader, der log und short handelt, spielt nur die Dynamik eine Rolle. Diese ist gewöhnlich bei Trendwechseln höher. Deshalb bieten sich hier gute Chancen an. Wer nix im DAX an Einzelwerten für Longpositionen findet oder den Index nicht handeln möchte, kann auch auf andere europäische Indizes oder MDAX/TECDAX ausweichen (z.B. CAC40, Eurostoxx50EURONEXT100, NEXT150).

Trading: NASDAQ 100 – Langfristig überzeugend

Der NASDAQ 100 (oben im Wochenchart) überzeugt langfristig durch einen intakten Aufwärtstrend mitten in einer Phase wo viele Welt-Indizes korrigieren bzw. vor allem in Europa der Bär tobt. Auf die fundamentalen Gründe möchte ich nicht eingehen, weil diese für mich nicht relevant sind. Auch der NASDAQ wird nicht von der Korrektur verschont bleiben, doch nach dem Stärke-Prinzip wird der Starke stark bleiben. Zukünftig könnte man sich diesen Indizes und auch die enthaltenen Aktien auf die Watchlist für Long-Trades nehmen.

Meiner Meinung nach eignet sich der NASDAQ und die enthaltenen Aktien sehr gut für Long-Trades aller Art. Haltet Ausschau nach Werten die neue Hochs erreichen oder stark über den mittelfristigen Durchschnitten liegen. Ich benutze für das Auffinden solcher Aktien die Durchschnitte EMA50, EMA200 und EMA400. Gerade EMA200 und EMA400 eignen sich gut um Kandidaten zu finden die langfristig steigen. Aber man sollte nicht das Risiko des EUR/USD Verfalls außer Acht lassen. Wenn der EUR an wert gegenüber dem USD verliert, schrumpft auch der Gewinn der Position. Hier müsste man überlegen zu hedgen.

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