Bärenmarkt

5 Tipps für einen Bärenmarkt

Die meisten Trader beginnen mit dem Trading, wenn in den Märkten starke Aufwärtstrends herrschen. Sie werden von Situationen angezogen, in denen sich scheinbar mühelos Geld verdienen lässt. Oftmals halten diese Aufwärtstrends mehrere Jahre, bevor sich der Zustand ändert.

Spätestens wenn die Märkte volatiler werden, merken die verwöhnten Trader, dass die Stimmung sich geändert hat. Die Trading-Methoden, die man verwendet hat, wollen nicht mehr so richtig funktionieren. Oftmals entwickeln beginnende Trader in starken Aufwärtstrends kein vollständiges Trading-Konzept, sondern kaufen … Mehr lesen

S&P 500 im Tageschart

Trading: 200 Punkte S&P 500 V-Korrektur! Wie reagieren?

V-Korrekturen sind für Trendfolger schwierig zu handeln. Neue Trends laufen an und brechen dann zusammen. Hier hilft nur ein striktes Risiko-Management!
Man muss es einfach akzeptieren, alles andere entspricht nicht dem gesunden Menschenverstand: Niemand kann die Zukunft vorhersehen! Natürlich wird es Menschen geben, die sagen, dass sie die V-Korrektur im S&P vorhergesehen haben, aber hierbei dürfte es sich eher um Zufall handeln als um wiederholbare Vorhersagbarkeit.

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Ende September, Anfang Oktober dachten noch die meisten Trader es würde eine starke Korrektur kommen. In Teilen und vor allem in Europa fielen die Indizes auch ein gutes Stück. Doch dann zogen die Indizes wieder extrem scharf an, eine sog. V-Korrektur. Bei einer V-Korrektur geben die Kurse schnell um mehrere Prozent nach und ziehen danach wieder scharf an. Im Fall des S&P wurden mehr als 100% der vorherigen Korrekturstrecke wieder gut gemacht. Das sind gut 10% oder 200 Punkte!

Das Entscheidende ist jedoch vielmehr, dass man auf solche Situationen vorbereitet ist.

Wie verhält man sich als trendfolgender Trader in solchen Bedingungen? Man kann nur seinem Plan folgen und etwaige Verluste in Kauf nehmen. Das Entscheidende ist jedoch vielmehr, dass man auf solche Situationen vorbereitet ist. Wie kann man darauf vorbereitet sein, wenn man nicht weiß, dass eine V-Korrektur auftritt? Ganz einfach: Ein rigoroses Risiko-Management. Als Trader muss dafür sorgen, dass mich solch eine Korrektur nicht aus der Bahn wirft.

Würde ich beispielsweise am Anfang der Korrektur große Short-Positionen in Aktien oder im S&P eröffnen, kann mich solch eine V-Korrektur schnell ruinieren. Das liegt oft daran, dass ein Trailingstop noch viel zu weit entfernt ist, als dieser schnell greifen würde. Das Einzige was ich machen kann ist, keine zu großen Positionen einzugehen und im Rahmen meiner Risko-Management-Strategie zu handeln. Ich muss immer damit rechnen, dass alle Positionen auf einmal ausgestoppt werden. Wenn ich diesen möglichen Verlust ohne große Schmerzen wegstecken kann und dieser wieder aufholbar ist, habe ich ein gutes Risiko-Niveau gewählt.

Eine V-Korrektur kann sich auch schnell in eine Seitwärtsrange mit großer Volatiltät entwickeln.

Neben den klassischen Risiko-Management-Tools wie Stop-Loss, Positionsgröße und Gesamtportfolio-Risiko kann ich noch weitere Filter nutzen, um nicht im Rahmen einer V-Korrektur in eine erneute Falle zu laufen, falls der neue Trend nach der Korrektur nicht nachhaltig ist. Eine V-Korrektur kann sich auch schnell in eine Seitwärtsrange mit großer Volatiltät entwickeln. In dieser folgen mehrere V-Korrekturen nacheinander. Für Trendfolger sind solche Phasen nur schwer zu handeln und zu verkraften. Trends laufen an und fallen dann in sich zusammen. Weitere mögliche Filter, um Risiken aus dem Weg zu gehen, wären z.B. ein höheres Tief abzuwarten oder einen Volatilitätsfilter einzusetzen. Man muss sich immer eines vor Augen führen: Die Märkte haben auch morgen wieder geöffnet, man verpasst also nichts. Wenn sich ein nachhaltiger Trend entwickelt, dauert dieser oft Monate und man kann in dieser Zeit genügend davon profitieren.

Ich habe oft das Gefühl, dass man solche Zeiten miterlebt haben muss. Natürlich gibt es auch viele Bücher, in denen solche Phasen beschrieben werden, aber diese gehen einem nicht in Fleisch und Blut über. Wer diese Zeiten selber erlebt, entwickelt einen inneren Leitfaden, der sich dann in seiner Strategie ausdrückt.

 

Risikomanagement

Trading: Risiko im Auge behalten …

Die Zukunft ist ungewiss, der nächste Trade ist ungewiss … Das einzige, was ich kontrollieren kann, ist mein Risiko!
Ich habe schon viel im Blog zum Thema Risiko und Risikomanagement geschrieben. Ich bin ich der Meinung, dass man nicht genug zu dem Thema schreiben kann. Um dieses Thema kreisen sich mehr Gedanken von mir als zu allem anderen. Warum?

  1. Weil Risikomanagement mein Überleben als Trader sichert und
  2. weil es so schwer umsetzbar ist …
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Viele große Trader haben immer wieder betont, wie wichtig das Management von Risiken ist. Das Jahr 2014 zeigt es sehr gut. Wer Anfang 2014 noch gute Hoffnungen hatte, dass sich der Trend von 2013 fortsetzt, wurde eines besseren belehrt. Die Märkte laufen seitwärts und einen breiten Trend im Aktienmarkt kann man aktuell nicht finden. In diesen Zeiten sind große Gewinner rar und die Wahrscheinlichkeit einen großen Gewinner an Land zu ziehen sind sehr gering. Im Gegenteil: Sobald die Märkte sich bewegen und den Anzeichen eines Trends zeigen, fallen sie zurück und man erlebt einen ausgestoppten Trade nach dem nächsten. Doch damit muss man als Trendfolger leben.

Ob technische oder fundamentale Analyse: Wer behauptet die Zukunft sehen zu können, erzählt nicht die Wahrheit.

Es ist unmöglich vorherzusehen, welcher Trade der nächste große Gewinner ist. Ob technische oder fundamentale Analyse: Wer behauptet die Zukunft sehen zu können, erzählt nicht die Wahrheit. Niemand kann in die Zukunft blicken und das Einzige, was wir mit Sicherheit wissen ist, dass die Märkte sich bewegen werden. Doch wann und wie stark, ist nicht vorhersehbar. Aus diesem Grunde beruht Trading auf Wahrscheinlichkeiten. Die zentrale Frage lautet also: Wie wahrscheinlich ist es, unter den gegebenen Umständen, einen erfolgreichen Trade aus der Masse der Trades herauszuziehen? Backtesting und Erfahrungen können Aufschluss darüber ergeben. Nur, wenn alle Wahrscheinlichkeiten in die eigene Richtung spielen, sollte man Trades eingehen. Und selbst dann ist noch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass man trotzdem in der kurzen Zeit keinen erfolgreichen Trade erwischt, denn die Betrachtungszeiträume für eine ausreichende Stichprobe für die Ermittlung der Wahrscheinlichkeit ist um ein vielfaches Größer als die aktuell betrachtete Periode. Damit sei gesagt, dass es keinen Grund zur Annahme gibt, dass man bei einer Trefferquote von 50% auch die nächsten 30 Trades mit 15 Gewinnern und 15 Verlierern abschließt. Dies kann man wahrscheinlich nur über die nächsten 200 oder mehr Trades sagen.

Was ist also die Konsequenz, wenn man nichts über die Zukunft weiß und auch nicht weiß, wie die nächsten 10 Trades ausgehen werden? Das Einzige, was wir kontrollieren können ist, wie viel wir bereit sind zu verlieren. Ich versuche die Märkte immer so zu sehen: Es gibt eine Preisbewegung in einem Aktienmarkt. Meine Hypothese ist, dass sich der Preistrend fortsetzen wird. Also schiebe ich ein wenig Geld in Form von Aktientrades mit einem sehr guten CRV-Setup in den Markt und teste meine Hypothese. Stellt sich die Hypothese als richtig heraus, werde ich wahrscheinlich Geld verdienen. Ist sie falsch, verliere ich meinen Einsatz und muss auf die nächste Situation warten. Entscheidend für mich ist, wie viel ich bereit bin zu verlieren, wenn meine Hypothese falsch ist.

Die Märkte können morgen schon etwas ganz anderes machen als heute.

Warum ist das Umsetzen einer Risikomanagement-Strategie so schwer? Weil es gegen die menschlichen Emotionen geht. Die Gier nach etwas ist stärker als die Angst zu einem Verlust. Wenn beispielsweise die Situation aktuell nur ein Risiko von einem Verlust von maximal 3 Trades erlaubt und man geht 5 Trades ein, macht man einen Fehler. Man hat gegen seine Regeln verstoßen. Was uns dazu verleiten lässt, sind Emotionen wie z.B. “ … dieser Trade wird ein Gewinner“ oder „… die Märkte werden sich schon so entwickeln“. Doch diese positiven Annahmen sind ein Trugschluss. Es gibt nichts unsicheres als die Zukunft und da zukünftige Preise in der Zukunft liegen, sind diese ungewiss. Die Märkte können morgen schon etwas ganz anderes machen als heute.

Es gibt ein gutes Zitat von einem bekannten Trader, ich glaube es war Paul Tudor Jones, der einmal sagte, dass er jeden Tag annehme, dass alle seine Positionen falsch sind. Diesen Fokus zu haben und auch sind seinem Kopf zu verankern ist wirklich schwer, aber machbar! Man muss sich immer wieder vergewissern, dass es bei einer Trefferquote von z.B. 40% wahrscheinlicher ist, dass der nächste Trade ein Verlierer ist, als ein Gewinner.

Foto: Tomás Fano

 

Overtrading

Tradingpsychologie: Overtrading, eine Trading-Krankheit

Overtrading betrifft viele Trader und zeigt sich in vielfältigen Mustern. Oftmals merkt der Trader überhaupt nicht, dass er oder sie von Overtrading betroffen ist.
In der letzten Woche habe ich mich stark mit dem Thema Overtrading beschäftigt. Es ist erstaunlich, dass man nur relativ weniger Artikel zum Thema Overtrading im Internet findet, obwohl dieses Phänomen weit verbreitet scheint. Auch ich kämpfe immer wieder mit Overtrading und glaube, dass in der Beherrschung ein großer Schritt zum dauerhaften Erfolg liegt.

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Was ist Overtrading und was sind mögliche Maßnahmen?

Overtrading ist ein trading-psychologisches Problem, welches lt. Foren und Artikeln im Internet, viele Trader betrifft. Gerade unerfahrenere Trader erkennen oft nicht, dass sie an Overtrading leiden. Overtrading drückt sich meist wie folgt aus:

  • Zu viele Positionen werden in zu kurzer Zeit gehandelt: Ein Trader hat Angst etwas zu verpassen und eröffnet in kurzer Zeit mehrere Positionen. Der Markt dreht und viele der Positionen werden mit Verlust ausgestoppt. Die Verluste häufen sich an und führen zu Frustration beim Trader. Eine Maßnahme kann sein, starke Begrenzungen einzuführen, z.B. max. 2 Trades pro Tag, max. 3 Trades pro Woche. Auch klare Regeln, wann eine Position eröffnet werden darf, können helfen. Beispiel: Eine neue Position darf nur eröffnet werden, wenn alle weiteren offenen Positionen kein Risiko mehr aufweisen und sich im Plus befinden. Ebenso ist es sinnvoll genaue Statistiken über die Anzahl seiner Trades zu führen.
  • Zu große Positionen im Verhältnis zum Gesamtkapital: Dieses betrifft vor allem Trader, die mit starkem Hebel handeln oder vorgegebene Kontraktgrößen haben (im Future-Markt). Wer beispielsweise den DAX Future handelt, bewegt mit einem Kontakt bei einem Kursstand von 9.700 Punkten 242.500 EUR. Eine Bewegung von einem Punkt im DAX ist gleich einer Bewegung von 25 EUR. Für viele Tradingkonten ist dies viel zu groß. Eine Bewegung von 10 Punkten im DAX wäre ein theoretischer Verlust/Gewinn von 250 EUR. Bei einem Konto von 2500 EUR wären dies 10%! Gaps über Nacht könnten somit ganze Konten ruinieren.
    Eine klare Maßnahme gegen diese Art des Overtrading ist, sich Kenntnis über die Handelsintrumente zu beschaffen und zu prüfen, ob diese zum einen Kapital passen.
  • Zu hohes Gesamtrisiko: Auch diese Art des Overtrading kommt entweder von Selbstüberschätzung oder Angst. Trader die beispielsweise 5% am Gesamtkapital pro Position riskieren und gleichzeitig mehrere Positionen handeln, können in kurzer Zeit ihr Konto ruinieren. Hat der Trader 5 Positionen gleichzeitig offen, riskiert er 25% seines Kontos. So hält man nicht lange an der Börse durch … Oftmals wird sogar das Risiko hochgesetzt, um vergangene Verluste schnell wieder aufzuholen. Somit wird das Trading noch emotionaler. Als Maßnahme kann man strikte Regeln zur Positionsgröße und Risiko einführen, sowie mental an sich arbeiten, um gelassener mit Verlusten umzugehen. Verluste können einen nur psychologisch tangieren, wenn sie weh tun und dann sollte man das Risiko soweit senken, bis sie hingenommen werden können.
  • Mangelnde Kenntnis der eigenen Tradingstragie: Dies ist zwar sehr eng mit dem ersten Punkt verbunden, aber auch hier macht sich Overtrading bemerkbar. Eine Handelsstrategie funktioniert nicht in jedem Markt und zu jeder Zeit. Trendfolger erleiden beispielsweise Verluste, wenn die Märkte sich seitwärts bewegen und keine klare Richtung zeigen. Im englischen wird die als „Noise“ bezeichnet, zu deutsch eher „Rauschen“. Ein Trader sollte nur in den Zeiten mit einer Strategie handeln, wenn er weiß, dass er hier einen Vorteil besitzt. Gegen den Markt in einer unpassenden Zeit zu kämpfen, führt zu Verlusten und Overtrading. Eine klare Maßnahme sind Backtests und Beschäftigung mit dem eigenen Handelssystem.

Neben den oben genannten Gründen gibt es sicherlich weitere Gründe, die zu Overtrading führen. Auch ich kämpfe gelegentlich vor allem mit dem ersten Problem. Lange Zeit war mit Overtrading als Problem gar nicht so bewusst und ich habe es einfach hingenommen. Doch nur, wenn einem etwas bewusst ist, kann man es auch verändern. Seit dem arbeite ich weiter daran. Man muss akzeptieren, dass Overtrading in der Regel aus Angst entspringt und somit es sich um ein psychologisches Problem handelt.

Nicht jeder Trader ist damit „gesegnet“ sofort im Markt erfolgreich zu sein. Oft dauert es Jahre, bis man die ersten Erfolge feiern kann. Liest man Trading-Bücher und lauscht Interviews mit erfolgreichen Tradern, wird einem bewusst, dass selbst die erfolgreichsten Trader schon öfter bankrott gegangen sind oder lange Zeit benötigt haben, bis sie erfolgreich wurden. Man kann noch so eine gute Handelsstrategie haben, am Ende entscheidet das Risikomanagement darüber, ob man am Markt überlebt und wie viel Geld man verdient. Nur durch ein striktes Risikomanagement kann man auch Overtrading besiegen. Denn am Ende sind alle Maßnahmen gegen Overtrading Maßnahmen, um die Risiken klein zu halten.

Hier eine Liste mit weiteren interessanten Artikeln zum Thema Overtrading:

Foto: Claus Rebler

 

Trading: Blutige Nase? Risikomanagement ist essentiell!

Märkte und Trading verhalten sich so als liefe man auf einem schwankenden Boden hin und her und es verändere sich gleichzeitig noch die gesamte Umgebung. Ab und zu gibt es einen stärken Stoß und alles dreht sich wieder.
Wenn man Trading mit dem „echten“ Leben vergleicht, merkt man über kurz oder lang, dass sich Erfolg auf Grundprinzipien zurückverfolgen lässt. Napoleon Hill hatte recht, dass es Formeln oder eher Grundregeln für Erfolg gibt. Das gilt für alle Projekte, die man beginnt. Man sollte sich selber fragen, warum erfolgreiche Menschen eher Generalisten als Fachspezialisten sind. Damit meine ich nicht, dass sie nicht durchaus Spezialist in einem Bereich für kurze Zeit sind, sondern, dass sie generell bei allen Projekten, langfristig erfolgreich sind. Schau dir erfolgreiche Entrepreneure an … Oftmals kann man glauben, dass sie ein Erfolgsrezept gefunden haben.

Dies bedeutet, Risiko zu identifizieren, zu messen und zu steuern.
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Eines der Erfolgsrezepte heißt Risikomanagement. Dies bedeutet, Risiko zu identifizieren, zu messen und zu steuern. Man benötigt einen strengen Prozess mit Regeln, um dieses zu tun. Innerhalb der Prozesse spielen Tools auch eine Rolle, ähnlich, wie man beim Fahrradfahren einen Schutzhelm trägt.

Man kann dies momentan wieder sehr gut im Marktverhalten sehen. Nichts kommt so schnell und unerwartet wie ein Wechsel des Trends. Gestern war noch alles klar, heute schon wieder nicht. Märkte und Trading verhalten sich so als liefe man auf einem schwankenden Boden hin und her und es verändere sich gleichzeitig noch die gesamte Umgebung. Ab und zu gibt es einen stärken Stoß und alles dreht sich wieder.

Wenn du kein Geld mehr zum Traden hast, kann du nicht mehr Traden.

Eines habe ich bisher gelernt und lerne es jeden Tag noch mehr: Risikomanagement ist essentiell! Wenn du kein Geld mehr zum Traden hast, kann du nicht mehr Traden. Dann ist die Fahrt zu Ende. Genau aus diesem Grunde habe ich sehr strenge und feste Regeln entworfen, aber dies auch über die Zeit wieder verändert. Bisher war ich immer davon ausgegangen für jede Marktsituation anhand meiner Markt-Matrix das Risiko zu definieren: 1,5R für neutrale Märkte, 3R wenn ein Trend beginnt oder sich bildet, 5R wenn alle Märkte sich in Trends befinden. Doch die Sache hat einen Haken: Der Trend kann schnell und abrupt wechseln und man findet sich dann beispielsweise in einem 3R Verlust wieder. Bisher ist mir dies höchst selten passiert, da ich in der Regel vorsichtig agiere oder meine bereits durch einen Trailing-Stop gesicherten Gewinne das Risiko ausgleichen.

Mittlerweile bin ich dazu übergegangen noch vorsichtiger zu sein. Dies habe ich vor allem Trader Steve und seinem „Scale into markets“ Ansatz zu verdanken. Klingt eigentlich ganz einfach, oder? Doch man muss dies erst einmal verinnerlich und leben. Es ist nicht einfach zuzusehen, wenn beispielsweise der S&P 500 mehrere Prozent gewinnt und man selber nur sehr gering im Markt investiert ist, da die momentane Position noch im Risiko ist. Doch, wenn man in diesen aktuellen Tagen diese Methode anwendet, wird man auf der Gewinnerseite sein. Während der Index mehrere Prozent abgibt, verliert man nur einen sehr geringen oder gar keinen Teil.

Dies ist die Methode und Denkweise, die uns Trader von Buy-and-Hold Investoren unterscheidet.

Alles dreht sich um die Steuerung des Risikos. Einzelpositionsrisiko, Gesamtrisiko, unerwartete Risiken usw. Dies ist die Methode und Denkweise, die uns Trader von Buy-and-Hold Investoren unterscheidet. Buy-and-Hold funktioniert super, wenn die Märkte nur steigen. DAX gewinnt 15%? Super, mein Konto legt 15% zu, denn ich bin ja voll investiert. Doch, wenn die Märkte dann 15% verlieren, verliert dein Konto auch 15%. Hier ist genau der Unterschied, den Trading mit einem guten Risikomanagement ausmacht. Vielleicht verdienen wir nicht in allen Phasen Geld, vielleicht verdienen wir an einigen Tagen mehr und an anderen weniger als der Index, aber eines ist sicher: Wir verlieren nie so viel wie ein Buy-and-Hold Investment!

Natürlich gibt es auch beim Trading Verlustperioden oder Perioden, in denen man sich seitwärts bewegt. Das gehört zu einem Tradingsystem, aber der Unterschied ist, dass ich als Trader die Risikosteuerung in der Hand habe. Ich muss nicht am Markt investiert sein und ich kann mein Risiko weiter reduzieren, wenn es schlecht läuft. Mit diesen Methoden kann ich die Draw Downs stark verringern. Ähnlich einem Piloten, der ein Flugzeug in einer Gefahrensituation manuell landet.

Also: “The elements of good trading are: 1, cutting losses. 2, cutting losses. And 3, cutting losses. If you can follow these three rules, you may have a chance.” – Ed Seykota

Foto: Chris Stickley

 

Buch: How To Trade In Stocks von Jesse Livermore und Richard Smitten

Ein Werk mit größter Bedeutung. Es drängt sehr stark in meine Top-3 Liste meiner Tradingbücher.
Ich habe dieses Buch bereits vor einiger Zeit gelesen und zwar als englische Ausgabe. Es gibt angeblich auch eine deutsche Ausgabe hiervon, allerdings kann ich nichts zur Qualität der Übersetzung sagen. Ich versuche jedoch immer das Werk in Originalsprache zu lesen, da dies besser das Zwischen-den-Zeilen-lesen ermöglicht.

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Das Werk „How to trade in stocks“ ist sehr bekannt und taucht auch immer wieder in den Top-Listen der besten Trader-Büchern auf. Das zweite Kultwerk „Spiel der Spiele“ ist eines der Bücher, die ich am meisten verehre. Somit musste ich mir natürlich über kurz oder lang auch „How to trade in stocks“ anschaffen.

Es ist wirklich spannend zu bedenken, dass dieses Buch bereit über 60 Jahre alt ist.

Das Buch teilt sich in mehrere Teile auf: Das eigentliche Buch von 1940; eine Aktualisierung, wie man sein System heute nutzen könne und „Livermore Secret Rules to Stock Market“, was eigentlich die original Ausgabe von „Livermore Secret Market Key“ ist. Es ist wirklich spannend zu bedenken, dass dieses Buch bereit über 60 Jahre alt ist.

Was mich an Jesse Livermore und seinem Trading wirklich begeistert ist, wie einfach es ist. Er hat nicht einmal Charts genutzt, wie wir heute! Er nutzte ein eigenes System mit dem er Preise verfolgt hatte. Seine Anmerkungen zu Momentum-Aktien und auch emotionaler Kontrolle, sowie Money Management sind wegweisend. Wenn man, wie schon erwähnt, dass es bereits 60 Jahre als ist, sollte man sich die Frage stellen, warum die meisten bis heute nichts daraus gelernt haben.

Mir gefällt an diesem Buch, dass Richard Smitten versucht hat, die Ideen in die heutige Zeit zu übertragen. Die Beispiele sind gut gelungen und zeigen, worauf man bei Momentum-Trading Kandidaten schauen sollten. Da Livermore keine Charts benutzte, hat Smitten diese ergänzt. Das Buch gibt einem die Sicherheit, dass dieser Tradingstil bereits seit Jahrzehnten funktioniert. Grundvoraussetzung: Market-Timing, emotionale Kontrolle, Money Management und absolute Konzentration auf die besten qualitativen Kandidaten, die man finden kann. Diese Grundsätze werden in „How to trade in stocks“ vermittelt.

Den Weg zum individuellen „Heiligen Gral“ muss jeder selber finden und gehen.

Bitte erwartet aber nicht, dass dieses Buch den Heiligen Gral liefern. Es kann auch nur Denkanstöße geben und Erfahrung vermitteln. Den Weg zum individuellen „Heiligen Gral“ muss jeder selber finden und gehen. Doch Jesse Livermores Buch ist ein Wegbegleiter.

Neben den Millionen, die Livermore gewonnen hat, muss man aber auch die Tragik seines Lebens erwähnen. Er erreichte hohe Gipfel, fiel aber auch in sehr tiefe Täler. Er ging mehrfach bankrott, seine Familie war zerbrochen und am Ende beging er Selbstmord. Livermore war schwer Depressiv. Ob das mit der Börse und den Höhen und Tiefen zusammenhing oder ob er länger an der Krankheit litt, ist mir nicht bekannt.

Alle Ansätze dieser großartigen Trader sind trendfolgende Ansätze.

Livermore, Darvas, aber auch O’Neil zeigen, auf welchen Schultern Momentum-Trader und auch Trendfolger stehen. Alle Ansätze dieser großartigen Trader sind trendfolgende Ansätze. Die offenen Hinweise findet man immer wieder in Livermores Buch. Es ist voll von berühmten Trading-Zitaten, z.B. „The trend is your friend …“ und diese werden auch immer wieder wiederholt. Es ist schon fast wie eine Bibel.

Fazit: Ein historisches Werk mit größter Bedeutung. Es drängt sehr stark in meine Top-3 Liste meiner Tradingbücher. Es kann sein, dass es sogar Van Tharp verdrängt.

Mehr Infos beim Verlag: http://www.mcgraw-hill.co.uk/html/0071469796.html

 

Trading: „Simple money management wins over time“ – Artikel aus dem Futures Magazin

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Ich bin über den Blog von Steve Burns (newtraderu.com) auf einen großartigen Artikel aufmerksam gemacht worden: „Simple money management wins over time“ von Joseph Stuber aus dem Futures Magazin. Der Artikel zeigt exemplarisch, wie wichtig der Bestandteil Money Management innerhalb eines Handelssystem ist. Zudem zeigt er auch die schon bekannte Erkenntnis, dass selbst ein Trading-System per Zufall mit einer Money-Management Komponente Geld verdienen kann. Die Fakten muss man verinnerlichen!

Trading: Gedanken zu aggressivem Trading mit hohem Risiko und Gewinn

Gewinne können sich schnell verflüchtigen. Deshalb ist es wichtig auf den Verlust zu schauen.
Wikifolio und Trading-Contests sind dieser Tage wieder in aller Munde. Ob es die Trading Masters sind oder das neue Wikifolio, welches bereits 400% im Plus ist. Es geht immer nur um Rendite, Rendite und nochmals Rendite! Natürlich geht es an der Börse ums Geld verdienen und dies ist sicherlich auch das Ziel am Ende, aber gerade unerfahrene Anleger schauen bloß auf die Zahlen. Ich möchte keinen Trader mit meinen Worten auf die Füße treten oder in ein schlechtes Licht rücken. Es gibt viele gute und auch erfahrene Trader bei den Contests oder auch bei Wikifolio. Da ich selber kein öffentliches Wikifolio betreibe, darf ich sicherlich auch den Munde nicht zu voll nehmen, aber ich betreibe aus mehreren Gründen kein öffentliches Trading.

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Warum ich kein öffentliches Trading betreibe:

  • Zuallererst bin ich meiner Meinung noch nicht „gut“ genug zu sein, um die Verantwortung zu tragen, fremdes Kapital zu verwalten. Ich persönlich möchte erst einen gewissen Trackrecord aufbauen und mir selber Beweisen, dass mein Trading auch in verschiedensten Marktsituationen über lange Zeit funktioniert. Ein Backtest gibt mir hier nur begrenzt Vertrauen, denn meine psychologische Komponente kann er nicht abbilden.
  • Ich bin der festen Meinung, dass jeder Trader seine eigene Strategie benötigt, die zu einem passt. Daher halte ich nichts davon, einen Signaldienst o.ä. anzubieten. Die Follower würden dennoch am Ende verlieren. Nicht weil die Signale nicht gut wären, sondern weil sie vielleicht nicht die psychologische Einstellung haben und Signalen nicht folgen.
  • Mir ist Aufmerksamkeit nicht wichtig. Im Gegenteil: Je mehr Aufmerksamkeit man erhält, desto mehr setzt einen die Öffentlichkeit unter Druck. Ich will auch nicht in einem Konkurrenzdenken verfallen, die größten Gewinne zu produzieren. Das geht am Ende nach Hinten los.
  • Ich bin der Meinung, dass die meisten Investoren bei z.B. Wikifolio das Risiko im Produkt nicht erkennen und damit auch das öffentliche Bild des Tradings getrübt wird.

Es gibt sicherlich Menschen, die ein eigenes Wikifolio oder öffentliches Trading als Herausforderung verstehen und sogar Bestleistung bringen. Ich gehöre sicherlich nicht dazu.

Auffällig an der Renditeschlacht eines öffentlichen Accounts ist der oft hohe Verlust. Sortiert man die Wikifolios nach höchster Rendite seit Beginn, trifft man auf wundervolle Zahlen, die man sonst nur von EAs für Metatrader kennt. Doch der Unterschied hier ist, dass die Handelssysteme nicht an die Vergangenheit angepasst sind, sondern real gehandelt werden. Viele Wikifolios weisen einen maximalen Verlust >50% auf. Dies bedeutet, dass der größte Kapitalrückgang in der Vergangenheit bei mehr als 50% lag. Jetzt kann man meinen, dass es ja toll ist, denn schließlich weist das Wikifolio immer noch mehr als x-hundert Prozent Gewinn auf, aber hierbei vernachlässigt man zwei Komponenten.

Zwei Komponenten für die Betrachtung von maximalen Verlusten:

  1. Der schlimmste Verlust steht noch bevor: Der angegebene maximale Verlust bezieht sich immer auf die Vergangenheit. Dies bedeutet aber nicht, dass er in Zukunft nicht höher ausfallen kann. So kann z.B. der maximale Verlust vom Portfoliohoch in Zukunft 90% statt 50% betragen. Oder sogar einen Totalverlust. Wer 90% seines Kapitals verliert, muss 900% Rendite erzielen, um wieder auf break-even zu gelangen. Das geht nur mit hohen Einsätzen, die wiederum ein noch höheres Risiko bringen. Für mich ist die hieraus abgeleitete Lehre, konservativ vorzugehen und jederzeit mit dem schlimmsten zu rechnen. Es ist schließlich das Ziel im Spiel zu bleiben und nicht irgendwann zuzuschauen.
  2. Psychologisch muss man damit leben können: Es gibt Trader, die erstaunlich gefestigt mit großen Verlusten umgehen können. Verluste von 50% oder mehr? Kein Problem. Ein oder zwei Trades und die Verlust sind aufgeholt. Doch was die Kunst dahinter? Sehr, sehr wenig zu traden und eine sehr sehr hohe Trefferzahl zu haben. Dies setzt eine starke mentale Verfassung voraus, wie sie eigentlich nur „Magier der Märkte“ besitzen. Ansonsten wird man mit großem Risiko bankrott gehen. Wer nachts gut schlafen kann, wenn er 5 mal in Folge 10% des Kontos verloren hat, kann diese Art des Tradings betreiben. Die meisten dürften schlaflose Nächste haben oder eine merkwürdige Einstellung gegenüber ihrer Verantwortung gegenüber der Investoren.

Wer möchte, kann ein wenig mit dem Tool zur Berechnung des „Risk of Ruin“ (Risiko für Totalverlust) spielen. Es ist ein wenig schwierig zu bedienen, aber zeigt einem, wie schnell der Ruin erreicht werden kann. Man muss aber hier beachten, dass es sich dennoch um eine fiktive Betrachtung handelt. Selbst, wenn der „Risk of Ruin“ Wert am Ende nur 20% beträgt, schließt das einen Totalverlust nicht aus. Wie gesagt: Die Zukunft ist ungewiss.

Neben der Risiko-Betrachtung muss man auch die Performance ein wenig genauer verstehen. Zahlen wie z.B. +800% sehen für den Moment sehr gut aus. Nun muss man innehalten und einen Schritt zurücktreten: +800% bedeutet aber auch, dass sich die Kapitalkurve irgendwo oben befindet und man ein Portfolio erwischt hat, was für den Moment einen hohen Gewinn aufweist. Schließlich ist man über alle Portfolios hinweggegangen, die einen Totalverlust erlitten haben. Waren diese vielleicht noch vor wenigen Monaten auch bei +800%? Ein Portfolio, welches 70% von +800% verliert ist nur noch bei +240%. Das ist zwar auch immer noch erstaunlich hoch, aber die Schwankung ist riesig. Ein weiterer Verlust und man ist sehr schnell bei geringeren Beträgen. Also zeigen sich auch hier wieder die beiden obigen Komponenten.

Zwei Komponenten für die Betrachtung von Gewinnen:

  1. Verluste sind größer, wenn das Konto steigt: Der Zinseszinseffekt ist die größte Waffe des Traders. Aus diesem Grund ist es ja so wichtig, die Drawdowns gering zu halten. Eine einfache Rechnung belegt aber: 100 € * 800% = 800%. D.h. man benötigt 800% um sein Konto zu verachtfachen. Man benötigt aber nur 50% Verlust, um sein Konto auf eine Vervierfachung zu reduzieren. Dies zeigt, dass Drawdowns um jeden Preis zu vermeiden sind. Nun benötigt man nämlich 100% um wieder zurück auf die Verachtfachung zu kommen. Die Schwankung im Depot dürfte sehr groß sein und damit nimmt auch das Risiko des Totalverlustes zu. Denn: Der größte Verlust steht noch bevor.
  2. Verkraftet man psychologisch diese Schwankungen? Natürlich kann man die Beträge in Geld relativieren und das sollte man auch tun, aber irgendwann holt einen die Realität wieder ein. Wenn man sein Konto erst einmal von 150.000 € auf 75.000 € reduziert hat, dürfte man ziemlich angeschlagen sein. Kann man sich dann noch an sein System halten?

Ich bin der festen Meinung, dass es Trader gibt, die auch nach einem 96% Verlust das Geld wieder aus dem Markt herausholen und neue Höchststände erreicht. Hier muss man natürlich sehr genau prüfen, wie das gemacht wurde, aber es ist durchaus möglich. Viele schaffen das aber nicht mehr. Daher ist es wichtig den Gewinn immer nur als Moment zu begreifen und eher auf die Verlust zu schauen. Die Gewinne können sehr schnell schwinden, wenn man hohe Verluste hat.

Was will ich mit diesem Artikel ausdrücken? Ich möchte hier nur Gedanken platzieren. Es geht mir nicht darum, Contests, Trader oder Wikifolio anzugreifen. Im Gegenteil: Ich finde beispielsweise Wikifolio eine großartige Möglichkeit, Trading in die Öffentlichkeit zu rücken und Menschen die Möglichkeit zu geben an aktivem Trading zu verdienen. Es geht mir vielmehr darum aufzuzeigen, dass hohe Gewinne versteckte Risiken bergen, die nicht immer sofort offensichtlich sind. Leider ist es auch meistens so, dass die Trader, die beispielsweise immer 10% bei jedem Trade riskieren, das kleinste Konto handeln. Große Trader dagegen riskieren meist nur einen sehr geringen Teil … Reich ist halt noch niemand schnell und risikolos geworden. Ich möchte dafür werben, risikobewusst zu handeln und sich als Trader aus der Renditeschlacht herauszuhalten. Seinen eigenen Stil zu finden und über längere Zeit im Spiel zu bleiben ist wesentlich besser als zu versuchen schnell sein Konto nach oben zu „pimpen“. Die Frustration wird schlimmer, wenn man große Verlust einfährt und am Ende dem Trading fernbleibt. Sein Risiko erhöhen, kann man immer noch, wenn man sich und seinen Stil gefunden hat. Bei einem Risiko von 1% oder 2% des Kontos ist es ein langer Weg bis man ganz unten angekommen ist.

Bild: Unter der Verwendung von Wikifolio. Die Zahl ist frei erfunden. Sollte sie zufällig einem Wikifolio ähnelnd, ist dies nicht beabsichtig.

Trading: Was für ein Blatt habe ich auf der Hand?

Der Vergleich hilft, Trading greifbarer zu machen und die Wahrscheinlichkeiten besser einzuschätzen …
Vergleiche zwischen Trading und Poker oder Black Jack sind nicht neu. Ich selber bin kein Spieler und habe nur absolute Anfängererfahrung mit Poler, aber es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Spielen und Trading, welche sich ebenfalls mit Systemen, Wahrscheinlichkeiten und auch Money-Management beschäftigen. Denn auch beim professionellen Spiel muss man nach einer längeren Runder von Verlusten am Tisch sitzen bleiben können.

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Trading ist jedoch etwas, was man nur schwer erfassen kann. Während man bei Poker oder Black Jack Spielkarten in der Hand hat und mit anderen Zusammen an einem Tisch sitzt, d.h. seinen Gegenspieler sehen und „fühlen“ kann, Einsätze mit Chips setzt, sitzt man beim Trading vor einem Computerbildschirm und bewegt sich in einer virtuellen Welt inkl. Zahlen als Geld (und keine fassbaren Geldwerte wie Chips oder Scheine). Man kennt seine Mitspieler nicht und kann nur Vermutungen anstellen, wer auf der Gegenseite des Trades sitzt.

Genau aus diesem Grunde kann es helfen sich die Parallelen zwischen einem Kartenspiel und Trading bewusst zu machen, um Trading und die damit zusammenhängenden Variablen des „Spiels“ besser zu verstehen und zu verinnerlichen. Ich finde diesen Vergleich immer wieder spannend und er hilft mir meine Tradingsituation oft besser einzuschätzen und eine emotionslose Haltung einzunehmen, während ich die Situation innerlich von außen betrachte.

Fragen, die ich mir beim Trading stelle, um die Wahrscheinlichkeit beim Trading einzuschätzen …

  • Welche Karten liegen auf dem Tisch? = Wie ist die Marktsituation? Wie verhalten sich die Aktienmärkte und passt mein „Blatt“ (also meine Strategie und Positionsauswahl) hierzu?
  • Wie viel bin ich bereit bei diesen Karten auf dem Tisch zu riskieren? = Welches Risiko ist bei der aktuellen Marktsituation für mich angemessen? Habe ich hohe Chancen einen guten Trade abzuschließen, kann ich mehr Risiko wagen, als wenn meine Chancen schlecht stehen.
  • Wie ist mein eigenes Blatt? = Welche Chancen hat mein geplanter Trade in der aktuellen Marktsituation zu funktionieren? Will ich diesen bei der aktuellen Marktsituation eingehen?
  • Wie passt mein Blatt zu den Karten auf dem Tisch? = Welche Chancen habe ich insgesamt in der aktuellen Marktsituation, damit meine Trades aufgehen?

Dies sind Fragen, die mein Handeln an den Märkten bestimmen. Zu jedem dieser Fragen sollte es Werkzeuge geben, womit sich eine Aussage treffen lässt, die nicht ausschließlich auf individuellem Gefühl beruht. Indikatoren können hierbei helfen. Je nachdem wie die Fragen beantwortet werden, wird hieraus ein Handeln abgeleitet: Wie viele Trades gehe ich ein? Gehe ich einen bestimmten Trade überhaupt ein? Usw.

Vielleicht hilft es dem einen oder anderen, sich Trading ein wenig greifbarer vorzustellen. Man darf jedoch nicht den Fehler machen und Trading als Spiel darstellen. Das ist es nicht, genauso wenig wie professionelles Pokern oder Black Jack ein Spiel sind. Es ist ein Business und das Ziel ist es, dass man selbst das Casino ist – also eine höhere Wahrscheinlichkeit hat, über eine längere Strecke von Wetten zu gewinnen als die anderen Spieler. Denn eines ist zwischen den Spielen absolut gleich zu Trading: Jeder Trade ist eine Wette mit ungewissem Ausgang. Ich weiß nie, ob mein Gegenüber bessere Karten hat als ich. Ich weiß nur, dass ich über eine längere Strecke bessere Karten habe und hierdurch Gewinne …

Foto: Clinche photo of a bad Poker hand by Benjamin Lim, CC BY-NC 2.0

© Copyright 2015 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger

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