Ziele im Trading in 7 Schritten schneller erreichen

Hast du dir als Trader Ziele gesetzt? Mit Sicherheit. Die wenigsten gehen ohne Ziele an ein Thema heran. Seien es kurzfristige oder langfristige, seien es bewusste oder unbewusste, laut ausgesprochene oder verheimlichte Ziele. Am Ende bleiben es Ziele und der Geist strebt danach diese zu erreichen. Wie Napoleon Hill bereits sagte:

“Whatever the mind can conceive and believe, it can achieve.” –Napoleon Hill, Think and Grow Rich

Doch natürlich gibt es beim Erreichen seiner Ziele auch das Thema Effizienz. Jeder möchte seine Ziele möglichst schnell und Mühelos erreichen. Das gilt im Trading, wie auch im restlichen Leben. Doch man muss sich fragen: Hat ein Elon Musk oder ein Paul Tudor Jones seine Ziele mühelos […] Mehr lesen

Shoshin: Habe den Geist eines Anfängers …

James Clear hat einen spannenden Artikel geschrieben, den ich hier gerne teilen will: Shoshin: This Zen Concept Will Help You Stop Being a Slave to Old Behaviors and Beliefs.

Der Artikel greift einige Fragen auf, die auch für den Bereich Trading sehr spannend sind:

Wie kann ich Verhaltensweisen abschütteln, die nicht hilfreich sind?
Wie kann ich Neuem ohne Vorurteile begegnen? […] Mehr lesen

Risikomanagement: „Privatinsolvenz durch Franken-Freigabe“

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In meinem Facebook Stream bin ich über einen SPIEGEL Artikel gestolpert. Ich war zuerst nicht sicher ob ich diesen poste, da populäre Presse oft Artikel schreibt, die Trader in ein falsches Licht stellen, da sie nicht wissen, worüber sie eigentlich schreiben. Aber dieser Artikel zeigt, dass viele Menschen, die an den Märkten handeln nicht wissen, worauf sie sich einlassen. Broker klären zwar auf, aber ein Anfänger versteht oft die Hintergründe nicht. Man muss sich immer wieder das Geschäftsziel eines Brokers ins Gedächtnis rufen. Viele Broker verdienen nicht viel mehr Geld, wenn ein Trader erfolgreich ist, sondern wenn er viel Kommission (Gebühren) erzeugt. Dies ist auch der Hauptgrund, warum Broker so gerne mit schnellem Handel (oder sog. Scalping/Daytrading) werben und somit auch selber hohe Risiken eingehen, wie die Insolvenz einiger Broker beim EUR/CHF-Crash gezeigt hat.

Ein Trader muss das Risiko im Auge haben und vor den Gewinn stellen. Wie der Truthahn-Effekt zeigt, kann es eine zeitlang gut gehen, aber dann kommt der Tag, an dem geschlachtet wird. Aufgrund der großen Positionsgrößen im Forex-Markt steht man einem großen Risiko gegenüber. Dies kann man entsprechend absichern oder einfach den Trade auslassen, wenn er nicht den eigenen Risikoparametern entspricht (s. Trading: Ruin über Nacht! Positionsgröße als Risiko). Wer aber kein umfassendes Risiko-Management betreibt, der wird am Ende „geschlachtet“.

Hier könnt ihr den SPIEGEL Artikel nachlesen: Privatinsolvenz durch Franken-Freigabe: 2800 Euro Einsatz, 280.000 Euro Verlust

 

Gedanken: Stabile komplexe Systeme

Komplexe Systeme lassen sich nicht künstlich stabilisieren. Wann hören die Notenbanker endlich mit diesem Denken auf?
Im Artikel zum Absturz des CHF gegenüber dem EUR habe ich es schon angedeutet: Schuld sind nicht irgendwelche Händler oder Betrüger, sondern die Hirngespinste der Notenbanker, komplexe Systeme zu stabilisieren. Die Notwendigkeit solch einer Stabilisierung möchte ich gar nicht in Frage stellen und kann sie auch nicht beantworten. Es ist die Denkweise und Wahrnehmung, die solche Ereignisse wahrscheinlich macht.

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Märkte leben von einem gewissen Chaos oder auch Volatilität. Nassim Nicholas Taleb hat sich ausführlich mit dieser Thematik beschäftigt und in zahlreichen Büchern veröffentlicht. Es ist notwendig, dass Märkte sich frei bewegen können, damit die Marktteilnehmern ihren Ansichten freien Lauf lassen können. Jeder Eingriff oder die Stabilisierung eines solch komplexen Systems erzeugt nur größere Volatilität, wenn ein unvorhergesehenes Ereignis eintrifft.

Die meisten Marktteilnehmer gewöhnen sich an die Stabilität, die künstlich in dem Markt erzeugt wurde.

Warum ist das so? Die meisten Marktteilnehmer gewöhnen sich an die Stabilität, die künstlich in dem Markt erzeugt wurde. Sie gehen unterbewusst davon aus, dass sich die Zukunft aus der Vergangenheit ergibt und sich linear fortschreiben lässt. Was heute, gestern und letzte Woche so war, wird auch morgen sein. Die Möglichkeit eines Wechsels der vorherrschenden Verhältnisse wird gar nicht betrachtet. Tritt das Ereignis ein, verfallen die Marktteilnehmer in Panik und strömen alle gleichzeitig zu den Ausgängen. Sie sind enttäuscht über ihre eigene implizite Annahme und ggf. mit Verlusten konfrontiert. Ließe man dem Markt freien Lauf, würde sich dieses Denken erst gar nicht entwickeln, sondern eine gewisse Volatilität wäre alltäglich. Aber es gibt natürlich immer zwei Seiten: Wer dieses Verhalten beobachtet und davon weiß, der kann davon profitieren. Wer die menschlichen Emotionen in einem Markt herauslesen oder in einem Trading-System abbildet kann, rechnet mit solchen Ereignissen und profitiert davon.

Es gibt weder ein Richtig noch ein Falsch zur Zeit eines Handelsgeschäft, da die Zukunft nicht bekannt ist.

Neben den Marktteilnehmern, die diese Ereignisse nicht erwarten, sind es die Notenbänker, die glauben „Märkte müssen kontrolliert werden“. Märkte und der Handel an der Börse ist ein komplexes System, in dem unzählige Teilnehmer miteinander Geschäfte eingehen und jeder der Teilnehmer eines Geschäfts eine Gegenteilige Meinung besitzt. Es gibt weder ein Richtig noch ein Falsch zur Zeit eines Handelsgeschäft, da die Zukunft nicht bekannt ist. Die Grundlage der Märkte ist also, dass eine Seite immer falsch liegt und sich eine bestimmte Richtung durch viele falsche Geschäfte herausbildet. Also dadurch, dass viele Marktteilnehmer verlieren ergibt sich ein Trend in den Märkten in dem die Gewinner übrig bleiben.

Notenbanker gehen jedoch mit einer anderen Sicht an die Märkte heran. Sie wollen keine Volatilität und damit zu große Trends in die eine als auch in die andere Richtung. Es geht ihnen um eine Stabilität der Währung und setzen somit Rahmenbedingungen, was nach ihrer Meinung richtig oder falsch ist. Sie glauben daran, dass sich die Meinung vieler durch wenige kontrollieren lassen. Genau hier liegt der Irrtum. Die Masse wird am Ende recht behalten, da die wenigen, die Meinungen kontrollieren, über einen langen Zeitraum nicht die Kraft haben, die Massen „zu unterdrücken“. Es ist der Irrtum, dass sich komplexe Systeme beherrschen lassen. Das gilt in Wirtschaft, Gesellschaft, Natur und unzähligen weiteren Gebieten.

Akademiker untersuchen Vergangenheit und führen Gedankenexperimente durch, jedoch betrachten sie oft nicht die Praxis.

Viele Forscher beschäftigen sich mit der Thematik der Beherrschbarkeit. Wie können wir die Natur beherrschen? Wie können wir die Gesellschaft stabilisieren? Wie kann der Mais-Preis stabil gehalten werden? Die Forscher sind Berater der Politik und Manager und diese stützen sich auf die Untersuchungen der Forscher. Was dabei außen vor gelassen wird ist die Praxis. Akademiker untersuchen Vergangenheit und führen Gedankenexperimente durch, jedoch betrachten sie oft nicht die Praxis. In einem kontrollierten Experiment wird sich ein Vulkan sicherlich stabilisieren lassen. Doch alleine schon die Konstruktion des Experiments bestimmt das Ergebnis. Die Parameter, die für ein Vulkanexperiment festgelegt werden, bestimmen am Ende den Ausgang. Der Faktor Zufall oder extremere Ereignisse als in der Vergangenheit wird außen vor gelassen. Wer kann auch schon damit rechnen, dass dieser Vulkanausbruch diesmal extremer wird?

Es wäre auch überhaupt nicht schlimm, dass Notenbanker diese Fehler machen, wenn sie daraus lernen würden. Doch die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass sie es nicht tun. Somit wird auch in Zukunft immer wieder zu erwarten sein, dass seltene Ereignisse „unvorhergesehen“ eintreten. Wem jedoch diese Problematik bewusst ist, kann den Faktor Zufall und extreme Ereignisse in sein Leben und Trading integrieren und somit sein Trading-System „Antifragilität“ verleihen.

 

EUR/CHF

Trading: Absturz EUR/CHF

Solch ein Ereignis verändert Märkte und Marktteilnehmer …
Ein Blogeintrag zu diesem Thema darf wahrscheinlich in keinem Trading- oder Börsen-Blog fehlen. Es sind diese Ereignisse, über die die Börsen-Community noch lange sprechen wird. „Weißt du noch damals der EUR gegen CHF … -30%!?“ wird es wieder heißen. Diese „schwarzen Schwäne“ kommen zwar nicht häufig vor, haben aber eine große Wirkung, sowohl monetär gemessen als auch psychologisch. Ein Trader, der bei solch einem Trade auf der falschen Seite positioniert war, wird sich sein Leben lang daran erinnern. Dann kommt es darauf an: Lernt man daraus oder hört man ganz mit dem Trading auf?

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Auch in meinem Trading-Umfeld wird heftig darüber diskutiert. Ist solch ein Trade eher Glück oder einfach ein Teil der statistischen Verteilung? Trendfolger profitieren von solchen Ereignissen. Es sind genau die Ereignisse, die die Gewinne am Jahresende bringen werden. Im Einzelfall kann man sicherlich von Glück sprechen, doch über einen langen Track-Record ist dies ein Teil der positiven Erwartung.

Das Währungspaar war ebenfalls auf meiner Watchlist, aber ich habe mich frühzeitig gegen diesen Trade entschieden. Das Risiko war zu hoch.

Hätte ich den EUR/CHF Trade gemacht? Der Preis war definitiv in einem Abwärtstrend und erfüllte auch größtenteils meine Kriterien. Das Währungspaar war ebenfalls auf meiner Watchlist, aber ich habe mich frühzeitig gegen diesen Trade entschieden. Das Risiko war zu hoch. Warum?

  1. Das Währungspaar unterlag einer Kontrolle durch die Schweizer Nationalbank. Sie hatte sich verpflichtet den Kurs bei 1,2 zu stützen. Das Währungspaar kann sich also nicht frei bewegen. Was sich nicht frei bewegen kann, handele ich nicht. Es hätte genauso gut sein können, dass die Nationalbank das Limit erhöht und somit wäre es eine sehr große Verlustposition. Die Wahrscheinlichkeit für dieses Ereignis ist gering, hat aber eine extreme Auswirkung. Ich vergleiche dies mit einer bekannten Firmenübernahme mit einem fixen Preis. In diesem Fall gibt ein offizielles Angebot und der Preis wird sich nicht mehr frei bewegen, da die Trader diesen Preis als gegeben annehmen.
  2. Die Positionsgröße wäre viel zu groß. Da das Währungspaar einer Kontrolle unterlag, ist die Volatilität sehr gering. Da ich meine Positionsgröße anhand der ATR bestimme, wäre sie bei sehr kleiner Volatilität so groß, dass im Falle eines Gaps in die Gegenrichtung der Verlust sehr hoch wäre. Natürlich hätte man die Positionsgröße reduzieren können, aber in diesem Fall wäre der Gewinn unter Normalbedingungen nicht gut. Somit liegt einfach keine attraktive Chance vor.

Diese beiden Kriterien führten dazu, dass ich diesen Trade nicht platziert habe. Ein Fehler? Nein. Ich handele sehr bewusst konservativ. Ich weiß, dass mein größter Verlust mir noch bevorsteht. Irgendwann in der Zukunft.

Wie lange hält eine Nationalbank durch bis ihr das Geld ausgeht?

Würde man als Makro-Trader an diese Situation herangehen, wäre es sicherlich eine interessante Situation. Die Frage wäre: Wie lange hält eine Nationalbank durch bis ihr das Geld ausgeht? Die Stützung des CHF kostet sehr viel Geld. Jedes Mal, wenn EUR/CHF unter 1,2 fällt, muss die Nationalbank Geld aufwenden, um den Kurs zu stützen. Sie muss EUR in großem Stil kaufen. Das Problem: Auch ihre Reserven (Steuergelder!) sind begrenzt. Der Druck aus der Politik wächst und auch der Druck der Märkte. Der EUR steht ebenfalls in anderen Währungen unter Druck, so dass die Nationalbank auf einem riesigen Haufen an Euros sitzt, die immer mehr an Wert verlieren. Wie will die Politik dies ihren Wählern verkaufen? Es handelt sich um Steuergelder. Die Verluste sind sehr groß und die Geduld der Trader, die weiter an einen steigenden Franken glauben, sehr groß.

Wie die letzen Tage gezeigt haben, hat dieses einzige Ereignis die Landschaft der Broker „gesäubert“. Einige Broker sind pleite, andere sehr schwer angeschlagen. Kundenguthaben sind binnen Sekunden umverteilt worden (an die Trader auf der Gegenseite) und somit an andere Broker gegangen. Broker waren nicht richtig gegen die Risiken abgesichert oder ihre Risikokontrolle hat bereits vorher massiv versagt. Teilweise wurde auch der Handel von EUR/CHF eingestellt. Ich habe in den Intraday-Chart geschaut, es gab ein sehr großes Gap intraday. Wer aus seiner Long-Position aussteigen wollte, hatte keine Gelegenheit. Das Gute: Die Broker, die ein gutes Risikomanagement betreiben, nicht so viele schöne Hochglanzanzeigen und -prospekte gedruckt hatten, haben überlebt. Das Antifragile lebt vom fragilen.

Ich bin stolz, dass ich meinen Prinzipien treu bleibe.

Welche Lehre ziehe ich daraus? Ich bin nicht traurig um die „entgangenen“ Gewinne. Ganz im Gegenteil: Ich bin stolz, dass ich meinen Prinzipien treu bleibe. Des Weiteren bin ich froh, dass ich nicht bei einem der Broker mit Hochglanzanzeigen bin, sondern bei einem soliden, kleinen Haus.

 

Buch: Nassim Taleb – Narren des Zufalls: Die verborgene Rolle des Glücks an den Finanzmärkten und im Rest des Lebens

Dieses Buch habe ich mir vor einiger Zeit gewünscht und als Geschenk bekommen. Ich fand den Titel um einiges spannender als das „Pop-Buch“ von ihm: „Der schwarze Schwan*“. Taleb ist Forscher und beschäftigt sich mit Statistik, Mathematik und Zufall. Das Buch habe ich mir aus meinem Regal gegriffen, weil ich zuvor das recht kurze Buch „Die Berechnung des Glücks*“ von Devlin und Heinemann gelesen habe. Dieses spannende aber recht kurze Buch beschäftigt sich mit der Geschichte der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten. Somit dachte ich mir, dass das Buch von Taleb darauf aufsetzen könnte, weil ich mehr über das Thema wissen wollte. Ich lag damit auch richtig …

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Das Buch von Taleb versucht einem ein Verständnis zu vermitteln, welche Rolle der Zufall und die Wahrscheinlichkeit in unserem Leben spielt. Da ich selbst großer Anhänger dieses Denkens bin, bin ich in meinem Denken nur bestätigt worden. Im Buch wird immer wieder versucht mit Beispielen, die sich an die Finanz- und Tradingwelt anlehnen, darauf einzugehen und somit kann man gut die Denkweise nachvollziehen. Die Sprache, die Taleb nutzt, ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Vielleicht liegt es aber auch an der Übersetzung. Oft klingt es ein wenig „pseudo-intellektuell“. Man hat das Gefühl, dass möglichst viele Fremdworte verwendet werden sollten. Naja – verstehen konnte man es mit einigen zugekniffenen Ohren aber schon.

Warum finde ich das Buch wertvoll, vor allem für Trader? Die Börse und Finanzwelt besteht, so wie die reale Welt, aus Wahrscheinlichkeiten und ungewissen Zuständen. Ob ein Kurs morgen steigt oder in der nächsten Sekunde fällt, ist nicht klar und ungewiss. Die Entscheidungen und Folgen sind Abhängig von den Entscheidungen der Marktteilnehmer. Tiefer betrachtet  natürlich von deren Gefühlen, Handelssystemen und anderen Entscheidungsgrundlagen. Diese sind mir jedoch verborgen. Das einzige was ich definitiv weiß, sind Preis, Volumen und ob ein Wert gestiegen ist oder nicht. Zusätzlich kann ich aus der Vergangenheit der Kurse ableiten, ob z.B. eine Aktie eher über längere Sicht steigt oder fällt und ob sie sich im Rahmen der Vergangenheit normal oder außergewöhnlich verhält (also z.B. starke Kursbewegungen oder nicht). Nehme ich mehrere Faktoren zusammen, kann ich hieraus eine Wahrscheinlichkeit ableiten, ob es besser ist sich long oder short zu positionieren. Mehr nicht! Trades werden also nur eingegangen, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die Aktie in die von mir präferierte Richtung läuft. Sich z.B. stark gegen den Markttrend zu positionieren wäre demnach nicht erlaubt. Aber wie wir wissen ist die berechnete Wahrscheinlichkeit keine Gegebenheit und somit gibt es auch Marktteilnehmer, die sich bewusst gegen den Trend stellen und ebenfalls hiermit Geld verdienen.

Die oben beschriebenen Gedanken vertritt Taleb in einer erweiterten Weise. Der Grundgedanke des Buches dreht sich aber um Risiko. Da der Autor (wie ich auch) davon ausgehen, dass ungewisse Ereignisse jederzeit eintreten können, ist es sinnvoll sein Risiko zu managen. D.h. Stop-Kurse und Positionsgrößenkontrolle bei Trades. Wie viel habe ich am Markt investiert und was würde passieren, wenn der Markt morgen 10% tiefer eröffnet, weil eine Atombombe in den USA explodiert ist? Wie viel würde ich dann verlieren? Es geht weniger um die Berechnung als viel mehr um die Kontrolle des Risikos soweit dies möglich ist. Konkrete Tipps gibt es von Taleb nicht, denn das Buch ist eher ein philosophisches als ein Trading-Buch. Doch die Gedanken von Taleb sind wertvoll und können jedem Trader helfen. Es ist halt ein anderes Buch als ein klassisches Trading-Buch.

Zudem finde ich den Gedanken der ungewissen Ereignisse zudem Wertvoll. Ein ungewisses Ereignis wäre ein Ereignis, mit dem die Marktteilnehmer nicht gerechnet haben und panisch oder euphorisch regaieren (z.B. Lehman-Brothers Zusammenbruch oder ein Unternehmen meldet grandiose Zahlen). Diese Bewegungen sind es, die Taleb versucht zu handeln. Also wo Euphorie oder Panik die Kurse massiv bewegen. Es lohnt sich auf diese Ereignisse zu warten und den Einstieg richtig zu Timen. Letztendlich ist es aber genau das, was Momentum-Trader tun. Starke Kursbewegungen kaufen oder verkaufen und höher/tiefer glattstellen. Auch als technischer Trader wie ich lässt sich dieses ohne Hintergrundinformationen (fundamentale Daten) machen. Es sind große Ausbrüche oder Rebounds, die starke Bewegungen darstellen. Evtl. sogar gegen den Trend.

Auch geht Taleb auf den Zufall im Leben ein. Beispielsweise beschreibt er den Unterschied von Trader und deren Persönlichkeit. Nur weil ein Trader (oder ein Fond wo er arbeitet) momentan viel Geld verdient ist es kein Garant für die Zukunft. Es kann schlichtweg Zufall sein, dass seine Strategie gerade jetzt zu der Marktsituation passt, aber in Zukunft nicht mehr. Diese Aspekte werden gerade in de technischen Tradingwelt oft vernachlässigt. Möglichst viele Indikatoren oder komplexe System sind genau der falsche Weg. Einfachheit erhöht die Chance, dass das Handelssystem eben nicht nur aus Zufall gute Ergebnisse erzeugt. Wer sich ein wenig mit Backtesting und vollautomatischen Tradingsystemen beschäftig hat, weiß dies und kann die Gedanken nachvollziehen. Die Performance eines Händlers sagt nichts über die zukünftige Performance aus. Ob der Trader morgen noch Gewinne produziert, kann niemand sagen. Aber auch hier gilt wieder: Das was ich beeinflussen kann ist, ob ich morgen noch in der Lage bin zu handeln. Also ob ich große Risiken eingehe, bei denen ich bei einem ungewissen Ereignis oder einer Veränderung am Markt vom Markt weggefegt werden oder ob ich eher konservativer auf längere Sicht handele. Je weniger Paramter an einem System beeinflusst werden können, desto stabiler ist es, weil das System nicht an den Markt zu fein angepasst ist. Deshalb spielt es z.B. keine Rolle ob ich einen 10er oder 11er gleitenden Durchschnitt verwenden oder einen RSI mit 14 oder 16 Perioden. Es zählt nur, dass ich darauf die Information ziehe, die ich benötige. Die Parameter kann ich grob auf meine Bedürfnisse einstellen.

Ich finde das Buch von Taleb wertvoll. Es ist keine Anleitung zum Traden oder enthält Tipps. Letztendlich steht in den meisten Trading-Büchern sowieso das gleiche. Es hilft aber seine Trading-Philosophie und Einstellung weiterzuentwickeln und schärft das Bewusstsein für Risiko, Wahrscheinlichkeit und Zufall von dem wir an den Börsen abhängig sind. Denn eines wissen wir mit Sicherheit: Das wir nichts über die Zukunft wissen. Mit einer richtigen Risikokontrolle und risikobewusstem Denken können wir uns vor der Zukunft und ungewissen Ereignissen schützen.

Mehr Informationen zum Buch:

Narren des Zufalls: Die unterschätzte Rolle des Zufalls in unserem Leben*

von Nassim Nicholas Taleb

Glück oder Zufall sind viel bestimmender in unserem Leben, als wir denken. Wir neigen dazu, unser Glück auf unsere eigenen Fähigkeiten zurückzuführen, den Zufall halten wir für unsere Bestimmung. Nassim Nicholas Taleb, renommierter Statistiker und Erfolgsautor des Bestsellers »Der schwarze Schwan«, entlarvt unsere menschliche Schwäche, dort Zusammenhänge zu suchen, wo keine sind.

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