Video: Was kann man von Spielern lernen?

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Ich habe ein interessantes Video gefunden. Dylan Evans (Autor zum Thema Risiko und Psychologie) hält einen TED Talk über das Thema Wetten und Spieler. Er beschäftigt sich mit der Frage, warum es Spieler gibt, die alles verlieren und Spieler, die langfristig gewinnen. Was unterscheidet diese beiden Gruppen?

Dasselbe gibt es im Trading: Es gibt Trader, die in kurzer Zeit alles verlieren und Trader, die langfristig gewinnen. Abstrakt gesehen kann man jeden Trade auch als eine Wette bezeichnen und ein Trader als einen Spieler, der Wetten nach einem System platziert. Somit haben diese beiden Themen viel gemeinsam. Das Buch „Beat the Dealer“ von Edward O. Thorp ist ein Klassiker, auch für Trader.

Video: Salem Abraham und Larry Hite zum Thema Wetten & Risiko

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Einen interessanten Ausschnitt aus dem Film von Michael Covel „Broke – A New American Dream“ habe ich bei Youtube entdeckt. Im Film berichten ein Poker-Spieler, Salem Abraham (Hedge-Fund-Manager) und Larry Hite (Legende und Hedge-Fund-Manager) über ihre Ansichten zum Thema Wetten und Risiko.

Gerade der Anfang des Videos ist sehr gut: Der Poker-Spieler berichtet darüber, wann es Zeit ist, auszusteigen. Dies ist die größte Gemeinsamkeit zwischen Poker und Trading. Man muss wissen, wann man spielen sollte und wann nicht. Nur, wenn das CRV extrem lohnenswert ist, sollte man die Wette eingehen.

Poker und Trading ist ein guter Vergleich

Trading: Mark Minervinis Vergleich zwischen Trading und Poker

Mark Minervini Vergleich zwischen Poker und Trading stammt aus seiner eigenen Lebensgeschichte. Die Betrachtung aus einer anderen Perspektive ist wirklich spannend und hilfreich.
In den letzten Tagen habe ich erneut einige der Interviews aus der Magier der Märkte Reihe gelesen. Im dritten Buch „Stock Market Wizzards“ gefallen mir vor allem die Interviews mit Steve Cohen, Dr. Ari Kiev und Mark Minervini.

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Jedes Mal, wenn man die Interviews erneut liest, fallen einem anderen Kleinigkeiten auf. Daran merkt man, dass man sich selber weiterentwickelt hat, da man nun auf andere Dinge achtet.

Bei dem Interview mit Mark Minervini (weiteres Interview in meinem Youtube Kanal) fiel mir die großartige Analogie zwischen Trading und Poker auf, die ich auch im Blog schon mehrmals beschrieben habe. Minervini bringt viele Dinge auf den Punkt, worum es beim Trading geht und wie man es aus einer anderen Perspektive betrachten kann. Gerade die Betrachtung der asymmetrischen Wette (Gewinne um ein vielfaches höher als der Verlust) finde ich sehr gut. Anbei ein Auszug aus dem Interview …

Dies ist ein Auszug aus dem Interview mit Mark Minervini aus „Stock Market Wizzards“ von Jack Schwager. Eine Rezension des Buches findet ihr auch hier im Blog.

 

Was hat Ihnen sonst noch dabei geholfen, ein erfolgreicher Börsentrader zu werden?

Das Pokerspiel. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder, der ein Trader werden will, das Pokern lernen sollte.

Können Sie mir das genauer erklären?

Beim ersten Pokerspiel, das ich in einem Kasino beobachtet habe, fiel mir auf, dass der durchschnittliche Gewinn bei 50 Dollar lag, es aber nur 50 Cents gekostet hatte, die ersten drei Karten zu sehen. Ich konnte kaum glauben, dass man für einen halben Dollar eine ziemlich gute Vorstellung der eigenen Chancen auf einen Gewinn bekommen konnte, der das Hundertfache betrug. Wenn man also fünfzig Mal passen würde und nur ein Spiel gewinnt, hätte man immer noch doppelt so viel Gewinn wie Verlust gemacht. Diese Chancenverteilung erschien mir wunderbar. Darum habe ich auch mit dem Pokern angefangen. Dabei war es immer meine Strategie, nur ein Blatt mit einer sehr hohen Gewinnwahrscheinlichkeit auszureizen.

Haben dann nicht einfach alle anderen Mitspieler gepasst, sobald Sie Ihre Karten ausreizen wollten?

Nein, und wissen Sie was? Weil die anderen Spieler einfach nicht die nötige Disziplin besaßen und selbst spielen wollten. Es ist immer am wichtigsten, genau zu wissen, wann man nichts unternehmen sollte. Die meisten Menschen können diesen Ratschlag nicht umsetzen, weil ihnen die nötige Disziplin fehlt, selbst wenn ihre Gewinnstrategie in allen anderen Bereichen funktioniert. Alle Menschen wissen beispielsweise genau, wie man sein Gewicht reduziert: Man isst weniger Fett und treibt Sport. Warum haben dann aber die meisten Menschen Übergewicht (wenn wir einmal annehmen, dass es keine medizinischen Gründe dafür gibt)? Weil ihnen ganz einfach die nötige Disziplin fehlt.

Die analoge Situation an der Börse wäre dann wahrscheinlich, dass man bei einem neuen Trade eine Zeit lang bei geringen Risiko beobachten kann, wie alles läuft. Wenn der Trade nicht funktioniert, macht man einen kleinen Verlust, und wenn er in die richtige Richtung läuft, besteht ein hohes Gewinnpotential.

Genau. Ich habe einen Leitspruch: „Es ist zwar akzeptabel, sich einmal zu irren, aber sich ständig zu irren, ist nicht zu rechtfertigen.“ Wenn man einen einzelnen Fehler macht, hat man keine andere Wahl gehabt, aber wenn man ständig falsch liegt, dann hat man sich das selbst ausgesucht. In jedem Spiel braucht man ein gewisses Maß an Können oder einen Wettbewerbsvorteil für den Sieg, aber bei allem anderen kommt es auf das Risikomanagement an. Das gilt genauso für das Pokerspiel wie für die Börseninvestition. In beiden Fällen geht es um die Verlustbegrenzung. Gute Trader können ihre Verluste minimieren und müssen sich weniger Sorgen um ihre Gewinne machen.
Wenn man eine gute Verteidigung hat, ist man kaum zu schlagen. Ich würde lieber einer Fußballmannschaft beitreten, die großartige Verteidiger hat, als einer, die großartige Angriffsspieler hat. Wenn ein Trade nicht gleich funktioniert, mache ich eben einen kleinen Verlust, und es kann natürlich passieren, dass ich öfter geringfügige Verluste mache.

Was passiert, wenn Sie bei einem Trade fünf Mal ausgestoppt werden? Wird es dann nicht langsam schwierig für Sie, ein sechstes Mal einzusteigen?

Nicht wenn der Trade meine Kriterien erfüllt. Wieder kann uns das Pokerspiel eine gute Analogie liefern. Die Karten, die man in den vorhergehenden Runden gehalten hat, haben keine Bedeutung mehr. Man muss bei seinen Entscheidungen immer nur die aktuellen Informationen berücksichtigen. Ob man das vorherige Spiel gewonnen oder verloren hat, ist völlig irrelevant. Darum bereitet es mir auch keine Probleme, denselben Trade mehrmals durchzuführen. […]“

Auszug aus: „Stock Market Wizzards“, Jack D. Schwager, Finanzbuch Verlag, 2. Auflage 2008. S. 218-220.

Ist das nicht gut? Jeder bekommt eine Vorstellung davon, warum es beim Trading um Wahrscheinlichkeiten geht und warum Gewinne höher sein sollten als Verluste.

Das ganze Interview ist natürlich ebenfalls sehr lesenswert!

Foto: Justyn

 

Trading: Poker, Trading und Produktivität – Lesestoff für das Wochenende

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Steve Burns hat in seiner Leseliste für das Wochenende zwei gute Artikel gelistet, die ich an euch weitergeben möchte:

  • „Mucking Your Trading Hand“ von Dr. Brett Steenbarger. Der Autor ist beim mir im Blog nicht unbekannt. Ich habe schon oft Artikel zu seinen Gedanken geschrieben und Artikel empfohlen. In den aktuellen Artikel schreibt er über einen Vergleich zwischen Poker und Trading. Wann spiele ich und wann pausiere ich? Zwei entscheidende Fragen, mit denen ich mich auch bereits im Artikel „Trading: Was für ein Blatt habe ich auf der Hand?“ beschäftigt habe.
  • „The Psychology of Getting More Done (In Less Time)“ von Gregory Ciotti. Sehr guter Artikel zum Thema Produktivität. Er zeigt und belegt anhand von vielen Studien, wie man seine Produktivität erhöhen und vor allem beibehalten kann. Das Trading und Lernen zu traden ebenfalls produktive Tätigkeiten sind, gibt es hier gute Tips. Sehr spannend!

 

Trading: Was für ein Blatt habe ich auf der Hand?

Der Vergleich hilft, Trading greifbarer zu machen und die Wahrscheinlichkeiten besser einzuschätzen …
Vergleiche zwischen Trading und Poker oder Black Jack sind nicht neu. Ich selber bin kein Spieler und habe nur absolute Anfängererfahrung mit Poler, aber es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Spielen und Trading, welche sich ebenfalls mit Systemen, Wahrscheinlichkeiten und auch Money-Management beschäftigen. Denn auch beim professionellen Spiel muss man nach einer längeren Runder von Verlusten am Tisch sitzen bleiben können.

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Trading ist jedoch etwas, was man nur schwer erfassen kann. Während man bei Poker oder Black Jack Spielkarten in der Hand hat und mit anderen Zusammen an einem Tisch sitzt, d.h. seinen Gegenspieler sehen und „fühlen“ kann, Einsätze mit Chips setzt, sitzt man beim Trading vor einem Computerbildschirm und bewegt sich in einer virtuellen Welt inkl. Zahlen als Geld (und keine fassbaren Geldwerte wie Chips oder Scheine). Man kennt seine Mitspieler nicht und kann nur Vermutungen anstellen, wer auf der Gegenseite des Trades sitzt.

Genau aus diesem Grunde kann es helfen sich die Parallelen zwischen einem Kartenspiel und Trading bewusst zu machen, um Trading und die damit zusammenhängenden Variablen des „Spiels“ besser zu verstehen und zu verinnerlichen. Ich finde diesen Vergleich immer wieder spannend und er hilft mir meine Tradingsituation oft besser einzuschätzen und eine emotionslose Haltung einzunehmen, während ich die Situation innerlich von außen betrachte.

Fragen, die ich mir beim Trading stelle, um die Wahrscheinlichkeit beim Trading einzuschätzen …

  • Welche Karten liegen auf dem Tisch? = Wie ist die Marktsituation? Wie verhalten sich die Aktienmärkte und passt mein „Blatt“ (also meine Strategie und Positionsauswahl) hierzu?
  • Wie viel bin ich bereit bei diesen Karten auf dem Tisch zu riskieren? = Welches Risiko ist bei der aktuellen Marktsituation für mich angemessen? Habe ich hohe Chancen einen guten Trade abzuschließen, kann ich mehr Risiko wagen, als wenn meine Chancen schlecht stehen.
  • Wie ist mein eigenes Blatt? = Welche Chancen hat mein geplanter Trade in der aktuellen Marktsituation zu funktionieren? Will ich diesen bei der aktuellen Marktsituation eingehen?
  • Wie passt mein Blatt zu den Karten auf dem Tisch? = Welche Chancen habe ich insgesamt in der aktuellen Marktsituation, damit meine Trades aufgehen?

Dies sind Fragen, die mein Handeln an den Märkten bestimmen. Zu jedem dieser Fragen sollte es Werkzeuge geben, womit sich eine Aussage treffen lässt, die nicht ausschließlich auf individuellem Gefühl beruht. Indikatoren können hierbei helfen. Je nachdem wie die Fragen beantwortet werden, wird hieraus ein Handeln abgeleitet: Wie viele Trades gehe ich ein? Gehe ich einen bestimmten Trade überhaupt ein? Usw.

Vielleicht hilft es dem einen oder anderen, sich Trading ein wenig greifbarer vorzustellen. Man darf jedoch nicht den Fehler machen und Trading als Spiel darstellen. Das ist es nicht, genauso wenig wie professionelles Pokern oder Black Jack ein Spiel sind. Es ist ein Business und das Ziel ist es, dass man selbst das Casino ist – also eine höhere Wahrscheinlichkeit hat, über eine längere Strecke von Wetten zu gewinnen als die anderen Spieler. Denn eines ist zwischen den Spielen absolut gleich zu Trading: Jeder Trade ist eine Wette mit ungewissem Ausgang. Ich weiß nie, ob mein Gegenüber bessere Karten hat als ich. Ich weiß nur, dass ich über eine längere Strecke bessere Karten habe und hierdurch Gewinne …

Foto: Clinche photo of a bad Poker hand by Benjamin Lim, CC BY-NC 2.0

© Copyright 2015 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger

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