5 Stufen zum professionellen Trader

Die 5 Stufen zum professionellen Trader

Trader zu werden ist nicht einfach. Man muss sich immer vor Augen halten, was dieses Unterfangne bedeutet: Einen neuen Beruf zu erlernen. Auch, wenn es dutzende Büchher und Seminare gibt, die zeigen wollen, dass man ein Trader über Nacht werden kann, behaupte ich das Gegenteil. Man wird schließlich auch kein Handwerker, Arzt oder Pilot über Nacht. Um ein Trader zu werden, muss man einen Großteil seines Ichs verändern. Das kostet Zeit und Kraft … Mehr lesen

Trading-System: Wie wichtig ist das Trading-Setup?

Das Setup ist nicht das Entscheidende für den Erfolg einer Trading-Strategie.
Als ich begann mich mit Trading zu beschäftigen, habe ich einem Setup nach dem nächsten hinterhergejagt. Ich habe viele Bücher mit Setups gewälzt und die Frage nach dem perfekten Einstieg hat mich lange beschäftigt. Auch heute ertappe ich mich oft dabei, meine Einstiegskriterien zu hinterfragen und mit anderen Parametern zu backtesten. Es erscheint nur zu logisch, dass der Einstieg in einen Trade maßgeblich den Gewinn bestimmt, oder? Im der realen Wirtschaft hört man doch so oft: Im Einkauf liegt der Gewinn. Auch, wenn man Charts betrachtet, sieht man so oft den „perfekten“ Einstieg im Nachhinein. Eine E-Mail Diskussion mit einem Leser hat mir noch mal gezeigt, wie leicht man die Bestandteile eines Trading-Systems missverstehen kann.

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Was versteht man unter einem Trading-Setup? Ich verstehe darunter ein Regelwerk, welches bestimmt, wann ich einen Trade als potentiellen Tradingkandidaten betrachte. Es sind verschiedene quantitative, aber möglicherweise auch qualitative Regeln. Ein Beispiel:

  • Eine Aktie steht kurz vor einem neuen 20 Tage Hoch,
  • der EMA 5 liegt über dem EMA 20,
  • der langfristige Trend im Wochenchart weißt ein höheres Tief auf,
  • es gibt keine Fehlausbrüche zur Oberseite,
  • einen vorherigen Fehlausbruch zur Unterseite und
  • der S&P 500 befindet sich über seinem EMA 200.

Dieses Setup, welches nur als Beispiel dient und unvollständig ist, enthält sowohl quantitative (neues 20 Tage Hoch, EMA 5>EMA 20, S&P 500>EMA 200) als auch qualitative Kriterien (höheres Tief im Wochenchart, keine Fehlausbrüche zur Oberseite, Fehlausbruch zur Unterseite). Während quantitative Kriterien messbar sind und somit für einen Screener eingesetzt werden können, sind qualitative Kriterien subjektiv und müssen vom Trader selber visuell bestätigt werden. Hierin kann ein Vorteil als auch ein Nachteil liegen.

Am Ende entscheidet das Risiko- und Money-Management, ob mit einem System Geld verdient wird oder nicht

Es ist jedoch auch wichtig zu verstehen, dass ein Trading-Setup nur ein kleiner Teil eines Trading-Systems ist und leider ein sehr unwichtiger. Mehrere bekannte Tests, darunter auch einer von Tom Basso, haben bewiesen, dass selbst mit willkürlichen Einstiegen Geld verdient werden kann (s. z.B. http://www.automated-trading-system.com/trend-following-monkey-style/). Am Ende entscheidet nämlich das Risiko- und Money-Management, ob mit einem System Geld verdient wird oder nicht. Hierzu einige Beispiele:

  1. Was nützt einem ein Setup mit 90% Trefferquote, wenn man bei einem Trade alles verliert, weil man keinen Stop-Loss benutzt?
  2. Was nützt einem ein Setup mit 90% Trefferquote, wenn man alle gesammelten Profite wieder zurückgeben muss, weil man keine oder eine nicht passende Exit Strategie hat?
  3. Was nützt einem ein Setup mit 90% Trefferquote, wenn man nicht in der Lage ist, das Setup rechtzeitig zu einwandfrei zu identifizieren?
  4. Was nützt einem ein Setup mit 90% Trefferquote, wenn man nicht in der Lage ist, das System korrekt mit allen psychologischen Schwierigkeiten auszuführen?
  5. Was nützt einem ein Setup mit 90% Trefferquote, wenn man zu kleine oder zu große Positionen handelt und keine Gewinne erreicht oder nach wenigen Verlusten bankrott ist? Auch bei 90% Trefferquote ist eine Anzahl von mehreren Verlusten in Folge möglich. Es kommt nur auf die Stichprobengröße an. Je länger die Zeit läuft, desto wahrscheinlicher ist solch eine Situation.

Diese Liste könnte man noch weiterführen. Am Ende sind andere Dinge außerhalb des Setups bestimmend, ob man Geld verdient oder nicht. Wer erst einmal ein stabiles, robustes System gefunden hat und es ohne Probleme traden kann, der kann über Money-Management seine Ziele erreichen. Das Setup spielt dann nur noch eine untergeordnete Rolle. Warum sonst traden die erfolgreichsten Trader der Welt so simple Setups wie neue Hochs/Tiefs oder Kreuzen von gleitenden Durchschnitten?

 

ATR Indikator - Average True Range

ATR Indikator: Average True Range. Ein Multifunktionswerkzeug.

Es gibt nicht viele Indikatoren, die so universell einsetzbar sind wie der ATR Indikator (Average True Range). Der Indikator wurde 1978 von Welles Wilder in seinem Buch „New Concepts in Technical Trading Systems“ vorgestellt.

Der ATR Indikator berechnet die wahre Handelsspanne (sog. „True Range“) zwischen zwei Perioden (z.B. zwischen zwei Tagen). Die wahre Handelsspanne bezieht auch Kurslücken mit ein. Somit bildet der ATR Indikator besser die Marktbewegung ab, als andere Indikatoren. Das „Average“ in Average True Range kommt daher, dass über mehrere True Range Tage … Mehr lesen

Trading: Geld verdienen oder Gewinnen? Worauf liegt der Fokus?

„Win or lose, everybody gets what they want out of the market. Some people seem to like to lose, so they win by losing money.“ Ed Seykota.
Manchmal dauert es lange, bis man den Unterschied zwischen zwei Sätzen versteht. Ist „Geld verdienen“ und „Gewinnen“ nicht das selbe im Trading? Es heißt doch so oft, dass man „an der Börse gewinnen“ muss oder „das Spiel gewinnen“.

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Ein Podcast hat mich noch mal auf das entscheidende Detail aufmerksam gemacht. Der Interviewpartner sagte deutlich, was der Unterschied zwischen einem Amateur und einem Meister im Trading ist: Der Meister ist absolut darauf fixiert, Geld zu verdienen, während der Amateur (noch) nach anderen Dingen im Trading sucht.

Wie schon Ed Seykota im Zitat feststellte, haben die Märkte die Eigenschaft, die wahren Beweggründe des eigenen Tradings zu bestätigen. Willst du immer Recht haben? Dann wirst du auch Recht haben, aber kein Geld verdienen. Suchst du nach Spaß und Spannung? Die wirst du bekommen, aber kein Geld verdienen. Es lassen sich noch unzählige weitere Dinge aufzählen, die man an der Börse erhalten kann.

Nick Radge sagte eimal, dass er 8 Monate am Stück keinen einzigen Trade durchgeführt hat, weil seine Strategie es nicht zuließ. Tom Basso betonte in einem Interview immer wieder, dass Trading für ihn etwas ist wie Zähneputzen.

Doch am Ende geht es darum, mit einer Strategie Geld zu verdienen und dies ist leider das Komplizierteste überhaupt. Warum ist es so schwierig? Weil zum Geld verdienen gehört, sich darauf zu konzentrieren. Ich meine damit nicht, dass man die nächsten x Trades positiv abschließt oder man x Millionen damit kurzfristig verdient, sondern das man nach einer längeren Reihe von Trades Geld hinzuverdient hat. Es geht nicht um den Geldbetrag an sich, man kann genauso gut in R-Multiple denken. Doch um Geld zu verdienen, muss man sich darauf konzentrieren, seinen Vorteil der eigenen Strategie auszunutzen und sich nicht ablenken zu lassen.

Es passiert oft, dass man die Konzentration auf ein Ziel aus den Augen verliert. Gerade die Märkte, mit ihren zahllosen Informationen, die auf einen einströmen, sind ein guter Mittel zur Ablenkung. Sekündlich steigen die Kurse, dann fallen sie, es gibt News usw. Doch Geld verdienen nur diejenigen, die langfristige ihre Strategie ohne Ablenkungen handeln, komme was wolle. Nick Radge sagte eimal, dass er 8 Monate am Stück keinen einzigen Trade durchgeführt hat, weil seine Strategie es nicht zuließ. Das ist ein strenges Gegenteil von Overtrading. Tom Basso betonte in einem Interview immer wieder, dass Trading für ihn etwas ist wie Zähneputzen: Man tut es halt, es ist aber so langweilig, dass man gar nicht mehr drüber nachdenkt.

Was ist der Unterschied, was tun sie anders? Sie haben gelernt sich auf das Geld verdienen zu konzentrieren.

Nick Radge und Tom Basso sind beides sehr erfolgreiche Trader. Was ist der Unterschied, was tun sie anders? Sie haben gelernt sich auf das Geld verdienen zu konzentrieren. Es geht nicht um Gewinnen, Recht behalten, Spaß oder Spannung. Nein, es geht darum seinen Vorteil langfristig auszuspielen. Alle anderen Gefühle, kann man woanders befriedigen, aber nicht an der Börse. Und wenn dazugehört, dass man 8 Monate keinen Trade eingeht, dann ist es halt so!

 

Trading: Richard Weissman und Tom Basso Interview

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Schon wieder Podcasts? Ja! Ich höre viele Podcasts und Interviews mit Tradern. Das gute an Pocasts ist, dass man sie überall hören kann: In der U-Bahn, im Auto oder in der Mittagspause. Man hat also die Chance an wirklich gute Informationen während des Alltags heranzukommen.

Heute poste ich zwei sehr spannende Interviews aus verschiedenen Quellen:

  • The Master Trader’s Workshop mit Symons und Weissman: Ein neuer Podcast, den ich bis jetzt nicht kannte! Sehr gelungen und ein tolles Format. Ein Trading-Anfänger wird interviewt und spricht über sein Trading und Probleme. Im Anschluss daran kann ein Master (also Meister-Trader) antworten und Hilfestellungen geben. Wirklich gut und Hilfreich! Hier habe ich mir einige Notizen gemacht und gute Denkanregungen bekommen.
  • Don’t Talk About Your Stocks Podcast mit Tom Basso: Ich habe schon viele Interviews mit Tom Basso gehört, aber irgendwie war dieses anders. Es war nicht nur das „normale“ Gerede über Trendfolge und Werdegang, sondern der „Magier der Märkte“ erzählt ein wenig mehr Hintergrund zu diesen Themen. Er spricht über seine Kindheit und auch über die Wahrheit, dass eigentlich alle Trendfolgesysteme gleich sind. Sehr spannend also!

 

Trading: Podcast mit Tom Basso #2 von Micael Covel

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Ich kann nur sagen: Großartig! Es lohnt sich wirklich hier einmal hinein zu hören. Tom Basso beantwortet Fragen von Facebook Nutzern (einige davon recht prominent ;)). Man kann viel mitnehmen über Money-Management, Strategie, Gelassenheit beim Trading. Da er ein vollmechanischer Trader ist, benötigt er für seine div. Konten pro Tag nicht mehr als 15-20 Minuten und fährt sehr gut damit.

Podcast „Ep. 083 Tom Basso #2“ von Michael Covel:

Buch: Magier der Märkte II von Jack Schwager

Ein Buch vollgepackt mit Top-Trader-Interviews in Fortsetzung!
Das der erste Teil von Magier der Märkte* zu meinen Top-3 Trading-Büchern zählt, habe ich ja bereits in einem Artikel offenbart. Was ist das wertvolle an diesen Büchern? Sie lassen mich Erfahrung „aufsaugen“. Ich bin überzeugt davon, dass man durch Lesen, Zuschauen und Vorstellung lernen kann. Das heißt, ich lerne, wenn ich über Erfahrungen von Tradern lese. Genau aus diesem Grund sind die Bücher von Jack Schwager so wertvoll. Sie bieten Einblicke in die Gedanken der besten Trader der Welt und eröffnen mir damit das Potential von diesen zu lernen. Wenn man viel über Trading nachdenkt, wird man sich immer wieder das gelesene vor Augen führen und somit tiefer verinnerlichen. Dabei hilft es auch, dass Buch öfter zu lesen.

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Nun aber zu Magier der Märkte II*: Es beinhaltet natürlich wieder eine Reihe von Interviews, darunter bekannte Trader/-innen wie William Eckhardt (Turtles!), Stanley Druckemiller (George Soros!), Victor Sperando, Tom Basso (Mister Gelassenheit!), Linda Bradford-Raschke (Kult-Buch „Top Trading Gewinne“) und Charles Faulkner (Trader NLP). Die Interviews sind sehr spannend, kommen aber meiner Meinung nach, nicht das Band I heran. Die Kandidaten aus Magier der Märkte Band I* sind noch wegweisender als in Magier der Märkte II*. Das mag aber auch meine persönliche Meinung sein … Auf jeden Fall würde ich aber Magier der Märkte II* dem Buch Stock Market Wizzards vorziehen.

Welches Interview fand ich am spannendsten? Nun, es ist schon eine Weile her, dass ich das Buch gelesen habe, aber die Anzahl an Haft-Notizen verrät: Tom Basso! Das Interview liegt mir, da man hier viel zum Thema Mentales Training und Konzentration erfahren kann. Jack Schwager schreibt hierzu: „Bei meiner ersten Begegnung mit Tom Basso war ich sofort von seiner unglaublichen Gelassenheit in Sachen Trading fasziniert“. Weiter schreibt er: „Basso gelingt es, als mit Gewinn arbeitender Trader innerlich völlig ruhig zu bleiben und das Ganze auch noch voll auszukosten.“ Stellt man sich so nicht das perfekte Trading vor?

Auch der Psychologie-Teil mit Charles Faulkner und Robert Krausz ist mir gut in Erinnerung. Für mich ist dieser Teil oft wichtiger als die Geschichten der einzelnen Trader.

Insgesamt finde ich das Buche eine gelungene Fortsetzung des ersten Teils, auch wenn er nicht so populär ist, wie der erste. Wer mehr Erfahrungen „aufsaugen“ möchte, sollte sich Magier der Märkte II* zulegen.

Magier der Märkte II. Neue Interviews mit den Top-Tradern der Finanzwelt
Mehr Informationen zum Buch:

Magier der Märkte II. Neue Interviews mit den Top-Tradern der Finanzwelt*

von Jack D. Schwager

Jack D. Schwager ist einer der ganz Großen in der internationalen Finanzszene. Seine „Magier der Märkte“-Buchreihe gehört weltweit seit Jahren zu den Standardwerken. In Interviews mit den Top-Tradern unserer Zeit zeigt Schwager auf, was diese Menschen so unglaublich erfolgreich macht. Sie alle verwenden zwar unterschiedliche Methoden, aber sie haben einen klaren Vorteil gegenüber ihren Mitstreitern. Wie machen sie das? Was unterscheidet sie von anderen? Was kann sowohl der Trader als auch der Investor daraus lernen? Die Besten der Besten legen hier ihre finanziellen Erfolgsstrategien offen, ohne dabei Niederlagen und Verluste zu verschweigen. „Magier der Märkte“ und „Magier der Märkte II“ sind Pflichtlektüre für jeden ambitionierten Anleger.

© Copyright 2018 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger
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