Hoffnung im Trading vernebelt die Sinne

Das Wort „hoffen“ kommt laut Wikipedia aus dem Mittelniederdeutschen von dem Wort „hopen“ und kann mit hüpfen oder zappeln wiedergeben werden. Es gibt daneben noch andere Herkunftsvermutungen, aber der angegebene Ursprung von Wikipedia beschreibt den gefühlten Zustand doch sehr gut.

Im Trading gibt es zwei Arten von Hoffnung: Die vor einem Trade und die während eines Trades. Beide sind sehr gefährlich, […] Mehr lesen

Trading: „Steve Burns’ 10 Golden Trading Rules“

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Hier sind die 10 goldenen Trading Regeln von Steve Burns. Er ist Trader und Betreiber des sehr erfolgreichen Trading-Blogs newtraderu.com

Ich unterstütze seine Regeln vollkommen, auch wenn ich bei der einen oder anderen eine andere Ausprägung bevorzuge.

Hier gelangt ihr zum Artikel: Steve Burns’ 10 Golden Trading Rules

 

Ergänzung zum Artikel „Trading: Warum wir im Trading Regeln benötigen …“

Wir können das schnelle Gehirn auch im Trading nutzen. Doch es ist nicht in der Lage in Wahrscheinlichkeiten über einen langen Zeitraum zu denken.
Im letzten Artikel habe ich über den Unterschied des schnellen zum langsamen Gehirn geschrieben. Ich bin der Meinung, dass man feste Regeln beim Trading benötigt, damit man aktiv das langsamere Gehirn anspricht.

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Ich möchte noch etwas zum letzten Artikel ergänzen, denn der Artikel klang so, als benötige man das schnelle Gehirn nicht zum Trading. Dem ist aber nicht ganz so …

Beispielsweise wüsste das schnelle Gehirn sofort, dass man bei Feuer weglaufen soll. Das wissen wir instinktiv.

Das schnelle Gehirn ist wirklich schnell. Es kann Informationen in einem Bruchteil einer Sekunde verarbeiten und Rückschlüsse ziehen. Das ist für den Menschen wichtig gewesen, um evolutionär zu überleben. Genau aus diesem Grund ist das schnelle Gehirn darauf trainiert, Gefahren zu erkennen, Menschen zu unterscheiden und grobe Entscheidungen zu treffen. Beispielsweise wüsste das schnelle Gehirn sofort, dass man bei Feuer weglaufen soll. Das wissen wir instinktiv.

Doch das schnelle Gehirn kann nicht zwischen der Bedrohung eines Feuers und einem Tradingverlust unterscheiden. Eine Reihe von Verlusten im Trading fühlt sich wie eine Bedrohung des eigenen Lebens an. Das schnelle Gehirn lernt auch sehr schnell hinzu, da Emotionen als Verstärker wirken. Dies führt zu Selbstsabotage im Trading.

Das schnelle Gehirn kann nicht in Wahrscheinlichkeiten über einen langen Zeitraum denken.

Nimmt ein man ein Trendfolgesystem mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 40%, bedeutet dies, dass man statistisch sehr oft in Folge verlieren kann. Das schnelle Gehirn lernt schnell, dass ein Tradingmuster mehrmals ins Folge nicht funktioniert hat und empfindet diese Situation als bedrohlich. Das ist der Grund, warum wir uns selbst betrügen. Das schnelle Gehirn kann nicht in Wahrscheinlichkeiten über einen langen Zeitraum denken. Das Muster, welches vielleicht 10 mal in Folge nicht funktioniert hat, funktioniert gut in einer Reihe von vielleicht 500 oder 1000 Trades.

Genau dies können wir auch im Trading nutzen: Zur Mustererkennung.

Für andere Dinge, wie z.B. einen Ball fangen, Bedrohungen des Lebens, Gesichter in einer Menschenmenge erkennen, funktioniert das schnelle Gehirn sehr gut. Genau dies können wir auch im Trading nutzen: Zur Mustererkennung. Ich bin durchaus in der Lage, mir täglich hunderte Charts innerhalb weniger Minuten durchzuschauen und hieraus eine Liste von Tradingkandidaten zu generieren. Das schnelle Gehirn hilft mir hierbei. Doch ich bin erst in der Lage die Muster und Wahrscheinlichkeit der Marktsituation richtig zu beurteilen, wenn ich das langsame Gehirn hinzunehme.

Es gibt auch Menschen, die außerordentliche Fähigkeiten besitzen, sogenannte Savants. Bei diesen Menschen funktioniert das Gehirn oft ein Stück anders als bei den restlichen Menschen, wodurch sie geniale Fähigkeiten besitzen, doch bei anderen Aufgaben Probleme haben. Ihr Gehirn kann oft Regionen intensiver oder anders nutzen. Es ist durchaus möglich mit dem Teil des Gehirns, der für dies Gesichtserkennung zuständig ist, Mathematikaufgaben zu lösen. Doch wie gesagt, diese Fähigkeit bleibt der Masse versperrt.

Ich bin der Überzeugung, dass man die Zusammenhänge im Gehirn verstehen muss, um erfolgreiche Methoden zu entwerfen.

Das langsame Gehirn kann berechnen. Es ist in der Lage Rechnungen und Gleichungen zu beantworten und hieraus Rückschlüsse zu ziehen, was rational richtiger wäre. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir auch die rationale Lösung umsetzen. Dies hängt davon ab, ob sich das schnelle Gehirn durchsetzt. Aber dennoch sind wir in der Lage mit unserem langsamen Gehirn Einfluss auf das schnelle Gehirn auszuüben, in dem man es überzeugt. Sei es durch Argumente oder Methoden. Beispielsweise nutze ich Checklisten in meinem Tradingtagebuch zur Bewertung der Marksituation und auch zur Beurteilung einzelner Trades. Genauso habe ich für jeden Trade einen vorher kalkulierten Plan und feste Regeln für Entry, Exit und Trademanagement.

Über das Thema könnte man stundenlang weiter schreiben. Ich bin der Überzeugung, dass man die Zusammenhänge im Gehirn verstehen muss, um erfolgreiche Methoden zu entwerfen. Das Verständnis des schnellen und langsamen Gehirns sind ein erster Schritt in die Richtung.

 

Trading: Warum wir im Trading Regeln benötigen …

Jedes Gehirn arbeitet auf zwei Weisen: Schnell und langsam. Wir benötigen Regeln, um bewusst die Probleme des schnellen Denkens zu umgehen und objektivere Entscheidungen zu treffen.
In jedem Tradingbuch liest man, dass ein Trader Regeln benötigt. Er soll möglichst ohne Emotionen, wie eine Maschine, vor sich hin handeln. Automatische Tradingsysteme beseitigen angeblich sogar die „Mängel“ der Emotionen im Trading. Wie man in meinem Blog lesen kann, sehe ich das ein wenig kritisch. Emotionen sind Teil des Menschen und auch Teil des Tradings. Die Kunst ist eher sie zu kontrollieren und nicht zu unterdrücken.

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Erfolg hat klare Regeln. Dieser Erkenntnis komme ich jeden Tag ein Stückchen näher. Ich durchdringe auch immer tiefer, welche Regeln es sind und wie man diese anwenden muss.

Weil wir zwei Arten haben, Informationen zu verarbeiten.

Doch warum benötigen wir überhaupt Regeln? Daniel Kahneman hat es in seinem populären Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ über mehrere hundert Seiten treffend beschrieben: Weil wir zwei Arten haben, Informationen zu verarbeiten.

Menschen verarbeiten Informationen auf zwei Weisen: 

  1. Auf eine sehr schnelle, assoziative Weise: Instinktiv, emotional, unbewusst.
  2. Auf eine langsamere, bewusste Weise: Logisch, berechnend.

Wenn wir nun beispielsweise Entscheidungen, wie z.B. für oder gegen einen Trade treffen müssen, springt automatisch zuerst das schnelle Gehirn ein. Die Nutzung des langsameren Gehirns wäre ineffektiv, da es sehr anstrengend und energieraubend ist.

Das schnelle Gehirn versucht die Entscheidung herbeizuführen und ist dabei leider sehr ungenau. Es basiert auf Erlebnissen und Bekanntem und versucht daher ständig die aktuelle Entscheidung damit abzugleichen. Dabei geht es vor allem um eines: Eine Entscheidung herbeizuführen ohne Unmengen an Energie zu verbrauchen. Die Entscheidungen sind daher für Trading eigentlich nicht zu gebrauchen. Doch das erkennen wir nicht …

Das kostet Energie und Kraft, bringt uns aber näher an bewusste und objektive Entscheidungen heran.

Wir benötigen also Regeln, damit wir das langsamere Gehirn aktiv einschalten. Sicherlich kommen wir nicht um jede Anwendung des schnellen Gehirn herum, aber wir können versuchen bewusst das logische Denken hinzuzunehmen. Das kostet Energie und Kraft, bringt uns aber näher an bewusste und objektive Entscheidungen heran.

Zum Beispiel kann man für Trading-Entscheidungen eine Checkliste mit Regeln definieren. Nur, wenn diese Punkte komplett abgehakt sind, wäre der Trade gültig. Dies verhindert eine unbewusste, auf Gefühlen basierte Entscheidung. (So lange wie man sich an die Checkliste hält und sich nicht selber betrügt.)

Dies kann nur durch ein bewusstes Denken geschehen, nicht durch ein unbewusstes und emotionales Denken.

Das Entscheidende ist, Prozesse zu entwerfen, die bewusst das langsame Gehirn aktivieren. Eine Entscheidung aus dem Bauch heraus zu treffen, kann gut gehen, aber wie lange? Im Trading kommt es darauf an, duplizierbare Trades über einen langen Zeitraum zu erzeugen. Zudem müssen bewusste Regeln für Risiko- und Moneymanagement gelebt werden. Dies kann nur durch ein bewusstes Denken geschehen, nicht durch ein unbewusstes und emotionales Denken.

Das Buch von Kahneman liegt immer noch bei mir auf dem Nachttisch und ich lese mich hindurch. Wahrscheinlich nicht nur einmal. Aber es ist nicht die einzige Quelle, bei der man beobachten kann, wie Regeln zum Erfolg führen. Wer Magier der Märkte oder andere Traderbücher liest weiß, dass alle erfolgreichen Trader feste Regelwerke haben, um das schnelle Gehirn unter Kontrolle zu bringen.

 

Trading: Täglich 1000sende Chancen … Was tun?

Die Zukunft lässt sich nicht vorausahnen. Ob man x oder y handelt ist eigentlich egal, aber …
Jeder, der mehr als eine feste Anzahl von Werten handelt, kennt das Problem: Was von meinen x Kandidaten soll ich traden? Wer z.B. europäische und amerikanische Aktien handelt, muss jeden Tag hunderte Kandidaten untersuchen oder von einem Aktienscanner untersuchen lassen. Letzter nimmt einem einen großen Teil der Arbeit ab, jedoch nimmt er einem nicht die Entscheidung ab, welche Kandidaten zu kaufen/verkaufen sind. Diese Entscheidung muss der Trader selber treffen, wenn er kein vollmechanisches System handelt. Somit bleibt die Qual der Wahl …

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Was einem hilft die Kandidaten weiter einzuschränken

Ich selber beobachte tausende Werte und lasse mir täglich von meinen Aktienscannern die besten Kandidaten heraussuchen. Oftmals sind dies aber mehr als 25 Kandidaten, die grundsätzlich gehandelt werden könnten. Nun beginnt die Qual der Wahl … Der größte Teil dabei spielt sich im Kopf ab: Soll ich lieber x kaufen anstatt y? Was ist wenn y der „Home Run“ ist und nicht x? Die psychologischen Fallstricke führen regelmäßig zu Overtrading und damit irgendwann zum bankrott. Also was hilft?

  1. Absolute Konzentration auf die Money- und Risiko-Management Regeln. Wie viele Positionen darf ich beim jetzigen Stand meines Risikos eingehen? Das ist die maßgeblich alles regelnde Einheit. Wenn es mir nur erlaubt ist, 3R als offenes Risiko zu handeln, gibt es gar keine Ausrede! 3R sind 3R und nicht 4,5 oder 6R! Diese Disziplin muss man aufbauen und hart durchhalten. Dies ist der wichtigste Punkt unter allen …
  2. Erfahrung aufbauen. Welche Trades funktionierten in der Vergangenheit am besten? Was war ausschlaggebend? Dies zu untersuchen und in das Regelwerk mit aufzunehmen, kann die Tradeanzahl weiterhin reduzieren. Hat man erst einmal einen Blick für erfolgreiche Kandidaten entwickelt, sortiert man viele sofort aus. Allein das Gefühl, dass etwas im Chart nicht stimmt, kann schon entscheidend sein. Das gilt natürlich nur für Trader, die eine diskretionäre Komponente im System haben.
  3. Weitere Regeln und Einschränkungen. Man kann noch einen weiteren Filter hinzufügen, um die Kandidatenzahl weiter einzuschränken. Hierbei gilt jedoch, dass man dies vorher testen sollte und gleichzeitig wissen muss, dass ein Filter auch positive Trades wegfiltern kann. Oftmals können jedoch Regeln wie z.B. „der nächste Earning Termin muss mindestens x Tage in der Zukunft liegen“ helfen, Kandidaten zu reduzieren oder man führt einen Moving Average Filter ein, der nur Kandidaten erlaubt, die sich über einem bestimmten gleiten Durchschnitt befinden.
  4. Ranking einführen. Es gibt Indikatoren, die einem helfen ein Ranking zu erstellen: RSL oder auch ADX zeigen die Stärke eines Trends an. Dies ist natürlich kein heiliger Gral, aber er kann helfen, eine Liste weiter auszumisten. Entdeckt man über Tests und Auswertungen einen wirkliche Verbesserung, kann man diese natürlich in sein Handelssystem überführen.

Ein sehr wichtiger Aspekt ist, dass man die Zukunft nicht vorausahnen kann. Selbst den nächsten Tradingtag wird man nicht vorausahnen können. Ein Setup kann noch so schön sein, letztendlich kann es sich um einen Fehlausbruch handeln oder die Aktie läuft seitwärts. Dieser Aspekt ist Bestandteil des Trading und führt dazu, dass man sich eingestehen muss, dass man keine Kontrolle hat. Deshalb ist es auch eigentlich egal, welchen man von seinen x Kandidaten nimmt. Die oberen drei letzten Punkte helfen einen nur wesentlich dabei, eine festere psychologische Verankerung in sein Trading-System zu haben. Denn ansonsten läuft es folgender Maßen ab: Ich kann 3R Risiko eingehen, ich nehme die ersten 3 Kandidaten von der Liste. Fertig. Ob sie Gewinner oder Verlierer werden, entscheidet der Markt.

© Copyright 2018 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger
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