Trading-Tagebuch Analyse

So nutzt du dein Trading-Tagebuch richtig! 4 einfache Schritte.

Wie aktive Blog-Leser wissen, bin ich ein großer Fan eines Trading-Tagebuchs. Ich bin überzeugt davon, dass es jedem Trader hilft, große Schritte vorwärts zu machen. Hast du bereits ein Trading-Tagebuch eingerichtet und füllst es mit Leben? Gut, dann geht es noch einen Schritt weiter …

Sicherlich besteht dein Trading-Tagebuch aus einer Menge an verschiedenen Aufzeichnungen. Für jeden Tag sollte man folgende Elemente festhalten:

Deine Gedanken und Gefühle: Wie fühlst du dich an diesem Trading-Tag? Gab es etwas Besonderes?
Was ist dir gut gelungen und was nicht? Gab es Trades, die besonders gut liefen. Hast du dich an deine Regeln gehalten? Wo ist etwas nicht so gut gelaufen und wie kannst du es verbessern?
Screenshots von Trades und Trading-Situationen: Hast du von den wichtigen Ereignissen Screenshots gemacht und beigefügt? Gerade beim kurzfristigen Trading ist dies wichtig.
Neben den obigen Themen gehören auch dein aktuelles Risiko und das Verhalten deiner offenen Trading-Positionen in das Trading-Tagebuch. Doch was machst du mit all den Informationen? … Mehr lesen

5 Tipps - Lass die Trades zu dir kommen

Lass die Trades zu dir kommen – 5 Tipps

Jeder Anfänger im Trading wird sich irgendwann einmal damit beschäftigen, was die wichtigsten Eigenschaften eines Traders sind. Bei seiner Suche wird man schnell über das Wort Geduld (Englisch: patience) stolpern. Vielleicht kann man am Anfang seiner Trading-Karriere damit noch nicht viel anfangen, aber im Laufe der Zeit wird der Zusammenhang deutlicher.

Ruhe im Trading bedeutet nicht, dass man alles langsam machen soll. Es bedeutet auch nicht, dass man jeden einzelnen Schritt vor der Ausführung 10 Mal überdenken soll. Für mich beutet Ruhe im Trading vor allem: Gelassenheit, was aus Selbstvertrauen entspringt … Mehr lesen

Trading: Wie erreicht man eine gleichbleibende Qualität im Trading?

Es ist kein Problem einen Fehler zu machen – es ist nur ein Problem einen Fehler immer wieder zu wiederholen.
In diesem Jahr habe ich mir selber das Ziel gesetzt, die Qualität meiner Trades zu erhöhen und damit auch die Trefferquote zu steigern. Dieses Wochenende habe ich eine Überprüfung des Ziels vorgenommen und musste feststellen, das ich das Ziel ein wenig aus den Augen verloren hatte. Der Beginn des Jahres war für Trendfolger nicht sehr einfach. Hier war die Devise sich von den Märkten fern zu halten. Hier lag mein erster Fehler. Ich habe mich ein wenig zu spät von den Märkten zurückgezogen. Der zweite Fehler war, dass ich zwischendurch Trades eingegangen bin, die im Nachhinein betrachtet, nicht ganz meinen Kriterien entsprochen haben. Wie kann das passieren? Ich habe für alles Checklisten und trainiere auch meinen Blick für die Setups. Doch hier kommt die Selbsttäuschung ins Spiel. Ist man unter Druck, z.B. dass man Angst hat, etwas zu verpassen, sehen alle Charts gut aus. Man verliert seinen objektiven Blick. Wie erreicht man nun aber eine gleichbleibende Qualität? Trading ist ein Business, wie jedes andere Geschäft auch. In der Industrie gibt es schon seit einigen Jahrzehnten ein Qualitätsmanagement, dass sicherstellen soll, dass eine gleichbleibende Qualität erreicht und der Prozess laufend verbessert wird. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, Dinge in gleichbleibender Qualität zu erzeugen: Zwei Prozesse, wie man in der Industrie gleichbleibende Qualität erzeugt:

  1. Maschinelle Fertigung: Hier werden alle Arbeitsschritte von Maschinen erledigt, die eine gleichbleibende Qualität erzeugen sollen. Einfluss auf Qualität hat nur der Input (also die Rohware, wie z.B. Stahl). Im Trading wäre dies die Nutzung voll vollmechanischen Tradingsystemen. Die Komplexität des Preisverlaufs wird auf einfache Muster reduziert, die immer gleichbleibend getradet werden (z.B. immer 50 Tage Ausbrüche).
  2. Individuelle Fertigung:  Hier werden die Arbeitsschritte von Menschen ausgeführt. Dazu zählt natürlich auch die Nutzung von Maschinen. Der Mensch hat einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität des Outputs. Hat ein Mitarbeiter in einer Uhren-Manufaktur beispielsweise einen schlechten Tag, vergisst er möglicherweise ein Zahnrad oder übersieht, dass ein Bauteil einen kleinen Defekt hat. Genau aus diesem Grund haben Manufakturen ein Fokus auf Qualitätsmanagement. Beim Trading ist dies mit einem diskretionären System zu vergleichen. D.h. der Trader trifft individuelle Entscheidungen. Wie in der Werkstatt, kann er das natürlich auch mithilfe von Maschinen machen. Das wäre dann ein mechanisches System mit diskretionärem Einfluss.
Die Schwierigkeit bei der zweiten Methode ist, immer eine gleichbleibende Qualität zu erreichen. Märkte und Preise verändern sich sekündlich. Dies stellt eine großer Herausforderung da. Gleichbleibende Qualität muss in einer unsicheren, sich ständig verändernden Umgebung erreicht werden. Dies wäre so, als wenn ein Autohersteller ständig nicht nur unterschiedliche Qualität der Rohware, sondern auch der Maschinen, Menschen und anderen Bedingungen zur Produktion, einkalkulieren und managen müsste. Tatsächlich gelingt dies aber der Industrie in einigen Branchen recht gut. Die Herausforderung der gleichbleibenden Qualität gibt es übrigens nicht nur in der Industrie, sondern auch in anderen Bereichen, wo Hochleistung und Exzellenz zählt: Sport, Management, Musik, Show usw. Ein Sänger muss jeden Abend eine atemberaubende Show liefern, egal wie es ihm geht oder ob er Lust hat oder nicht. Ansonsten gibt es schlechte Kritik und er verkauft weniger Karten. Sobald ich gesehen habe, dass ein Bereich nicht so läuft, wie ich es gerne hätte, ergreife ich Maßnahmen. Natürlich gehört auch zu einer gleichbleibenden Qualität, dass man jahrelange Erfahrung mit den Prozessschritten hat. Hier fehlt mir einfach noch die Erfahrung eines Traders, der z.B. 10 oder 15 Jahren im Geschäft ist. Da habe ich noch einige Jahre vor mir. Aber nichtsdestotrotz kann ich Maßnahmen ergreifen, um mich selber wieder mehr in die gewünschte Richtung zu bewegen. Maßnahmen für gleichbleibende Qualität im Trading:

  1. Ist-Analyse durchführen: Wie kommt es, dass ich mich nicht in Richtung des gewünschten Ziels bewege? Wo gab es in der Vergangenheit Abweichungen, die korrigiert werden sollten? Hierzu helfen zwei Tools: Trading-Journal und Trading Tagebuch (Video hier im Blog). Ersteres ist eine Auflistung aller eingegangenen Trades und eine Dokumentation der Setups (mit Screenshots und Details). Das Trading Tagebuch beschreibt die Eindrücke an diesen Tagen, wo die Trades eingegangen wurden. Mit diesem beiden Tools lässt sich eine gründliche Ist-Analyse durchführen.
  2. Überprüfung der Setup Kriterien: Die Kriterien der Setups, die man tradet, müssen überprüft und mit den vergangenen Trades abgeglichen werden. Bei welchen Trades wurde von den Setup-Kriterien abgewichen? Wo genau? Warum bin ich davon abgewichen? Möglicherweise kann es auch sein, dass man ein Problem mit den Setup Kriterien hat und eine Hemmschwelle gegenüber einem bestimmten Kriterium. Oder man findet heraus, dass die Setup Kriterien in Ordnung sind, man aber aus anderen Gründen davon abweicht. Ziel ist es, dass man hundertprozentig kompatibel mit dem Tradingsystem ist.
  3. Änderungen am Trading Prozess vornehmen: Weicht man von seinem Prozess ab, gibt es ein Problem mit dem Prozess an sich. Der Prozess ist nicht mehr gut genug, so dass man sich daran hält und den Prozess in Ehren hält. Vielleicht wird man nachlässig, vielleicht hat man sich selber als Trader nicht im Griff. Man muss also herausfinden, wo der Prozess angepasst werden muss.
    1. Anpassung des Trading-Journals: Man kann die Checklisten anpassen und Trades nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ bewerten. Warum geht man das Setup ein? Warum ist man der Meinung, dass z.B. der Preis ausgebrochen ist? Auch wenn es sich vielleicht lächerlich anhört, eine schriftliche Beurteilung ist gut, denn sie schärft die Objektivität.
    2. Drosselung des Tempos: Wenn man merkt, dass man schlechtere Qualität erzeugt, sollte man das Tempo drosseln. Dies kann man so lange machen, bis man wieder mehr Qualität erzeugt und der Prozess läuft.
    3. Auge trainieren: Ist man ein diskretionärer Trader oder nutzt man ein mechanisches Tradingsystem mit diskretionären Zügen, muss man ein Auge für die Setups entwickeln. Man muss sie im Schlaf und in den ersten Sekunden erkennen. Ich bin sehr gut darin, da ich ein visueller Mensch bin und ein Auge für die Setups habe. Doch auch hiervon kann man zeitweise abkommen oder der Blick kann sich verändern. So, wie man auf einmal nicht mehr das rote, sondern das dunkelrote Auto attraktiver findet. Man muss sich also zurück auf den vorherigen Weg bringen. Hier kann man mit Charts üben und sein Auge zurück auf das Setup fokussieren. Auch diese Übungen kann man in seinen täglichen Tradingprozess einbauen.
  4. Fokussierung auf das Ziel: Ich habe selbst gemerkt, dass ich das Ziel ein wenig aus den Augen verloren habe. Stattdessen habe ich mich viel mit Tradingpsychologie, Risiko und Erfolg beschäftigt. Nun muss man sich selber wieder auf das Ziel ausrichten und Maßnahmen ergreifen. Auch ein Coach kann einem dabei helfen.
Warum schreibe ich solch einen selbstkritischen Artikel? Viele würden dies wahrscheinlich nicht tun … Dies hat zwei Gründe: Ich möchte gerne anderen angehenden Tradern zeigen, dass es ein schwieriger Prozess ist, der aber auch sehr viel Spaß macht. Zum anderen, warum sollte ich mich verstecken? Ein Chef-Arzt wird man auch nicht innerhalb von wenigen Jahren. Exzellenz erfordert jahrelange Zeit. Ich bin der Meinung, dass die wichtigste Lehre ist, dass man selber eine Abweichung erkennt und dagegen steuert. Es ist kein Problem einen Fehler zu machen – es ist nur ein Problem einen Fehler immer wieder zu wiederholen.

© Copyright 2018 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger
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