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EUR/CHF

Trading: Absturz EUR/CHF

Solch ein Ereignis verändert Märkte und Marktteilnehmer …
Ein Blogeintrag zu diesem Thema darf wahrscheinlich in keinem Trading- oder Börsen-Blog fehlen. Es sind diese Ereignisse, über die die Börsen-Community noch lange sprechen wird. „Weißt du noch damals der EUR gegen CHF … -30%!?“ wird es wieder heißen. Diese „schwarzen Schwäne“ kommen zwar nicht häufig vor, haben aber eine große Wirkung, sowohl monetär gemessen als auch psychologisch. Ein Trader, der bei solch einem Trade auf der falschen Seite positioniert war, wird sich sein Leben lang daran erinnern. Dann kommt es darauf an: Lernt man daraus oder hört man ganz mit dem Trading auf?

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Auch in meinem Trading-Umfeld wird heftig darüber diskutiert. Ist solch ein Trade eher Glück oder einfach ein Teil der statistischen Verteilung? Trendfolger profitieren von solchen Ereignissen. Es sind genau die Ereignisse, die die Gewinne am Jahresende bringen werden. Im Einzelfall kann man sicherlich von Glück sprechen, doch über einen langen Track-Record ist dies ein Teil der positiven Erwartung.

Das Währungspaar war ebenfalls auf meiner Watchlist, aber ich habe mich frühzeitig gegen diesen Trade entschieden. Das Risiko war zu hoch.

Hätte ich den EUR/CHF Trade gemacht? Der Preis war definitiv in einem Abwärtstrend und erfüllte auch größtenteils meine Kriterien. Das Währungspaar war ebenfalls auf meiner Watchlist, aber ich habe mich frühzeitig gegen diesen Trade entschieden. Das Risiko war zu hoch. Warum?

  1. Das Währungspaar unterlag einer Kontrolle durch die Schweizer Nationalbank. Sie hatte sich verpflichtet den Kurs bei 1,2 zu stützen. Das Währungspaar kann sich also nicht frei bewegen. Was sich nicht frei bewegen kann, handele ich nicht. Es hätte genauso gut sein können, dass die Nationalbank das Limit erhöht und somit wäre es eine sehr große Verlustposition. Die Wahrscheinlichkeit für dieses Ereignis ist gering, hat aber eine extreme Auswirkung. Ich vergleiche dies mit einer bekannten Firmenübernahme mit einem fixen Preis. In diesem Fall gibt ein offizielles Angebot und der Preis wird sich nicht mehr frei bewegen, da die Trader diesen Preis als gegeben annehmen.
  2. Die Positionsgröße wäre viel zu groß. Da das Währungspaar einer Kontrolle unterlag, ist die Volatilität sehr gering. Da ich meine Positionsgröße anhand der ATR bestimme, wäre sie bei sehr kleiner Volatilität so groß, dass im Falle eines Gaps in die Gegenrichtung der Verlust sehr hoch wäre. Natürlich hätte man die Positionsgröße reduzieren können, aber in diesem Fall wäre der Gewinn unter Normalbedingungen nicht gut. Somit liegt einfach keine attraktive Chance vor.

Diese beiden Kriterien führten dazu, dass ich diesen Trade nicht platziert habe. Ein Fehler? Nein. Ich handele sehr bewusst konservativ. Ich weiß, dass mein größter Verlust mir noch bevorsteht. Irgendwann in der Zukunft.

Wie lange hält eine Nationalbank durch bis ihr das Geld ausgeht?

Würde man als Makro-Trader an diese Situation herangehen, wäre es sicherlich eine interessante Situation. Die Frage wäre: Wie lange hält eine Nationalbank durch bis ihr das Geld ausgeht? Die Stützung des CHF kostet sehr viel Geld. Jedes Mal, wenn EUR/CHF unter 1,2 fällt, muss die Nationalbank Geld aufwenden, um den Kurs zu stützen. Sie muss EUR in großem Stil kaufen. Das Problem: Auch ihre Reserven (Steuergelder!) sind begrenzt. Der Druck aus der Politik wächst und auch der Druck der Märkte. Der EUR steht ebenfalls in anderen Währungen unter Druck, so dass die Nationalbank auf einem riesigen Haufen an Euros sitzt, die immer mehr an Wert verlieren. Wie will die Politik dies ihren Wählern verkaufen? Es handelt sich um Steuergelder. Die Verluste sind sehr groß und die Geduld der Trader, die weiter an einen steigenden Franken glauben, sehr groß.

Wie die letzen Tage gezeigt haben, hat dieses einzige Ereignis die Landschaft der Broker „gesäubert“. Einige Broker sind pleite, andere sehr schwer angeschlagen. Kundenguthaben sind binnen Sekunden umverteilt worden (an die Trader auf der Gegenseite) und somit an andere Broker gegangen. Broker waren nicht richtig gegen die Risiken abgesichert oder ihre Risikokontrolle hat bereits vorher massiv versagt. Teilweise wurde auch der Handel von EUR/CHF eingestellt. Ich habe in den Intraday-Chart geschaut, es gab ein sehr großes Gap intraday. Wer aus seiner Long-Position aussteigen wollte, hatte keine Gelegenheit. Das Gute: Die Broker, die ein gutes Risikomanagement betreiben, nicht so viele schöne Hochglanzanzeigen und -prospekte gedruckt hatten, haben überlebt. Das Antifragile lebt vom fragilen.

Ich bin stolz, dass ich meinen Prinzipien treu bleibe.

Welche Lehre ziehe ich daraus? Ich bin nicht traurig um die „entgangenen“ Gewinne. Ganz im Gegenteil: Ich bin stolz, dass ich meinen Prinzipien treu bleibe. Des Weiteren bin ich froh, dass ich nicht bei einem der Broker mit Hochglanzanzeigen bin, sondern bei einem soliden, kleinen Haus.

 

© Copyright 2015 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger

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