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Trading als Geschäft begreifen

Die normale Geschäftswelt und die Trading-Geschäftswelt basieren auf denselben Prinzipien! Man muss nur verstehen, sie zu übertragen. Somit kann man auch Trading als Geschäft begreifen.
Jeder Trader und gerade ein Anfänger im Trading denkt schnell, dass er die zugrunde liegenden Prinzipien im Trading versteht. Doch, wenn man erst einmal die Oberfläche (Indikatoren, Charts, Software usw.) entfernt hat, merkt man schnell, dass das zugrunde liegende Prinzip schwerer zu begreifen ist, als man denkt. Er ist wie bei einer mechanischen Uhr: Außen sind nur Ziffern und Ziffernblätter sichtbar, darunter verbirgt sich eine große Ansammlung von Zahnrädern, die alle ineinander greifen. Versteht du auf Anhieb, wie so etwas funktioniert?

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Um komplexe Sachverhalte verstehen zu können, bedienen wir uns oft Analogien von bekannteren Themen. Wenn wir einmal etwas verstanden haben, dies ist bei Alltagszusammenhängen oft der Fall, lässt sich dieses einfach auf einen komplexeren Sachverhalt übertragen. Das macht es anschaulicher und einfacher zu verstehen.

Der Geschäftsführer im Online-Business hat sehr geringe Trefferquoten

Jeder spürt täglich das Werben um Kunden, das Kaufen und Verkaufen von Waren und man spürt sogar, welche Firmen ihr Geschäft gut betreiben oder nicht. Bei kleineren Geschäften, z.B. einem Cafe, lässt sich dies sogar transparent von außen erkennen. Wie viele Kunden schauen nur in die Karte oder laufen am Geschäft vorbei, wie viele bestellen etwas und wie voll ist das Cafe?

Auch im digitalen Business läuft es nicht anders. Es werden Werbeanzeigen geschaltet, einige klicken darauf, andere schauen sich diese nur an und eine andere Menge an Menschen wiederum befindet sich auf der Ziel-Webseite (also im „Laden“). Jeder potentielle Kunde, den die Werbeanzeige erreicht, egal ob er sie wahrnimmt oder nicht, kostet dem werbenden Unternehmen Geld. Man spricht in dieser Branche auch von Kontakten, was dies wiederum gut beschreibt.

Trading als Geschäft vs. Online Geschäft

Nehmen wir vereinfacht an, dass ein Unternehmen mit einer Werbeanzeige 1000 Menschen erreicht und jeder Kontakt kostet 10 Cent. Somit hat das Unternehmen Kosten von 100 EUR, um 1000 Menschen zu erreichen. Das Ziel der Werbung ist es, dass die Kunden das Produkt am Ende auch kaufen. Wenn ein Kunde das Produkt anhand einer Werbung kauft, bezeichnet man dies als Konversion (in der Branche nutzt man das englische Wort „Conversion“). Was glaubst du, wie hoch ist die Konversions-Rate im Online-Business?

Die Konversionsrate schwankt natürlich, je nach Branche, Produkt und Zielgruppe. Doch im Online-Business hat man oft Konversionsraten von 3-5%! Dies heißt, dass gerade 3-5% der Kunden, die eine Website besuchen, überhaupt etwas kaufen. Auf das obige Beispiels des Cafes bezogen hieße dies, dass von 100 Passanten nur 3-5 in das Cafe hineingehen.

Doch, was passiert, wenn ein Kunde nun etwas kauft? Nehmen wir an, dass von den oben erwähnten 1000 Menschen 5% etwas aufgrund der Werbeanzeige kaufen. Dies wären dann 50 Käufer. Jeder dieser Käufer kauft durchschnittlich ein Produkt, welches dem Unternehmen einen Gewinn von 5 EUR einbringt. Somit hat das Unternehmen 250 EUR Gewinn gemacht, bei Werbekosten von 100 EUR. Dem Unternehmen bleiben am Ende 150 EUR übrig. Siehst du bereits die Parallelen zum Trading oder sogar zu „Trading als Geschäft“?

Ein Trader gibt sich nur mit hohen Trefferquoten zufrieden

Im Trading ist die Trefferquote ein wichtiger Begriff. Zu wichtig, denn sie spielt eigentlich nur eine untergeordnete Rolle. Wie ich im Artikel „Trading-System: Wie viel Cent kann ich pro eingesetztem Euro verdienen?“ bereits geschrieben habe, muss man mehr betrachten als bloß die Trefferquote.

Wie funktioniert Trading im Kern? Man geht bei einem fest definierten Muster eine Wette ein, dass es bei einer bestimmten Wahrscheinlichkeit einen Gewinn abwirft. Die Wette ist in der Regel asymmetrisch gestaltet, d.h. der Gewinn ist höher als der Verlust, da der Verlust begrenzt wird (siehe Artikel Trading: Groß gewinnen, klein verlieren. Asymmetrische Trades). Etwas einfacher ausgedrückt heißt dies: Der Trade riskiert immer wieder den gleichen Betrag, den er verlieren kann, während die Gewinne nicht begrenzt sind. Nur kann der Trader nicht beeinflussen, ob der nächste Trade ein Gewinner oder Verlierer wird.

Nimmt man eine Trefferquote von 40% an, wird er bei 100 Trades durchschnittlich 40 Gewinner haben und 60 Verlierer. Wenn er bei einem Verlierer jeweils 100 EUR verliert, hat er 6.000 EUR an Verlusten. Gewinnt er durchschnittlich pro Gewinner 250 EUR, dann hat er 10.000 EUR an Gewinn. Zieht man nun die Verluste von den Gewinnern ab, dann bleiben 4.000 EUR an Gewinn am Ende übrig. Siehst du die Parallele zu dem Beispiel oben? Man könnte die Verluste auch als Kosten sehen, die es bedarf, um Trading als Geschäft zu betreiben.

Trading als Geschäft - 100% Trefferquote

Ein Vergleich zeigt die Gemeinsamkeiten

Trading als Geschäft Normales Geschäft
Berechnung des Gewinns 100 Trades
60 Verlierer * 100 EUR = 6.000 EUR „Kosten“
40 Gewinner * 250 EUR = 10.000 EUR Gewinn
10.000 EUR Gewinn – 6.000 EUR Kosten = 4.000 EUR Gewinn
1000 potentielle Kunden
950 verlorene Kunden * 0,1 Cent pro Kontakt = 95 EUR Werbekosten, die keinen Gewinn einbringen
50 Kunden, die etwas kaufen * 0,1 Cent pro Kontakt = 5 EUR Werbekosten, die Gewinn einbringen
95 EUR Kosten + 5 EUR Kosten = 100 EUR Werbekosten50 Kunden, die etwas kaufen * 5 EUR Gewinn pro Kunde = 250 EUR Gewinn
250 EUR Gewinn – 100 EUR Kosten = 150 EUR Gewinn
Gemeinsame Formel Gewinn – Kosten = Gewinn
Trefferquote 40% 5%

Wie man in den beiden Beispielen sieht, ist die Formel der beiden Geschäftsarten dieselbe. Jedes der beiden Geschäfte erzeugt Kosten und Gewinn und am Ende bleibt der Gewinn nach Kosten übrig. Die Art der Betrachtungsweise hilft, Trading als das zu sehen, was es ist: Ein Geschäft.

Trading als Geschäft betrachten

Dieser Satz fällt regelmäßig: Betrachte Trading nicht als Hobby, sondern als Geschäft. Das ist jedoch leichter gesagt, als getan. Denn es Bedarf erst einmal eine gewisse Zeit (oftmals Jahre), bis man das Trading-Geschäft überhaupt erlernt hat. Doch, wie lange dauert es, bis man erfolgreich im Geschäftsleben der normalen Welt steht? Oftmals bemerken wir gar nicht, dass uns die normale Geschäftswelt viel vertrauter ist, als die Trading-Geschäftswelt. Der Unterschied ist, dass wir mit der normalen Geschäftswelt aufgewachsen sind, währen wir die Trading-Geschäftswelt erst einmal erlernen müssen.

Trading als Geschäft

Was sind die Vorteile, wenn man Trading als Geschäft betrachtet?

  1. Hobbys kosten Geld. Ein Hobby macht Spaß und ist zum Vergnügen da. Natürlich kann man Trading auch als Hobby betreiben, doch es dürfte ein sehr teures Hobby sein (ähnlich wie ein Boot oder Flugzeug). Wer es jedoch erst meint, möchte mit dem Trading Geld verdienen. Bereits aus diesem Grund muss er Trading als Geschäft sehen und nicht als Hobby.
  2. Ernsthafte Betrachtungsweise. Betrachtet man Trading als Geschäft, betrachtet man sein Tun und Handeln mit einem anderen Blick. Es wird ernster und rationaler. Die Frage lautet dann: Wie verdiene ich Geld und nicht was für einen Trade soll ich als nächstes machen? Das eigene Trading gewinnt an Professionalität., während es Spannung und „Action“ verliert.
  3. Ein klares Ziel. Das Ziel, wenn man Trading als Geschäft sieht und betreibt ist klar: Gewinn machen. Sei es, dass man den Gewinn zum Leben verwendet oder reinvestiert. Der Zweck des Handelns bleibt gleich. Das gesamte Tun und Handeln wird auf das Ziel „Gewinn“ ausgerichtet.
  4. Mehrere Geschäfte gleichzeitig. Ähnlich, wie eine Geschäftsfrau oder ein Geschäftsmann mehrere Geschäfte parallel betreibt, so kann der Trader auch mehrere Trading-Systeme oder „Trading-Geschäfte“ parallel betreiben. Die veränderte Sichtweise hilft, sich nicht zu sehr einzuengen, sondern das zu tun, was am meisten Gewinn abwirft und am wenigsten Kosten produziert. Also der Einsatz des effizientesten Systems.

Ähnlich wie in der normalen Geschäftswelt muss ein Trader auch seinen „Trading als Geschäft“-Weg finden. Es gibt nicht den Weg, der zu jeder Geschäftsfrau/-mann passt. Der eine Trader sieht sein Geschäft darin, mit mehreren Systemen parallel zu handeln und nur das System einzusetzen, welches aktuell am besten funktioniert; der nächste handelt nur ein System und ist darauf spezialisiert, während ein anderer Trader mehrere Systeme parallel betreibt. Genauso verhält es sich in der Geschäftswelt: Der eine hat mehrere Saison-Geschäfte, der nächste hat ein spezialisierten Manufaktur-Betrieb und ein anderer betreibt mehrere Geschäfte parallel.

Ich hoffe, dass ich im Artikel zeigen konnte, dass die Welten Trading und normale Geschäftswelt viel gemeinsam haben und wie man das Prinzip bzw. die Sichtweise der einen in die andere übertragen kann.


Spannende und empfehlenswerte Bücher zum Thema „Trading als Geschäft“

Es gibt nicht viel Literatur zum Thema, die ich gelesen habe oder die mir bekannt ist. Daher empfehle ich hier vor allem Literatur, die sich mit Trading-Systemen und den dahinter liegenden Prinzipien auseinandersetzt, sowie Interviews mit Tradern, die bereits Trading als Geschäft betreiben.

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Bilder: Pixabay

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