Werbung

Trading: Die Risiken im Blick. Welche Parameter sollte man überwachen?

Der absolute Leitspruch im Trading ist: „Verluste minimieren, Gewinne laufen lassen“. Anders ausgedrückt heißt dies: „Risiken im Blick haben und minimieren, Gewinne vergrößern und ausbauen.“ Der Verlust ist das Risiko beim Trading-Geschäft. Einen Verlust zu verbuchen sollte für einen Trader eine schmerzhafte Erfahrung und zu gleich ein Segen sein. Die schmerzhafte Erfahrung ist wichtig, weil man nur aus Fehlern lernt, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dies liest sich in jeder Biografie eines Traders. Der Prozess von Try-and-Error ist es, der einen Trader reifen und erfolgreich werden lässt. Dabei ist es das Ziel nicht dieselben Fehler dauerhaft zu wiederholen.

Werbung

Die Risiken ständig im Blick zu behalten ist heute aufgrund der Computertechnik einfacher, aber psychisch schwer. Jedes Risiko was wir nicht eingehen ist zugleich ein potentiell nicht realisierter Gewinne, weil wir zu dem Zeitpunkt nicht wissen, ob der nicht eingegangene Trade nicht der absolute Gewinner gewesen wäre. Doch dieses Denken ist falsch und führt zu Overtrading. Man muss sich selber beibringen, dass nur Trades in Ordnung sind und eingegangen werden dürften, die im Rahmen des Risikomanagements in Ordnung sind. Trades, die nicht in das Risikobild passen werden gestrichen und ausgelassen. Schließlich ist die wichtigste Aufgabe des Tradings das Kapital zu vermehren und zu schützen. Diese Maxime sollte über allem stehen und erst im zweiten Satz mit „Verluste minimieren, Gewinne laufen lassen“ ergänzt werden. Denn bevor Gewinne laufen muss das Kapital beschützt werden.

Hier die verschiedenen Risiken im Überblick die es zu managen und zu kontrollieren gilt:

  1. Globale Risiken
    Hiermit sind Risiken gemeint, die nicht direkt im Zusammenhang mit dem Trading stehen, sondern das Trading allgemein betreffen. Solche Risiken sollten regelmäßig überprüft und bewertet werden (aber nicht täglich). Für mich sind die wichtigsten:

    1.  Bonitätsrisiko der Depotbank: Wisst ihr genau wie es um die Bonität eures Depotbetreibers bestellt ist? Was passiert, wenn ihr morgen die Schlagzeile liest, dass euer Depotbetreiber pleite ist? Zwar gibt es in Deutschland eine Einlagensicherung, aber bis ihr an das Geld kommt, können Wochen vergehen. Wie ist es dann mit den laufenden Positionen und der Ausführung? Noch entscheidender ist diese Fragestellung bei ausländischen Brokern. Aber auch bei CFD-Brokern, die die Papiere in einer anschlossenen Depotbank lagern, kann eine Pleite der Depotbank zu großen Problem führen.
    2. Emittentenrisiko: Gerade Trader, die mit Derivaten handeln müssen sich auch mit der Bonität der Herausgeber beschäftigen. Denn wenn ein Emittent pleite geht, besteht kein Schutz – nicht mal durch die Einlagensicherung. Derivate unterliegen (bis auf Ausnahmen) dem sog. Emittentenrisiko. Dazu gehören natürlich auch CFDs.
    3. Politische und wirtschaftliche Risiken: Hierzu gehören z.B. Verbot und Regulierung der Märkte oder Währungsreformen etc. Die politische Lage zu verfolgen ist daher auch für technische Trader wichtig.
  2. Risiken auf der Makroebene
    Mit Makroebene bezeichne ich die Risiken die das Depot betreffen und über den einzelnen Positionen stehen. Da ich kurzfristiger Trader bin, ist das klassische Risikomanagement mit der Berechnung von bestimmen (fragwürdigen) Kennziffern aus der Portfolioverwaltung nicht interessant und relevant.

    1. Währungsrisiken: Wenn ich z.B. mein Depot in USD führe oder der Großteil meiner Positionen in USD notieren, sollte ich mir über eine mögliche Abwertung des USD gegenüber meiner Heimatwährung Gedanken machen. Evtl. muss man das eingesetzte Kapital hedgen und gegenüber Währungsschwankungen absichern. Es bringt schließlich nur wenig, wenn ich in USD handele und der USD gegenüber dem EUR immer weniger Wert ist. Damit verliere ich Geld. Ich persönlich handele nur Werte die in EUR notieren (Ausnahmen: Rohstoffe und US-Anleihen). Das macht es für mich einfach und im EUR-Raum gibt es genug Aktien.
    2. Gesamtdepotrisiko: Dies ist die Summe der offenen Risiken der einzelnen Positionen. Wenn ich z.B. 10 Positionen laufen habe und alle beim Stop-Loss 100 EUR verlieren, wäre mein Gesamtdepotrisiko 1.000 EUR. Es beschreibt also den maximalen Betrag den ich verlieren würde, wenn alle meine Positionen ausgestoppt werden würden (Gaps unberücksichtigt). Für mich ist dies einer der wichtigsten Risikoparamter überhaupt. Ich muss genau wissen wie viel ich maximal verlieren möchte. Darüber gehe ich niemals hinaus. Jeder muss diesen Betrag selber bestimmen. Selbst wenn ich offene Gewinne von z.B. 10.000 EUR habe und ein offenes Gesamtdepotrisiko von 5.000 EUR, würde ich beim Ausstoppen aller Positionen insgesamt 5.000 EUR verlieren (plus die 10.000 EUR offenen Gewinne!). Das wichtigste ist, diese Kennziffer in den positiven Bereich zu bringen, also Gewinne zu sichern. Denn wenn ich 10.000 EUR offene Gewinne habe und mein Gesamtdepotrisiko bei -5.000 EUR liegt, habe ich beim Ausstoppen aller Positionen immer noch 5.000 EUR Gewinn!
    3. Eingesetzes Kapital: Dies beschreibt die Summe aller Positionsgrößen. Wenn ich z.B. 10 Positionen habe, wobei jede 5.000 EUR groß ist (100 Aktien zu je 50 EUR), dann Beträgt das eingesetzte Kapital 50.000 EUR. Je nach dem, ob ich einen Hebel einsetze, variiert dieser Wert natürlich. Trotzdem muss auch beim Einsatz von Hebeln dieser Parameter kontrolliert werden. Wenn z.B. morgen eine Atombome in den USA explodiert und die Märkte 15% tiefer eröffnen, was verliere ich dann? 15% von 50.000 EUR sind immerhin 7500 EUR! Dieses wieder aufzuholen dauert lange. Man muss also genauestens kontrollieren, wie viel Risiko insgesamt entstehen kann, wenn ein außergewöhnliches Ereignis eintritt.
    4. Hebel: Dieser ergibt sich zwischen dem Kapital und dem eingesetzten Kapital und ist interessant für Trader die Hebelpapiere wie Knock-Outs oder CFDs einsetzen. Je nachdem wie hoch man sein Depot hebelt, desto schwerer trifft einen ein außergewöhnliches Ereignis. Hat man z.B. ein Kapital von 5.000 EUR und hebelt dieses um den Faktor 5 auf 25.000 EUR, ist ein Verlust von 15% aus dem obigen Beispiel ein Verlust von 3.750 EUR und damit fast das gesamte Kapital! Dies muss man sich immer vor Augen halten, wenn man mit Hebeln arbeitet.
    5. Korrelation im Depot: Dieses Risiko kann man kompliziert messen und ist eher für langfristig agierende Trader interessant. Ich persönlich achte nicht zu stark auf die Korrelation der einzelnen Werte, da ich hauptsächlich Aktien handele und diese zueinander schon eine hohe Korrelation aufweisen. Worauf ich allerdings achte ist, nicht zu viele Positionen im selben Sektor zu besitzen und evtl. Short-Positionen als Ausgleich hinzuzufügen.
  3. Risiken auf Mikroebene
    1.  Einzelpositionsrisiko: Dies ist der Betrag, den ich verliere, wenn meine Position ausgestoppt wird. Je nach Handelssystem ist dies meist ein prozentualer Betrag vom Gesamtkapital. Ob man aber 0,5% oder 2% verwendet, hängt stark vom Handelssystem und anderen Faktoren ab. Ich bevorzuge moderate Einsätze um 1% herum, allerdings oft auch mit weiter entferntem Stopp. Alle Einzelpositionsrisiken zusammen ergeben das Gesamtdepotrisiko. Für mich ist es einer der wichtigsten Ziele das Einzelpositionsrisiko so schnell wie möglich zu senken. D.h. z.B., dass ich versuche zügig den Stop nachzuziehen und Teilpositionen zu verkaufen. Somit senke ich das Einzelpositionsrisiko sehr schnell.
    2. Positionsgröße: Dies ist die Anzahl der Wertpapiere mit dem aktuellen Kurs multipliziert. Also: 10 Aktien zu je 50 EUR ergeben 500 EUR. Die Summe aller Positionsgrößen ergibt wiederum das eingesetzte Kapital. Wichtig ist diese Größe vor allem in Zusammenhang mit auftretenden Gaps bei Positionen die über Nacht gehalten werden. Werden z.B. von einer Firma Geschäftszahlen veröffentlicht und es kommt zu einem Abwärts-Gap von 30%, was verliere ich dann? Dies ist schon oft vorgekommen und ist gerade bei z.B. Technologieaktien im NASDAQ oft zu beobachten.
    3. Risiko bei News: Werden negative oder positive Nachrichten zu einer Firma veröffentlicht, kann es zu heftigen Reaktionen kommen. Je nach dem wie man positioniert ist (long oder short) wirkt sich die Nachricht auf den gehandelten Wert aus. Deshalb sollte man immer einen Stopp im Markt haben. Ich habe schon erlebt, dass ein Wert in einem Tag um 50% gefallen ist, als schlechte Nachrichten veröffentlich wurden. Passiert dies über Nacht, kommt es oft zu einem Gap und hier greift wieder das Management der Positionsgröße. Generell sollte man wichtige anstehende Termine des Wertes den man handelt im Auge behalten. Ist man mit der Position vor einem wichtigen Termin nicht stark im Gewinn sollte man die Position verkaufen oder zu Mindest Gewinne sichern und einen Teil der Position glattstellen.

Das Management dieser Risiken beschäftigt mich am Tag oft und ist zugleich eine Herausforderung. Es ist natürlich mit einem Konto mit einem Hebel verlockend, doch noch die ein oder andere Position zu eröffnen. Was ist schon ein Prozent mehr Risiko … Doch diese Herausforderung muss man meistern. Ein Prozent ist in dem Moment vielleicht nicht viel und vielleicht geht es auch gut, aber evtl. wird auch ein Verlust daraus und da ist es schon ärgerlich. Man sieht also: Risiken beim Trading zu managen ist stark mit der Kontrolle der Emotionen verbunden. Natürlich wird man nie ein perfektes Management von Risiken erreichen und alle Verluste oder Verlustereignisse kontrollieren können. Kontrolle kann man beim Management von Risiken auch nicht erreichen. Unvorhergesehene Ereignisse kann man leider nicht vorhersehen. Das was man erreicht kann ist, dass es einen nicht umhaut, wenn das Ereignis eintritt.

Auch mich kostet es immer noch Überwindung und Disziplin, den Risikoplan genauestens einzuhalten. Auch wenn ich niemals im Trader-Leben von einem schlimmen Ereignis überrascht werde, weiß ich jedoch, dass wenn es kommt, ich überlebe. Ob nun morgen eine Firma aus einer meiner Positionen pleite geht oder ein Krieg ausbricht: Auch danach werde ich noch weiter handeln können.  Was da schon schwieriger zu überwachen ist, sind die globalen Risiken. Frag doch mal bei deinem Broker nach, wie es um die Bonität so bestellt ist. Ein wichtiger Schritt ist da schon ein Broker der entsprechend unter einer Finanzaufsicht arbeitet und offen gegenüber den Kunden ist.

© Copyright 2018 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger
* Diese Seite enthält Affiliate-Links. Hierdurch unterstützt du meine Arbeit!

GEFÄLLT DIR DIESER ARTIKEL?
Dann jetzt anmelden und kostenlos neueste Artikel per E-Mail erhalten!
    Was dich erwartet:
  • Denkanstöße für dein Trading
  • Mehr Wissen zum Thema Trading-Systeme
  • Risiko- und Moneymanagement Beiträge
  • Buchempfehlungen & Trading-Videos
  • Erfolg, Motivation und Selbstverbesserung
* natürlich gebe ich deine E-Mail niemals an Dritte weiter!
GEFÄLLT DIR DIESER ARTIKEL?
Bekomme zukünftig alle Neuigkeiten über meine Facebook Seite:
GEFÄLLT DIR DIESER BLOG?
Dann jetzt anmelden und kostenlos neueste Artikel per E-Mail erhalten!
    Was dich erwartet:
  • Denkanstöße für dein Trading
  • Mehr Wissen zum Thema Trading-Systeme
  • Risiko- und Moneymanagement Beiträge
  • Buchempfehlungen & Trading-Videos
  • Erfolg, Motivation und Selbstverbesserung
* natürlich gebe ich deine E-Mail niemals an Dritte weiter!