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Trading: Emotionen und Trading. Wie geht man damit um?

Emotionen geben mir Feedback, dass etwas nicht stimmt …
Das Thema Tradingpsychologie hat in den letzten Jahren ein wenig mehr Aufmerksamkeit gewonnen. Gerade Anfänger messen diesem Thema mehr Aufmerksamkeit bei und es gibt endlich mehr Literatur auf dem deutschen Markt. Jedoch bezweifle ich, dass das Thema vollends verstanden wird. Viele Bücher beschäftigen sich eher mit Behavioral Finance als mit Psychologie und Trading. Sicherlich ist es wichtig, auch das Verhalten von Marktteilnehmern zu verstehen und hieraus seine Schlüsse zu ziehen, aber einen direkt umsetzbaren Vorteil ergibt sich m.E. hieraus nicht. Es trägt nur mehr zum Verständnis des Marktes bei.

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Ich beschäftige mich nun seit mehr als 3 Jahren (wenig im Vergleich mit anderen!) mit Trading und technischer Analyse und mache gute Fortschritte. Gerade in den letzten anderthalb Jahren ist auch das Thema Tradingpsychologie stärker in meinen Fokus gerückt, sowie das Thema Psychologie des Erfolgs. Meiner Meinung nach kommt der Erfolg, auch beim Trading von innen heraus. Das System ist eher Nebensache. Nun mögen einige Leser zurückschrecken, aber das ist meine Erfahrung. So lange man ein System mit positiven Erwartungswert hat und dieses System zur eigenen Persönlichkeit passt, ist es egal, ob man lieber Ausbrüche handelt oder gleitende Durchschnitte. Der Vorteil gegenüber anderen Tradern und herausragender Erfolg entsteht in er Persönlichkeit des Traders. Schaut man sich die Profile verschiedener Trendfolge Trader an, haben sie an sich fast alle dieselbe Technik. Doch unterscheiden sich ihre Kapitalkurven voneinander. Woran liegt das? Einige Trader sind erfolgreicher, weil sie sich z.B. in bestimmten Phasen mehr zurückhalten oder aggressiver werden. Sie haben verstanden die Zeichen des Marktes zu deuten und dann entsprechend sich zurückzuhalten oder sich stärker in den Märkten zu engagieren. Natürlich ist dieser Teil auch Teil eines Tradingsystems und kann auch in Regeln ausgerückt werden, aber es ist auch die Psyche des Traders, der diese Regeln aufstellt und befolgt!

Lassen sich Emotionen überhaupt vollkommen vom Trading lösen und ist das sinnvoll? Es heißt immer der Trader soll emotionslos sein und wie eine Maschine Trades ausführen. Das Thema Automatisierung ist hoch im Kurs. Aber auch hier kann ein Trader Emotionen in das Trading bringen. Sei es, weil er Signale nicht umsetzt oder sogar ein vollautomatisches Trading aussetzt. Ich bin mittlerweile sogar eher der Meinung, dass Emotionen einen Platz im Trading haben. Sie sind menschlich und lassen sich kaum „abschalten“. Es muss viel eher das Ziel sein, Emotionen zu kontrollieren und als interne Feedbackschleife zu nutzen.

Wie ich Emotionen als Feedbackschleife nutze …

Ich selber bin nicht frei von Emotionen. Über die Zeit gelingt es mir immer besser sie zu kontrollieren und zu nutzen mich selber zu unter Kontrolle zu behalten.

  1. Ich beobachte mich ständig selber. Mein Handelssystem setzt mir ein detailliertes Werk aus Regeln, die beschreiben, wie ich mich im Markt bewege. Sie schränken mich ein und geben mir auch Freiheit. Diese Regeln helfen jedoch nur, wenn ich in der Lage bin, sie zu befolgen. Aus diesem Grund beobachte ich mein Verhalten und meine Gedanken ständig und schreibe diese auch in mein Trading-Tagebuch. Am Ende der Woche mache ich hieraus eine Zusammenfassung. So weiß ich immer, was mich beschäftigt. Über die Zeit zeigen sich Felder, die meine Probleme widerspiegeln, für die ich Lösungen finden muss.
  2. Emotionen geben mir Feedback. Steigen die Märkte und ich bin nicht investiert? Finden meine Screener keine aussichtsreichen Kandidaten? Bei solchen Situationen merke ich oft, dass ich nervös werde. Ich habe Angst etwas zu verpassen. Das ist ein Signal! Ich nehme dieses Signal aktiv wahr und merke, dass dort etwas nicht stimmt. Sofort beruhige ich mich und lenke meine Gedanken darauf, dass ich noch ausreichend Tradingkandidaten finden werden, wenn die Märkte einen stabilen Trend ausbilden.

Der obere zweite Punkt zeigt, warum es vielleicht doch wichtig ist, Emotionen zu kennen und nicht auszublenden. Sie sind ein Signalgeber, dass etwas nicht stimmt. Es besteht Handlungsbedarf, wenn man emotional wird. Blendet man diese Komponente aus und versucht diese zu ignorieren, kann das katastrophale Folgen haben. Dann ist man seinen Emotionen ausgeliefert. Ich denke auch, dass dies ebenfalls für vollautomatisierte Systeme gilt. Selbst wenn der Trader nur die Signale des Systems umsetzen muss oder das System einfach nur in Betrieb halten muss, ist es herausfordernd, dies auch in einem Drawdown zu tuen oder in Zeiten wo das System große Buchgewinne aufbaut. Zudem ist Langeweile ein nicht zu unterschätzender Faktor beim Trading, auch bei Vollautomatisierung.

Kontrolle der Emotionen muss aber nicht zwangsläufig immer heißen, ruhig und gelassen zu sein. Paul Tudor Jones z.B. zeigte sich beim Aufbau von Positionen eher emotional und schrie seine Orders ins Telefon. Ob er das heute noch macht, weiß ich nicht. Er nutzt seine Energie, um schnell zu sein und aggressiv sein Ziel zu erreichen. So lange dies in einem kontrollieren Rahmen geschieht, kann es durchaus hilfreich sein. Besser als seine Persönlichkeit zu unterdrücken.

© Copyright 2018 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger
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