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Trading: „Every trade is a mistake“ – Mike Dever

Es gibt keine perfekten Trades, egal ob der Ausgang ein Gewinn oder Verlust ist.
Ich glaube, ich habe noch nie einen Artikel nur mit einem Zitat als Überschrift geschrieben. Damit trotze ich jedem SEO-Tipp oder sonstigen Hilfestellungen, wie man einen guten Blog-Artikel schreibt, aber diese Überschrift drückt am besten eine Denkweise aus, die ich mir versuche anzueignen.

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Ist jeder Trade wirklich ein Fehler? Nein, dies ist damit nicht gemeint und aus dem Zusammenhang gerissen. Es ist vielmehr die Denkweise, die Mike Dever (Brandywine Asset Management) damit versucht auszudrücken. Gehe davon aus, dass jeder Trade ein Fehler werden kann und dabei ist es egal, ob es sich um einen Gewinner oder einen Verlierer handelt. Alle Trades werden in den eigenen Augen fehlerhaft sein. Mag es sein, weil man zu früh ausgestoppt wurde und der Preis danach wieder dreht oder sei es, weil man zu spät verkauft hat, weil der Stop-Loss zu weit entfernt war. Vielleicht hat man auch gar nicht erst gekauft und somit war schon dieser potentielle Trade ein Fehler.

Es ist die Art, wie ich mit diesen Fehlern umgehe, die über Erfolg oder Niederlage entscheiden.

Als Trader muss ich es akzeptieren, dass ich nie vollkommen sein werde. Ich werde viele Fehler machen und auch viele in Folge. Es ist die Art, wie ich mit diesen Fehlern umgehe, die über Erfolg oder Niederlage entscheiden. Mache ich weiter oder gebe ich auf? Kann ich mein System weiter handeln oder fange ich an, Regeln zu brechen?

Ich versuche mir eine Haltung anzugewöhnen, dass ich bei jedem Trade davon ausgehe, dass er fehlerhaft sein wird. Es kann beim Trading gar nicht anders gehen. Die Chance, dass man im richtigen Moment ein- und aussteigt, sind sehr gering. Zudem muss man wissen, dass die Chancen sehr gering sind, dass der nächste Trade ein Gewinner ist, wenn man ein System mit einer niedrigen Trefferquote handelt.

 Der eigene Kopf geht natürlich davon aus, dass der nächste Trade ein großer Gewinner wird und ist enttäuscht, wenn es anders kommt.

Doch leider denkt das Gehirn in diesen Punkten anders. Es ist andauernd dabei, sich die Zukunft auszumalen und möglichst rosig. Der eigene Kopf geht natürlich davon aus, dass der nächste Trade ein großer Gewinner wird und ist enttäuscht, wenn es anders kommt. Hier ist es meine Aufgabe als Trader, Prozesse und Methoden zu finden, diese Wege des Denkens umzulenken und zu verändern. Nur so schaffe ich es, auf Dauer mit diesen kleinen, gefühlten Niederlagen umzugehen.

Zwei Dinge helfen mir dabei:

  1. Die Formulierung der Erwartungen an einen Trade. Also welche Erwartungen an den Ausgang des Trades habe ich? Ist mir bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, einen Verlierer auszuwählen als einen Gewinner? Ist es für mich klar, dass ein Gewinner am Ende viele kleine Verlierer ausgleichen kann?
  2. Weniger traden. Wenn die Schmerzen zu groß werden, muss man das bekämpfen, was die Schmerzen verursacht und nicht die Schmerzen selber. Wenn man gleich mehrere Verlierer in einer Reihe hat, ist das ein Zeichen, dass die eigene Strategie momentan nicht gut funktioniert. Man sollte also einen Gang herunterschalten und abwarten. Liegt erst einmal einige Zeit zwischen einer Verliererstrecke und dem aktuell geplanten Trade, sind die Schmerzen nicht mehr so groß und die Gedanken an die letzten Verluste geringer.

Hier haben natürlich Trader mit automatisierten Systemen einen gewissen Vorteil. Aber auch diese geraten oft in psychologisch schwierige Situationen, wenn das automatisierte System einige Verlusstrades in Folge produziert und man bei der Analyse feststellt, dass man diese selber nicht eingegangen wäre. Doch am Ende muss man dem System vertrauen. Ein Weg dorthin ist es, zu akzeptieren, dass kein Trade perfekt und somit eher jeder Trade ein Fehler ist.

 

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