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Trading: Lieber einen großen oder kleinen Index als Marktindikator nutzen?

„Anhand von breiten Indizes lässt sich die allgemein Marktstimmung überprüfen, um hieraus Rückschlüsse für das eigene Handeln abzuleiten.“
Fast jeder Trader, der Aktien als Instrument einsetzt, nutzt einen Index um hieraus die allgemeine Stimmung im Aktienmarkt abzulesen. Man erhofft sich eine Information darüber, ob man sich besser long oder short positionieren, ob man lieber aggressiv oder defensiv agieren sollte.

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Wie wird ein Index berechnet?

Der Preis eines Index wird aus einer größeren Anzahl von Aktien als Durchschnitt gebildet. Dabei werden die einzelnen Index-Mitglieder oft untereinander gewichtet. Im DAX 30 besitzt Siemens allein eine Gewichtung von 10%.

Ist es nun besser einen Index mit 30 Werten zu nehmen oder lieber einen mit 500?

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Indizes, die eine Grundlage zur Analyse sein können. Welchen Index man nimmt, sollte von den Aktien abhängen, die man selber handelt. So bringt es relativ wenig sich am DAX zu orientieren, wenn man nur US Aktien handelt. Ebenfalls bringt es wenig, wenn man den MDAX analysiert, aber nur Aktien aus dem DAX handelt.

Welche Erfahrung ich gemacht habe …

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es oft besser ist, breitere Indizes zu beobachten. Sie unterliegen einfach weniger dem Einfluss von wenigen hochgewichteten Kandidaten. Aus diesen Indizes lese ich anhand von Indikatoren (je nach Handelssystem z.B. gleitende Durchschnitte, RSL oder ADX) die Gesamtverfassung ab. Charttechnische Analyse anhand von Trendlinien setze ich wenig ein. Für mich sind zentrale Fragestellungen: Ist es besser sich aktuell auf die Long-Seite zu schlagen und aggressiver zu handeln oder muss ich vorsichtig sein? Der „Markt“ gibt mir ein übergeordnetes Bild, woran sich mein Handeln orientieren kann. Er darf allerdings nie selbst der Grund zum Handeln sein. Auch wenn ein Index ein Handlungsmuster (z.B. ein Hammer Candlestick) ausbildet, kann es sein, dass man keine geeignete Aktie zum Handeln findet. In solch einer Situation darf man nicht dazu übergehen umbedingt einen Kandidaten finden zu müssen, nur weil der Index so vielversprechend aussieht.

Zur Analyse beobachte ich folgende Indizes:

  • Stoxx 600: Eine breite Auswahl von 600 Aktien aus ganz Europa inkl. UK. Der Index repräsentiert somit auch unterschiedliche Währungen. Die einzelnen Index-Mitglieder sind nach Marktkapitalisierung gewichtet.
  • S&P 500: Eine der wohl bekanntesten Indizes weltweit. Der repräsentiert die Top-500 Unternehmen in den USA (gewichtet nach Marktkapitalisierung) und ist ein guter Indikator für die Aktienstimmung bei amerikanischen Werten. ExxonMobil hat hier eine Gewichtung von 3,57%.
  • S&P 1200 Global: Dieser Index umfasst weltweit 1200 Werte und repräsentiert somit fast 70% der weltweiten Marktkapitalisierung. Man sollte sich jedoch nicht täuschen lassen. Amerikanische Werte haben einen recht hohen Einfluss hierauf, da der S&P 500 hierin ebenfalls enthalten ist. In der Top-10 finden sich alleine 9 US-Werte.

Hat man diese drei Indizes im Blick, kann man bereits recht gut die Basics über die Stimmung ablesen. Es ist nicht nötig noch größere Indizes wie z.B. Wilshire 5000 oder CDAX zu analysieren. Möchte man allerdings über die breite Analyse hinaus gehen, sollte man auch wichtig einzelne Indizes wie Dowjones, DAX, Eurostoxx, Hangseng oder auch den IBEX im Blick haben. Gerade in Zeiten, wo die südeuropäischen Staaten im Blickfeld stehen, kann eine Trendwende an den Aktienmärkten von z.B. dem spanischen Index IBEX losgetreten werden. Ich nutzte diese kleineren Indizes nur um Auffälligkeiten zu analysieren. Bricht z.B. ein kleiner Index stark ein, sollte man sich genauer anschauen, ob dies Auswirkungen auf die großen Indizes haben könnte oder ob nur ein hochgewichteter Wert seinen Einfluss ausübt. Dieses gilt ebenfalls für Branchenindizes. Diese nutze ich nur um zu schauen welche Branchen gerade stark gekauft oder verkauft werden.

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