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Trading: Ruin über Nacht! Positionsgröße als Risiko.

Ein einziges Ereignis kann ausreichen, um das Trading-Konto zu ruinieren!
Es gibt einige Wege eine Positionsgröße zu berechnen und sein Risiko im Vorfeld zu kalkulieren. Sehr beliebt ist die Fix-Prozent-Methode, wo ein fixer Prozentsatz (z.B. 1%) des Kapitals als maximales Risiko genommen wird. Die Formel hierzu lautet: Stückzahl = Risiko in EUR/(Einstieg-Ausstieg). Mit dieser Formel erhält man die zu handelnde Stückzahl bei einem fixen Risiko, z.B. 1% von 250.000 EUR = 250 EUR.

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Doch nutzt man diese Stückzahl ohne sich die wirkliche Positionsgröße anzuschauen, übersieht man einen weiteren Risikofaktor. Gerade, wenn man Handel auf Margin (z.B. über CFDs) betreibt, stehen einem hohe Summen zur Verfügung und es ist kein Problem sein Kapital mit dem Faktor 5 oder höher zu hebeln. Das Problem ist jedoch, dass man Gefahr läuft extrem große Positionen einzugehen, die bei einem Gap ein hohes Risiko haben.

Risiko Margin-Handel: Positionsgröße

Gerade vor ein paar Tagen habe ich eine Position auf eine US Aktie kalkuliert und ich konnte meinen Augen kauf trauen, als ich die Positionsgröße im Verhältnis zum Kapital gesehen haben.

Für die Kalkulation der Positionsgröße nutze ich die Average True Range, was mir erlaubt, die Volatilität des Basiswerts miteinzubeziehen. Folgende Daten ergaben sich bei der Kalkulation (Beispielwerte):

  • Kontogröße 25.000
  • Einstieg bei 35,03; 2fache Average True Range als Stop-Loss = 0,41. D.h. mein Stop-Loss wäre ca. 1,1% entfernt.
  • Bei einem Risiko von 1% könnte ich also 609 Stück handeln. Formel: 609 Stück = 250/0,41.
  • 609 Stück entsprechen einer Positionsgröße von 21.333,27! Dies sind 85% meines Kapitals.
  • Bei einer Margin von 20% müsste ich jedoch nur 4266,65 als Sicherheit hinterlegen.
  • Bei einem Risiko von 2% des Kapitals, also 500, wären dies sogar 170%!

Risikoorientierte Trader können sich bereits denken, worauf ich mit meiner obigen Rechnung hinauswill.

Nehmen wir an, dass es über die Firma überraschende Nachrichten über Nacht gibt, z.B. einen Betrugsskandal oder eine Nichtzulassung eines neuen Pharma-Produktes und die Aktie bricht um 5%, 10% oder 50% ein. Hieraus würden sich folgende Schäden für das Kapital ergeben, wenn wir 1% Risiko annehmen:

  • 5% Gap Down = 4,3% Verlust des Kapitals. Dies entspricht 4R, was noch verkaftbar wäre.
  • 10% Gap Down = 8,5% Verlust des Kapitals. Die entspricht 8R!
  • 50% Gap Down = 42,67% Verlust des Kapitals. Dies entspricht 43R und führt an den Rand des Ruins!

Bei einem Einsatz von 2% des Kapitals verdoppeln sich die Verluste und bei einem 50% Gap Down führt dies bereits sofort in den Ruin.

Nun könnte man sagen, dass solch ein Ereignis einen persönlich selten trifft. Das stimmt vielleicht über einen kürzeren Zeitraum. Jedoch wird man, je länger man tradet, irgendwann an diesen Punkt gelangen. Solche Verluste sind schmerzhaft und können über Nacht in den Ruin führen. Dabei reicht ein einziges Ereignis aus.

Gerade bei Short-Trades können sogar noch größere Verluste entstehen, dass hier Aktien unbegrenzt gegen einen ansteigen können. Wer beispielsweise ein Gap-Up in einem Short-Trade von 150%, aufgrund einer Firmenübernahme erlebt, schuldet seinem Broker sogar noch Geld nach solch einem Trade.

Natürlich gibt es Möglichkeiten sich dagegen zu schützen:

  • Nutzung eines garantierten Stop-Loss, der von einigen Broker angeboten wird.
  • Nutzung von Zertifikaten mit einem eingebauten Stop-Loss Mechanismus (sog. Knock-Out Zertifikate).
  • Handel von Forex oder Indizes, die 24h am Tag gehandelt werden.
  • Schließung der Positionen vor anstehenden wichtigen Nachrichten (z.B. Quartalsergebnissen).
  • Oder einfach eine maximale Positionsgröße, z.B. 25%.

Jeder Trader mag mit diesem Problem anders umgehen und andere Mechanismen zur Risikobegrenzung haben. Ich persönlich bevorzuge eine Kombination aus mehreren, z.B. maximale Positionsgröße, Beachtung von wichtigen Terminen und noch weitere Kriterien. Am Ende ist es mir wichtig, dass mich nicht ein einziger Trade, der über Nacht um 50% einbricht, aus der Bahn wirft und mir die Möglichkeit zum Traden nimmt. Wer sich mit der Geschichte des Tradings und der Börse beschäftigt versteht, dass irgendwann ein außergewöhnliches Ereignis kommen wird. Darauf will ich so gut es geht vorbereitet sein.

 

© Copyright 2018 - Julian Komar - >500 Artikel im Trading Blog ★ Trading ✓ Trendfolge ✓ Trading System ✓ Tradingpsychologie ✓ Erfolg & Motivation ★ Trading Blog für Trader & Einsteiger
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