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Trading: Was macht einen Verlusttrader aus, Dr. Van Tharp?

Es ist möglich allen Punkten von Dr. Van Tharp etwas entgegenzusetzen. Der Schlüssel ist, sich selber kennenzulernen und hart an sich zu arbeiten.
Das wievielte Mal lese ich nun „Magier der Märkte“ von Jack Schwager? 4 oder 5. Mal dürfte es schon sein. Ich finde immer wieder inspirierende Stellen und es gefällt mir, erfolgreiche Trader zu studieren. Hier kann ich noch viel lernen.

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Bei dem Interview mit Dr. Van Tharp (Kapitel: „Die Psychologie des Tradings“) ist mir eine Stelle besonders ins Auge gestochen. Sie dreht sich um die Frage, was einen Verlusttrader ausmacht.

Frage: „Was macht unter Berücksichtigung dieser Gebiete einen Verlussttrader aus“?

Antwort: „Das komplette Profil eines Verlusttraders beschreibt eine Person, die stark gestresst ist, sich aber schlecht vor Stress schützen kann; eine negative Einstellung zum Leben hat und immer das Schlimmste voraussetzt; eine sehr konfliktreiche Persönlichkeit hat; und die Schuld auf andere schiebt, sobald etwas schief geht. Eine solche Person versteht nicht, ihr Verhalten zu steuern, und neigt eher dazu, der Masse zu folgen. Verlusttrader neigen außerdem dazu, schlecht organisiert und ungeduldig zu sein. Sie erwarten, dass alles auf der Stelle passiert. Die meisten Verlussttrader sind nicht ganz so schlecht wie das komplette Profil. Sie weisen nur einen Teil des Verliererprofils auf“.

Auszug aus Magier der Märkte, Jack Schwager, S. 462, Finanzbuch Verlag

Das ist nicht ganz einfacher Stoff. Auch ich habe einige Punkte wieder erkannt, an denen ich bis heute hart arbeite, aber jeden Tag besser werde. Dr. Van Tharp ist Psychologe und NLP’ler und arbeitete schon zur Zeit des Interviews mit vielen Traders zusammen. Er dürfte diese Erkenntnisse daher aus dieser Zusammenarbeit, sowie Studien gezogen haben.

Nehmen wir das ganze einmal auseinander und brechen es in die Bestandteile auf.

Zentrale Punkte eines Verlussttraders

Die Punkte sind aus der oberen Antwort entnommen. Dazu habe ich meine Erfahrung und Interpretation geschrieben:

  1. Stark gestresst: Stress wird erzeugt, wenn wir Angst haben. Die Angst entspringt oft aus dem fehlenden Vertrauen in das eigene System und Fähigkeiten. Man muss an sich arbeiten und Vertrauen in sein Trading aufbauen, sowie ein Regelset definieren, was zur eigenen Persönlichkeit passt.
  2. Kann sich schlecht vor Stress schützen: Dies ist ein Zeichen, dass die Person nicht weiß, wie man an sich arbeitet. Ein Schutz gegen Stress baut man innerlich auf. Stress ist immer etwas, was in mir entsteht und daher kann ich es nur von innen lösen. Ich muss mich selber gut kennen und die Anzeichen wahrnehmen, wenn ich nervös und gestresst bin, sowie Gegenmaßnahmen parat haben.
  3. Negative Einstellung zum Leben: Ich sehe dies immer als große Gefahr an. Wenn man eine negative Einstellung besitzt, wird man auch nur negatives zurückerhalten. Mit negativer Einstellung ist sicherlich gemeint: Gegenüber mir selbst, Dingen und anderen Menschen. Eine negative Einstellung ist ein großes Hindernis, um neue Dinge kennenzulernen, voranzukommen und Selbstvertrauen aufzubauen.
  4. Immer das Schlimmste voraussetzen: Dies ist eng an Punkt 3 gekoppelt. Ein Beispiel wäre: Mein Kollege hintergeht mich und ich werde gefeuert. Dies ist nur die eigene Interpretation und wird vermutlich nie auftreten. Es ist eine negative Einstellung, die sehr viel Kraft und Energie verlangt, da sie stark mit Emotionen verknüpft ist. Dieses Problem muss man angehen, um den Kopf frei zu bekommen.
  5. Konfliktreiche Persönlichkeit: Konflikte sammeln sich über die Zeit an, wenn man sie nicht löst. Es können unterbewusste Konflikte sein, die sich im Verhalten widerspiegeln und von denen man nichts merkt. Entweder man entdeckt und löst diese selber oder man muss sich einen Profi widmen. Die Lösung ist wichtig, damit man seine Aktionen nicht unterbewusst manipuliert.
  6. Schuld auf andere schieben: Ja, dass kennt man … Der Broker ist schuld, der Markt ist schuld, der andere Trader ist schuld etc. Es hilft nichts, man muss selber Verantwortung übernehmen. Schließlich hat man selber den Vertrag beim Broker unterschrieben, den Trade aufgegeben und auf den Rat des anderen Trader gehört.
  7. Versteht nicht das eigene Verhalten zu steuern: Dies hängt für mich eng mit Punkt 2 zusammen. Trading ist eine Reise zu dir selbst, du lernst dich selber kennen. Es ist eine starke geistige Herausforderung und man muss hart an sich arbeiten. Ziel ist es sich selber so gut zu kennen und unter Kontrolle zu haben, dass man sich nicht selber betrügt. Hier liegt meines Erachtens das größte Potential.
  8. Der Masse folgen: Die Masse hat nie recht! Damit ist nicht gemeint, dass der Markt nicht recht hat, der die Masse repräsentiert, sondern eher das Verhalten und die Meinung der Masse. Die meisten Trader handeln ohne System – die Masse hat nicht recht. Viele Teilnehmer an der Börse betreiben Buy-and-Hold – die Masse hat nicht recht. Der Masse zu folgen ist bequem und einfach, doch leider ist es genau der unbequemere, schwierige Weg, der Erfolg bringt. Man ist zwar ein Außenseiter, aber dabei erfolgreich. Zur Bestätigung muss man sich nur bei den erfolgreichen Entrepreneuren umschauen.
  9. Schlecht organisiert: Trading ist ein Prozess. Diesen Prozess zu gestalten ist eines der Ziele. Der Prozess an sich erzeugt den Gewinn, nicht der Trader. Schlechte Organisation des Prozesses bedeutet damit auch langfristig schlechte Tradingergebnisse. Mit Prozess ist die gesamte Kette des Tradings gemeint: Von der Marktanalyse bis zur Dokumentation.
  10. Ungeduld: Eines meiner größten Probleme. Die Ungeduld resultiert aus Angst heraus: Angst etwas zu verpassen, zu verlieren, Zweifel. Diese Angst kann man nur in den Griff bekommen, wenn man Regeln definiert und diesen folgt. Zudem ist es wichtig, sich klar zu machen, dass Trading kein Sprint, sondern ein Marathon ist. Die langfristige Perspektive zählt, also die Erwartung über z.B. 1000 Trades.

Wie man oben sieht, kann man zu jedem Punkt etwas finden, was man dagegen unternehmen kann. Es ist wichtig, sich intensiv mit diesen Punkten auseinander zu setzen. Dies erfordert viel Zeit. Wie wäre es, wenn man sich mit jedem Punkt zwei Wochen beschäftigt? Viel dazu liest, aufschreibt, Interviews hört … Daneben täglich sich selber beobachtet und Tagebuch führt? Das ist es, was ich mit harter Arbeit meine.

 

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