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Tradingpsychologie: Kapitalkurve als Bild im Kopf

Innere Bilder und Vorstellungen beeinflussen unser Handeln. Abweichungen von diesen Bildern empfinden wir als Fehler und frustrieren uns.
Jeder von uns hat verschiedene Bilder im Kopf: Wie sieht ein Trader aus, was macht er, wie verhält er sich? (s. Artikel „Das innere Bild von einem Traders„). Was ist ein perfekter Trade und wie läuft er ab? Wie sieht eine ideale Kapitalkurve aus?

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Diese Bilder und Vorstellungen leiten unser Handeln. Wir orientieren uns an ihnen und vergleichen diese ständig mit der Realität, um Abweichungen zu identifizieren. Hier liegt genau das Problem: Eine Abweichung vom Ideal wird als Fehler wahrgenommen. Genau aus diesem Grund ist es so wichtig, wie unsere Vorstellungen aussehen. Sie zu beeinflussen und zu verändern ist ein großes Stück Arbeit, da sie bereits in unserem Gehirn gespeichert und mit Emotionen belegt sind. Die Beschäftigung mit diesem Thema, welches in die Tradingpsychologie fällt, kann einen voran bringen.

2 Trader und Kapitalkurven als Beispiel

  • Trader A: Für ihn ist klar, dass Kapitalkurven linear ansteigen müssen. Rückschläge innerhalb der Kapitalkurve gibt es nicht. Er findet automatische Handelsprogramme anziehend, die solche Kapitalkurven ausweisen. Beim eigenen Handel läuft er in die ständige Frustration, dass seine Kapitalkurve nicht so aussieht. Er schaut am liebsten gar nicht mehr hin. Seine Kapitalkurve weist Rückschläge und flache Ebenen auf. Dadurch, dass er ein idealisiertes Bild einer Kapitalkurve im Kopf hat, fühlt er sich schlecht und dies wirkt sich auch auf seine Tradingperformance aus. Er geht bestimmte Trades nicht mehr ein und verletzt Regeln seines Systems.
  • Trader B: Sie hat schon lange die Vorstellung einer linear ansteigenden Kapitalkurve verworfen. „Wenn die Kapitalkurve so aussieht, stimmt etwas nicht! Jedes Tradingsystem verliert regelmäßig.“ ist ihre Meinung. Sie tradet ein eigenes Trading-System, welches regelmäßig Rückschläge in der Kapitalkurve aufweist. Sie weiß, dass die Rückschläger in der Kapitalkurve ein Indikator für eine nächste ansteigende Phase ist. Sie aktualisiert ihre Kapitalkurve jede Woche und schaut sich diese an. Sie hat ein Gespür für ihre eigene Kapitalkurve bekommen und prüft auch, wie sie zu einem gleitenden Durchschnitt liegt. Jedes Mal, wenn sie eine idealisierte Kapitalkurve sieht, weiß sie, dass es so etwas in der Realität nicht gibt.

Die beiden obigen Beispiel Trader haben jeder eine eigene Betrachtungsweise von Kapitalkurven und eine andere innere Vorstellung. Der Unterschied ist, dass Trader A in einer idealisierten Welt unterwegs ist, während Trader B bereits diese verworfen hat. Innere Bilder lassen sich nämlich verwerfen und neu malen.

Man muss akzeptieren, dass sich Kapitalkurven wie die Märkte verhalten: Sie steigen, fallen und bewegen sich seitwärts. Sie bilden so zu sagen einen eigenen Index. Die Anstiege und Abstiege werden durch das vom Trader eingegangene Risiko und die Performance der einzelnen Trades bestimmt. Alle Trades zusammengenommen bilden dann die Kapitalkurve. Also fast wie bei einem Index wie dem DAX. Es gibt sogar Trader, die die Kapitalkurven anderer Trader traden (sogenanntes Fonds-Trading).

Ich glaube, dies hilft mir, Verlustperioden zu akzeptieren und mich regelmäßig daran zu erinnern, dass diese jeder Trader hat.

Tradingpsychologie ist ein wichtiges Feld und jeder Trader sollte sich damit auseinandersetzen. Die Bilder, die man von etwas im Kopf hat, sind nur schwierig zu ändern, aber sie bestimmen unser Handeln. Die Vorstellung einer Kapitalkurve kann das eigene Handeln beeinflussen. Genau aus diesem Grund sehe ich z.B. Benchmarking (s. Artikel „Trading: Was denkst du über Benchmarking?„) als kritisch. Ich persönlich habe eine für mich gesunde Kapitalkurve im Kopf, wie im Artikel zum Thema Benchmarking zu sehen. Ich glaube, dies hilft mir, Verlustperioden zu akzeptieren und mich regelmäßig daran zu erinnern, dass diese jeder Trader hat.

Foto: Grant Hutchinson

 

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