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Verbilligen beim Trading. So machst du es richtig! (Gastartikel von Ingmar Folk)

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Ich freue mich Ingmar Folg als Gast-Autor für diesen Artikel begrüßen zu können. Ingmar ist erfolgreicher Trader und handelt den Bund- und Euro-Stoxx 50 Future. In seinem Gastartikel setzt er sich mit den Vor- und Nachteilen der Martingale Strategie auseinander und wie man diese „clever“ für das Trading nutzen kann. Viel Spaß beim Lesen!

Zeitbombe Martingale Strategie

Für viele Trader ist das Verbilligen von Trades eine höchst interessante aber auch gefährliche Taktik.

Es gibt zwei – auf den ersten Blick – sehr ähnliche Taktiken des Verbilligen. Eine davon ist jedoch sehr riskant, da sie auf der Martingale Strategie beruht. Du musst dir als Trader unbedingt darüber im Klaren sein. Was du dazu wissen musst zeige ich dir in diesem Beitrag. Und los geht’s…

Die Martingale Strategie wurde für das Casino entwickelt

Und merke: Im Casino wird Geld verloren!

Die vermeintlich gewinnträchtige Martingale Risikomanagement Variante ist seinerzeit für das Glücksspiel am Roulettetisch entwickelt worden. Nach jedem Verlust soll der Einsatz, bis zum nächsten Gewinn, verdoppelt werden. Im Optimalfall gewinnst du dann genau die Höhe deines ersten getätigten Einsatzes zurück, verlässt den Spieltisch sofort und kaufst dich dafür lieber am Pokertisch ein.

Der Erwartungswert der Martingale Strategie ist, für das Roulettespiel, langfristig jedoch mathematisch nachweisbar negativ. Auch wenn dieser Fakt nicht eins zu eins auf die Börse übertragbar ist, denn hier gibt es keine Setzlimits und auch die Null des französischen Roullete Spiels fehlt, ist diese Taktik für dich als Trader höchst riskant.

Zwei Gründe sind dafür entscheidend: Den meisten Tradern fehlt das Kapital, um die Taktik des Verbilligen im hochgehebelten Trading langfristig durchzustehen. Hinzu kommt der psychologische Druck, der sich durch die ständige Einsatzverdoppelung während Pechsträhnen aufbaut.

Wie Trader die Martingale Strategie in die Tat umsetzen

Gefährliches Verbilligen beim Trading funktioniert folgendermaßen: Ein Trade läuft nicht gut an und rutscht in den Verlustbereich. Anstatt den Trade aufzulösen oder das Risiko zu verringern, wird der Stop Loss vergrößert bzw. sogar ganz aus dem Markt genommen und es werden weitere Zukäufe (bei Longpositionen) getätigt, sobald die Kurse tiefer ins Minus drehen.

Das Ziel bei dieser Vorgehensweise ist immer das gleiche: Es wird versucht, einen Verlust nicht realisieren zu müssen und noch break-even aus dem Trade zu kommen.

Als erfahrener Trader erkennst nur anhand der Tradestatistik, ob jemand eine gefährliche Martingale Strategie anwendet. Zwei Zahlen stechen dabei ins Auge:

  1. Die Anzahl der Gewinntrades ist außerordentlich hoch.
  2. Gleichzeitig sind aber die Gewinntrades in ihrer Höhe sehr niedrig, werden sie mit den Verlustrades verglichen.

Dieses Muster rührt ganz einfach daher, dass die Kurse ab und zu nicht rechtzeitig drehen.

Oder anders ausgedrückt: Das Konto des Traders wird nach und nach zu klein, um das immer weiter aufgebaute Risiko absorbieren zu können und der Trade muss doch mit einem massiven Verlust glattgestellt werden. Und ist es nicht das Konto, kapituliert der Trader unter den psychischen Schmerzen des immer größer werdenden Verlustes. Im hochgehebelten Trading ist diese Art des Verbilligen langfristig psychische Folter und reinstes Harakiri.

Du versuchst mit viel Einsatz wenig zu gewinnen. Genau andersherum sollte es sein.

Lange geht es gut, dann schlägt der Martingale Blitz ein

Ein Trader, welcher eine Martingale Strategie zum Verbilligen nutzt, schafft es oft sehr lange ohne einen einzigen Verlust zu traden. Dabei häuft er auch durchaus ein schönes Sümmchen Gewinne an. Doch nach geraumer Zeit schlägt ein gewaltiger Verlustblitz, wie aus heiterem Himmel, in sein Tradingkonto ein. Dies führt sehr oft dazu, dass sämtliche bis dahin angesammelten kleinen Gewinne, durch den massiven Verlustblitz, komplett pulverisiert werden. Aua, Aua!

Wenn du drei Wochen mit Gewinn tradest und dann wird dir alles innerhalb weniger Stunden oder sogar Minuten wieder abgenommen, naja…muss ich das wirklich weiter ausführen? Da kann einem schon mal die ein oder auch andere Sicherung durchbrennen.

Es ist ebenfalls immer die Gefahr gegeben schon mit dem ersten oder einem der ersten Versuche falsch zu liegen. Hier fehlt dann ein Gewinnpuffer und die emotionale Kontrolle wird doppelt schwierig.

Verbilligen kann aber auch produktiver eingesetzt werden. Daher zeige ich dir jetzt den Unterschied zum cleveren Verbilligen.

Es macht einen riesen Unterschied, warum nachgekauft wird

Es ist möglich Positionen im Verlustfall zu vergrößern ohne gegen den Anti-Martingale Grundsatz erfolgreicher Trader zu vestoßen.

Solange du als Trader innerhalb deines vordefinierten Risikorahmens für eine geplante Position agierst, verwendest du – trotz Nachkaufens im Verlust – noch keine echte Martingale Strategie. Dann nutzt du als Trader lediglich den Umstand aus, unerwarteterweise das Trading Setup noch einmal zu einem besseren Einstiegskurs und damit billiger spielen zu können. Dein Ziel ist es jetzt den Gewinn dieses Trades zu maximieren. Diese Tatsache macht einen gewaltigen Unterschied zum gefährlichen Verbilligen aus.

Erst wenn du anfängst aufzustocken, nachdem dein initialer Stop Loss ausgelöst worden wäre, bekommt die Geschichte den gefährlichen Martingale Charakter.

Wenn du also in die Situation des Verbilligen kommst, stell dir die Frage: Dient der Nachkauf alleine dem Zweck, den durschnittlichen Einstiegskurs einer offensichtlich in Schieflage geratenen Position zu drücken – mit dem Ziel, wenigstens finanziell ungeschoren davonzukommen,…

…oder ist der Nachkauf hingegen sogar Teil deines Plans und das Trading Setup ist weiterhin in Takt und du bewegst dich auch nach dem Verbilligen in deiner finanziellen Komfortzone?

Dennoch: Selbst wenn die Taktik des cleveren Verbilligen eine andere Absicht verfolgt, als das übliche und gefährliche Verbilligen im Verlustfall nach der Martingale Strategie, musst du auch die Sinnhaftigkeit dieser Taktik hinterfragen.

Der Vorteil: Cleveres Verbilligen verbessert das Chance Risiko Verhältnis

Kaufst du nach, wenn dein Trade in den Verlust gelaufen ist, verbessert sich das Chance Risiko Verhältnis im Gegensatz zum ersten Markteinstieg.

Warum? Sollte sich der Trade danach in die gewünschte Richtung entwickeln, fällt der Gewinn höher aus, da die zweite Teilposition einen größeren Teil der Preisbewegung mitnehmen wird.

Als Trader musst du aber eine gute Antwort auf die Frage finden, warum du eine Position nicht direkt ganz aufbaust, sobald du eine gute Chance im Markt siehst? Schließlich gehst du nur dann in den Markt, wenn du davon ausgehst, dass sich deine Position ziemlich flott in deine erhoffte Richtung bewegen wird und mindestens eine fifty fifty Gewinnchance aufweist.

Hast du eine parat? Wahrscheinlich nicht wirklich.

Somit aufgepaßt! Denn auch beim cleveren Verbilligen kann es zu Nachteilen für dein Tradingkonto kommen.

Cleveres Verbilligen und seine zwei Schwachpunkte

Der erste Nachteil ist technischer Natur: Entwickelt sich ein Trade gut, bekommst du keine Chance mehr deine eigentlich geplante Positionsgröße aufzubauen.

Wieso das? Ganz einfach. Beim Verbilligen startest du als erfahrener Trader deine Position nicht mit vollem Volumen, sonst läuft dein Risikomanagement bei weiteren Nachkäufen aus dem Ruder.

Dieses Vorgehen wird dich als Trader in die ungünstige Lage bringen, bei optimal laufenden Trades beständig zu wenig investiert zu sein. Bei miesen Trades bist du hingegen mit mehr Risiko im Markt. Überhaupt nicht gut! Es riecht wieder nach Martingale.

Ein weiterer Negativpunkt ist: Du gewöhnst dich als Trader daran, Trades die sich schlecht entwickeln, aufzustocken. Dies kann dich in Zukunft schnell mal dazu verleiten auch das richtig gefährliche Verbilligen aus der Tasche zu holen.

Ich stufe die Entry-Taktik des cleveren Verbilligen als vertretbar ein. Sie bedeutet nicht unmittelbare Gefahr für dein Tradingkonto. Allerdings liefert diese Art zu traden keinen echten Mehrwert für deine Rendite. Warum solltest du dann darauf zurückgreifen?

Schlussglocke

Grade als Trader mit weniger Erfahrung solltest du deine Trades mit voller Positionsgröße aufbauen. Du stellst so sicher, dass du bei den guten Trades voll kapitalisiert bist und lässt die Gewinne einfach laufen. Ich weiss, es fühlt sich kurzfristig besser an, wenn du durch Verbilligen oft gewinnst. Du verschiebst mit dem Verbilligen nach der Martingale Strategie aber deinen Schmerz wegen eines Verlusttrades nur in die Zukunft. Wenn deine Position irgendwann richtig absäuft, wird dich der Schmerz nur noch viel heftiger treffen und dich zu weiteren schlechten Verhaltensweisen nötigen. Nur sehr wenige Trader schaffen es in dieser Situation noch eine Verlustspirale aus eigener Kraft zu verhindern. Deshalb lerne möglichst schnell Verlustrades zu akzeptieren. Ohne kleine Verlustrades wirst du als Trader langfristig keine großen Gewinne machen können.


Über den Autor dieses Artikels: Ingmar Folk

Ingmar Folk

Ingmar Folk handelt seit mehreren Jahren erfolgreich den Bund- und EuroStoxx50 Futures. Seine Zielsetzung beim Trading: Mit niedrigstem Risiko eine angemessene Rendite erzielen. Der Autor betreibt außerdem den Blog Coin-Flip-Trading.com. Hier führt er bereits das zweite hochinteressante Experiment zum Thema Trading mit Zufallseintieg durch.


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