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Volatilität: Indikator, Messung, Trading-Strategien

Volatilität lässt sich vielseitig für das Trading nutzen. Es gibt viele Trading-Strategien und Indikatoren, die Volatilität nutzen.
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Ohne Volatilität in den Märkten wäre Trading und Geld verdienen nicht möglich. Generell bezeichnet Volatilität die Schwankung eines Kurses im Verhältnis zu einem anderen Kurs oder Wert (z.B. Durchschnitt oder anderer Kurs). Nur durch Veränderung des Kurses ist es möglich, Geld in der Märkten zu verdienen und die Differenz als Gewinn mitzunehmen. Also: Ohne Volatilität kein Gewinn! Daher ist auch eine allgemeine Angst vor Volatilität nicht richtig. Hohe Volatilität ist nicht negativ, sondern kann auch positiv genutzt werden.

Volatilität: Indikator zur Messung

Es gibt verschiedene Indikatoren, um Volatilität zu messen. Insgesamt tun sie alle das gleiche: Schwankungen messen und visualisieren. Deshalb ist es nur eine Frage des Geschmacks, welchen Volatilität-Indikator man einsetzen möchte. In der Berechnung gibt es feine Unterschiede, die allerdings sich kaum auf das Trading oder den Erfolg auswirken dürften:

  • Bollinger BänderEin sehr bekannter Vertreter, der die Volatilität direkt im Chart visualisiert. Grundsätzlich bedeuten geweitete Bänder eine hohe Volatilität, enge Bänder eine geringe. Dieser Indikator für Volatilität ist wirklich vielseitig einsetzbar und lässt sich gut in Trading-Systeme integrieren. Es gibt auch andere Betrachtungsweisen wie z.B. der Bollinger Bandbreite Indikator oder der Bollinger %b. Diese können helfen zu messen, ob die Bänder sehr eng im Verhältnis zur Vergangenheit sind oder sich der Kurs eher im oberen oder unteren Bereich des Bandes aufhält.
  • Average True RangeDieser Volatilität-Indikator stellt die Volatilität geglättet über eine definierte Periode dar. Er zeigt somit an, um wie viel sich der Kurs durchschnittlich, an z.B. einem Tag, bewegt. Steigende Werte zeigen, dass der Preis sich im Vergleich zur Vergangenheit schnell bewegt. Fallende Werte zeigen eine Verlangsamung der Kursbewegung an.
  • Historische VolatilitätEin weiterer Volatilität-Indikator, der sich jedoch ein wenig sensibler als die Average True Range (kurz ATR) verhält.

Es gibt noch unzählige weitere Indikatoren für Volatilität, die auch teilweise aufeinander aufbauen. Letztendlich ist es nicht entscheidend, welchen Volatilität-Indikator eingesetzt wird, sondern ob der Indikator einen persönlich weiterhilft und man diesen versteht.

Mithilfe der oben genannten Volatilitäts-Indikatoren lassen sich nun Trading-Strategien entwickeln, die grundsätzlich darauf beruhen, dass sich die Volatilität verändert. Insgesamt wird dabei davon ausgegangen, dass die Volatilität in Wellen verläuft – also steigend/fallend. Dies hängt damit zusammen, da sich Märkte ebenfalls in Wellen bzw. Trends bewegen – steigend/fallend. Dazwischen gibt es immer wieder Phasen, in denen der Trend die Richtung ändert. Dies geschieht in der Volatilität (welche ja auf dem Kurs und Kursverhalten beruht) ebenfalls.

Volatilität als Grundlage für Trading-Strategien

Grundsätzlich baut jede Volatilitätsstrategie darauf auf, dass die Volatilität zunimmt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Volatilität bereits hoch oder eher gering ist.

Vergleich kurzfristige zu langfristige Volatilität

Hierbei vergleicht man die kurzfristige mit einer langfristigen Volatilität. Ziel ist es, Situationen aufzufinden, in der kurzfristig die Volatilität gering ist, langfristig aber steigt. Man findet solche Situationen in schnell ansteigenden, intakten Trends. Hierbei nimmt die Average True Range weiter zu, da der Preis ansteigt und erreicht sehr hohe Werte. Innerhalb von starken Trends kommt es auch zu kurzen Pausen, die meist durch eine sinkende Volatilität begleitet werden. Somit kann ein Vergleich von kurzfristiger zu langfristiger Volatilität einen Einstieg in einen Trend aufzeigen.
Beispiel: Average True Range (Periode:3) < Gleitender Durchschnitt (Periode: 10). Hiermit werden z.B. Tage herausgefiltert, an denen eine geringe Volatilität vorliegt. Dies kann einem bei einem Einstieg in einen kurzfristigen Trend helfen.

Trading in hoher Volatilität

Dies ist eine Strategie, die sich auf Werte konzentriert, die in volatilen Seitwärtsphasen verlaufen. Innerhalb dieser finden auch Bewegungen statt, die sich traden lassen. Ziel muss es sein, Werte zu finden, die eine hohe Volatilität aufweisen und sich hierin zu positionieren, um einen großen Teil einer Bewegung mitzunehmen. Findet man z.B. Werte, die sehr weite Bollinger Bänder aufweisen und in einer Seitwärtsphase verlaufen, kann man sich entsprechend der Gegenrichtung positionieren. Dies geschieht, sobald die oberen Bänder erreicht und ein Einstiegssignal vorliegt. Die hohe Volatilität dient somit als Filter, um gute Chance-Risiko-Verhältnisse zu finden.
Beispiel: Bollinger Bandbreite Indikator (Periode: 20) > Gleitender Durchschnitt (Periode: 100). Hiermit findet man Werte, die eine erhöhte Volatilität aufweisen. Zusätzlich setzt man die Bollinger Bänder und Charttechnik ein, um Einstieg zu finden.

Volatilitätsausbrüche

Insgesamt kann man hier zwei Methoden unterscheiden

  • Ausbruch aus geringer Volatilität: Hierbei handelt man Situationen, in denen ein Wert über lange Zeit in einer engen Spanne seitwärts verläuft und dann nach oben hin ausbricht. Somit springt die Volatilität stark an und es bieten sich gute CRVs.
    Beispiel: Average True Range (Periode: 14) < Gleitender Durchschnitt (Periode: 14). Zusätzlich kann man einen zweiten Indikator, z.B. Bollinger Bandbreite einsetzen, um eine Bestätigung zu haben, dass die Bollinger Bänder eine Verengung aufweisen. Mithilfe von Charttechnik und Bollinger Bänder sucht man nach einem Einstieg.
  • Ausbruch mit hoher Volatilität: Hierbei vergleicht man die heutige Volatilität mit z.B. der durchschnittlichen Volatilität und betrachtet den Unterschied. Gibt es im Kursverlauf eine sehr starke Kursveränderung (z.B. durch News oder Veröffentlichungen), gibt es die Chance diese anhand der Volatilität zu finden. Ist z.B. die heutige Kursbewegung um ein mehrfaches größer als durchschnittliche, kann von einer großen Bewegung ausgegangen werden. Hier kann es sich auch anbieten die Bollinger Bänder als Maß heranzuziehen. Wenn die heutige Bewegung größer als die 2fache Standardabweichung ist, welche bei den Bollinger Bändern genommen wird, kann von einer großen Bewegung ausgegangen werden. Oft sind solche Bewegungen ein Zeichen von großem Interesse an dem Wert und der Beginn eines neues Trends.
    Beispiel: Die heutige Average True Range ist 2x so hoch wie die gestrige oder die heutige Average True Range befindet sich über dem obigen Bollinger Band (berechnet auf die Average True Range).

Sicherlich gibt es noch weitere Methoden, die hier nicht aufgelistet sind. Es ist auch denkbar, dass man Volatilität direkt handelt (z.B. über den VIX Future oder Optionen). Viele Strategien nutzen Volatilitätsausbrüche, um Positionen aufzubauen, z.B. Bollinger Band Break-Out. Eine große Bewegung an einem Tag ist immer ein deutliches Signal. Dieses kann mithilfe von weiteren Regeln zu einem Trading-System ausgebaut werden (z.B. Charttechnik, Volumen oder weitere Indikatoren).

Auch betrachten sollte man den Einsatz von Volatilität bei der Stopp-Loss-Setzung, Trailing-Stops, Take-Pofits oder Exit-Strategien. Hier kann die Volatilität auch wertvolle Informationen oder Regeln geben. Eine wäre z.B., dass man (Teil-)Gewinne mitnimmt, sobald ein Tag mit starker Volatilität entgegen dem Trend vorliegt. Sehr beliebt ist es auch einen initialen 2x Average True Range Stopp-Loss zu nutzen oder einen 3x Average True Range Trailing-Stopp. Sehr gut an diesen Methoden ist, dass sie quantifizierbar sind und somit der subjektive Einfluss sinkt.

Das gute an Volatilitätsstrategien ist, dass sie sehr simpel sind und auf dem Kurs an sich basieren. Natürlich ist es auch mit bloßem Auge erkennbar, dass der Kurs momentan in einer engen Spanne verläuft, aber durch eine Messung und Vergleich (z.B. mit einen Durchschnitt), liegt ein quantifizierbares Ergebnis vor. Dies nimmt einem die Subjektivität in der Betrachtung.

Die obigen Beispiele zeigen, wie vielfältig Volatilität beim Trading eingesetzt werden kann: Vom Entry bis zum Exit. Sobald etwas quantifizierbar ist, lässt es sich auch für Aktienscanner oder allgemeine Screener verwenden. Auch im Intraday-Bereich kann die Volatilität Bestandteil einer Strategie sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese diskretionär oder vollautomatisert ist.


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